Sherlock Holmes – die neuen Fälle (60): Nervus Rerum – Maritim/Romantruhe Audio 2026

Von Matthias Bosenick (23.03.2026)

Wer nur hört und nicht liest, wundert sich erstmal, bis es das Lesen nachholt: Christian Rode als Sherlock Holmes und Peter Groeger als Dr. Watson verstarben 2018 kurz nacheinander. Die Produktionsfirma hinter der Serie „Sherlock Holmes – die neuen Fälle“, All Score Media, hatte das Gespann zuvor noch stapelweise Episoden einsprechen lassen und veröffentlichte diese nach und nach. Bis man sich als Hörender fragt, wie viele dieser Hörspiele es denn noch geben könne, und bei der Recherche auf den Hinweis stößt, dass das Label Romantruhe Audio die neuen „neuen Fälle“ seit einiger Zeit mit Hilfe von KI erstellt. Was man dem 60. Fall „Nervus Rerum“ mehr als deutlich anhört und was erklärt, was einem bei den drei Vorgängern auch schon so merkwürdig vorkam.

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Was meine Freundin gerne hört – die Hörspielkolumne: Das war morgen – Teil 3: Liebe im Zeitalter des Pangalaktische Donnergurglers

Von Onkel Rosebud

Mit meiner Freundin kann ich keine Hörspiele hören. Man könnte annehmen, dass in diesem Satz das Wörtchen „leider“ fehlt, aber nee. Seit meiner Kindheit bin ich zwar Hörspiel-Aficionado, doch, wenn man mit jemand zusammen ist, der die Gabe hat, immer und überall innerhalb von drei Minuten einschlafen zu können, dann beharrt man im schummrigen Abendrot und in horizontaler Lage nicht auf die gemeinsame audiophile Gustation der gesammelten Werke von Agatha Christie.

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Was meine Freundin gerne hört – die Hörspielkolumne: Das war morgen – Teil 2: 100 Sci-Fi-Hörspiel-Perlen

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin riss neulich die Halbes-Jahrhundert-Alterslatte. Das gab mir zu denken. Zuerst verbrachte ich einige melancholische Momente mit dem Gedanken, dass sie damit mehr als die Hälfte ihres Lebens mit mir verbracht hat. Dann entdeckte ich den Podcast „Das war morgen“. Da geht es darum, wie man sich vor fünfzig Jahren in westdeutschen Science-Fiction-Hörspielen die Zukunft im heute vorgestellt hat.

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Was meine Freundin gerne hört – die Hörspielkolumne: Das war morgen – Teil 1: Andreas Weber-Schäfer

Von Onkel Rosebud

Was haben Menschen, die Mudrich, Ebeling und Franke heißen, gemeinsam? Meine Freundin wusste es nicht, was keine Schande ist, da es sich um Nerd-im-Quadrat-Wissen handelt. Sie gelten als Wegbereiter des anspruchsvollen deutschen Science-Fiction-Hörspiels. Und das im Nebenberuf.

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Die drei ???: Gruselige Weihnacht überall – Europa/Sony 2025

Von Matthias Bosenick (27.11.2025)

Die Hörspielumsetzung des Adventskalenders „Gruselige Weihnacht überall“ wird ja einigermaßen überschattet von den vielen Pannen, die sich das Label Europa mit den Drei Fragezeichen erlaubt. Dabei tritt etwas in den Hintergrund, dass die Geschichte auch noch reichlich langatmig erzählt ist. Drei Stunden sind für diesen Fall einfach zwei zu viel – zumal sich die Inszenierung der Hörspiele ja in den zurückliegenden 25 Jahren von der Action aufs Gelaber verlegte. Während man dieses Hörspiel nun als Einschlafhilfe nutzt, kommt man gar nicht dazu, herauszufinden, ob sich darin nicht vielleicht sogar ein spannender Fall versteckt.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Eisbergsalat auf Käsebrötchen – Bjarne Sörensen

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin meinte neulich, wir müssen mal über Bjarne Mädel reden. Erklär‘ mir doch mal, warum er Everybody’s Darling ist. Sie hört verschiedentliche Podcasts und immer, wenn er zu Gast ist, freut sich der Host unheimlich und lobt sein Kulturschaffen. Ich hob an und referierte über die Figur Berthold „Ernie“ Heisterkamp aus der Serie „Stromberg“, in der Bjarne Mädel trotz fragwürdiger Krawatten, Schweißflecken auf dem Hemd, Depression und vehementer Unsexyness Kultstatus erlangte. Dann „Der Tatortreiniger“. Insbesondere Folge 3 der 2. Staffel, „Schottys Kampf“, gehört in jede Schultüte, wenn es darum geht, zu beweisen, dass deutscher Humor dem britischen ebenbürtig sein kann. Und natürlich noch frühere „Mord mit Aussicht“, da ist er „der Bär“. Meine Freundin gähnte und mahnte mich, endlich zum Punkt zu kommen.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Udo Schenk: Yevgeny Marlov, der James Bond des Ostens.

Von Onkel Rosebud

Wenn es um charismatische Männerstimmen in der deutschen Synchronisations- und Hörspiellandschaft geht, mag meine Freundin neben Rufus Beck und Klaus-Dieter Klebsch besonders Udo Schenk (*1953) aus Wittenberge im Landkreis Prignitz. In den Harry-Potter-Filmen synchronisierte er „den, dessen Name nicht genannt werden darf“ und auch sonst lieh er diversen spektakulären Bösewichten, wie James Gordon in der Christopher-Nolan-Batman-Triologie, Henry Hill in den Mafia-Dramen von Martin Scorsese, Benjamin Linus in „Lost“ oder David Morrissey „The Governor“ in der Fernsehserie „The Walking Dead“, seine Stimme.

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Die drei ??? (225) und der Puppenmacher – Europa/Sony Music 2024

Von Matthias Bosenick (25.03.2024)

Drei Stunden Hörspiel bietet diese Nummer 225, die sechste Jubiläumsfolge der Serie Die drei ???, verteilt auf fünf teils bunte Schallplatten. Die Geschichte „und der Puppenmacher“ ist ja ganz nett und fügt sich auch angenehm ineinander, doch reichen die paar Buchseiten schlichtweg nicht aus, um drei Stunden Hörspiel auf eine Weise zu füllen, dass man bei der Stange bleibt. Das war nach den langweiligen letzten 100 Folgen genau so zu erwarten und erfüllt sich leider auch noch. Komprimiert auf eine Stunde wäre „Der Puppenmacher“ ein großartiger Fall geworden. So ist es eher eine szenische Lesung als ein Hörspiel und lässt einerseits Action vermissen und andererseits den Wunsch nach Schnellvorlauf laut werden. Nehmt den Hörspielmachern doch mal die Serie aus den Händen!

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Wittmann/Zeitblom – Sarah Jane (Hörspiel) – ARD-Audiothek 2023

Von Guido Dörheide (07.03.2024)

Seit ich Ende Januar meinen Wohnsitz von der Stadt ins Mittelgebirge verlegt habe und zweimal pro Woche mit dem Fahrzeug morgens eine gute Stunde lang durch die Gegend fahre, vorbei an der Okertalsperre und an Bestattungshaus Benz (der Mercedes unter den Bestattungen, wie ich immer denke, wenn ich daran vorbeifahre) in Harlingerode und schließlich durch Salzgitter-Thiede und über die Tangente zum Braunschweiger Flughafen (Airport Ferdinand Piëch International, wie ich angesichts des dortigen Hauptnutzers immer sage) und abends wieder zurück, habe ich jede Menge Zeit zum Hören spannender Hörspiele. Neben dem mehr als hörenswerten NDR/Radio Bremen-Podcast „Das Werder-Märchen 2004. Die Double-Saison reloaded.“, den ich im Jahresrückblick erwähnte und von dem immer noch mit stoischer Gleichmäßigkeit jede Woche eine neue Folge erscheint, habe ich mich auf die Thriller-Serie „Knallhart“ aus derselben ARD-Audiothek eingeschossen. Jahaa – ich beherrsche bisweilen auch mit spitzer Feder gedrechselte abgeschmackte Formulierungen wie „auf die Thriller-Serie eingeschossen“, zwinker zwinker!

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Ulrike Rank – Ralf Rabinski (5) und das verknickte Vergissmeinnicht – Samsonido Productions 2023

Von Matthias Bosenick (25.02.2024)

Das kann man gar nicht anders als süß finden – und gehaltvoll: Eigentlich erzählt Ulrike Rank mit den Hörspielen um das flugunfähige Rabenküken Ralf Rabinski ja nette Tiergeschichten für Kinder zwischen Kita und Grundschule, aber ihr gelingt das Kunststück, Haltung, Moral und Werte einzubauen, ohne dafür einen erhobenen oder sonstwie aktiven Zeigefinger anwenden zu müssen. Psychologisch geschickt und erzählerisch ansprechend berichtet sie in der fünften Ausgabe „… und das verknickte Vergissmeinnicht“ von der Suche des versehentlichen Streuners nach einem Geburtstagsgeschenk für seine beste Freundin. Weil die Produktionskosten für Tonträger mittlerweile von solchen kleinen Produktionsteams nicht mehr zu stemmen sind, gibt’s Booklet und Hörspiel dieses Mal vertauscht: Die Audiodatei mit Gruftgrößen wie Oswald Henke und Sonja Kraushofer gibt’s als Download zu einem großen Buch. Ein akzeptabler Tausch.

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