Maceo Parker – It’s All About Love – Leopard/Delta 2018

Von Matthias Bosenick (05.06.2018)

Zum 75. Geburtstag macht sich Funk-Saxophonist Maceo Parker ein Geschenk: Er veröffentlicht ein neues Album. Auf „It’s All About Love“ ist es alles über Liebe, in jedem der ausgewählten Songtitel taucht dieses Wort auf. Als Begleitung firmiert hier einmal mehr die WDR Bigband, die mit ordentlich Schmiss den Funk transportiert, aber anders als Parkers alte Begleitband mit einer solche Akkuratesse vorgeht, dass es den Liedern das Leben austreibt. Tolle Songs, nur viel zu glatt.

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Spear Of Destiny – Tontine – Eastersnow Recording 2018

Von Matthias Bosenick (30.0.52018)

Kirk Brandon ist unermüdlich. Seine Projekte und Bands führt er seit fast 40 Jahren, das neueste Album erscheint unter seinem populärsten Moniker Spear Of Destiny. Und es klingt wie einst im Mai: druckvolle, beinahe pathetische Rocksongs mit Brandons glockenhellen Gesang und einer Energie, als wäre es noch 1983. Sie werden ihn niemals lebend kriegen.

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Afsky – Sorg – Vendetta/Broken Silence 2018

Von Matthias Bosenick (29.05.2018)

Für die mondlosen Nächte muss ein Soloprojekt her: Deutlich persönlicher als mit seiner Hauptband Solbrud verarbeitet Sänger und Gitarrist Ole Luk aus Kopenhagen das, was ihn bewegt, mit Afsky. „Sorg“ stellt das erste volle Album dar, das zwar auf Black Metal basiert und damit die Nähe zu Solbrud belegt, indes eine andere musikalische Farbe und weit mehr Melancholie in sich trägt. Und Ausflüge abseits der Wege, in Richtung Doom und skandinavische Folklore etwa, letztere beigesteuert von der geistesverwandten Gastmusikerin Myrkur. So nahe liegen Freundschaften bisweilen.

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Manic Street Preachers – Resistance Is Futile – Smi Col/Sony 2018

Von Matthias Bosenick (16.05.2018)

Es ist erstaunlich, mit welcher scheinbaren Leichtigkeit die Manic Street Preachers ein- ums andere Album voller Ohrwürmer raushauen. Auch „Resistance Is Futile“ setzt sich sofort fest, im Ohr wie im Herzen. Vor lauter Zugänglichkeit kommen beim Hören glatt wehmütige Erinnerungen an Abba, und das, obwohl die Manics ihre Rockhärte nicht komplett hinter den großartigen Melodien verstecken. Ein Album wie ein Wunder.

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Qntal – VIII: Nachtblume – Drakkar 2018

Von Matthias Bosenick (07.05.2018)

So richtig viel vom Ursprungskonzept ist bei Qntal nicht mehr übrig. Was vor über 25 Jahren als experimentelles elektronisch unterfüttertes Mittelaltermusikprojekt mit Deine-Lakaien-Bezug begann, switcht heute zwischen Balladen und Clubmusik herum. Geblieben ist der hohe, klare Gesang von Sigrid Hausen alias Syrah, der indes weniger gut zum neuen Sound passt als zu dem vom Beginn der eigenständigen Reise.

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Yo La Tengo – There’s A Riot Going On – Matador 2018

Von Matthias Bosenick (02.05.2018)

„There‘s A Riot Going On”, behaupten Yo La Tengo und veranstalten das musikalische Gegenstück dazu. So durchgehend still und entspannt und vor allem lärmfrei hat man das Indierock-Trio aus Hoboken auf den offiziellen Alben noch nie gehört. Auch eine Form des Aufruhrs. Ein schönes, geschlossenes Album, altersmilde womöglich, aber die Ausbrüche fehlen doch ein wenig. Die musikalischen Anleihen an Sly And The Family Stone überdies auch.

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The Electric Family – The Long March (From Bremen To Betancuria) – Sireena 2018

Von Matthias Bosenick (09.04.2018)

Kaum ein Jahr nach dem Quasi-Comeback „Terra Circus“ hält The Perc Tom Redecker sein zweites Betätigungsfeld The Electric Family mit einer Best-Of aus den ersten vier Alben der Projektgeschichte im Gespräch. Mit Recht: Dieser Mix aus Wave-, Kraut- und Spacerock mit diversen Zutaten aus dem umfangreichen Gewürzregal der Musikgeschichte ist es wert, vernommen zu werden. Der lange Weg von Bremen nach Fuerteventura führt mittenmang durchs All.

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Simple Minds – Walk Between Worlds – BMG/Warner 2018

Von Matthias Bosenick (27.03.2018)

Die Simple Minds radiopoprocken sich im Selbstzitat durch ihren eigenen früheren Sound, allerdings nicht den der experimentellen Frühachtziger-Wave-Sachen, sondern ab kurz danach bis kurz zuletzt. Heißt: Gemütliche Synthies und nette Gitarren begleiten im Tanzrhythmus beliebige Melodien, mit denen sie den Hörer einlullen und zufrieden machen. Eigentlich ist „Walk Between Worlds“ nicht besonders herausragend, aber man behält es nach jedem Durchgang positiv gestimmt und als recht gelungen im Kopfe. Das hat ja auch eine Qualität.

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Gusgus – Lies Are More Flexible – No Paper Records 2018

Von Matthias Bosenick (15.03.2018)

Das jüngste Album des isländischen Deep-House-Soul-Projekts Gusgus bedeutet erstmals seit elf Jahren beständiger Horizonterweiterung einen Stillstand. „Lies Are More Flexible“ verwaltet das herausragende musikalische Schaffen, ohne ihm Neues hinzuzufügen. Im Vergleich zur bisherigen Entwicklung wirkt dieses Album daher beinahe wie ein Schrumpfen und birgt den Ansatz von Enttäuschung. Aber bei der Qualität, die man dennoch vorgesetzt bekommt, ist die nicht angebracht. Chillig clubben geht trotzdem, zu Hause genießen auch und dabei Auto fahren sowieso.

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Project Pitchfork – Akkretion – Trisol 2018

Von Matthias Bosenick (27.02.2018)

Album Nummer… so ca. 18, oder? Ohne Livealben, Minialben und Compilations. Und dann auch noch als Auftakt einer Trilogie. Da hat sich der Peter Spilles aber ordentlich etwas vorgenommen! So richtig Vorfreude auf die nächsten beiden Teile macht „Akkretion“ indes nicht, setzt aber die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre fort: Bestandsschutz mit der Tendenz zum Schlager. Und das war mal eine Electro-Gothic-Band, die sich von Helden wie Skinny Puppy beeinflussen ließ (damals hießen sie noch recht eindeutig Demoniac Puppets) und mit ihrem spröden Sound und einer immanenten Dunkelheit Energien zwischen Beklemmung und Aggression transportierte, bei dezidiert mitgelieferten schönen Melodien. Diese Kunst lässt Spilles leider fahren und konzentriert sich auf die Leute, die von Graf Unheilig sitzen gelassen werden und neues Futter suchen.

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