Von Onkel Rosebud „The Restraint Of Beasts“, auf Deutsch „Die Herren der Zäune“ (Suhrkamp 2000), ist der Titel des ersten Romans von Magnus Mills, ein Buch, das intrinsisch gesehen unter dem Kopfkissen meiner Freundin liegt, seitdem sie es zum ersten Mal gelesen hat.
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Was meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Ich und mein Staubsauger-Freund
Von OnkelRosebud
„Ich und mein Staubsauger“, was für ein genialer Name, war eine unabhängige Zeitschrift in Westberlin, erschien erstmals im September 1986 als billig fotokopiertes „Fanzine“ und hielt 25 Ausgaben durch. Bemerkenswert daran war, dass es die ersten literarischen Schritte von Max Goldt (*1958) dokumentiert, der sich damit für die Satirezeitschrift „Titanic“ empfahl. Zwischen 1989 und 1998 veröffentlichte er dort Kolumnen unter anderem unter dem Titel „Aus Onkel Max’ Kulturtagebuch“ und „Informationen für Erwachsene“. Dabei spielte es kaum eine Rolle, worüber Herr Goldt jeweils schrieb, das „Wie“ war entscheidend und zu jener Zeit einzigartig in Sachen Wortwitz und Sprachstil. Wenn irgendwas das Etikett „Kult“ verdient, dann diese 108 Texte.
WeiterlesenWas meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Wiglaf Droste vs. Gereon Klug
Von Onkel Rosebud
Einen der vorderen Plätze in der Rubrik „Nur die Guten sterben jung“ hält für meine Freundin der Autor, Sänger, Hobbykoch und vor allem Satiriker aus Bielefeld-Braake, Wiglaf Droste. Im Prinzip ist ein Aufsatz von ihm aus der taz, der zuerst im Jahr 1998 erschien, daran schuld: Er hieß „Ich hab‘ noch Öl in den Ohren aus Madrid“. Denn einst lebten meine Freundin und ich aus Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehen will, längere Zeit in einem Ort in Spanien, welcher mit seinem Mutterland nichts zu tun haben wollte, und Drostes derbe Abrechnung mit der iberischen Mentalität lässt uns bis heute die Tränen der Freude aus den Augen treiben. Kostprobe gefällig? „Der Spanier zerfällt in drei Teile: Lärm, kein Spaß und Olivenöl. Wenn sie einmal einen Entkräftungs-Schock haben von der Art, daß sie dringend Fett aufnehmen müssen, schlagen Sie unbedingt Ihre Reißzähne vampirettig in einen Spanier hinein und saufen ihn aus. Aah, tut das gut – sieben Liter reines Olivenöl, kalt und humorlos gepreßt. (…) Das Einzige, was dem Spanier an seinem Öl allerdings überhaupt nicht gefällt, ist, daß es nicht brüllen kann.“
WeiterlesenWas meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Tom Coraghessan Boyle – Siebzig ist das neue Fünfzig!
Von Onkel Rosebud
Der Mann ist ganz einfach ein sehr unterhaltsamer Erzähler und ein Phänomen. T.C. Boyle haut über Dekaden hinweg regelmäßig alle zwei Jahre einen Roman raus. Diese werden alle trotz ihrer kurzen Entstehungszeit niemals trivial. Und zwischendurch veröffentlicht er auch noch Bände mit Kurzgeschichten, in sich geschlossenen Erzählungen, die alle nur ein paar Seiten lang sind und vermutlich eine Art von Abfallprodukten aus literarischen Ansätzen für nicht romantaugliche Texte darstellen. Und dennoch sind sie immer erfolgreich. Das könnte an seinen Dauerthemen, über die er seit Jahrzehnten schreibt, liegen. Es sind historische Biografien, Klimawandel und Sex.
WeiterlesenWas meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Jetzt ist schon wieder was passiert…
Von Onkel Rosebud
Meine Freundin hat alle Bücher von Wolf Haas gelesen. Auch die Nicht-Brenner-Romane. Das letzte schaute aus wie in Packpapier eingewickelt. Darauf prangte ein verrutschter roter Stempelaufdruck: „Eigentum von Wolf Haas“. Und Eigentum, oder genauer, dasjenige, das man nie besitzt, dem man hinterherhechelt, darum geht’s.
Im Zentrum steht die Mutter. Sie habe es schwer gehabt im Leben, das musste der Sohn sich jahrzehntelang anhören, das war die Litanei der Familie. „Den ganzen Tag nur Arbeit, Arbeit, Arbeit.“ immer wiederholt, damit es sich auch richtig ins Hirn der Kinder einprägt.
WeiterlesenWas meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Frau Krause oder wie Kathrin Aehnlich die DDR erfand
Von Onkel Rosebud
Niemand möchte hören, dass es auch in der DDR zufriedene und glückliche Menschen gab. Aber, wer ein sehr kurzweiliges, humorvolles Ostalgie-Lesevergnügen genießen will, das nach wie vor einen wertvollen Beitrag zum gegenseitigen Ost-West-Verständnis geben kann, dem empfiehlt meine Freundin Kathrin Aehnlich mit dem Frau-Krause-Roman.
WeiterlesenWas meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Peter Richter, der wo nicht für Wismut Gera, Chemie Leipzig oder Wacker Burghausen spielte
Von Onkel Rosebud
Neulich stellte meine Freundin fest, dass man sich, bevor man Peter Richter (*1973) im Internet findet, sich durch diverse Gleichnamige durcharbeiten muss, die alle im Klickbaiting über ihm stehen. Da wären zum Beispiel ein Jurist (*1983), Anwalt der NPD, ein Physiker, der sich um den Supraleiter verdient gemacht hat, oder der Chefdirigent des Siegerland-Orchesters (*1930) und diverse Fußballspieler (Wismut Gera, Chemie Leipzig, Wacker Burghausen, UFC Neukirchen an der Enknach).
WeiterlesenWas meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Wovon ich rede, wenn ich von Haruki Murakami rede.
Von Onkel Rosebud
Meine Freundin ist eine literarische Feinschmeckerin. Folgende Buchtitel lässt sie sich auf der Zunge zergehen wie Hotate Sashimi: „Wenn der Wind singt / Pinball“, „Wilde Schafsjagd“, „Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt“, „Die Bäckereiüberfälle“, „Tanz mit dem Schafsmann“, „Naokos Lächeln“, „Gefährliche Geliebte / Südlich der Grenze, westlich der Sonne“, „Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah“, „Mister Aufziehvogel“, „Untergrundkrieg: Der Anschlag von Tokyo“, „Der Elefant verschwindet“, „Schafmanns Weihnachten“, „Sputnik Sweetheart“, „Kafka am Strand“, „Nach dem Beben“, „Afterdark“, „Tony Takitani“, „Die unheimliche Bibliothek“, „Blinde Weide, schlafende Frau“, „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“, „Schlaf“ „1Q84“, „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“, „Von Männern, die keine Frauen haben“, „Die Ermordung des Commendatore“, „Erste Person Singular“, „Gesammelte T-Shirts“, „Honigkuchen-Erzählung“ und „Die Stadt und ihre ungewisse Mauer“.
WeiterlesenWas meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Die Abenteuer des Werner Holt
Von Onkel Rosebud
Dieter Nolls Roman „Die Abenteuer des Werner Holt“ war Pflichtlektüre in der 10. Klasse des DDR-Schulsystems und wurde damals trotzdem von so ziemlich allen jungen Erwachsenen freiwillig gelesen, weil es vordergründig ein Abenteuerroman ist und erst im Abgang ein Antikriegsroman.
WeiterlesenWas meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Verdienter Lehrer des Volkes – Ottokar Domma
Von Onkel Rosebud
Ottokar Domma war wohl der bekannteste Schüler der DDR. Früchtchen, Weltverbesserer, Gerechter, Schalk und Philosoph in einem. So heißen jeweils auch alle Bücher der Reihe. Ottokar besuchte seit 1967 die sechste Klasse einer brandenburgischen Schule. Er blieb immer zwölf – wie Harald, sein bester Freund, wie der Schweinesigi oder die Mia, die „die dicke Mia“ genannt wird, was heutzutage zu Recht nicht mehr geht. Auch andere Charaktere in den Büchern wie der Klassenlehrer Burschelmann, Direktor Keiler, Fräulein Bella Kohl oder die Pilei Alfons altern in den Büchern nie.
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