Von Matthias Bosenick (10.06.2026)
Eindeutig: Buy Jupiter kennen Meshuggah, das lässt sich auf dem Debüt- Album „Earth“ aus dem Stand ermitteln. Gottlob hat die Band aus Lyon mehr auf der Pfanne, zum Beispiel den Hardcore, den man hier mit etwas Spielraum auch als Metalcore auffassen könnte, sowie komplett sanfte Seiten. Doch insgesamt sind die Tracks auf eine brutale Weise progressiv (und auf eine progressive Weise brutal), das lässt das Haupt-Merkmal Djent durchaus anbringen.
Ein Schreihals begleitet die bassdominierten Riffmonster, die sich verschachtelt vor den Hörenden ausbreiten. So weit, so Meshuggah, eindeutig. Wenn dann im zweiten Stück „The Wake“ plötzlich die Effektgeräte auf Klarheit umschalten und mittendrin etwas Ruhiges, Entspanntes erklingt, angefertigt durchaus mit dem typischen Rock’n’Roll-Instrumentarium, aber sanft und behutsam, dann fühlt man sich zwar abermals an das auf Kante gebügelte Vorgehen von Meshuggah erinnert, im Detail nimmt man aber die eigene Handschrift wahr. So bleibt es im Verlaufe, in die Gerölllandschaften aus wildwuchernden Djent-Riffs und Gebrüll pflanzt die Band immer wieder sanfte Gewächse ein.
Mit der Zeit schütteln Buy Jupiter die naheliegende Assoziation mit den Schweden nachdrücklich ab. Die Einschübe – etwa funky Fünfziger-Swing in „Neutral TV Broadcast“ oder ein retroseliges Twin-Gitarren-Solo in „Battle For Earth“ – werden individueller, auch verleiht die Band den Djentlandschaften gelegentlich eine Glättung, immer noch hart genug, also vermutlich mit der Dampfwalze vorgenommen. Und dann schlägt ihnen hin und wieder doch mal das skandinavische Vorbild ins Geviert, aber das ist irgendwie gar nicht so schlimm. Die Wechsel jedenfalls bringen eine angenehm nachvollziehbare Struktur in das Album, lockern die Brutalität auf und setzen eigene Pflöcke.
Den Namen und das Konzept borgten sich Buy Jupiter 2013 bei Isaac Asimov aus und verarbeiteten dessen Kurzgeschichte „Buy Jupiter“ in einer EP-Trilogie: „Departure“ (2016), „Crossworlds“ (2017) und „Eclipse“ (2019). Seitdem war es ruhig geworden – bis zu diesem Debütalbum. Über die Besetzung lässt sich nicht viel herausfinden: PY steht am Mirko, Manu und Vince spielen Gitarren, Martin den Bass und Lucas das Schlagzeug.
