Dissouled – Inject The Grind-Cure – 666 Records 2013

Von Matthias Bosenick (03.12.2013)

Eines haben Dissouled und Motörhead gemeinsam: Sie machen keinen Heavy Metal. Motörhead bezeichnen ihre Musik als Rock’n’Roll, Dissouled machen vornehmlich Grindcore – und alles mit der Endung -core entstammt den Punk, wie die Band betont. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass Dissouled mehr als nur diese Wurzel haben: Sie sind heavy bis zum Death, grooven wie Sau, haben Humor und sind damit doch näher an Motörhead, als es Heavy-Metal-Puristen wahr haben wollen.

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Under Byen – Protokol – A:Larm Music 2013

Von Matthias Bosenick (26.11.2013)

Schon das dritte Live-Dokument von Under Byen, nach den EPs „Live At Haldern Pop“ (2004) und „Siamesisk“ (2008). So richtig oldschool gibt es das gute Stück nur auf Vinyl und in einer Mini-Auflage von 500 Kopien (davon stehen erstaunlicherweise aktuell noch einige bei Route 66 in Nørrebro im Regal, auch die Band ist noch in der Lage, aus eigenen Beständen einige Exemplare zu verschicken). Naja, und als Download. Da die meisten der sieben Stücke vom jüngsten Album „Alt Er Tabt“ stammen, bekommt man einen guten Eindruck davon, wie dieses auch hätte klingen können. Schön ist, dass keine der beiden Versionen überflüssig ist. Allerdings konzentriert die Band in der Live-Version alle Songs auf einen sehr ähnlichen Sound.

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Teho Teardo & Blixa Bargeld – Still Smiling – Specula Records/Audioglobe 2013

Von Matthias Bosenick (09.11.2013)

Was für eine Kombination, und bei Lichte betrachtet – was man wohl eher nicht tut, wenn man das Album hört – sogar längst überfällig: Teho Teardo, einst Mitglied der Industrial-Metaller Meathead, und Blixa Bargeld, Stimme und Kopf der Avantgarde-Industriellen Einstürzenden Neubauten, erarbeiten ein Album zusammen. Das könnte man, zumal sich Musiker Teardo auf Soundtrack-Kompositionen verlegte und Bargeld hier hauptsächlich Text und Stimme beisteuert, als Kammerklassik-Industrial bezeichnen. Eine gelungene Kombination, besonders für alle, die die Neubauten vermissen.

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Soulfly – Savages; Sepultura – The Mediator Between Head And Hands Must Be The Heart – Nuclear Blast 2013

Von Matthias Bosenick (30.10.2013)

Ist es zynisch, die neuen Alben von Sepultura und Soulfly kombiniert zu behandeln? Schließlich gibt’s die eine Band nur, weil deren Sänger 1997 aus der anderen Band ausgestiegen ist. Immerhin laden sie geradezu dazu ein: Beide erscheinen nahezu gleichzeitig und beide bei Nuclaer Blast. Und beide eint, dass sie ihrem Oeuvre ihrem Genre nichts er- oder abhebend Neues hinzufügen, aber das immerhin auf gleichbleibend hohem Niveau. Es gibt thrashmetallig auf die Zwölf, und damit sowas auch gut klingt, müssen die Musiker nun mal mehr beherrschen als nur den Hammer, und streuen deshalb dankbarerweise kreatives Abseitiges in die Tracks ein. Das ist gut und macht die Alben besonders, aber, sind wir mal ehrlich, trotzdem nicht wirklich relevant.

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Pearl Jam – Lightning Bolt – Republic/Universal 2013

Von Matthias Bosenick (18.10.2013)

Was ist nur mit Pearl Jam los? „Lightning Bolt“ klingt wie eine hingewurschtelte Auftragserfüllung, mit kompositorischem Mittelmaß, lustlosem Rock, tranigen Balladen. Vielleicht drei, vier Stücke sind raffiniert oder atmosphärisch oder irgendwie sonst bemerkenswert, der Rest ist austausch- und damit verzichtbar. Wäre nicht Eddie Vedders quängelnde Stimme, man würde die Musik nicht einmal Pearl Jam zuordnen. Und, ganz schlimm: Rockballaden.

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New Model Army – Between Dog And Wolf – Attack Attack/Edel 2013

Von Matthias Bosenick (11.10.2013)

Verhaltene Aggression ist das, was auf dem neuen Album von New Model Army zu hören ist. Damit ist die Band weniger rauh als auf dem Vorgängeralbum, schafft dafür aber die vertraute Atmosphäre der Alben davor und ergänzt dieses Mal ihren gebremsten, aber druckvoll rockenden Sound äußerst passend um Chorgesang. Macht insgesamt ein schlüssiges und trotz der Unterschiede sicherlich auch einigermaßen typisches Album. Auch nach über 30 Jahren und mehr als 20 Jahre nach ihrer großen Zeit sind New Model Army noch eine sichere Bank. So etwas wie „Vagabonds“ oder „51st State“ bekommt man allerdings schon lange nicht mehr. Warum auch, die gibt’s ja schon.

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Devin Townsend – The Retinal Circus – InsideOut/Universal 2013

Von Matthias Bosenick (04.10.2013)

Whoa, gigantisch! Vom ersten Ton an bläst einen dieser Konzertmitschnitt in den Sitz. So also kann Heavy Metal klingen, so vielfältig und gutgelaunt wie bei Devin Townsend. Der feierte 2012 sein 20-jähriges Bühnengebaren in London mit einer Best-Of-Setlist und einer zirkusreifen Artistikshow. Das Ganze fügt der Maestro in eine Story ein, die zweieinhalb Stunden dauert und nicht für eine Sekunde langweilt. Das ist größtmögliches Kino.

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Moby – Innocents – Embassy Of Music/Warner 2013

Von Matthias Bosenick (02.10.2013)

„Play“ it again, Dick: Seit 1999 hat Moby – mit Ausnahme des Albums „Last Night“ – nur zwei Tracks veröffentlicht. Einer ist melancholischer Gospel-Pop, der andere Ambient. Letzteres hat er schon vorher gemacht, ersteres dient ihm seit 1999 zur Blaupause für erfolgheischende Selbstkopien. Der Unterschied ist, dass sein melancholischer Gospel-Pop inzwischen um alle Ecken und Kanten bereinigter weinerlicher Jammer-Pop und sein Ambient mit Wohlwollen als zeitlos, mit genauem Hinhören als redundant zu bezeichnen ist. Hey, der Mann startete seine musikalische Karriere bei den „Vatican Commandos“ als Punk! Immerhin, die Gastsänger reißen es auf „Innocents“ ein bisschen heraus.

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The Mission – The Brightest Light – Oblivion/SPV 2013

Von Matthias Bosenick (25.09.2013)

Weitere Wiedergänger: In ihrer dritten Inkarnation klingen The Mission nicht wie The Mission, und das, obwohl die bis kürzlich noch Ausrangierten beinahe in Originalbesetzung wiederkehren. „The Brightest Light“ kann man beim besten Willen nicht mehr wie früher noch vorwerfen, es sei der mittelmäßige Versuch von The Mission, U2 zu kopieren. The Mission lassen die vertrauten Effekte weg und rotzen ihr Album einfach nur raus. Das ist Rockmusik, nicht mehr und nicht weniger. Die Band startet ihr Album angepisst und beendet es erschöpft. Das ist gut, erfüllt aber vermutlich nicht die Erwartungshaltungen an ein gruftrockiges The-Mission-Album. Je nun, da muss man sich wohl dran gewöhnen.

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Placebo – Loud Like Love – Vertigo/Universal 2013

Von Matthias Bosenick (24.09.2013)

Das zweite Placebo-Album mit dem neuen Schlagzeuger verwundert sehr. Brachen sich beim Vorgänger „Battle For The Sun“ noch sämtliche jugendlichen Energien des Neueinsteigers Steve Forrest Bahn, wirkt „Loud Like Love“ eher zahm und orientierungslos. So richtig Lust zum Komponieren schien das Trio auch nicht gehabt zu haben. Es fehlen die unverwechselbaren Kracher, die man jahrzehntelang nicht aus dem Ohr bekommt und die sich vom Rest des Oeuvres unterscheiden. Auf diese Entwicklung deutete schon die vorab veröffentlichte „B3“-EP hin.

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