Putred/Decease – Decessus Putridus – Loud Rage Music 2026

Von Matthias Bosenick (11.05.2026)

Bei Putred und Decease handelt es sich um verdiente Bands aus dem rumänischen Underground, beide grob im Death Metal verwurzelt. Für die Split-EP „Decessus Putridus“ tun sie sich erstmals zusammen, und beide mit je zwei exklusiven Tracks, die in der jeweiligen Discographie eine Besonderheit darstellen: Putred growlen erstmals auf Englisch und Decease beenden eine mehr als zehnjährige Zombieapokalypse. Äh, Ruhephase.

Das Wort „oldschool“ ist hier nicht eben unangebracht, gestrig hingegen sind die vier Tracks nicht, was natürlich auch an der Zeitlosigkeit des Genres liegt. Für Underground sind die Tracks ausnehmend annehmbar produziert, jeder Ton sitzt, insbesondere das Schlagzeug von Putred lässt jedes Detail durch die Wände aus Gitarren und Bass dringen. Und selbst bei denen lässt sich die Struktur mühelos erfassen. Die ist bei Putred nämlich variabel, jeder der beiden Tracks steckt voller Haken. Das Tempo indes wirkt hoch, ist es aber bei Lichte betrachtet eher nicht; die Band bremst sich selbst und wirbelt innerhalb reduzierterer Taktzahl den Friedhofsstaub auf. Von Doom wiederum lässt sich dann auch wieder nicht sprechen.

Anders Decease, bei denen das Tempo in allen Belangen aus dem Stand enorm hoch ist. Das Growlen bleibt, der Sound hat eine andere Klarheit, wirkt wie in leicht höherer Tonlage hervorgebracht, und ist fett. Die Drums scheren sich nix um Details, die prügeln, und wenn alle mal kurz etwas langsamer machen, dann lediglich, um den Nacken in einen Groove zu bekommen, anstatt wie ein Specht vor die Wand zu brettern. Und dann ist auch mal ein Gitarrensolo wie aus dem Power-Metal drin.

Putred kommen selbstredend aus Transsilvanien. 2020 gegründet, liefert das Quartett seitdem Veröffentlichung um Veröffentlichung ab, Demos, EPs, Splits und mit „Blestemul din adânc“ gerade erst das dritte Album. Bislang waren sämtliche Veröffentlichungen auf Rumänisch gegrowlt, diese Split ist die erste auf Englisch. Das Trio Decease aus Cluj-Napoca gibt es seit 2011, bis 2014 knüppelte es zwei Alben ein und legte nach einer Split 2015 die Werkzeuge nieder – bis zu dieser neuen Split-EP. Die Apokalypse erfährt eine Fortsetzung.