Jonas Kolb – Je suis Berenice (Deluxe)/Frohes Fest 1981 – Jonas Kolb 2026

Von Matthias Bosenick (01.10.2026)

Mit zwei Veröffentlichungen tritt der Schöninger Jonas Kolb zurück auf den Plan: Einmal bringt er das Industrial-Black-Metal-Album „Je suis Berenice“ als „Deluxe“ mit drei Zusatztracks neu heraus und dann kündigt er mit „Frohes Fest 1981“ ein makaberes Minialbum im Retro-Schlagersound an. Er weiß, wie er seine Hörerschaft verstören kann, das macht er dann auch gern, doch sollte man das Ohr für die Musik dabei unbedingt ebenfalls riskieren – und offen sein für tiefschwarzen Horror-Humor.

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Bitume Profond – Compilation – Bitume Prods 2026

Von Matthias Bosenick (30.09.2026)

Ein fantastisches Konzept: Das französische Label Bitume Prods feiert seinen zehnten Geburtstag und kompiliert dafür nicht einfach nur eine Bestof seines Katalogs, sondern lässt 21 Bands je einen ausgewählten Song anderer Labelkollegen neu interpretieren. Damit bilden diese 21 Bands nicht nur einen Querschnitt durch die vielseitigen Genres des Labels, sondern ergeben auch eine hörenswert abwechslungsreiche Musiksammlung, von Experiment über Gothic, Industrial und Indierock bis Metal.

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Spezial: Singles und EPs (Teil 4)

Von Matthias Bosenick (18.09.2026)

Ein Rundblick auf neue Kleinformate – Ein-Song-Releases bis EPs. Darin: Space-Rock mit Ciolkowska, chillige Gitarrenmusik mit Andrea Galluccio, ein Alt-Rock-Electro-Remix mit Pærish, orgeliger Garagenrock mit Sacred Buzz, Deutschpop mit Florian And The Better Hand, schmissiger Gospelrock mit La Nouvelle Musique, trippiger Electro-Goth mit Meija, Neo-Ambient mit DNL.B, heavy Post-Punk mit J-L, Cold Wave mit The Ultimate Dreamers und Hypnosemusik mit Dead Can Dance.

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Fenris – Golaim/Amaterasu – Fenris 2021/2025/2026

Von Matthias Bosenick (17.09.2026)

Das ist auch mal schön in Zeiten, in denen alles überall verfügbar ist: Infos zu Fenris gibt’s nämlich auf den üblichen Plattformen nicht, also Discogs oder The Metal Archives, wo ja ansonsten wirklich jedes obskure Demo gelistet ist. Immerhin Bandcamp steht uns Hörenden zur Verfügung, um die Alben der Band aus Nantes zu konsumieren, zudem auch weitere Streaminganbieter, auf denen das Metal-Quintett sein vorletztes Album „Golaim“ frisch neu verfügbar macht, längst eingeholt im Herbst von einem Nachfolger, nämlich „Amaterasu“. Für ihren Sound bedienen sich die fünf bei so ziemlich allem, was irgendwie hart und verzerrt rockt, und zwar weltweit. Da stecken dann Guns ‘N Roses ebenso drin wie Iron Maiden – und ganz viel Eigenes, sonst wär’s ja langweilig.

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Drazek Fuscaldo – Fata Morgana – Odd Doo 2026

Von Matthias Bosenick (08.09.2026)

Neues aus der Krachmacherstraße: Aus den jüngsten Sessions von Drazek Fuscaldo mit Schlagzeuger Jörg A. Schneider, Trompeter Thymme Jones und Bassist Tatsu Aoki geht so viel Material hervor, dass das Chicagoer Duo es im Zwei-Wochen-Rhythmus auf diverse Labels verteilt herausbringt. Und von wegen Krach: „Fata Morgana“ ist das exakte Gegenteil, eine Chill-Out-Jazz-Session, die losgelöst die Freiheit im Traumland zelebriert.

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DNLB – PhaeOne/PhaseTwo – db2fluctuation 2026

Von Matthias Bosenick (31.08.2026)

Für sein zweiteiliges neues Programm „Phase“ – bestehend aus den Einzelveröffentlichungen „PhaseOne“ und „PhaseTwo“ – poliert Daniel Bressanutti, hier DNLB genannt, seine Synthies mit Glasreiniger. So klare Sounds, als säße der Mitgründer der belgischen EBM-Erfinder Front 242 direkt im Kopf der Hörerschaft. Und dort stellt er alles auf den selbigen: Was als Ambient beginnt, bekommt im zweiten Teil einen extrem scharfen Beat.

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Drazek Fuscaldo – Mirage – Drazek Fuscaldo 2026

Von Matthias Bosenick (14.08.2026)

Der vollständige Projektname zu dieser Veröffentlichung aus Chicago lautet Drazek Fuscaldo feat. Jörg A. Schneider, Tatsu Aoki & Thymme Jones, denn dieses jüngste Album „Mirage“ entstand so etwas in der Art wie zu fünft. Zu hören gibt es die hypnotischste, entspannteste freie Jazzmusik, die man sich vorstellen kann. Nichts für das angesagte Kaffeehaus, sondern für den entspannten Genuss zu Hause. Mit unter anderem Trompeten, Piano, Gesang und einem gelösten Schlagzeug – und alles davon ganz anders, als man glaubt, wenn man das so liest. Zum Schluss gibt’s nämlich sogar Grooves!

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Wolf Kadaver & Die Betrüger – Pseudologia Phantastica/Dislike – Tanzende Kadaver 2026

Von Matthias Bosenick (12.08.2026)

Ein fa-fa-fa-fantastisches neues Album allein reicht Wolf Kadaver & Die Betrüger nicht aus, falscher Genitiv im Bandnamen begründet: Die Single „Dislike“ mit zwei exklusiven Tracks gibt’s gleichzeitig zu „Pseudologia Phantastica“ dazu. Ganz nach Art der Hauptband des Braunschweiger Sängers und Bandkopfes, Tanzende Kadaver, dominiert hier der oldschoolige Uptempo-Punk, indes in allen Fassetten plus vielen anderen Sounds, von Offbeat bis zum Synthiepop. Textlich breitet sich die Band zwischen Fun, Soziologie, Horror und blutigem Ernst aus – inklusive eines feinen Popsongs gegen den Rechtsruck. Ungelogen!

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Soom – Все, що я намагався сховати – Soom/Kvlt ov Ї 2026

Von Matthias Bosenick (30.07.2026)

Nahezu unbemerkt sind Soom wieder da. 2018 erschien das zweite und letzte Album „Джєбарс“ der Band aus Charkiw in der Ukraine, also sowohl noch vor der Corona-Pandemie als auch vor dem russischen Angriffskrieg, ab 2019 war Ruhe, und über Nacht und Nebel liegt mit „Все, що я намагався сховати“ plötzlich eine neue Single vor. „Alles, was ich zu verbergen versuchte“ setzt den Doom-Weg fort, den die Band seit 2013 praktizierte. Wer zur Band gehört, bleibt offen: Schlagzeuger Mykola Sostin alias Amorth starb 2024 im Verteidigungskrieg gegen Russland. Möglicherweise, auch das ist ungesagt, ist dieser Track eine Reaktion auf diese unsagbar schlimmen Umstände.

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Dirk Serries – 252608 – Dirk Serries‘ Stream Of Consciousness 2026

Von Matthias Bosenick (21.07.2026)

Immer wieder begeistert es, wie Dirk Serries es schafft, seine Gitarre so klingen zu lassen, als wäre sie alles andere als eine Gitarre. „252608“ ist der neueste Teil seiner unüberblickbar reichhaltigen Reihe „Stream Of Consciousness“, in der er die Tiefen seiner eigenen musikalischen Biografie auslotet, indem er allein auf seinem Instrument mit einem Stapel Effektgeräte Ambient generiert. Mehr muss man auch gar nicht wissen, sondern einfach nur abtauchen.

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