Bambi OFS – Minke – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (24.06.2026)

Denkt man zunächst noch sehr direkt an Aphex Twin und an Scorn, erweitert Cédric Dambrain sein Soundportfolio schon bald. Sicherlich ist „Minke“, die dritte Veröffentlichung seines Projektes Bambi OFS, grob in Richtung IDM angesiedelt, im Verlaufe aber wesentlich dunkler und beklemmender als die Sachen von Richard D. James, etwas näher an denen von Mick Harris. Auf eine komplexe Weise sind die an analogen Synthesizern entstandenen Tracks des Brüsselers sogar tanzbar, wenn man mehr möchte als einfach nur erstaunt zuhören.

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Frank Julian – T2enty Thr3e/Vecna – Frank Julian/Volcano Records 2025/2026

Von Matthias Bosenick (16.06.2026)

Frank Julian ist ein Multiinstrumentalist und Studiozauberer aus Occhiobello in Venetien. Der Mann kann viel – und er macht viel. Auf seiner jüngsten EP „T2enty Thr3e“ und seiner neuen Single „Vecna“ setzt er so ziemlich alles ein, wozu er in der Lage ist, und erstellt daraus so eine Art progressiven Metal. Das Etikett passt nicht so richtig, weil Julian einfach viel mehr darin unterbringt, bis hin zu ausufernden Synthie- und Pianosequenzen. Eine Leidenschaft zu „Stranger Things“ lässt sich außerdem nicht verleugnen.

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Tonnen von Hall – Donnermesser – Unsung Records 2026

Von Matthias Bosenick (15.06.2026)

„Ein Abdruck vom Messer im Herzen“, das Debüt-Album des Mathcore-Jazz-Trios Tonnen von Hall aus Berlin, hatte satte 21 Tracks, und für die EP „Donnermesser“ wählten die drei Musiker fünf davon aus, um sie – teils mit prominenten Gästen – einer neuen Herangehensweise zu unterwerfen. Der Sound der Gitarren ist jetzt so nahe an den Djent gerückt, dass in Kombination mit den verschachtelt-frickeligen Arrangements schnell der Gedanke an Meshuggah aufkommt. Krass, wie das nur zu dritt so klingen kann, möchte man denken, doch die Gäste tragen zum Sound eine Menge bei: Gitarrist Jan Zehrfeld von Panzerballett, Gitarristin Sally Gates von Titans To Tachyons und Shining-Saxophonist Jørgen Munkeby. Und kein Bass!

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Mudtown & Holy Høly – Till I Wilt – Bezdech Records 2026

Von Matthias Bosenick (01.06.2026)

Doug Jones alias Mudtown und Ewa Baran alias Holy Høly! kombinieren ihre Fertigkeiten für eine EP, die mit Ansage gestrig klingt: „Till I Wilt“ soll nämlich dem Trip Hop der Neunziger huldigen, allem voran Portishead und DJ Shadow. Gottlob agieren beide Beteiligten individuell genug, dass diese Downbeat-EP nicht als reine Pastiche durchgehen muss.

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Remmel & Rattlesnakes – Little Western Songs From The North – Inverse Music Group 2026

Von Matthias Bosenick (20.05.2026)

„Humppa is a serious thing“, mahnten bereits andere finnische Merkwürdigkeitsmusiker, nämlich Eläkeläiset, und deren Mitstreiter Steve’n’Seagulls verfahren ähnlich, wenn sie Rock- und Pop-Klassiker als Country und Bluegrass – oder auch Newgrass – neu interpretieren. Das sieht lustig aus, ist eine lustige Idee, aber geschähe die Umsetzung nicht bierernst, fiele sie nicht so gut aus. Tomi Tajakka von Steve’n’Seagulls debütiert nun als Remmel & Rattlesnakes mit der EP „Little Western Songs From The North“, und die meint das modernisierte Genre sehr, sehr ernst.

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Putred/Decease – Decessus Putridus – Loud Rage Music 2026

Von Matthias Bosenick (11.05.2026)

Bei Putred und Decease handelt es sich um verdiente Bands aus dem rumänischen Underground, beide grob im Death Metal verwurzelt. Für die Split-EP „Decessus Putridus“ tun sie sich erstmals zusammen, und beide mit je zwei exklusiven Tracks, die in der jeweiligen Discographie eine Besonderheit darstellen: Putred growlen erstmals auf Englisch und Decease beenden eine mehr als zehnjährige Zombieapokalypse. Äh, Ruhephase.

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Noema – Echoes Of Four – Perma F Music 2026

Von Matthias Bosenick (08.05.2026)

Wie aus einem experimentellen Ansatz eine EP wird: Für „Echoes Of Four“ riefen die beiden schwedischen New-Wave-Helden Leif Ekman und Hans Thunberg das Projekt Noema ins Leben. Sie erstellten auf Basis von vier Akkorden vier Tracks mit vier verschiedenen Stimmungen – oder „Gedanken“, „Sinnen“, was Noema aus dem Griechischen übersetzt heißt. Und in der Tat: Man hört die vier Akkorde jeweils heraus, und doch generieren die auf dieser Basis entstandenen Tracks vier unterschiedliche Gefühlslagen. Man lernt dazu und genießt.

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The Ultimate Dreamers & Implant – Paradoxical Implants EP – Spleen+ 2026

Von Matthias Bosenick (30.04.2026)

Dies ist mehr als lediglich eine Remix-EP: Das steinalte, aber erst jüngst in den zweiten Frühling eingetretene belgische Dark-Wave-Projekt The Ultimate Dreamers ließ sich sechs Songs aus seinem letzten Album „Paradoxical Sleep“ von seinem Produzenten neu bearbeiten. Da es sich bei jenem um Len Lemeire handelt und der mit dem Electro-Projekt Implant – neben 32Crash, seiner Zusammenarbeit mit Jean-Luc de Meyer von Front 242 – am bekanntesten ist, heißt die EP „Paradoxical Implants“, und die verleiht den Albumtracks neue Horizonte, neue Tiefen, neue Sphären.

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Waterboarding School – Steer Clear – Blackvalley Records 2026

Von Matthias Bosenick (24.03.2026)

So’n Bisschen gute Laune darf dieser trüben Tage auch mal wieder sein, und Waterboarding School aus Göteborg machen Gute-Laune-Musik, und zwar mit den Mitteln des fuzzy Garage Rock. „Steer Clear“ heißt die neue EP, und mal abgesehen davon, dass sie einen Bewegungszwang auslöst, versprüht sie eine charmante Heiterkeit. Mit zweistimmigem Gesang, Orgel und Twang obendrauf.

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Sönma – Biotransference – Sönma 2026

Von Matthias Bosenick (06.03.2026)

Schwer, dunkel, schmerzhaft, brutal, nihilistisch – wow: Die EP „Biotransference“ ist das erste Lebenszeichen des Duos Sönma aus Weliki Nowgorod (Вели́кий Но́вгород) seit fünf Jahren, und es haut einem bösen dunklen Doom um die Ohren. Freude am Leben ist die Sache der beiden Musiker nicht, und das kann man ja durchaus nachvollziehen.

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