Von Matthias Bosenick (18.09.2026)
Ein Rundblick auf neue Kleinformate – Ein-Song-Releases bis EPs. Darin: Space-Rock mit Ciolkowska, chillige Gitarrenmusik mit Andrea Galluccio, ein Alt-Rock-Electro-Remix mit Pærish, orgeliger Garagenrock mit Sacred Buzz, Deutschpop mit Florian And The Better Hand, schmissiger Gospelrock mit La Nouvelle Musique, trippiger Electro-Goth mit Meija, Neo-Ambient mit DNL.B, heavy Post-Punk mit J-L, Cold Wave mit The Ultimate Dreamers und Hypnosemusik mit Dead Can Dance.
Kategoriearchiv: Maxi-CD/EP
DNLB – PhaeOne/PhaseTwo – db2fluctuation 2026
Von Matthias Bosenick (31.08.2026)
Für sein zweiteiliges neues Programm „Phase“ – bestehend aus den Einzelveröffentlichungen „PhaseOne“ und „PhaseTwo“ – poliert Daniel Bressanutti, hier DNLB genannt, seine Synthies mit Glasreiniger. So klare Sounds, als säße der Mitgründer der belgischen EBM-Erfinder Front 242 direkt im Kopf der Hörerschaft. Und dort stellt er alles auf den selbigen: Was als Ambient beginnt, bekommt im zweiten Teil einen extrem scharfen Beat.
Was Guido gehört hat… im Juli 2026
Von Guido Dörheide (28.08.2026)
Moonspell – Deep Purple – The Rolling Stones
Dieses Mal erscheint meine Monatsrückblickskolumne wieder folgerichtig im Folgemonat, aber ohne das „sonst noch“ im Titel, da ich es bisher nicht hinbekommen habe, eine der zahlreichen schönen Juli-Neuerscheinungen einzeln zu rezensieren. Der August im Hause Dörheide ist überschattet vom Unfall unseres dreijährigen Katers Fritz: Am Morgen des 7. August fand die Liebste den kleinen schwarzweißen Kater reglos auf dem Grundstück unseres heruntergekommenen Mehrfamilienhauses zu liegen. Er blutete stark. Unsere Tierärztin in Goslar fertigte ein Innenporträt mittels X-Strahlung an und schickte uns sofort in die Tierärztliche Hochschule Hannover. Dort folgten weitere Aufnahmen, Ergebnis: Höchstwahrscheinlich hat ihn ein Fahrzeug hinten rechts angefahren, beidseitiger Beckenbruch, komplett überdehnte Bänder in den hinteren Sprunggelenken und zahlreiche Hautabschürfungen, Wirbelsäule zum Glück OK. Nach Operation und knapp einwöchiger Nachsorge haben wir ihn wieder nach Hause holen können. Seitdem lebt Fritz in einen Käfig und muss uns Bescheid sagen, wenn er mal aufs Klo möchte. Das ist kein Leben für eine Katze. Wenn die Hinterbeine nichts mehr werden, müsse er eingeschläfert werden, sagte die Goslarsche Tierärztin; zum Glück bemüht sich der Kleine seit einigen Tagen eifrig, sich aufzustellen, hinzuhocken und innerhalb des Käfigs ein paar Schritte zu gehen. Die Liebste und ich hoffen, dass er damit über den Berg ist und es nun nur noch aufwärts geht. Das Haus verlassen wird er nie wieder, da sind wir uns einig. Er war eh immer so selten und nur ganz kurz draußen, und dann geht er mal über Nacht raus und dann sowas.
WeiterlesenMan & Machine – Earthman – Fruits De Mer Records 2026
Von Matthias Bosenick (18.08.2026)
Völlig von der Erde genommen spielt Tom Roche aus Schottland mit Freunden als Man & Machine einige Songs ein und lässt sie jetzt von Fruits De Mer Records als farbenfrohe 10“ zusammentragen. „Earthman“ ist diese Sammlung wert: Die Band musiziert leise, zurückhaltend, behutsam und kuschelig. Wobei dem Kuscheln hier unterschwellig etwas innewohnt, das ein Fluchtimpuls sein könnte, weg von der Erde in ein besseres Leben.
Wolf Kadaver & Die Betrüger – Pseudologia Phantastica/Dislike – Tanzende Kadaver 2026
Von Matthias Bosenick (12.08.2026)
Ein fa-fa-fa-fantastisches neues Album allein reicht Wolf Kadaver & Die Betrüger nicht aus, falscher Genitiv im Bandnamen begründet: Die Single „Dislike“ mit zwei exklusiven Tracks gibt’s gleichzeitig zu „Pseudologia Phantastica“ dazu. Ganz nach Art der Hauptband des Braunschweiger Sängers und Bandkopfes, Tanzende Kadaver, dominiert hier der oldschoolige Uptempo-Punk, indes in allen Fassetten plus vielen anderen Sounds, von Offbeat bis zum Synthiepop. Textlich breitet sich die Band zwischen Fun, Soziologie, Horror und blutigem Ernst aus – inklusive eines feinen Popsongs gegen den Rechtsruck. Ungelogen!
Mirabelle. – Losers – Mirabelle. 2026
Von Matthias Bosenick (31.07.2026)
Noch bevor die EP mit vier Tracks im September erscheint, schmeißen Mirabelle. aus Paris – nur echt mit Punkt hinter dem Namen ihres Lieblingsalkoholgetränks – schon mal die Hälfte davon vorab als Single heraus. Ganz postmodern mischen die vier Musizierenden lauter subkulturell und massenverträglich angesagte Trends zusammen und machen Radiopop mit Metal. Es fällt nicht allen Hörenden leicht, diese vier Songs durchgehend zu mögen.
Prophets Of Thwaites – Vulnerant Omnes Ultima Necat – Pest Records 2026
Von Matthias Bosenick (22.07.2026)
Doom mit weiblicher Stimme dürfte selten sein, aber das ist nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal des Groninger Trios Prophets Of Thwaites: Blues, Post Rock, Heavy Psych und mehr finden Einlass in die erste EP „Vulnerant Omnes Ultima Necat“. Diese halbe Stunde Doom teilt sich auf in zwei Studio- und zwei Live-im Studio-Tracks, darunter in beiden Hälften der Titelsong, der auch jedes Mal eine andere Basis bekommt. Vergänglichkeit ist hier das Thema, aber was Wunder, wir hören ja schließlich Doom.
Liyo – Ich will ganz laut schreien – Bluelion Records/The Orchard 2026
Von Matthias Bosenick (13.07.2026)
Eine Zwanzigjährige verarbeitet ihren Liebeskummer: Diese Prämisse verleitet in die Jahre gekommene Hörende außerhalb der Gen Z vermutlich eher nicht dazu, sich „Ich will ganz laut schreien“ anzuhören, die Debüt-EP der in Köln lebenden Berlinerin Liyo. Doch hört man über diese juvenile Nabelschau hinweg, bekommt man ganz ordentlichen Poprock mit Kopfnickern in Richtung New Wave, Electrogebratze, Power-Metal, Pop-Punk und – nun – schlageresker Ballade. Wenn sie künftig ihren Blickwinkel auch für andere Menschen öffnet, hört man ihr bestimmt noch lieber zu.
Spezial: addicted/noname label aus Moskau, Teil 20
Von Matthias Bosenick (08.07.2026)
So viel Neues bei unseren Freunden aus Moskau! Spacigen Post Rock mit The Invisible Machine Engine, Sludge-Punk mit Buddapropildzen, groovenden Stoner-Doom mit M/Eye, Doom mit Megalith Levitation und Dekonstruktor, Avantgarde-Noisecore mit Mrmraum, Jazzcore mit Topot Dark Trio, Breakbeat-Crossover mit Jammie Dong, Doom mit Zatvor und verspielt-progressive Musik mit Detieti.
Onenine + Myk Jung – Duress – Onenine 2026
Von Matthias Bosenick (07.07.2026)
Da wird man auf ein Musikprojekt aufmerksam, weil man einem bestimmten Musiker folgt, und entdeckt dann, dass der Betreiber dieses Projektes nur unwesentlich weniger lang aktiv ist als der, dessentwegen man darauf aufmerksam wurde. Onenine ist das Solo-Projekt von Axel Kleintjes, und man kann einfach nicht alles kennen, zum Beispiel Page 12, seine alte Electro-Band aus den Neunzigern, oder Cyber Axis, bei denen er in den Nullern einstieg. Dafür kennt man eben Myk Jung, weil man dessen Band The Fair Sex vollständig in seinem Regal stehen hat. Jener Jung singt nun auf der neuen Onenine-EP „Duress“ den Titelsong – und man reibt sich überrascht die Ohren: Dieser Dark Electro funktioniert auf allen Ebenen.











