Penner Badulzke – Punk der Woche – Penner Badulzke 2018

Von Matthias Bosenick (19.06.2018)

Im völlig durchkapitalisierten Sub- und Kulturbetrieb noch authentisch sein zu wollen, ist ein Kampf gegen Windmühlen. Das Wolfsburger Punk-Trio Penner Badulzke nimmt diesen Kampf auf und die damit einhergehenden Paradoxa in Kauf. Nachzuhören auf dem im Eigenvertrieb veröffentlichten Debütalbum „Punk der Woche“, das ein Manifest des Scheiterns ist: unkommerziell schlecht und damit authentisch gespielt sowie ein als Anti-Kommerzpunk verkauftes Kommerzprodukt. So klingt es, wenn sich August Ferdinand Möbius im Grabe umdreht.

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Witthüser & Westrupp – Der Jesuspilz – Live! – Sireena 2018

Von Matthias Bosenick (13.06.2018)

Man muss wohl dabeigewesen sein oder noch heute gern Pilze essen, um das Werk von Bernd Witthüser und Walter Westrupp uneingeschränkt feiern zu können. Hervorgegangen aus der Essener Folkloreszene, schoben die Liedermacher ihre Lieder bald ins Psychedelische, musikalisch wie inhaltlich. Die Umdeutung der Bibel zum Brösel als göttlichem Funken war eine beinahe logische Konsequenz, der Erfolg dafür umso überraschender. Die Generalprobe zur Uraufführung dieses Evangeliums aus dem Jahr 1971 legt Sireena nun als Live-CD vor. Heute wundert man sich über diese Mischung aus Krautrock und Klimbim.

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Meat Beat Manifesto – Impossible Star – Flexidisc 2017/2018

Von Matthias Bosenick (11.06.2018)

Kaum zwei Alben im gleichen Sound, und doch immer am Sound wiedererkennbar: Das nicht mehr ganz so junge neue Album „Impossible Star“ zeigt Meat Beat Manifesto von einer rein elektronischen, beinahe klinischen Seite, inklusive der typischen zwischengestreuten Geräusche, mit denen Jack Dangers seine Arbeiten so gern anreichert. Man fühlt sich also in „Impossible Star“ sofort zu Hause, vermisst aber die guten analogen Instrumente und die wuchtigen Beats der jüngeren Zeiten. Egal, über 30 Jahre aktiv und immer noch relevant, einflussreich und unkopiert.

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Maceo Parker – It’s All About Love – Leopard/Delta 2018

Von Matthias Bosenick (05.06.2018)

Zum 75. Geburtstag macht sich Funk-Saxophonist Maceo Parker ein Geschenk: Er veröffentlicht ein neues Album. Auf „It’s All About Love“ ist es alles über Liebe, in jedem der ausgewählten Songtitel taucht dieses Wort auf. Als Begleitung firmiert hier einmal mehr die WDR Bigband, die mit ordentlich Schmiss den Funk transportiert, aber anders als Parkers alte Begleitband mit einer solche Akkuratesse vorgeht, dass es den Liedern das Leben austreibt. Tolle Songs, nur viel zu glatt.

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Spear Of Destiny – Tontine – Eastersnow Recording 2018

Von Matthias Bosenick (30.0.52018)

Kirk Brandon ist unermüdlich. Seine Projekte und Bands führt er seit fast 40 Jahren, das neueste Album erscheint unter seinem populärsten Moniker Spear Of Destiny. Und es klingt wie einst im Mai: druckvolle, beinahe pathetische Rocksongs mit Brandons glockenhellen Gesang und einer Energie, als wäre es noch 1983. Sie werden ihn niemals lebend kriegen.

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Afsky – Sorg – Vendetta/Broken Silence 2018

Von Matthias Bosenick (29.05.2018)

Für die mondlosen Nächte muss ein Soloprojekt her: Deutlich persönlicher als mit seiner Hauptband Solbrud verarbeitet Sänger und Gitarrist Ole Luk aus Kopenhagen das, was ihn bewegt, mit Afsky. „Sorg“ stellt das erste volle Album dar, das zwar auf Black Metal basiert und damit die Nähe zu Solbrud belegt, indes eine andere musikalische Farbe und weit mehr Melancholie in sich trägt. Und Ausflüge abseits der Wege, in Richtung Doom und skandinavische Folklore etwa, letztere beigesteuert von der geistesverwandten Gastmusikerin Myrkur. So nahe liegen Freundschaften bisweilen.

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Manic Street Preachers – Resistance Is Futile – Smi Col/Sony 2018

Von Matthias Bosenick (16.05.2018)

Es ist erstaunlich, mit welcher scheinbaren Leichtigkeit die Manic Street Preachers ein- ums andere Album voller Ohrwürmer raushauen. Auch „Resistance Is Futile“ setzt sich sofort fest, im Ohr wie im Herzen. Vor lauter Zugänglichkeit kommen beim Hören glatt wehmütige Erinnerungen an Abba, und das, obwohl die Manics ihre Rockhärte nicht komplett hinter den großartigen Melodien verstecken. Ein Album wie ein Wunder.

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Qntal – VIII: Nachtblume – Drakkar 2018

Von Matthias Bosenick (07.05.2018)

So richtig viel vom Ursprungskonzept ist bei Qntal nicht mehr übrig. Was vor über 25 Jahren als experimentelles elektronisch unterfüttertes Mittelaltermusikprojekt mit Deine-Lakaien-Bezug begann, switcht heute zwischen Balladen und Clubmusik herum. Geblieben ist der hohe, klare Gesang von Sigrid Hausen alias Syrah, der indes weniger gut zum neuen Sound passt als zu dem vom Beginn der eigenständigen Reise.

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Yo La Tengo – There’s A Riot Going On – Matador 2018

Von Matthias Bosenick (02.05.2018)

„There‘s A Riot Going On”, behaupten Yo La Tengo und veranstalten das musikalische Gegenstück dazu. So durchgehend still und entspannt und vor allem lärmfrei hat man das Indierock-Trio aus Hoboken auf den offiziellen Alben noch nie gehört. Auch eine Form des Aufruhrs. Ein schönes, geschlossenes Album, altersmilde womöglich, aber die Ausbrüche fehlen doch ein wenig. Die musikalischen Anleihen an Sly And The Family Stone überdies auch.

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The Electric Family – The Long March (From Bremen To Betancuria) – Sireena 2018

Von Matthias Bosenick (09.04.2018)

Kaum ein Jahr nach dem Quasi-Comeback „Terra Circus“ hält The Perc Tom Redecker sein zweites Betätigungsfeld The Electric Family mit einer Best-Of aus den ersten vier Alben der Projektgeschichte im Gespräch. Mit Recht: Dieser Mix aus Wave-, Kraut- und Spacerock mit diversen Zutaten aus dem umfangreichen Gewürzregal der Musikgeschichte ist es wert, vernommen zu werden. Der lange Weg von Bremen nach Fuerteventura führt mittenmang durchs All.

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