Inside Machine: A Tribute To Gruntruck – Bitume Prods 2026

Von Matthias Bosenick (15.04.2026)

Wer sind all diese? Satte 18 unbekannte Bands finden sich zusammen, um auf der Compilation „Inside Machine“ der neunzehnten unbekannten Band Gruntruck Tribut zu zollen. Die war Anfang der Neunziger Teil der Grunge-Szene in Seattle und veröffentlichte bei dem Metal-Label Roadrunner zwei Alben, bevor es zum Split und zur obligatorischen Reanimierung kam. Da kann man Bitume Records nur für diese nötige Horizonterweiterung danken, die zudem auch noch weitere musikalische Perlen zwischen Metal und Synthiepop enthält. Und Grunge, na klar!

Die 18 Neuinterpreten bedienen sich nicht nur bei den zwei Ur-Alben „Inside Yours“ und „Push“, sondern auch bei der selbstbetitelten 2017er Comebackplatte „Gruntruck“, die so heißt wie die Band, nach der sie benannt wurde (zitatischer Gruß an Guido). Nicht nur dieser Umstand verursacht auf „Inside Machine“ – andernorts auch betitelt als „À l’intérieur de la machine – Hommage à Gruntruck“ – eine reichhaltige Stilvielfalt, denn wer auch immer die Compilation erstellte, suchte nicht ausschließlich bei Grunge-Epigonen nach Beitragenden.

Gleich den Opener „Machine Action“ bestreitet mit MasaCritica eine Power-Metal-Band, inklusive Eiertreter-Gesang. Diese Band kommt aus Chile, auch das ist ein weiter Horizont. Über manche Bands lässt sich gar nicht viel herausfinden; Bands wie Maybe Human, Spoon Hammer, Miss Prince, Defiant Disorder oder Grunge Pit etwa, namentlich schon mal bestens passend, traten bisher lediglich als Beitragende zu der Bitume-Compilation „Lâchéz du Ciel – A Tribute To Mindfunk“ in Erscheinung, Zerothson, Quizboy, Dead Storm Rising, Bolshevik Intervention und Method Of The W.O.R.M. außerdem auch auf „Planète Magnifiée – Hommage à Failure“, lediglich dort auch Savannah. Andere sind aus dem Bitume-Katalog bekannt, wie Diego Annuitti, oder tatsächlich von außen hinzugebucht, wie die Finnen Kaamosmasennus, die Texaner Hellgrimm oder die Argentinier Godes Yrre.

Was belegt, dass große Namen keine Rolle spielen, wenn es darum geht, seine Hörerschaft mit Musik zu begeistern. Die können hier nämlich alle etwas, den Grunge haben viele im Blut und spielen ihn so dreckig, aber gekonnt, wie es erforderlich ist, und darüber hinaus erfreut man sich an angenehmen Stimmen, Twin-Gitarren, unerwarteten Licks, lebendigen Drums und was der Instrumente sonst noch möglich ist. Und auch abseitigen Genres: gruftig groovenden Electro-Rock von Method Of The W.O.R.M. beispielsweise, fuzzy Punkrock von Diego Annuitti & Los Manyas, EBM auf Russisch und Französisch von Bolshevik Intervention, Gothic Metal von Godes Yrre, fuzzy Stoner von Thunderwize, Death Metal von Cruenta Venganza, dazu Doom, Hardrock, Alternative Rock, Pianoballade, teils lediglich anteilig in einzelnen Songs. Eine Fundgrube also, typisch Bitume!