Steve Albini Spezial: Killing Joke und Fugazi – Albini-Demos – 2026

Von Matthias Bosenick (26.03.2026)

Die Relevanz Steve Albinis für den Noiserock ist unabschätzbar, und selbst über dieses schmale Genre hinaus hinterließ der dereinst ebenso schmale Musiker und Produzent tiefe Spuren. Einige erblicken erst posthum – er verstarb 2024 – das offizielle Licht der Welt, zwei aus anderen Genres als dem Noiserock dieser Tage parallel: Interims-Drummer Martin Atkins bringt die „Black Cassette“ der Post-Punks Killing Joke mit einigen Live-Aufnahmen auf der B-Seite als „Extremities: The Albini Demos And Live Beginnings ‘88“ auf Vinyl heraus, die Post-Hardcorer Fugazi reichen ihr späteres Album „In On The Kill Taker“ rein digital als „Albini Sessions (Benefit For Letters Charity)“ nach. Beide Aufnahmen entstanden in Chicago bei Albini.

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Yo La Tengo – Old Joy – Mississippi Recods 2025

Von Matthias Bosenick (18.02.2026)

Knapp zehn Jahre nach dem Film gibt’s jetzt den instrumentalen Soundtrack zu „Old Joy“, quasi live eingespielt von der Indierock-Instanz Yo La Tengo aus Hoboken, New Jersey, plus Gitarrist Smokey Hormel. Zumindest erstmals separat und auf Vinyl, denn die Tracks waren – in kürzerer Fassung – bereits 2008 auf der Soundtrack-Sammlung „They Shoot, We Score“ zu haben. Aber pinkes transparentes Vinyl kickt einfach mehr.

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Hüsker Dü – 1985: The Miracle Year – Numero Group 2025

Von Guido Dörheide (03.02.2026)

Ze German Ümläüt ist echt klasse, nur mitgesprochen wird er nie. Außer bei Hüsker Dü (Hey Matze – remember the Hüsker-Dü-Schüle?) und vielleicht noch bei Mötley Crüe, die wir früher immer „Hüsker Dü“ und „Mötlie Krüh“ ausgesprochen haben. „Moteur-Head“ hat hingegen niemand gesagt, Motörhead waren immer Motorhead. Wie A Moder Hätt. And we play Rock’n’Roll.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Geschichten erzählen von Freude und Fleiß

Von Onkel Rosebud

Moosmutzel, Waldwuffel und Mimmelitt sowie Schlapps und Schlumbo, der Regentropfen Paule Platsch und viele, viele andere waren Figuren von Kinderhörspielen aus Liedern und Rollentexten erschaffen von Reinhard Lakomy und seiner Frau Monika Ehrhardt, einer Schriftstellerin, an die in dem Zusammenhang auch gern vordergründig erinnert werden darf.

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Markus Reuter – Winter Solstice/Comet – Iapetus Media 2018/2021/2025

Von Matthias Bosenick (26.01.2026)

Okay, bisschen spät, also ungefähr einen Monat, aber so ist das bisweilen im Leben, manches verzögert sich, und guckt man aus dem Fenster, ist zumindest die Witterungslage dem Thema dieser beiden Rereleases von Gitarrist Markus Reuter sehr nahe. Auf den Alben „Winter Solstice“ und „Comet“ ließ der Berliner traditionelle Weihnachtslieder mit seiner Gitarre zu Ambient werden – auch wenn es sich merkwürdig anfühlt, die aus der Kindheit vertrauten Melodien so jetzt erst zu hören, wird einem doch angenehm warm ums Herz.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Lausemann und ich, das ist ne feine Sache

Von Onkel Rosebud

Meine Lieblingsband aus der DDR ist die Arbeitsgemeinschaft Geige aus Karl-Marx-Stadt. Sie existierte von 1986 bis 1993. Da die Stadt 1990 wieder in den namensgebenden Fluss Chemnitz rückbenannt wurde, kommt die Band quasi aus einem Ort mit drei Bezeichnungen, wenn man sächsisches Manchester noch dazu zählt. Was ich mich in dem Zusammenhang schon immer gefragt habe, ist, was Leute in einem Fragebogen/Antrag/Visum etc. eintragen, in welcher Stadt sie geboren wurden, wenn diese nach ihrer Geburt umbenannt wurde. Schreiben die dann die Wahrheit, wie Karl-Marx-Stadt oder zum Beispiel auch Stadt des KdF-Wagens? Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften dazu an onkel@krautnick.de.

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Liegengeblieben!

Von Chrisz Meier (26.11.2025)

Hallo. Ich bin Chrisz Meier und arbeite bei einem Bürgerradio in Südwest-Niedersachsen. Der Sender bekommt ständig Promo-CDs zugeschickt, die niemand verlangt hat und um die sich niemand kümmert. Diese CDs landen dann mitsamt ihrem Beipackzettel der Plattenfirma, auf der die jeweilige Band stets als die Neuerfinder der Musik gepriesen wird, in einer schmucklosen Ablage, beschriftet mit „Zum Mitnehmen“. Einige der bei dem Sender ehrenamtlich Tätigen, Betreiber ihrer eigenen Radioshows, bedienen sich daraus, vieles bleibt aber dennoch liegen. Diese Liegengebliebenen durchforste ich in unregelmäßigen Abständen, immer auf der Suche nach unentdeckten Perlen – nicht zuletzt deswegen, weil ich, selbst Teil einer Band, der keinerlei Beachtung entgegengebracht wird, es ungerecht finde, diese mit viel Herzblut und Zeit hergestellte Musik einfach zu ignorieren.

Also werde ich an dieser Stelle hin und wieder ein paar dieser Liegengebliebenen vorstellen. Und heute sollen es diejenigen sein, die es in meine Sammlung geschafft haben und für mich als unverzichtbar gelten.

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The Arms Of Someone New – Susan Sleepwalking (2025 Remaster)/Susan Dreaming – Projekt Records 2025

Von Matthias Bosenick (18.11.2025)

Man wird alt wie ‘ne Kuh und lernt immer wieder Altes neu kennen: Das Duo The Arms Of Someone New beispielsweise, dessen Quasi-Debüt-Album „Susan Sleepwalking“ ein Remaster und als „Susan Dreaming“ eine Neubearbeitung erfährt – und das nach satten 40 Jahren. Im Sound orientierten sich die beiden Bandmitglieder Mel Eberle und Steve Jones aus Illinois recht offenkundig an den Young Marble Giants, die diese karge Mischung aus minimalistischen Synthies und verhuschten Gitarren bereits fünf Jahre zuvor etabliert hatten. Umso sehr unterscheidet sich die Neubearbeitung davon – die ist in Drones, Soundscapes und Improvisationen gehalten. Eine tolle Entdeckung!

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More Pearls Before Swine: 25 Years Sireena Records – Sireena Records 2025

Von Matthias Bosenick (15.10.2025)

Seinen 25. Geburtstag darf man gern mit goldenen CDs feiern! Mit einer Doppel-CD voller Lieder aus dem eigenen Programm – 31 Stück, also mehr als Jahre – begeht das inzwischen im Kreis Harburg ansässige Label von Bernd Paulat und Tom Redecker sein Jubiläum. Auch Checker werden hier Entdecker: Das zeichnet Sireena ja seit jeher aus, dass die Verantwortlichen noch unterhalb bekannter Schatztruhen weitere Schätze entdecken, von Bands aus der Bundesrepublik und der ganzen Welt, von denen man noch nie zuvor gehört hat, was sich mit dieser Sammlung ändern lässt, sowie von vertrauten Helden. Prog, Indie, Kraut, Wave, Country, NDW, Blues, Experiment – hier ist alles drin.

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Spezial: addicted/noname Label aus Moskau, Teil 19

Von Matthias Bosenick (09.10.2025)

Ein neuer Reigen Musik vom fantastischen Label addited/noname aus Moskau, dieses Mal mit dem Schwerpunkt IWKC alias I Will Kill Chita alias Evil Bear Boris, ganz abgesehen von solchen Band-Kombinationen wie REEBBB, DEEBBB oder Pizzdolf EB. Die Musik dieser Instrumental-Band ist so unberechenbar wie ein Überraschungsei: Man weiß nie, was man bekommt, aber es ist immer gut. Los geht es mit der 2010er Debüt-EP „Best Days“, das jüngste Album „Misha“ erhielt, wie einige weitere Veröffentlichungen, auf dieser Seite bereits an anderer Stelle seine Berücksichtigung.

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