Frank Julian – T2enty Thr3e/Vecna – Frank Julian/Volcano Records 2025/2026

Von Matthias Bosenick (16.06.2026)

Frank Julian ist ein Multiinstrumentalist und Studiozauberer aus Occhiobello in Venetien. Der Mann kann viel – und er macht viel. Auf seiner jüngsten EP „T2enty Thr3e“ und seiner neuen Single „Vecna“ setzt er so ziemlich alles ein, wozu er in der Lage ist, und erstellt daraus so eine Art progressiven Metal. Das Etikett passt nicht so richtig, weil Julian einfach viel mehr darin unterbringt, bis hin zu ausufernden Synthie- und Pianosequenzen. Eine Leidenschaft zu „Stranger Things“ lässt sich außerdem nicht verleugnen.

Die EP startet noch recht übersichtlich mit „Busker“, das die Hörerschaft relativ behutsam auf den wilden Reigen vorbereitet, der mit „Talija“ bereitsteht. Darin klimpert Julian sich episch über sein Piano, versetzt dem Stück dann per Synthie eine mittelalterliche Anmutung und haut doch immer wieder mächtig drauf, wenn er sich an Gitarre, Bass und Schlagzeug setzt. Sogar pop-nahe Melodien bringt er in dem Stück unter, man fühlt sich überraschenderweise sofort zu Hause. Der „Mind Flayer“ ist dagegen beinahe ein solider Rocker – wäre er nicht mit kantigen bis schönen Synthies und verschachtelten Rhythmen durchsetzt.

Letzterer Titel legte schon die Spur, „Vecna“ greift sie auf: Julian ist Fan der Netflix-Serie „Stranger Things“. Diese neue Single setzt die Vorgehensweise fort: Mit dem Rock’n’Roll-Instrumentarium tobt sich Julian aus, lässt an allen Apparaturen seine Muskeln überzeugend spielen und zieht einmal mit dem Achtziger-Synthie quer drüber. Diese lassen an Marillion denken, circa „Fugazi“, nur dass die Rockmusik drumherum hier wesentlich härter ist. Und abermals ein Piano beinhaltet, zum Ende hin. Ein düster-gruseliges Sprachsample am Schluss lässt die unheimliche Atmosphäre von „Stranger Things“ aufleben.

2019 legte Julian sein erstes Album vor, „ReBorn“. Seitdem wirft er immer wieder Singles, EPs und Alben in den Ring und stellt seine uneingeschränkte Könnerschaft an allen Registern zur Schau. Seit 2022 ist er außerdem Teil von Talija Project, was den Titel des zweiten Stückes auf „T2enty Thr3e“ erklärt. Das mit der Leet-Schrift praktiziert er außerdem gern, etwa in den Songtiteln auf dem Album „G1rl5“, die – man ahnt es – Frauennamen codieren.