Von Guido Dörheide (30.08.2026)
Mastodon liegen mir unter allen Metalbands, die ausschließlich Klargesang einsetzen, besonders am Herzen. Hier vermischen sich harter Rock, Sludge, Jazz, klassischer Heavy Metal und Progressive Metal auf eine Art und Weise, wie ich es sonst nur entfernt ähnlich bei Baroness erlebe. 2025 war ein hartes Jahr für die Band aus Atlanta, Georgia, US of A: Im März verließ mit Brent Hinds nicht nur einer von Mastodons damals drei Sängern und zwei Gitarristen, sondern mit seiner holzfällerartigen Erscheinung und seinen zwischen streitbar und erratisch schwankenden Statements („I fucking hate Heavy Metal“/„A shit band with horrible humans“) auch sowas wie das Gesicht Mastodons die Band. Im November starb Hinds in Folge eines Motorradunfalls. Ein danach erschienenes Interview mit der Band zeichnet das Bild eines psychisch schwer angeschlagenen Menschen mit einem massiven Suchtproblem, mit dem auszukommen in etwa so leicht gewesen sein musste wie mit Ginger Baker in nüchternem Zustand. Die Geschichte der Band wäre ohne Hinds und mit dem neuen Leadgitarristen Nick Johnston und dem jetzt fest zur Band gehörenden Tourkeyboarder João Nogueira (bekannt und beliebt aus keiner geringeren Band als The Claypool Lennon Deririum!!!) ohnehin weitergegangen, aber Hinds’ Tod markiert einen nochmals tieferen Einschnitt als sein bloßer Rauswurf und macht „Marrow Deep“ zu einem Album, auf dem nicht nur die Erwartung, Mastodon können musikalisch ähnlich eindrucksvoll weitermachen als zuvor, sondern auch, dass sie Hinds ein angemessenes Denkmal errichten, lastet.
Weiterlesen










