Wolf Kadaver & Die Betrüger – Pseudologia Phantastica/Dislike – Tanzende Kadaver 2026

Von Matthias Bosenick (12.08.2026)

Ein fa-fa-fa-fantastisches neues Album allein reicht Wolf Kadaver & Die Betrüger nicht aus, falscher Genitiv im Bandnamen begründet: Die Single „Dislike“ mit zwei exklusiven Tracks gibt’s gleichzeitig zu „Pseudologia Phantastica“ dazu. Ganz nach Art der Hauptband des Braunschweiger Sängers und Bandkopfes, Tanzende Kadaver, dominiert hier der oldschoolige Uptempo-Punk, indes in allen Fassetten plus vielen anderen Sounds, von Offbeat bis zum Synthiepop. Textlich breitet sich die Band zwischen Fun, Soziologie, Horror und blutigem Ernst aus – inklusive eines feinen Popsongs gegen den Rechtsruck. Ungelogen!

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Mirabelle. – Losers – Mirabelle. 2026

Von Matthias Bosenick (31.07.2026)

Noch bevor die EP mit vier Tracks im September erscheint, schmeißen Mirabelle. aus Paris – nur echt mit Punkt hinter dem Namen ihres Lieblingsalkoholgetränks – schon mal die Hälfte davon vorab als Single heraus. Ganz postmodern mischen die vier Musizierenden lauter subkulturell und massenverträglich angesagte Trends zusammen und machen Radiopop mit Metal. Es fällt nicht allen Hörenden leicht, diese vier Songs durchgehend zu mögen.

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Prophets Of Thwaites – Vulnerant Omnes Ultima Necat – Pest Records 2026

Von Matthias Bosenick (22.07.2026)

Doom mit weiblicher Stimme dürfte selten sein, aber das ist nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal des Groninger Trios Prophets Of Thwaites: Blues, Post Rock, Heavy Psych und mehr finden Einlass in die erste EP „Vulnerant Omnes Ultima Necat“. Diese halbe Stunde Doom teilt sich auf in zwei Studio- und zwei Live-im Studio-Tracks, darunter in beiden Hälften der Titelsong, der auch jedes Mal eine andere Basis bekommt. Vergänglichkeit ist hier das Thema, aber was Wunder, wir hören ja schließlich Doom.

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Liyo – Ich will ganz laut schreien – Bluelion Records/The Orchard 2026

Von Matthias Bosenick (13.07.2026)

Eine Zwanzigjährige verarbeitet ihren Liebeskummer: Diese Prämisse verleitet in die Jahre gekommene Hörende außerhalb der Gen Z vermutlich eher nicht dazu, sich „Ich will ganz laut schreien“ anzuhören, die Debüt-EP der in Köln lebenden Berlinerin Liyo. Doch hört man über diese juvenile Nabelschau hinweg, bekommt man ganz ordentlichen Poprock mit Kopfnickern in Richtung New Wave, Electrogebratze, Power-Metal, Pop-Punk und – nun – schlageresker Ballade. Wenn sie künftig ihren Blickwinkel auch für andere Menschen öffnet, hört man ihr bestimmt noch lieber zu.

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Spezial: addicted/noname label aus Moskau, Teil 20

Von Matthias Bosenick (08.07.2026)

So viel Neues bei unseren Freunden aus Moskau! Spacigen Post Rock mit The Invisible Machine Engine, Sludge-Punk mit Buddapropildzen, groovenden Stoner-Doom mit M/Eye, Doom mit Megalith Levitation und Dekonstruktor, Avantgarde-Noisecore mit Mrmraum, Jazzcore mit Topot Dark Trio, Breakbeat-Crossover mit Jammie Dong, Doom mit Zatvor und verspielt-progressive Musik mit Detieti.

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Onenine + Myk Jung – Duress – Onenine 2026

Von Matthias Bosenick (07.07.2026)

Da wird man auf ein Musikprojekt aufmerksam, weil man einem bestimmten Musiker folgt, und entdeckt dann, dass der Betreiber dieses Projektes nur unwesentlich weniger lang aktiv ist als der, dessentwegen man darauf aufmerksam wurde. Onenine ist das Solo-Projekt von Axel Kleintjes, und man kann einfach nicht alles kennen, zum Beispiel Page 12, seine alte Electro-Band aus den Neunzigern, oder Cyber Axis, bei denen er in den Nullern einstieg. Dafür kennt man eben Myk Jung, weil man dessen Band The Fair Sex vollständig in seinem Regal stehen hat. Jener Jung singt nun auf der neuen Onenine-EP „Duress“ den Titelsong – und man reibt sich überrascht die Ohren: Dieser Dark Electro funktioniert auf allen Ebenen.

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Fiesta Alba – Drops Of Sunshine In The City Of Spectres – Neontoaster Multimedia Dept./Altipiani 2026

Von Matthias Bosenick (02.07.2026)

Die verrückten Römer sind wieder da! „Drops Of Sunshine In The City Of Spectres“ liest sich beinahe länger, als es braucht, diese zweie EP des maskierten Kollektivs zu hören. Darauf machen Fiesta Alba hypernervösen Frickelkram, den man nicht mal konkret der Rockmusik zuordnen kann. Jazz, Afrobeat, Art-Pop, Folk, weit mehr als das ist drin, und anstatt das satte Gebräu zu übersättigen, richten die Musizierenden es behutsam und zurückgenommen aus. Erstaunlich genug bei all der Frickelei, dass dabei anspruchsvolle, aber dennoch leicht zugängliche Musik entsteht.

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Die Morde – A Pestilence – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (30.06.2026)

Sobald Onkel Titus seine Kreissäge anwirft, darf getanzt werden. Im Stakkato. Denn das belgische Electro-Duo Die Morde zerhackt alles, was man sich so als Musik imaginiert, dreht es durch zerfleischende Gerätschaften und generiert daraus doch wieder irgendwie nachvollziehbare Musik. Nur eben sehr, sehr extrem. „A Pestilence“ ist die Debüt-EP von Cédric Dambain und Yannick Franck als Die Morde, und man kann hier grob das Etikett Rhythm And Noise anbringen, da Industrial allein zu kurz greift. Lärm wäre auch okay.

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Tobi Morare – Scientist – Separated Beats 2026

Von Matthias Bosenick (26.06.2026)

Laut Info ist „Scientist“ die bereits elfte EP, die Tobi Morare auf dem Label Separated Beats veröffentlicht. Dieses Mal greift der Berliner nach Drum And Bass, Disco und Jazz, um fünf neue Electro-Tracks zwischen Dancefloor und Strand zu kreieren. Man hört, dass es ihm riesigen Spaß macht, die Schubladen zu plündern und seine Fundstücke zu eigenen Kreationen zusammenzufügen. Und dieser Spaß steckt jedes Mal an.

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Dualisis – Us – Dualisis 2026

Von Matthias Bosenick (25.06.2026)

Der Gesang aus dem Post Punk, die Musik dazu ist Metal, nach Aussage der Band progressiver Art: Auf seiner Debüt-EP „Us“ geht das französische Quintett Dualisis eine unerwartete, aber gut funktionierende Kombination ein. Mit dem Etikett „progressiv“ ist man ja heutzutage schnell bei der Hand, hier ist der Metal in weiten Strecken sogar eher thrashig. Da helfen auch Keyboards und Geigen nix gegen, das kommt gut.

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