Mess Out – We Will Set This Place On Fire – Mess Out 2026

Von Matthias Bosenick (09.06.2026)

Ganz unbekümmert vermengen Mess Out aus Lyon einfach mal so ziemlich alles, was sie in die Finger bekommen können, von Heavy Metal über Punk und Rap bis Rock, und machen daraus eine Art Crossover, wie man ihn aus den späten Neunzigern in Erinnerung hat, frei von Grenzen, alles ist möglich – alles, bis auf eine tatsächliche Neuerfindung von irgendwas. Die Energie stimmt, das kann man prima seinen Nachkommen empfehlen, falls die mal wissen wollen, wie man so als junger Mensch vor 25 Jahren musikalisch auf die Kacke gehauen hat. Ansonsten bleibt „We Will Set This Place On Fire“ eher innovationsfrei und egal.

Mitgrölrefrains, fette Licks, heavy Riffs, Rap-Passagen, Mithüpf-Metal, Power-Punk, Party-Disco mit Gitarren, das kennt man alles schon, hier zündet es die Band einfach nochmal an. Die Idee von Crossover dringt hier durch, aber die aus der zweiten Generation (zählt man die Ur-Erfinder der Achtziger nicht mit), als das eher ernsthaft-brutale Genre zum Party-Pit verkam, gerade so noch, bevor es sich noch weiter zum NuMetal verschlimmerte. Das ist alles solide und handwerklich sauber, aber eher funktional als dazu angetan, auch in 30 Jahren noch die Hörerschaft in Wehmut um tolle Zeiten zu wiegen. So sehr diese Melange auch eben eine Melange sein mag, also kein reines Genre, so vertraut sind einem die Ingredienzien dann doch. Selbst die obligatorische Ballade „We Still Don’t Care“ klingt bekannt, nämlich wie D-A-D.

Das Quartett trat 2020 mit dem EP „Wolves“ auf den Plan, es folgten einige Singles. „We Will Set This World On Fire“ ist somit das Debüt, und hierauf halfen befreundete Bands und Stimmen wie TH3ORY (eine „Groupe de Metal Français“) und Sängerin Gabi Sam mit. Das alles schielt sehr stark nach Festivalbühnen, ins Vorprogramm von etablierteren Bands aus dieser Gemengelage, etwa „Billy Talent, Papa Roach, Fever 333, Rise Against oder The Casualties“, wie Mess Out selbst angeben. Das muss man schon mögen. Insbesondere, wenn man die 16 bereits überschritten hat. Man ist froh, wenn es vorbei ist. Was später geschieht, als man ertragen kann.