BLKE – BLKE – Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (01.06.2026)

Schönheit im Lärm zu verbuddeln, das lernten die Londoner Berliner BLKE bei The Jesus And Mary Chain. Auf ihrem Debüt „BLKE“, das so heißt wie die Band selbst und mithin als selbstbetitelt durchgehen darf, lotet die Band die Tiefen des Noise, der Psychedelik und des Shoegaze mit den Mitteln der Harmonie aus – ohne Zugeständnisse zu machen, dafür hingegen mit mehr als nur einem Hauch düsterer Bedrohlichkeit. Fun Fact: Der Schlagzeuger heißt Michael Drummer.

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DNLB – ElletroStrada26 – db2fluctuation 2026

Von Matthias Bosenick (28.05.2026)

Der Sound echter Synthies ist einfach unübertroffen, wenn im Anschlag der Tasten Späne zu fliegen scheinen. Seit seinem Abgang von Front 242 verlegt sich Daniel Bressanutti auf Ambient alter Berliner bis Düsseldorfer Schule, dargebracht in Brüsseler Eigensinnigkeit. „ElletroStrada26“ (sic!, nicht elettro) ist sein jüngstes Output, veröffentlicht unter dem noch recht neuen Alias DNLB, verkürzt vom bereits verkürzten Daniel.B. und eigentlich eher eine Spielerei, denn der Sound dieser zwei überlangen Tracks fügt sich in sein bisheriges Oeuvre passgenau ein – und lässt mit harten EBM-Beats die Sehnsucht nach einem finalen Album von Front 242 aufkommen.

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Michael Møller – The Mountains Sing – Glorious Records 2026

Von Matthias Bosenick (28.05.2026)

Interessant: Neben Moi Caprice ist Michael Møller auch Sänger bei dem Projekt The Mountains, und wenn sein jüngstes Soloalbum den Titel „The Mountains Sing“ trägt, könnte man einen Bezug dazu annehmen – und läge komplett falsch. Denn Møller bezieht sich auf das Buch gleichen Titels, zu Deutsch: „Der Gesang der Berge“, der vietnamesischen Autorin Nguyễn Phan Quế Mai, die an dieser Musikwerdung ihres Werkes sogar beteiligt war. So entstand ein neoklassisch anmutendes Album, abwechselnd in Kopenhagen und Hanoi aufgenommen, das behutsam zu Kontemplation und Reflexion einlädt und erst spät die Arme etwas ausbreitet.

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Scatterwound – SC01 – Midira Records 2017/Dirk Serries 2026

Von Matthias Bosenick (26.05.2026)

Es ist kompliziert: Der belgische Neu-Franzose Dirk Serries und der Dortmunder N – Hellmut Neidhardt – veröffentlichten „SC01“ ursprünglich noch vor „SC00“ (oder auch „SC0.0“), ihren eigentlich ersten gemeinsamen Aufnahmen. Die waren im Zuge einer Tour mit den Microphonics und N erfolgt, die wiederum bereits 2010 stattgefunden hatte, und erblickten erst 2018 das Licht der Öffentlichkeit, nachdem das Gitarren-Noise-Drone-Duo bereits 2017 den Nachfolger „SC01“ aufgenommen und herausgebracht hatte, und dies nicht mehr unter den kombinierten Künstlernamen, sondern als Scatterwound. Und zwar als Dreifach-LP – die so gut wie vergriffen ist, weshalb diese zweistündigen Noisedrones nun auch erstmals digital verfügbar sind. Wie auch immer: In diesen Mahlstrom lässt man sich gern versenken.

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Punktò – 2237 Sad Bols – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (26.05.2026)

Wenn es für Beschreibungen wie „experimentell“, „durchgeknallt“, „nicht zu kategorisieren“, „verspielt“ und „Synthiepop“ in dieser Kombination einen Hörbeleg braucht, taugt „2237 Sad Bols“ von Punktò perfekt dazu. Dieses zweite Album des litauischen Konzeptkünstlers Jonas Šarkus erzählt eine Geschichte, ist mithin ein Konzeptalbum, und zwar eines, auf dem sich Wahnsinn und Discofox verliebt die Hände reichen. Wie sollte es auch anders sein angesichts der Mär eines Jungen, der seine Zukunfts-Laster eliminiert, um ein perfekter Mensch zu werden. Šarkus selbst spricht von Hot Wave, das kann man kopfschüttelnd bestätigen.

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Mauna Sol – The Calling – Loud Rage Music 2026

Von Matthias Bosenick (21.05.2026)

Was für eine Schatzkiste! Mauna Sol debütieren mit „The Calling“ nicht einfach als nächste Black-Metal-Band, nicht einmal einfach nur in der Sub-Schublade Post Black Metal: Dieses Album macht Spaß, weil es so großartig ist, ein so todesbejahendes Genre derartig voller Lebensfreude zu spielen, das ringt mehr als Respekt ab und steckt an. Mit diesem Einstand setzen die Rumänen einen Pflock, aus dem uns sicherlich noch ein gewaltiger Baum wachsen wird.

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Dead Tree Seeds – Toxic Thoughts – M&O Music 2024/Dead Tree Seeds 2026

Von Matthias Bosenick (20.05.2026)

Wenn einer der fünf Musiker der Pariser Band Dead Tree Seeds auf dem Promo-Foto schon ein Slayer-T-Shirt trägt, ist viel gespoilert: „Toxic Thoughts“, das frisch digital neu zugänglich gemachte, zwei Jahre alte dritte Album des Quintetts, setzt genau bei jenen alten Helden an und lässt einen genretreuen Brocken an Oldschool-Thrash-Metal über der Hörerschaft herabbrechen. Mit diesem Album präsentierte die 2009 gegründete Band ihren neuen Mann am Mikro – und der trägt den munter passenden Namen Franck Le Hard.

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Faded Remembrance – The Blessing Of Downfall – Bitume Prods 2026

Von Matthias Bosenick (19.05.2026)

Was am Vorgänger „Dying Age“ unschön war, behebt Tamás Géza Albert aus Győr auf dem vierten Album „The Blessing Of Downfall“ seines Projektes Faded Remembrance bedauerlicherweise nicht: Die Idee, Doom-Metal mit Blasinstrumenten und Synthies zu kombinieren, erfährt Punktabzüge aufgrund der schmerzhaft sägenden Gitarre und der technischen Holprigkeit. Manchmal ist es offenbar doch besser, wenn einem Bandmitglieder die grundsätzlich guten Ideen mal im Detail etwas korrigieren.

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Doppler – Pourquoi ce Disque? – Bigoût Records/Atypeek Music 2026

Von Matthias Bosenick (19.05.2026)

Hard- und Mathcore schreiben Doppler (Eigenschreibweise: DOPPLeR) aus Lyon auf ihre Schublade, aber hört man sich „Pourquoi ce Disque?“ an, das erst dritte Album in fast 30 Jahren Bandgeschichte, öffnen sich noch ganz andere Horizonte. Die Mucke frickelt, bratzt, noiset, gönnt sich aber auch mal Ruhe. The shape of Sleepytime Gorilla Fugazi to come, möglicherweise.

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Stefano Panunzi – Caravaggio – SP Music/Burning Shed 2026

Von Matthias Bosenick (18.05.2026)

Der Mann meint’s ernst: Zweieinhalb Stunden dauert „Caravaggio“, das fünfte Solo-Album von Stefano Panunzi. Auf 24 Tracks beleuchtet der Römer mit prominenter Hilfe die barocke Hell-Dunkel-Ästhetik des titelgebenden Malers und befleißigt sich dafür maßgeblich der Gestaltungsform des – wie passend – Art-Rock. Freunde von Marillion mit Steve Hogarth oder von Steven Wilson dürften hier ihre größtmögliche Freude erfahren, für alle anderen sind hier immer noch einige tolle Momente verteilt. Man braucht aber eine Menge Sitzfleisch, um diese Flut zu bewältigen.

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