Vi sidder bare her – Ingen regning til mig – Target Records 2014

Von Matthias Bosenick (29.05.2014)

Das ist wirklich mal weitgehend außergewöhnlich: Regisseur Jørgen Leth erzählt vor sich hin, dazu machen Mikael Simpson und Frithjof Toksvig Musik, zumeist elektronisch, stets reduziert. Das ist kein Rap, das ist kein Ambient, das ist auch kein Hörbuch. Es klingt vielmehr wie eine experimentelle Reportage. Wenn man nur Dänisch verstünde.

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Monno – Cheval Ouvert – Idiosyncratics 2014

Von Matthias Bosenick (01.05.2014)

Sicher, Musik wie diese gibt es einige, aber selten gebündelt bei einer Band oder gar auf einer Platte wie dieser. Monno aus Lausanne sind mit den Melvins, den Swans, John Zorn, Bohren & der Club Of Gore, Neurosis und deren Epigonen wie Isis, Boris, SunnO))), Zu sowie Black, Doom, Sludge und sonstigen schleppenden Metal-Arten bestens vertraut. Vorliegendes Album enthält vier Stücke, die allesamt klingen wie Intros, die einen anderen Weg als den erwarteten einschlagen, und die dann zehn bis 15 Minuten dauern und davon nicht eine Sekunde lang langweilen. Und wer hat’s aufgenommen? Roli Mosimann, nicht das einzige Kaufargument, aber eine schöne Referenz. Und ein Zirkelschluss.

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No Hay Banda – Deadly Songs – Pigslide Records 2014

Von Matthias Bosenick (21.04.2014)

Die beiden Kopenhagener von No Hay Banda fügen dem klassischen Konstrukt Synthie-Duo im Jahre 2014 tatsächlich eine neue Ebene hinzu. Als erstes haut einen die Stimme von Louise Tækker um: dunkel, kraftvoll, geradlinig, fordernd – und erfreulich frei von chartskompatiblem Tralala. Die Musik von Jonas Linnet bedient sich zwar bei den 80ern, kopiert sie aber nicht; weder ist der Synthie dominierend – Gitarre und andere Instrumente unterfüttern die Atmosphäre –, noch ist die Produktion dergestalt auf komprimierte Fettheit angelegt, dass es einem die Ohren zudrückt. Vielmehr weiß das Duo filigran zu arrangieren und die Musik nicht zu überfrachten: reduziert, aber nicht leer, und es gibt immer etwas zu entdecken. Das vorliegende zweite Album „Deadly Songs“ nun ist zudem deutlich weniger tanzorientiert als noch das Debüt „Wow & Flutter“ von 2011. Adé CD: Erhältlich ist das halbstündige Werk als LP, Download – und Kassette.

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Gojira – Les enfants sauvages – Roadrunner 2014

Von Matthias Bosenick (09.04.2014)

Roadrunner, das Label der besonders limitierten Sondereditionen, veröffentlicht das dritte Live-Dokument von Gojira. Kann man verstehen, denn die Franzosen brachten in 20 Jahren erst fünf Studioalben heraus, da hat man es als Label schon schwer, die Kuh zu melken, insbesondere, wenn sie bei der Zielgruppe so einen guten Ruf hat. Den hat sie berechtigt: Gojira machen abwechslungsreichen und (man muss das Industriewort hier verwenden) innovativen Death-Black-Metal mit Groove, Tapping, Melodien und Umweltschutzthemen. „Les enfants sauvages“ belegt das in aufwändiger Verpackung.

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Purgamentum – Aschewelt – Purgamentum 2014

Von Matthias Bosenick (31.03.2014)

Black Metal soll es sein. Das sagt die Band selbst jedenfalls und gibt sich auch die entsprechenden optischen Insignien, aber mal ehrlich: Es stimmt nicht. Und das ist auch gut so. Wer den puren Black Metal erwartet, wird enttäuscht, und wer offen ist für jede Art von Erweiterung, wird belohnt. Das Wolfsburger Quintett spielt sauber auf hohem Niveau, vermeidet den Soundbrei, kann komponieren, mag schöne Melodien, beherrscht mehr als nur die eine genannte Musikrichtung und hat Humor. Mit diesen Fähigkeiten kreiert die Band ein Album, das man gerne immer wieder hört, auch wenn man Black Metal vielleicht nicht als sein favorisiertes Genre nennt.

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Killing Joke – In Dub – Pledge 2014

Von Matthias Bosenick (15.03.2014)

Zum dritten Mal lassen sich Killing Joke ein Album via Pledge vorfinanzieren, zum zweiten Mal ist es eine Compilation (das dritte war ein Live-Mitschnitt). Diese Sammlung hat es sicherlich in sich: Dub-Versionen von Killing-Joke-Songs all über die drei Jahrzehnte, überwiegend sogar eigens angefertigte. Wie immer stellt sich die Frage, was genau den „Dub“ so ausmacht, wird das Wort doch bisweilen sozusagen lediglich synonym für „Mix“ verwendet. Nichts desto trotz ist die Qualität der vorliegenden Musikstücke wie gewohnt exorbitant hoch und die Bandbreite an Stilrichtungen trotz des titelgebenden Etiketts enorm breit gefächert.

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Neneh Cherry – Blank Project – Smalltown Supersound/Rough Trade 2014

Von Matthias Bosenick (13.03.2014)

Phänomenal: Von jetzt auf eben kommt Neneh Cherry wie aus dem Nichts mit Musik an die Öffentlichkeit zurück, die vermutlich all denjenigen, die in den 90ern „Seven Seconds“ und in den 80ern „Buffalo Stance“ in die Charts brachten, eher weniger gefallen dürfte. Einen größeren Kontrast hätte sie nicht setzten können als vor zwei Jahren mit dem Jahrzentalbum „The Cherry Thing“. Da setzt „Blank Project“ an: Nicht mehr wirklich Freejazz, aber von dort aus geht es in eine teilweise elektronische Richtung. Im Zentrum steht ihre Stimme – rauh, fordernd, einnehmend.

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Alcest – Shelter – Prophecy 2014

Von Matthias Bosenick (21.02.2014)

Da gleitet er dahin: Was einst im Black Metal startete, fließt nun träumerisch ins Licht. Angesichts der ansonsten allerorts drohenden Apokalypse ist dies womöglich eine abwechslungsreich positive Wendung, angesichts ausbleibender Originalität ist „Shelter“ allerdings annähernd entbehrlich. „Shelter“ tut nicht weh, aber ein bisschen Schmerz hätte dem Werk gutgetan.

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Booze Control – Heavy Metal – Booze Control 2013

Von Matthias Bosenick (20.02.2014)

Es ist nicht ganz so einfach mit dem jungen Quartett Booze Control. Die Braunschweiger lassen die Mittachziger-Variante der NWoBHM stilecht aufleben, allerdings so traditionell, dass es fast überflüssig ist. Sie sind technisch perfekt, die Songs sind authentisch, die Mähne schüttelt sich wie von allein, aber: Es kommt wenig Originalität dabei herum, geschweige denn – trotz des humorigen Alkohol-Themas – so etwas wie Ironie. Live wiederum ist es vermutlich die pure Partymucke.

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Bohren & der Club Of Gore – Piano Nights – Play It Again Sam/Rough Trade 2014

Von Matthias Bosenick (14.02.2014)

Hörgewohnheiten können eine entlarvende Sache sein: Für den einen ist die Musik von Bohren & der Club Of Gore das Deprimierendeste, Finsterste, Langsamste oder bestenfalls Langweiligste, was er je gehört hat, für den anderen ist es nette Begeleitunterhaltung oder die weltbeste Entspannungsmusik. Wer sich bereits ausgiebig in das Oeuvre der Mülheimer hineingehört hat, wird sich über „Piano Nights“ freuen, denn es ist ein munterer Freund in allen Lebenslagen, ideal für Frühstück, Fiesta, Feierabend. Düster geht jedenfalls anders.

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