Eternal Dark – Cugetări – Loud Rage Music 2026

Von Matthias Bosenick (29.04.2026)

Für eine „depressive metal band“ ist die Musik der fünf von Eternal Dark streckenweise ganz schön energetisch. Auf ihrem zweiten Album „Cugetări“, „Gedanken“, bedienen sich die Rumänen nicht ausschließlich bei Dark Metal, was auch immer man darunter allein verstehen wollte, hier groovt, brettert, gruftet und doomt es in schöner abwechselnder Folge, dazu grunzt die Stimme tief. So viel die fünf auch kombinieren, sie vermeiden es, plakativ zugänglich zu sein – sie sind es jedoch für Hörende mit dunkler Tiefe.

Riffs können sie, die fünf von Eternal Dark. Nach dem düsteren Intro mit dem selbsterklärenden Titel „Intro“ brettern sie los, „Timp“ und „Blestemat“ fordern jeden Nacken heraus, die Gitarren machen alles zu Kleinholz, und dazu grunz-growlt die Stimme wie die von Milan Fras von Laibach. Dunkel ist hier die Färbung, durchaus, doch bei dem Tempo kann man gar nicht depressiv werden. Man ahnt aber, was sie meinen, sobald es weitergeht im Albumverlauf: „Fără leac“ an fünfter Stelle verlangsamt das Tempo enorm, lässt plötzlich ein Piano zu – nicht zum letzten Mal – und hat eine Anmutung, die vergleichsweise dem Pop zugeneigt zu sein scheint, einem sehr dunklen indes. Nach weiterem Riffgebretter lässt „Asfințit“ an siebter Position weiblichen Begleitgesang in den Doomtrack einfließen, abermals nicht einmalig – im letzten richtigen Song „Nu are rost“ vor dem „Outro“ genannten Outro übernimmt sie sogar den Hauptgesang und das Grunzen die Begleitung. „Paiața“ als neuntes Stück rifft wie der selige Thrash Metal zu Beginn der Achtziger.

Eine Wundertüte dunkler Stromgitarrenmusik, sehr wahr. Nicht nur der alte Thrash Metal steckt hier drin, auch Death Metal lässt sich ausmachen, Gothic Metal, Doom Metal, etwas Progressivität, und wenn all das Depressive Metal sein soll, wird man beinahe gern depressiv. Ein Besuch bei der Physiotherapie ist nach den Nackenbeanspruchungen jedenfalls angeraten. Positiv fällt auf, dass das Quartett nicht darauf verfällt, sich an Erfolgsmetalpopper wie Nightwish anzuhängen, obschon es angenehme Sounds zulässt; hier bleibt man aufgekratzt und bei der Sache und überzeugt damit umso mehr.

„Cugetări“ ist das zweite Studioalbum der Band aus der kleinen Stadt Bocșa in Rumänien, das Debüt „Gânduri“ erschien 2023. Interessanterweise liegt die Gründung dieses Quintetts bereits im Jahre 1994, doch verfiel es in einen langen, vermutlich dunklen Schlaf und fand erst 2021 nach satten 27 Jahren Pause wieder zueinander, sogar in Originalbesetzung. Die besteht aus: Sänger Andrei Bivolan, Sängerin und Keyboarderin Cosmina Albu, Gitarrist Cosmin Albu, Bassist Lucian Sîrbu und Schlagzeuger Sorin Ghiniță.