BalashToth – Equation II: The Antithesis Of Life And Free Will – Pest Records/Metal Ör Die Records/ Not Even Music 2026

Von Matthias Bosenick (06.07.2026)

Nicht schlecht: Mit dem zweiten Teil der „Equation“-Reihe veröffentlicht die irische Ein-Personen-Band BalashToth ihr Debütalbum, sieben Jahre nach der Gründung. Darauf zu hören gibt es Melodic Death Metal Göteborger Art, darauf zu lesen gibt es, analog zu einem anderen Musiker aus Irland, mathematische Zeichen in den Titeln, aber anders als bei jenem anderen Musiker aus Irland kann man sich „Equation II: The Antithesis Of Life And Free Will“ schadlos anhören.

Zunächst blastet einen das Album in den Sitz. Mit Irrsinnstempo und Exaktheit eröffnet BalashToth das Album, da schwankt man zwischen Staunen und dem Versuch, bei 280 BPM headzubangen. Hier legt das Projekt schon deutliche Spuren aus: Handwerklich gibt es nichts zu rütteln, hier sitzt jeder Ton, jedes Break, jeder Tempowechsel, jeder Blast ebenso wie jeder andersartige Metaleinschub. Davon bringt BalashToth einige, eigentlich bewusst erst ab dem zweiten Track „+Self-Worth÷Mockery“, in dem es nämlich losgeht mit epischen Soli und Thrash-Headbangs. Was erstaunlicherweise nie passiert, auch wenn die Blastbeats mal so richtig losbrettern: dass die Musik hier zum Black Metal tendiert. Es bleibt Death an der Grenze dazu, die es nicht überschreitet; dafür eben die in andere Richtungen. Vielmehr neigt BalashToth nämlich zum Grooven.

Ein nächster Pluspunkt ist: Melodisch heißt hier nie kitschig. Schön schon, das wohl, denn sobald BalashToth die harmonischen Gitarren ins Brett bettet, gelingt dies mit Anmut, möchte man sagen, bei der extremen Art, wie der Metal hier perlt. Denn hier klingt bisweilen sogar der Power Metal an, sobald die Gitarren sich verzwillingen. Passend dazu bindet BalashToth auch metalfremde Instrumente ein, etwa das Piano in „Love = Lies“ oder die Bratsche in „n = y“, gespielt von Ádám Tóth, die den doomigen Abschluss des Albums einleitet. Jener Ádám Tóth, der hier auch mal den Moog anwirft, ist sonst bei Kajgūn und möglicherweise der Bruder des Bandchefs, dazu später mehr. Nächstens zu erwähnen ist die variable Stimme: Mal keift der Gesang in mittlerer Tonlage, mal growlt er wie aus einem frisch ausgehobenen Grab heraus, stets passend und einwandfrei dargeboten.

Das einzige Mitglied von BalashToth nennt sich Balász Tóth. Möglicherweise ist das sogar sein Klarname, auch wenn der Kontext zum Ägyptischen Gott Toth ein Pseudonym vermuten lässt, denn jener Multiinstrumentalist siedelte 2012 von Ungarn nach Irland über, genauer: nach Dundalk, ganz im Osten, kurz vor der Nordirischen Grenze. Beim Trio … In Viscero nennt er sich indes Baggio, was eher nach Fußball klingt, und bei seiner früheren Band Casketgarden trat er unter dem bereits bekannten Namen auf.

Das mit dem zweiten Teil als Titel für ein Debüt-Album ist außerdem kein launiger Scherz: Seit 2019 veröffentlicht MalashToth Musik, darunter haufenweise Singles und EPs. Zwei dieser EPs, nämlich die „Anti-Life EP“ (2023) und „= Equation =“ (2024), bündelte BalashToth noch 2024 zur Compilation „= Anti-Life/Equation =“, was man als Auftakt auffassen darf und was jedenfalls den zweiten Teil im Titel dieses Albums erklärt.