Shaun, das Schaf (3) Spuk im Kürbisfeld (Shaun The Sheep: The Beast Of Mossy Bottom) – Steve Cox/Matthew Walter – GB 2026

Von Matthias Bosenick (11.10.2026)

Wie viele Gags kann man pro Filmframe unterbringen? Aardman: Hold my beer. Man kommt gar nicht hinterher, jede Anspielung, Assoziation oder Absurdität im dritten Kinofilm von Shaun, dem Schaf, zu erfassen. „Spuk im Kürbisfeld“ als deutscher Titel trifft in beiden Fällen nicht wirklich zu, da es vielmehr darum geht, dass sich alle kurz vor Halloween auf die Jagd nach Bigfoot begeben, und wie dies geschieht, hält im Gag Count der sprachlosen Reihe „Shaun, das Schaf“ mühelos mit. Ein grandioser Knet-Spaß! Bestimmt auch für Kinder.

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Spaziergang nach Syrakus – Lars Jessen – D 2026

Von Matthias Bosenick (02.09.2026)

Auf der Suche nach der Quelle für seine Sehnsucht versteigt sich Paul in dem literarisch inspirierten Wunsch, zu Fuß nach Sizilien zu wandern. Dumm nur, dass er in der DDR lebt. Der „Spaziergang nach Syrakus“ von Regisseur Lars Jessen begleitet man gern, weil hier der Tonfall stimmt, ausgewogen zwischen Ernst und Humor, und auch sonst alles das Auge erfreut. Fast alles, denn die Wende bedeutet hier auch dramaturgisch eine Zäsur.

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Bitteres Fest (Amarga Navidad) – Pedro Almodóvar – E 2026

Von Matthias Bosenick (03.08.2026)

Die deutschen Titel der Filme von Pedro Almodóvar klingen oft irgendwie spröde und ausdruckslos: „Bitteres Fest“, würde man sich das angucken? „Amarga Navidad“, der Originaltitel, hat ungleich mehr Kraft, außerdem verbinden spanischsprechende Menschen sogleich das gleichnamige Lied damit, hier in der Version von Chavela Vargas eingebaut. Das fehlt auf Deutsch natürlich. Wie dem Film ohnehin einiges von dem fehlt, was Almodóvars Filme ansonsten so grandios macht, aber trotz allem steckt immer noch hinreichend Gutes drin, die Farbgebung allem voran. Die – wie „Leid und Herrlichkeit“ – offensichtlich autofiktionale Film-im-Film-Geschichte entwickelt sich bedauerlicherweise etwas zäh, hat aber grandiose Momente.

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Glennkill: Ein Schafskrimi (The Sheep Detectives) – Kyle Balda – UK/USA 2026

Von Guido Dörheide (15.06.2026)

Heute war wieder Kinonachmittag mit Töchterlein – ich habe sie aus der Schulkindbetreuung abgeholt, dann sind wir durch die rauchenden Trümmer des Tages der Niedersachsen im Fahrzeug durch die City gecruised, um für Greta einen Bubbletea zu kaufen, und dann ein Hörspiel hörend auf Umwegen Richtung Kino gefahren. Eins, zwei, drei, Power! Den Film heute durfte ich aussuchen, und meine Wahl fiel auf „Glennkill: Ein Schafskrimi“, nach dem gleichnamigen Roman der deutschen Autorin Leonie Swann. Den Roman kriegte ich damals mit, aber ich habe ihn nicht gelesen, ein guter Grund, die Geschichte jetzt als Film erzählt bekommen zu wollen.

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La Grazia – Paolo Sorrentino – I 2025

Von Matthias Bosenick (12.04.2026)

„La Grazia“ ist ein Film von Paolo Sorrentino, wie man ihn sich wünscht: Wunderbare Bilder, knappe, pointierte Dialoge, wundervolle Charaktere, ein knallender Einsatz von Musik und eine Geschichte auf dem höchsten politischen Parkett. Sorrentinos Stammschauspieler Toni Servillo spielt hier einen aus dem Amt scheidenden Staatspräsidenten, der diverse Krisen dadurch bewältigte, dass er – nun – Ruhe bewahrte, und sich nun doch noch einigen politischen wie privaten Herausforderungen zu stellen hat. Ernste Themen, scharfer Humor.

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Father Mother Sister Brother – Jim Jarmusch – USA 2024

Von Matthias Bosenick (11.03.2026)

Puh, das ging gerade nochmal gut: Obwohl „Father Mother Sister Brother“ nicht der beste Film von Jim Jarmusch ist, macht er den unseligen „The Dead Don’t Die“ gottlob vergessen. Drei Episoden, in denen Jarmusch eine Handvoll Stars interfamiliäre Sprachlosigkeiten ausleben lässt: Zwar bleibt der Humor hier etwas bemüht, doch gehen die unausgesprochenen Spannungen sehr an Herz und Nerven. Und die Darstellenden sind einfach grandios.

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Die drei ???: Toteninsel – Tim Dünschede – D 2026

Von Matthias Bosenick (28.01.2026)

Die fünfte Verfilmung und die dritte vom gleichen Team ist die erste, die nicht ein US-Original als Buchvorlage oder zumindest als Inspiration hat: André Marx schrieb „Toteninsel“ als ersten dreiteiligen Sonderband, Episode 100 der Reihe „Die drei ???“. Fürs Kino arbeitete er die grandiose Geschichte angemessen um, denn auch bei eindreiviertel Stunden Spielzeit wäre die Komplexität der Buchvorlage nicht unterzubringen gewesen. Gelungen umgesetzt – und „Nacht in Angst“, ebenfalls von Marx, ist als nächste Fortsetzung angekündigt.

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Sehnsucht in Sangerhausen – Julian Radlmaier – D 2025

Von Matthias Bosenick (17.11.2025)

Ausnehmend spröde und gekünstelt, fast amateurhaft wie aufgesagt startet der Episodenfilm „Sehnsucht in Sangerhausen“, in dem Regisseur Julian Radlmaier diverse Frauen die titelgebende Emotion am titelgebenden Ort haben lässt. Beinahe aufdringlich baut er Wiederholungen ein, die auf einen finalen Zirkelschluss hindeuten, und sobald der wahrhaftig eintritt, ist man mit dem Film bereits mehr als versöhnt. Ein wenig Roy Andersson schwingt mit, wenn sich aus der zunächst eher funktionalen Erzählung die glaubhaften Gefühle herausbilden. Der Film lief beim Braunschweig International Film Festival.

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Stille Beobachter (Silent Observers/Тихи Наблюдатели) – Eliza Petkova – BG/D 2024

Von Matthias Bosenick (16.11.2025)

In ihrem Dokumentarfilm „Stille Beobachter“ kombiniert die bulgarische Regisseurin Eliza Petkova (Елиза Петкова) zwei Themen: Die Visualisierung tierischer Sinne und den Zustand eines aus der Zeit gefallenen bulgarischen Dorfes. Was eindrucksvoll mit wunderbar komponierten Bildern und sogar mit Humor beginnt, verliert sich über Zeit in Wiederholung, Tristesse und Depressivität. Die halbe Spielzeit und ein konzentrierterer Schwerpunkt hätten dem Film gutgetan. Der Film lief beim Braunschweig International Film Festival.

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Therapie für Wikinger (Den sidste viking) – Anders Thomas Jensen – DK 2025

Von Matthias Bosenick (13.11.2025)

In Dänemark ist man nicht gerade zimperlich, scheint es. Dort gibt es wohl eine Tradition der brutalen Alltagsfilme, die ins Gangstermilieu herüberschwappen und die in Blut und Gewalt baden. Und Humor, wenn man Glück hat, und das hat man bei den Filmen von Anders Thomas Jensen in der Regel. So auch bei „Der letzte Wikinger“, wie „Therapie für Wikinger“ im Original heißt. Die Schauspieler und insbesondere das Drehbuch machen diesen Film zum Genuss, auch wenn man vielleicht mit einem solchen drastischen Blutspiel seine Probleme haben mag. Der Film lief beim Braunschweig International Film Festival.

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