Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: What’s in your hee-aaad, in your hee-ee-ee-aaad – Dolores O’Riordan

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin hat ein besonderes Lied, welches sie über die ein oder andere Hügelkurve des Unglücks bringt. Es ist von der Band The Cranberries; es ist nicht die Hitsingle „Zombie“, sondern „Dreams“ von der Debüt-LP „Everybody Else Is Doing It, So Why Can’t We?“ (Island Records, 1993). Der Song handelt davon, sich zum ersten Mal wirklich verliebt zu fühlen, und ist eine klein bisschen schnulzige Pop-Perle. Geschrieben und stimmlich vorgetragen wird er von Dolores O’Riordan (1971-2018), die mal Irlands Vorzeige-Musikerin war und deren Umstände ihres plötzlichen Ablebens ziemlich merkwürdig sind.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Üppiger Minimalismus – His Billness

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin hat festgestellt, dass, obwohl ich schon über 200 Texte für KrautNick geschrieben habe, keiner über meinen Lieblingskünstler dabei gewesen ist: Smog aka [Smog] aka Bill Callahan. Tatsächlich halte ich den Vorreiter des Lo-Fi für den größten, noch lebenden Künstler auf Erden, sogar noch vor Nick Cave und Beth Gibbons. Deshalb wird es Zeit für die ultimative Gutfind-Kolumne über einen sehr charismatischen Typen, der für meine Generation, sozialisierte Lutz-Schramm- und John-Peel-Afficionados, einen Stellenwert hat, wie His Bobness für die sogenannten 68er.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Beat Dis Express

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin vermisst die Wunschsendungen im Radio. Früher gab es die gefühlt täglich. Man schrieb eine Postkarte an einen Sender, später schickte man eine Mail mit einem Musikwunsch zu einer Uhrzeit und wer mit welchen Worten damit gegrüßt werden soll. Vor einem reichlichen Vierteljahrhundert habe ich das zum letzten Mal für sie gemacht. Der Track war „Beat Dis“ von Bomb The Bass und ging raus an den Kosenamen meiner Freundin, der von der Moderatorin mit „klingt auch irgendwie cool“ goutiert wurde.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Tears For Fears – Scheiße angezogen, ernst gucken

Von Onkel Rosebud

Wie vermutlich viele Menschen, die sich für populäre Musik interessieren, hat meine Freundin eine Liste mit Bands, die sie unbedingt noch live sehen will. Unsere Schnittmenge für Formationen, die noch oder schon wieder am Start sind, ergab unter anderem Tears For Fears. Für sie wegen „Shout“, dem hornhautfräsenden Song, der sich der Hitformel von Abba und den Beatles bedient: nicht mit der Strophe, sondern gleich mit dem Refrain loszulegen. Für mich wegen dem Album „The Seeds Of Love“ (Fontana Records, 1989), mit dem die Band dem Synthie-Pop entwuchs und das ich für das beste Alben der 80er halte. Und glaubt mir, diese Kategorie habe ich mit summa cum laude absolviert, wenn man Joy Division aus der Wertung nimmt.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: I try to discover a little something to make me sweeter…

Von Onkel Rosebud

Im Mai 2024 habe ich im Rahmen der Besprechung der Serie mit dem völlig bescheuerten Titel „Sam – Ein Sachse“ durchblicken lassen, dass ich meine beste Zeit als DJ im damals angesagtesten LGBTQ+Klub meiner Stadt hatte. Allabendlich war der Höhepunkt für das zügellose Partyvolk ein Song, den Erasure 1988 der Welt schenkte. Diese Hymne der späten 80er Jahre wurde zu einem zeitlosen Symbol für Einheit, Liebe und Verletzlichkeit, „A Little Respect“ war nicht nur ein Synthpop-Hit, sondern auch ein herzlicher Appell an das Mitgefühl, und funktioniert bis heute auf Tanzflächen, in Wohnzimmern und in den Herzen weltweit.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Der Plagiatweltmeister Bobby Orlando

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin kann nicht so recht nachvollziehen, was ich Italo-Disco abgewinnen kann und warum neben Montana Sextet „Who Needs Enemies (With A Friend Like You)“ die Retortenband The Flirts mit den Songs „Passion“ und „Helpless“ für mich die ultimativen Inkarnationen eines Tanzbeinschwingers sind. Ich gebe das ungern zu, auch textlich homoerotische Fehltritte wie Ken Lazlos „Hey Guy“ oder Lieder, die „Happy Children“, „Another Life“ oder „Hypnotic Tango“ im Original von gebräunten Schnurrbartträgern dargeboten, heißen, holen mich diskomäßig ab, obwohl ich den B-Seiten-Katalog von Sonic Youth auswendig kenne.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Wir haben Ingrid Laubrock, was habt ihr? Oder, warum das Saxofon eines der größten Missverständnisse der Musikgeschichte ist.

Von Onkel Rosebud

Gibt es gute Saxofon-Witze? Meine Freundin hat nur den auf Lager: Was haben der Blinddarm und ein Saxofonist gemeinsam? Sie können beide große Schmerzen verursachen. Man vermisst sie nicht, wenn man sie los ist. Und bei beiden kann niemand sagen, wozu sie eigentlich gut sind.

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Was meine Freundin gerne hört – die Hörspielkolumne: Das war morgen – Teil 3: Liebe im Zeitalter des Pangalaktische Donnergurglers

Von Onkel Rosebud

Mit meiner Freundin kann ich keine Hörspiele hören. Man könnte annehmen, dass in diesem Satz das Wörtchen „leider“ fehlt, aber nee. Seit meiner Kindheit bin ich zwar Hörspiel-Aficionado, doch, wenn man mit jemand zusammen ist, der die Gabe hat, immer und überall innerhalb von drei Minuten einschlafen zu können, dann beharrt man im schummrigen Abendrot und in horizontaler Lage nicht auf die gemeinsame audiophile Gustation der gesammelten Werke von Agatha Christie.

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Was meine Freundin gerne hört – die Hörspielkolumne: Das war morgen – Teil 2: 100 Sci-Fi-Hörspiel-Perlen

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin riss neulich die Halbes-Jahrhundert-Alterslatte. Das gab mir zu denken. Zuerst verbrachte ich einige melancholische Momente mit dem Gedanken, dass sie damit mehr als die Hälfte ihres Lebens mit mir verbracht hat. Dann entdeckte ich den Podcast „Das war morgen“. Da geht es darum, wie man sich vor fünfzig Jahren in westdeutschen Science-Fiction-Hörspielen die Zukunft im heute vorgestellt hat.

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Was meine Freundin gerne hört – die Hörspielkolumne: Das war morgen – Teil 1: Andreas Weber-Schäfer

Von Onkel Rosebud

Was haben Menschen, die Mudrich, Ebeling und Franke heißen, gemeinsam? Meine Freundin wusste es nicht, was keine Schande ist, da es sich um Nerd-im-Quadrat-Wissen handelt. Sie gelten als Wegbereiter des anspruchsvollen deutschen Science-Fiction-Hörspiels. Und das im Nebenberuf.

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