Akasha Project – Spheres (Outside/Inside) – Klangwirkstoff Records 2016

Von Matthias Bosenick (06.06.2016) / Auch veröffentlicht auf Kult-Tour Der Stadtblog

Wie aus einer Zufallsbekanntschaft die Tür zu einem neuen Universum wird, und das mit Blick auf das neue Album im doppelten Sinne: Barnim Schultze veröffentlichte unter seinem Ambient-Alias Akasha Project dank Crowdfunding ein Doppel-Album, auf dem er das Konzept seiner bisherigen Werke und der vorausgegangenen Liveshows vertieft; die „Kosmische Oktave“ sei hier als schnelles Stichwort genannt. Er errechnete aus den Frequenzen von sehr großen und sehr kleinen sich drehenden Dingen eine Tonhöhe und einen Takt und komponierte drumherum chillige Trancestücke. Für den Dancefloor ist das nicht geeignet, auch live erzeugt Schultze etwas mehr Dynamik – aber eine träumerische Entdeckungsreise ist das Album mindestens. Hier passiert mehr, als man zunächst wahrnimmt. Und hier gilt das Rock’n’Roll-Diktum: laut aufdrehen!

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Fear Of Domination – Atlas – Inverse Records 2016

Von Matthias Bosenick (03.06.2016)

„Shock Metal“ nennen Fear Of Domination ihre Musik. Das ist so beliebig wie für jeden unzutreffend, der sich schon mal mit Metal befasst hat. Der Metal hier ist druckvoll uptempo groovend mit Keyboardbegleitung, Geschrei und Popinterludien – also typisch finnisch. Nicht schlecht, aber auch nicht innovativ. Doch je öfter man das vierte Album „Atlas“ hört und zufrieden feststellt, dass es gar nicht so richtig nervt, desto mehr mag man es dann. Das wiederum haben Fear Of Domination vielen anderen zweitrangigen Metalbands voraus.

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Underworld – Barbara Barbara, We Face A Shining Future – Caroline/Universal 2016

Von Matthias Bosenick (21.05.2016)

Barbara Barbara, wo führt das alles hin? Underworld sind eine der wenigen Bands, die in ihrer Karriere kein lediglich mittelprächtiges Album unter die Leute brachten. Selbst die eher unbeliebten ersten zwei Nicht-Techno-Alben sind gut, ebenso das Vorgänger-Projekt Froeur. Mit „Barbara“ verhält es sich indes etwas anders, ein bisschen wie mit „The Slip“ von den Nine Inch Nails: Die Knallersongs sind richtig geil, aber dazwischen tummelt sich zu viel Füllstoff. Also nicht schlecht, aber. Trotzdem bleiben Underworld einfach mal verlässlich gut. Und nie zuvor hat jemand so ansteckend „Bla bla“ gesungen.

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Beledo – Dreamland Mechanism – Moonjune Records 2016

Von Matthias Bosenick (16.05.2016)

Wer diese Art von Fusion Jazz vorgesetzt bekommt, sie aber nicht gewohnt ist, mag von der schieren Progressivität überfordert sein. Dabei passieren die musikalischen Absonderlichkeiten hier gar nicht so vermeintlich unübersichtlich wie beispielsweise beim Free Jazz; es ist doch etwas dichter am Progrock. Und wer sich für die Hörspielmusik des Europa-Labels der Jahre 1979 bis 1984 begeistern kann, also für Bert Brac alias Carsten Bohn schwärmt und idealerweise auch noch dessen „Brandnew Oldies“ im Schrank hat, bewegt sich mit „Deamland Mechamism“ auf einigermaßen vertrautem Terrain. Mit weltbewegenden Gastmusikern.

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Whispered – Metsutan: Songs Of The Void – Redhouse FMP/Inverse 2016

Von Matthias Bosenick (11.05.2016)

Samurai-Metal. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Sicher ist: Es gibt heutzutage nichts Neues mehr, außer man mixt zwei alte Sachen neu zusammen. Hier also Japan und Metal. Zusammengemixt von vier Finnen. Dabei können die Japaner sowas auch selbst, aber das nimmt man im „Westen“ meistens nicht wahr, außer die Band heißt Babymetal oder spielt in Wacken. Entsprechend westlich fällt der Blick auf japanische Soundelemente hier aus, der Death Metal selbst wiederum ist sehr vertraut und typisch finnisch. Auf diese Spielart muss man schon sehr stehen, um dieses dritte Album nicht als bloßen Witz abzutun.

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Anthrax – For All Kings – Nuclear Blast 2016

Von Matthias Bosenick (05.05.2016)

Wofür stehen Anthrax im Jahre 2016? Immer noch für latent progressiven Thrash Metal? Oder mehr für Egoprobleme einzelner Mitglieder und das unattraktive ewige Wechselspiel am Mikrofon? Wischt man sein Hintergrundwissen beiseite und legt das elfte Album (in 35 Jahren) vorurteilsfrei ein, stellt man fest: „For All Kings“ ist nett heavy und abwechslungsreich, Joey Belladonnas Stimme nervt nicht, es dringen Energie und eigentlich sogar gute Laune aus den Boxen heraus – aber der Vorgänger „Worship Music“ hatte die geileren Songs. So ist „For All Kings“ eine gelungene Traditionspflege, die nicht enttäuscht, aber auch nicht überrascht.

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Violent Femmes – We Can Do Anything – Add It Up Productions/PIAS 2016

Von Matthias Bosenick (04.05.2016)

Ein neues Album von den Violent Femmes. Noch ein paar Zombies aus der Indieversenkung, die es nochmal wissen wollen. Okay, mal reinhören. Hm. Ist nur eine halbe Stunde lang und klingt genau wie ein Mix der Alben, die das Trio zwischen 1983 und 2000 herausbrachte. Nix Neues also, kein Grund für diese CD. Ist ja alles schon mal da gewesen und sehr vertraut. Also geil. Irgendwie. Verdammt. Die Jungs sind beseelt und haben Bock, den alten Scheiß mit umme 50 nochmal frisch und neu zu reißen. Mit spartanischem Schlagzeug, folkigen Anleihen, Rumschreien und den Horns Of Dilemma. Verdammt, da hat echt was gefehlt in den letzten 16 Jahren. Wie blöd: „We Can Do Anything“ ist mal echt geil geworden.

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Vasil Hadžimanov Band – Alive – MoonJune/Cargo Records 2016

Von Matthias Bosenick (18.04.2016)

Wer zum Henker ist Vasil Hadžimanov? Und warum sieht auch diese CD so seltsam amateurhaft aus? Und warum ist dann fast konträr dazu das entsprechende Album so restlos großartig?! Also, Vasil Hadžimanov kommt aus Serbien, aber wer auf dem vorliegenden Livealbum Balkanbeats erwartet, liegt komplett daneben. Hier hat man es mit einem irrwitzigen Mix aus Free Jazz, Funk, Progrock, akustisch gespieltem Drum and Bass, Klaviersonaten und irgendetwas Undefinierbarem zu tun. Abenteuerlich, mitreißend, anspruchsvoll, groovy. Man kann nur staunen. Und sollte beim Hören dringend das Cover weglegen.

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20 Years Of Nattefrost: Various Artists Interpreting Nattefrost – Sireena 2016

Von Matthias Bosenick (25.03.2016)

Krasse Idee: 20 Electro-Ambient-Musiker covern Black Metal! „Blood & Vomit“ im Synthie-Chill-Out-Mix! Ach nee, Moment: Nattefrost gibt es zweimal, einmal als Black-Metal-Combo aus Norwegen und einmal als Vintage-Electro-Projekt aus Dänemark. Sie eint maximal, dass sie jeweils solo unterwegs sind und aus Skandinavien kommen, ansonsten sollte man die Nachtfroste vorsichtshalber nicht verwechseln. Schade, die Idee ist lustig, sich beim Anhören der Trancetracks von „20 Years Of Nattefrost“ vorzustellen, sie wären im Original todesfeierndes Schwarzmetallgekeife gewesen. Doch da der Rezensent den Dänen Nattefrost und dessen Oeuvre nicht kennt, stellt er zunächst immerhin fest, dass die Tributanten, die ebenfalls nicht eben Weltruhm erlangten, eine homogene Arbeit auf Doppel-CD ablieferten. Man kann die zwei Stunden druchhören und erfasst ein einheitliches Soundbild, das sehr zum Entspannen einlädt und in sich doch ausreichend Abwechslung parat hält.

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Soulsplash – Recovery – Timezone 2015

Von Matthias Bosenick (18.03.2016)

Das Debütalbum von Soulsplash macht es mir extrem schwer, muss ich gestehen. Wüsste ich nicht um die Beteiligten, skippte ich (fast) jeden Song weiter. So aber gebe ich der CD eine Chance, und noch eine, und weiß der Geier, wie viele Chancen, und bleibe beim ersten Urteil: Ohne das Wissen um die Beteiligten skippte ich (fast) jeden Song weiter. Einer der Beteiligten ist nämlich Matze Grün, mein Mitstreiter beim „indigo“-Magazin in Wolfsburg vor einem Dutzend Jahren und außerdem früherer Bassist bei Headshot, den Thrashern aus Braunschweig. Daher suche ich nach den Perlen in diesem klassisch gespielten Nu Rock, der eigentlich überhaupt nicht mein Ding ist – und werde natürlich und gottseidank fündig.

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