Die Morde – A Pestilence – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (30.06.2026)

Sobald Onkel Titus seine Kreissäge anwirft, darf getanzt werden. Im Stakkato. Denn das belgische Electro-Duo Die Morde zerhackt alles, was man sich so als Musik imaginiert, dreht es durch zerfleischende Gerätschaften und generiert daraus doch wieder irgendwie nachvollziehbare Musik. Nur eben sehr, sehr extrem. „A Pestilence“ ist die Debüt-EP von Cédric Dambain und Yannick Franck als Die Morde, und man kann hier grob das Etikett Rhythm And Noise anbringen, da Industrial allein zu kurz greift. Lärm wäre auch okay.

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Tobi Morare – Scientist – Separated Beats 2026

Von Matthias Bosenick (26.06.2026)

Laut Info ist „Scientist“ die bereits elfte EP, die Tobi Morare auf dem Label Separated Beats veröffentlicht. Dieses Mal greift der Berliner nach Drum And Bass, Disco und Jazz, um fünf neue Electro-Tracks zwischen Dancefloor und Strand zu kreieren. Man hört, dass es ihm riesigen Spaß macht, die Schubladen zu plündern und seine Fundstücke zu eigenen Kreationen zusammenzufügen. Und dieser Spaß steckt jedes Mal an.

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Dualisis – Us – Dualisis 2026

Von Matthias Bosenick (25.06.2026)

Der Gesang aus dem Post Punk, die Musik dazu ist Metal, nach Aussage der Band progressiver Art: Auf seiner Debüt-EP „Us“ geht das französische Quintett Dualisis eine unerwartete, aber gut funktionierende Kombination ein. Mit dem Etikett „progressiv“ ist man ja heutzutage schnell bei der Hand, hier ist der Metal in weiten Strecken sogar eher thrashig. Da helfen auch Keyboards und Geigen nix gegen, das kommt gut.

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Bambi OFS – Minke – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (24.06.2026)

Denkt man zunächst noch sehr direkt an Aphex Twin und an Scorn, erweitert Cédric Dambrain sein Soundportfolio schon bald. Sicherlich ist „Minke“, die dritte Veröffentlichung seines Projektes Bambi OFS, grob in Richtung IDM angesiedelt, im Verlaufe aber wesentlich dunkler und beklemmender als die Sachen von Richard D. James, etwas näher an denen von Mick Harris. Auf eine komplexe Weise sind die an analogen Synthesizern entstandenen Tracks des Brüsselers sogar tanzbar, wenn man mehr möchte als einfach nur erstaunt zuhören.

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Frank Julian – T2enty Thr3e/Vecna – Frank Julian/Volcano Records 2025/2026

Von Matthias Bosenick (16.06.2026)

Frank Julian ist ein Multiinstrumentalist und Studiozauberer aus Occhiobello in Venetien. Der Mann kann viel – und er macht viel. Auf seiner jüngsten EP „T2enty Thr3e“ und seiner neuen Single „Vecna“ setzt er so ziemlich alles ein, wozu er in der Lage ist, und erstellt daraus so eine Art progressiven Metal. Das Etikett passt nicht so richtig, weil Julian einfach viel mehr darin unterbringt, bis hin zu ausufernden Synthie- und Pianosequenzen. Eine Leidenschaft zu „Stranger Things“ lässt sich außerdem nicht verleugnen.

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Tonnen von Hall – Donnermesser – Unsung Records 2026

Von Matthias Bosenick (15.06.2026)

„Ein Abdruck vom Messer im Herzen“, das Debüt-Album des Mathcore-Jazz-Trios Tonnen von Hall aus Berlin, hatte satte 21 Tracks, und für die EP „Donnermesser“ wählten die drei Musiker fünf davon aus, um sie – teils mit prominenten Gästen – einer neuen Herangehensweise zu unterwerfen. Der Sound der Gitarren ist jetzt so nahe an den Djent gerückt, dass in Kombination mit den verschachtelt-frickeligen Arrangements schnell der Gedanke an Meshuggah aufkommt. Krass, wie das nur zu dritt so klingen kann, möchte man denken, doch die Gäste tragen zum Sound eine Menge bei: Gitarrist Jan Zehrfeld von Panzerballett, Gitarristin Sally Gates von Titans To Tachyons und Shining-Saxophonist Jørgen Munkeby. Und kein Bass!

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Mudtown & Holy Høly – Till I Wilt – Bezdech Records 2026

Von Matthias Bosenick (01.06.2026)

Doug Jones alias Mudtown und Ewa Baran alias Holy Høly! kombinieren ihre Fertigkeiten für eine EP, die mit Ansage gestrig klingt: „Till I Wilt“ soll nämlich dem Trip Hop der Neunziger huldigen, allem voran Portishead und DJ Shadow. Gottlob agieren beide Beteiligten individuell genug, dass diese Downbeat-EP nicht als reine Pastiche durchgehen muss.

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Remmel & Rattlesnakes – Little Western Songs From The North – Inverse Music Group 2026

Von Matthias Bosenick (20.05.2026)

„Humppa is a serious thing“, mahnten bereits andere finnische Merkwürdigkeitsmusiker, nämlich Eläkeläiset, und deren Mitstreiter Steve’n’Seagulls verfahren ähnlich, wenn sie Rock- und Pop-Klassiker als Country und Bluegrass – oder auch Newgrass – neu interpretieren. Das sieht lustig aus, ist eine lustige Idee, aber geschähe die Umsetzung nicht bierernst, fiele sie nicht so gut aus. Tomi Tajakka von Steve’n’Seagulls debütiert nun als Remmel & Rattlesnakes mit der EP „Little Western Songs From The North“, und die meint das modernisierte Genre sehr, sehr ernst.

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Putred/Decease – Decessus Putridus – Loud Rage Music 2026

Von Matthias Bosenick (11.05.2026)

Bei Putred und Decease handelt es sich um verdiente Bands aus dem rumänischen Underground, beide grob im Death Metal verwurzelt. Für die Split-EP „Decessus Putridus“ tun sie sich erstmals zusammen, und beide mit je zwei exklusiven Tracks, die in der jeweiligen Discographie eine Besonderheit darstellen: Putred growlen erstmals auf Englisch und Decease beenden eine mehr als zehnjährige Zombieapokalypse. Äh, Ruhephase.

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Noema – Echoes Of Four – Perma F Music 2026

Von Matthias Bosenick (08.05.2026)

Wie aus einem experimentellen Ansatz eine EP wird: Für „Echoes Of Four“ riefen die beiden schwedischen New-Wave-Helden Leif Ekman und Hans Thunberg das Projekt Noema ins Leben. Sie erstellten auf Basis von vier Akkorden vier Tracks mit vier verschiedenen Stimmungen – oder „Gedanken“, „Sinnen“, was Noema aus dem Griechischen übersetzt heißt. Und in der Tat: Man hört die vier Akkorde jeweils heraus, und doch generieren die auf dieser Basis entstandenen Tracks vier unterschiedliche Gefühlslagen. Man lernt dazu und genießt.

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