Devin Townsend – The Moth – Inside Out Music 2026

Von Guido Dörheide (03.06.2026)

Ja super – eine Metal-Oper, wer zum Teufel braucht so 1 Scheiß? Und da hat Devin Townsend ungefähr ein Jahrzehnt dran gearbeitet – mit Sicherheit musste Hevy Devy alles alleine machen, weil niemand außer ihm Bock drauf hatte, sich mit so einem abgeschmackten Scheiß zu beschäftigen.

Aber ups – weit gefehlt: Der quer durch die Galaxien gereiste Progmetal- und Ambient-Tausendsassa aus Kanada konnte sich einer dreistelligen Zahl an Mitstreitenden sicher sein, um „The Moth“ zu einem der großartigsten Alben, die man sich nur vorstellen kann, zu machen – allen voran Anneke van Giersbergen und das Noord Nederlands Orkest. Beim ersten Song „Semi-prologue“ habe ich zugegebenermaßen noch mit Townsends Gesang gefremdelt, und beim ersten Hören dachte ich noch „naja“ – ich bin eben kein großer Fan von Queensrÿche und mag Metal mehr so mitten in die Fresse rein – egal ob Death, Thrash, Black, Prog oder Death-Prog, Thrash-Prog, Black-Prog oder Prog-Prog. Oder Post-Death-Black-Thrash-Post-Prog mit authentischem Ambient-Feeling, aber „The Moth“ ist ein Welt-Grower reinsten Wassers, und daran sind außer Devon Townsend und der über jeden Zweifel erhabenen Frau von Giersbergen auch noch die chinesische Sängerin Lynn Wu von der Band Ou (die auch schon von Hevy Devy produziert wurde) und das besagte nordnederlandse Orkester verantwortlich. Das ganze Album ist tatsächlich nur ein einziges, 70minütiges Stück, das am einzigen, 70minütigen Stück genossen gehört.

Weil das natürlich nicht taugt, um beim kurzen Reinhören feststellen zu können, ob das Ganze einem taugt, empfehle ich, gut acht Minuten Lebenszeit dort hineinzustecken, sich mit „Covered By Causes“ zu beschäftigen: Dieser Song beinhaltet Härte, elektrisch verstärkte Saiteninstrumente, Chor, Orchester, und Devin Townsend, Anneke van Giersbergen und Lynn Wu auf den Höhen ihrer jeweiligen Stimmgewaltigkeiten.

Wenn dieser Song gefällt, ist es ein Leichtes, sich „The Moth“ immer und immer wieder anzuhören, jedesmal neue Facetten zu entdecken und Devin Townsend als einen der beeindruckendsten Komponisten, Vokalisten und Instrumentalisten des Progmetals zu lobpreisen.