Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Barbara Salesch, leider geil: Chabos

Von Onkel Rosebud

Das Lieblingsgenre meiner Freundin ist Coming of Age. Ich vermute, dass das Lebensgefühl als Sechzehnjährige für sie unwiederbringlich ist. Deshalb versanken wir vier Stunden in die Polstergarnitur, um mit der ZDF-Serie „Chabos“ und Teenagern aus Duisburg blendend unterhalten zu werden. Das Comedy-Drama führt nach einem BBC-Vorbild („Ladhood“, 2019-2022) als Zeitreise in die frühen Nullerjahre, wo die politische Korrektheit, einen Freund Alba zu nennen, weil man dachte, er sei Albaner, oder der homophober Kumpel PD heißt, weil er „Polendeutscher“ ist, noch nicht hinterfragt wurde.

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Spider-Noir – Oren Uziel – MGM+/Prime Video 2026

Von Matthias Bosenick (02.07.2026)

Merkwürdig: Muss es erst die Comic-Ästhetik sein, die Filmemachende dazu bringt, sich auch mal unkonventionelle und dabei enorm ästhetische Darstellungsweisen einfallen zu lassen? Die verbewegtbilderung von „Spider-Noir“ ist ein Fest fürs Auge, und das nicht nur, weil es die Serie in zwei Darreichungsformen gibt, nämlich in noirtypischem Schwarzweiß und in knackig koloriert, sondern weil hier mit Licht und Schatten, Perspektiven und Bildkompositionen gespielt wird, die der humorvollen, spannenden Geschichte gut zu Gesicht stehen. Die regemäßigen Anschlussfehler ignoriert man dann einfach.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Alphamännchen: Hypochonder mit Hodenkrebs

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin hat mich genötigt, diesen Text über die Serie „Alphamännchen“ zu schreiben. Eigentlich hatte ich das nicht vor, weil der Verriss über eine deutsche Komödie, die sich mit dem Thema toxische Männlichkeit und Geschlechtergerechtigkeit auseinandersetzt, überflüssig ist. Doch wegen des Schauspielers Moritz Führmann, der einen zweifacher Vater, der in der Kluft zwischen Familienalltag und libidinösen Dauerbegeisterung seiner Frau Silke (auch toll Franziska Machens) nicht klarkommt, darbietet, mache ich eine Ausnahme.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Mankeeping

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin und ich sind auch ein bisschen wie Homer und Marge Simpson, denn was er ohne sie wäre, vermag man sich gar nicht vorzustellen. Allerdings würde ich nicht wie Homer in einer Episode offen zugeben, dass er Marge nichts zu bieten hätte, außer seiner totalen Abhängigkeit. Für Marge ist das Gefühl, gebraucht zu werden, Grund genug, mit ihm zusammenzubleiben.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Tierhorror – „Bloody Milk“ vs. „Orca, der Killerwal“

Von Onkel Rosebud

Warum hat man mehr Mitleid, wenn im Film ein Tier stirbt, als ein Mensch? Meine Freundin meint, das sei Unsinn, ich würde mir das nur einreden. Auch das Wort Misanthropiefiel. Dann schauten wir „Bloody Milk“ und heulten zusammen bei der Abschluss-Szene Rotz und Wasser.

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The Boroughs – Jeffrey Addiss/Will Matthews – Netflix 2026

Von Matthias Bosenick (16.06.2026)

Was für ein Schrott! Da stümpert man für „The Boroughs“ einfach alle Elemente aus allen möglichen bekannten Drehbüchern zusammen, ohne ihnen jedoch einen sinnhaften Zusammenhang zu geben, und lässt die Kombination aus Mystik, Monstern und Altstars freihändig herumeiern. Miese Dialoge, plakative Charaktere und dümmliche Handlungssprünge unter Abwesenheit von Humor, Individualität, Subtilität und tatsächlicher Spannung generieren also den nächsten Netflix-Hype – was wohl nicht erfolgt wäre ohne den Zusatz, dass die Duffer-Brothers hier ihre Finger im Spiel hatten. Wo genau auch immer. Die Qualität von „Stranger Things“ erreicht diese Miniserie niemals.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Über die inflationäre Verwendung des Begriffes „Nazi“

Von Onkel Rosebud

Neulich luden meine Freundin und ich zum Dinner und der Besuch verstieß gegen Regel-Nummer-Eins: Tisch und Küche wird von dem gesäubert, dem sie gehört. Als sich die Freundin eines Freundes daran machte, die Spülmaschine einzuräumen, bemerkte sie, wie fein geordnet die Essgeräte einsortiert waren. Daraufhin erklärte meine Freundin ihr etwas neurotisches Verständnis von Ordnung im Spüli-Besteckfach und erntete die Bezeichnung „Spülmaschinen-Nazi“. Anfangs lachte ich mit, aber es war eher die Sorte, die im Halse stecken bleibt, weil es meiner Freundin sichtlich nahe ging. Sie schaute wie ein Hamster in Panik. Ich fragte mich, ist irgendwas mit „Nazi“ genannt zu werden eine Beleidigung?

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