Merculistarya – Áradó fájdalom a tűnődés medrében – Pest Records/Metal Ör Die Records 2026

Von Matthias Bosenick (16.03.2026)

„Eine Flut von Schmerz im Bett der Kontemplation“ ist die Internet-Übersetzung des Titels „Áradó fájdalom a tűnődés medrében“. Diesen gab Árpád Szenti dem Debütalbum seines Soloprojektes Merculistarya, mit dem er seine in Jahtzehnten angehäuften persönlichen und emotionalen Visionen in Black Metal umsetzen wollte. Man hört, dass der Ungar da eine Menge Ideen einbringt, mit denen er das Genre erheblich erweitert. Heißt: Einiges ist dicht an etwas, das man bald als Klischee auffassen könnte, aber vieles durchbricht sämtliche Erwartungen.

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The Mon – Songs Of Embrace – Supernatural Cat 2026

Von Matthias Bosenick (16.03.2026)

Leute von der italienischen Stoner-Sludge-Band Ufomammut können auch anders: Als The Mon macht Bassist und Sänger Urlo auf seinem neusten Album beatlose Synthiemusik, die kaum weniger schleppend und düster daherrollt als die seiner Hauptband. Bei der er überdies ebenfalls die Synthies bedient. Die „Songs Of Embrace“ sind dabei das vierte Album unter dem Alias The Mon in acht Jahren und der zweite Teil einer Doppel-Veröffentlichung, die mit „Songs Of Abandon“ im November begann und den übergeordneten Titel „Embrace The Abandon“ trägt. Keine Sorge: Bass und Bratz gibt’s hier auch. So düster diese instrumentalen Stücke auch sind: Irgendwie passt der Titel – auch wenn es noch ungemütlich wird.

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The Messthetics And James Brandon Lewis – Deface The Currency – Impulse! 2026

Von Matthias Bosenick (13.03.2026)

Da denkt man noch, komisch, da hauen The Messthetics als Nachfolge-Projekt der Hardcore-Erneuerer Fugazi aus Washington D.C. in den Jahren 2018 und 2019 zwei Alben quasi am Stück raus und dann gar nix mehr, ist mit denen denn alles okay, dann kriegt man mit, dass sie mit dem Saxophonisten James Brandon Lewis das Album „Deface The Currency“ ankündigen – und dass man deren erste Zusammenarbeit 2024 komplett verpasst hat. Hier bekommen gleich zwei Genres einen Neuanstrich: Hardcore und Jazz, besser: Post Hardcore und Free Jazz. So geht das, wenn man sich weiterentwickelt. Und wer zweifelt, dass das dieselben Messthetics sind wie vor sieben Jahren, bekommt auf diesem Album einen alten eigenen Track von ihnen neu serviert.

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Zahn – Purpur – Crazysane Records 2026

Von Matthias Bosenick (12.03.2026)

Sobald der Zahn erstmal die Farbe „Purpur“ annimmt, ist es vermutlich sogar für den Zahnarzt zu spät, so schön die Farbe an sich auch sein mag. Für das Berliner Trio Zahn indes ist „Purpur“ das dritte Album, auf dem es instrumentale psychedelische bratzende Gitarrenmusik mit Synthies und einer Beatbox konterkariert. Polyrhythmik erfährt hier ein neues Level, der Groove lässt sich davon nicht abschrecken. „Purpur“ ist eben eine schöne Farbe.

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Schneider | N – The Rincon Pio Sound – Mörtel Sounds 2026

Von Matthias Bosenick (10.03.2026)

Im Anschluss an ihre gemeinsame Tour durch Spanien setzten sich Gitarrist Hellmut Neidhardt alias N und Schlagzeuger Jörg A. Schneider im vergangenen Jahr in Madrid in ein Studio und improvisierten gleich zwei neue Alben. Das erste davon erscheint als „The Rincon Pio Sound“ bei Mörtel Sounds auf Kassette, das zweite soll als Schallplatte bei Schneider herauskommen, zwar mit anderen Tracks aus der selben Session, aber mit identischem Titel. Zu hören gibt es hier nun durch einen nebligen Wald irrlichternde Gitarrendrones und als Schlagzeug die Bäume dazu, die unsortiert im Weg herumstehen. Man verirrt sich, möchte auch gar nicht wieder raus – und landet unversehens in einer Lärmfabrik. Und ganz am Schluss in einem geraden Rhythmus!

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Clâm – Clâm – Clâm 2026

Von Matthias Bosenick (09.03.2026)

Eine Muschel mit Dach macht sich von Frankfurt am Main aus aus, in Sachen psychedelischer Rockmusik neue Pflöcke zu setzen: Clâm nennt sich das international besetzte Quartett, „Clâm“ heißt auch das Debütalbum. Laut info möchte die Band darauf Heavy Psych, Disco und Ambient verschmelzen, doch die Wahrheit ist viel schöner: hypnotische Fuzz-Folklore zwischen den Cowboy Junkies und den Fleetwood Mac der Siebziger, zwischen entspannt und treibend, schlüssig vereint unter einem Dach.

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Jill Scott – To Whom This May Concern – Blues Babe Records/Human Re Sources/The Orchard 2026

Von Guido Dörheide (07.03.2026)

Who is Jill Scott? Ja verdammt, das habe ich Banause mich gefragt, als ich vom aktuellen Album der Neo-Soul-Interpretin aus Philadelphia, PA, las. Und „Who Is Jill Scott?“ lautet auch der Titel von Jill Scotts erstem Album aus dem Jahr 2000. Mit Neo-Soul konnte ich bisher nicht viel anfangen, zwar feierte ich Erykah Badu in ihrer Rolle als Queen Moussette in „Blues Brothers 2000“, aber mit ihrer Musik bin ich trotz aller ihrer Großartigkeit nie so recht warm geworden. Und so nimmt es nicht wunder, dass ich auch mit dem Werk der Jill Scott bislang nicht vertraut war, zumal ihr vorletztes Album „Woman“ auch schon wieder neun Jahre zurückliegt. Durch euphorische Besprechungen in der Tagespresse darauf aufmerksam geworden, habe ich mit nun mal mit „To Whom This May Concern“ beschäftigt und bin begeistert, wenn nicht gar überzeugt.

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KMFDM – Enemy – Metropolis 2026

Von Guido Dörheide (06.03.2026)

KMFDM sind seit 1984 immer eine Bank – ähnlich eines Uhrwerks (Jahaa – hihi, mit „Bank“ und „Uhrwerk“ gleich zwei Schweiz-Metaphern im ersten Satz untergebracht, und das bei einer deutschen Band, die lange Jahre von den USA aus operierten) veröffentlichen sie alle zwei bis drei Jahre ein – meistens mit einem fünfbuchstabigen Titel und einem von Aidan Hughes gestalteten Comic-Cover versehenes – neues Album, auf dem sie harte Elektronik mit harten Gitarren kombinieren und somit den Industrial Rock (bzw. auch den Industrial Metal) wenn nicht be-, dann zumindest mitbegründeten.

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Magnify The Sound – Searching For A Quiet Place – Crispin Glover Records 2026

Von Matthias Bosenick (06.03.2026)

Da sich das für sein zweites Album „Searching For A Quiet Place“ zum Quartett herangewachsene Trondheimer Duo Magnify The Sound angenehmerweise keiner konkreten Kategorie zuordnen lässt, hilft nur eins: Man nennt seine Musik „experimentell“. Mit Gitarre, Geige, Schlagzeug und textlosem Gesang improvisieren die vier Norwegenden kunstvolle und entspannte Soundlandschaften zwischen hypnotischer Trance und verhuschtem Ambient. Als brächten Dead Can Dance und Sigur Rós eine Split-LP heraus, die sie vorher durch einen Gartenhäcksler drückten.

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