Rudi Rauschgifts Retro-Aktive Show 2: Stonehead & Lone Ol‘ Warrior live im Tegtmeyer, Braunschweig, am 20. Februar 2016

Von Matthias Bosenick (21.02.2016) / Auch veröffentlicht auf Kult-Tour | Der Stadtblog

Weil es zu wenig Stoner Rock live in Braunschweig gibt, rief DJ Rudi Rauschgift kurzerhand seine „Retro-Aktive Show“-Reihe ins Leben. Zur zweiten Ausgabe ließ er die Bands Stonehead aus Dresden und Lone Ol‘ Warrior aus Berlin den Sound der Wüste in den großartigen Partykeller des veganen Restaurants Tegtmeyer mäandern. Dort wurde es auch bald so heiß wie in der Wüste, als die Leute zu den schweren Riffs abhotteten. Später legte Nils Krawolitzki, wie Rudi wirklich heißt, seine persönliche Mixtur tanzbarer Partyhits auf. Die „Retro-Aktive Show“ ist zurzeit vermutlich die einzige Veranstaltung in Braunschweig, bei der allein schon die Musik süßlich-lecker riecht.

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Hail, Caesar! – Joel & Ethan Coen – USA/GB 2016

Von Matthias Bosenick (20.02.2016) / Auch veröffentlicht auf Kult-Tour | Der Stadtblog

Ein Film über das Hollywood der Fünfziger mit dem Humor des Hollywood der Siebziger: Das ist „Hail, Caesar!“, der neue Film der Coen-Brüder. Das Ergebnis verhält sich wie ein Coversong, den eine Band lediglich nachspielt, aber nicht interpretiert. Es fehlt das Subversive, für das man die Coens in den meisten vorherigen Filmen zu lieben lernte. „Hail, Caesar!“ ist schön bunt, hat diverse lustige Dialoge und keine richtige Handlung. Er ist zwar einigermaßen unterhaltsam, aber blutarm. Vermutlich funktioniert er wie „Birdman“ von Alejandro González Iñárritu besser, wenn man US-Amerikaner ist oder sich wahnsinnig für die Hollywood-Fassade interessiert. Wer lieber auf den Inhalt hinter der Fassade blicken will oder wenigstens einen brutalen ironischen Bruch mit dieser Fassade erwartet, wird hier enttäuscht.

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Tom Jones – Long Lost Suitcase – Seconds Out/Virgin 2015

Von Matthias Bosenick (08.02.2016)

So richtig viele Ergraute haben es nicht geschafft, nach diversen Untiefen im Alter zur Würde zurückzukehren (oder sich ihr wenigstens erstmals zuzuwenden)(oder gleich lebenslang würdevoll zu sein, wie Patti Smith). Tom Jones ist einer von ihnen: „Long Lost Suitcase“ ist der Abschluss einer Trilogie, die sich mit Jones‘ Einflüssen und musikalischen Wegbegleitern befasst. Das Album wirkt weniger kohärent als die Vorgänger, eher wie eine Compilation, aber was der Waliser darauf macht, macht er mehr als gut. Blues, Country, Ballade, Funk, Rock – wäre da nicht seine markante und immer noch unschlagbar kräftige Stimme, die Auswahl klänge willkürlich. So ist sie aber biographisch. Statt „What’s New, Pussycat?“ fragt das Album eher „What’s Old, Tiger?“

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Morgenstern (Episoden 1 bis 4) – Raimon Weber – Folgenreich/Universal 2013/2014

Von Matthias Bosenick (06.02.2016)

Fast zwei Jahre zurück liegt die Veröffentlichung der vierten und bislang letzten Episode der „Morgenstern“-Serie von Raimon Weber, jetzt erfolgt eine neuerliche Marketingkampagne dafür. Unklar ist, ob es neue Folgen geben soll, denn die vierte endet mit einem Cliffhanger. Bei „Morgenstern“ handelt es sich weder um ein Hörbuch noch um ein Hörspiel, sondern um eine Mischform, die inszenierte Lesung nämlich, und wenn man Vertreter wie „Der Butler“ oder „The Return Of Captain Future“ kennt, stellt man fest, dass es auch in dem Genre Unterschiede gibt, denn „Morgenstern“ hat nicht wie jene einen Hauptleser und für jeden Charakter eine Stimme, sondern nur eine Stimme und dazu Soundeffekte. Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man eine ziemlich hard-boiled Krimi-Geschichte um einen – na klar – zum prekären Privatdetektiv gewandelten Ex-Polizisten, der in eine Art übergeordnete Verschwörung gerät. Hier punktet weniger die Spannung als die Art und Weise, wie die teils verstörenden Elemente zusammenhängen.

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Fabio Cuomo, Morgengruss, Vanessa van Basten, Vivienne The Witch und Ramachandran – Taxi Driver Records 2016

Von Matthias Bosenick (04.02.2016)

 

Das feine Label Taxi Driver Records aus Genua startet eine unerwartete Veröffentlichungswelle: Gleich ein halbes Dutzend Alben und EPs sind im Januar erschienen. Die Stilpalette ist so weit wie die des eigenen Plattenladens: Doom, Rock, Psychedelic, Indierock, Ambient, Post-Irgendwas – Hauptsache progressiv. Ein kleiner Überblick.

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Goethes Erben – Menschenstille – Dryland Records/Samsonido 2015

Von Matthias Bosenick (03.02.2016)

Ist das nicht gruftig? Goethes Erben sind nicht tot, sie riechen nicht mal komisch. Oswald Henke erweckte seine alte Band von den Toten, um mit ihr im Oktober 2015 in Bayreuth ein Musiktheaterstück über das Sterben auf die Bühne zu bringen. Nun ist ja kein Konzert der Erben jemals frei von Theater gewesen und Henke somit auch hier in seinem natürlichen Element. Für die zwei Aufführungen, die diesem Mitschnitt auf DVD zugrunde liegen, fuhr der Mann alles auf, was ihm an Opulenz einfiel, in Sachen Musikern, Tänzern, Arrangeuren und Bühnendekorateuren. Unfassbar aufwändig. Das ergibt fast drei Stunden schwere Kost, die nicht zwingend eine Geschichte erzählt, aber dramatische Inhalte transportiert. Und optisch durch die Monochromie fokussiert ist: Das Sterben ist ästhetisch grau. Ein Teil der Musikstücke lässt sich auch fein ohne die Bilder zu Gemüte führen, dafür gibt es ein Destillat des Stückes auf CD. Einziger Wermutstropfen: Die gottlob nur selten eingesetzte Kraushoferin ist nicht mal ansatzweise ein Ersatz für Mindy Kumbalek.

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Classic Punk Party im Nexus: 20 Years Of Hate und Ramones Experience Tribute Band live am 30. Januar 2016

Von Matthias Bosenick (31.01.2016) / Auch veröffentlicht auf Kult-Tour – Der Stadtblog

Was macht man, wenn eine Ramones-Tribute-Band nach Auftrittsmöglichkeiten in Braunschweig fragt? Man bittet eine zweite Punk-Cover-Band dazu und feiert mit rund 120 Gästen eine „Classic Punk Party“. So gaben sich 20 Years Of Hate aus Göttingen und die Ramones Experience Tribute Band aus dem sagenumwobenen Groß Oesingen im Braunschweiger Nexus die Klinke in die Hand. Die After-Show-Party stiegt zwar bei nicht mehr ganz so vollem Haus, aber dafür bis um 4 Uhr. Ein Fest für alle Altersstufen, sehr zur Freude aller Beteiligten.

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The Hateful Eight – Quentin Tarantino – USA 2015

Von Matthias Bosenick (29.01.2016) / Auch erschienen auf Kult-Tour – Der Stadtblog

Filme von Quentin Tarantino kann man in (mindestens) zwei Universen betrachten: im allgemeinen Filmkosmos und in Tarantinos eigener Historie. Verglichen mit dem Rest der Welt, oder zumindest von Hollywood, macht Tarantino exorbitant gute Filme. Verglichen mit sich selbst erkennt man eine Weiterentwicklung innerhalb der acht Filme, für die er bislang Regie führte: Er wird erwachsener, behält aber viele seiner Merkmale bei. Filmisch ist er weniger experimentierwütig, dafür aber subtiler. Sein Humor äußert sich weniger visuell als nun überwiegend inhaltlich. Da das Cartoonhafte zurückweicht, wirken die blutigen Anteile jedoch brutaler. Ansonsten: Ein großartiger Film, der drei Stunden lang nicht eine Sekunde langweilt, obwohl er zumeist auf beengtem Raum stattfindet.

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Deichkind – Live in der Volkswagenhalle, Braunschweig, am 24. Januar 2016

Von Matthias Bosenick (25.01.2016) / Auch veröffentlicht auf Kult-Tour – Der Stadtblog

Intelligent, inkonsequent und ambivalent vom Kindergeburtstag zur „Wetten dass..?“-Kulisse: Deichkind im Jahre 2016 sind längst nicht mehr die Anarcho-Truppe, als die sie vor zehn Jahren in die Schlagzeilen der Musikpresse kamen. Die kritischen Inhalte und klugen Zitate überwiegen zwar (gottlob) noch, doch zelebrieren die Dance-Hopper in der zweiten Hälfte den tumben Hedonismus und widersprechen sich in vielen Aspekten selbst. Zudem ist die Show nicht mehr als nur eine Show, eine glattpolierte zudem; von einem Konzert kann keine Rede sein, da niemand ein Instrument bedient. Die richtig durchgeknallten Deichkind-Elemente kommen zumeist nur von Videoeinspielungen, lediglich im ersehnten Abschlusstrack „Remmidemmi“ lassen sie die Korken mit Effekt knallen. Aalglatt und fast ohne ein Staubkörnchen, aber eine geile Party für 5000 Leute.

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Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht (The Force Awakens) – J.J. Abrams – USA 2015

Von Marc Domin (22.01.2016)

Bewaffnet mit exakt 313 Gramm saurem Weingummi, einer 0,4-Liter-Coke im Plastikbecher und einem stillen Wasser in der Flasche ging es erwartungsvoll in die Loge von Kino 5 im C1-Filmpalast in der Langen Straße zu Braunschweig.
Im Bewusstsein, jeden Augenblick dem Imperium zu begegnen, Jedis kämpfen und Todessterne bersten zu sehen, fix die 3D-Brille aufgesetzt und los ging es mit dem bekannten Vorspann.
Ich erstmal gar nichts kapiert.

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