Mope – Mope – Taxi Driver Records 2014

Von Matthias Bosenick (05.09.2014)

So sonnig ist es in Italien: Das Genueser Quartett Mope macht schleppenden Doom Metal mit Saxophon, zu dem es sich prima im feuchten Keller verweilen lässt, damit auch ja keine gute Laune aufkommt. Dieser Plan geht aber schief: Das Album ist so gut, dass man sich darüber nur freuen kann. Da nimmt man dann auch gerne in Kauf, dass es mit der musikalischen Eigenständigkeit abgesehen vom Saxophon nicht ganz so weit her ist.

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Deine Lakaien – Crystal Palace – Chrom Records/Soulfood 2014

Von Matthias Bosenick (11.08.2014)

Och, nö! Da lassen sich Ernst Horn und Alexander Veljanov satte vier Jahre Zeit für ihr zehntes Album als Deine Lakaien, und dann langweilen sie damit doch nur. Wieder, wie man inzwischen meint. Oder ist es nur der Hörer, der musikalisch weitergewandert ist und den larmoyanten Mollton einfach mal satt hat? Es erstaunt auch, dass das musikalische Produkt zweier dergestalt Versierter so banal erscheint. Nach all der Kollegenschelte sollte das Duo jedenfalls keine Steine in seinen Crystal Palace mitnehmen.

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Manic Street Preachers – Futurology – Smi Col/Sony 2014

Von Matthias Bosenick (10.08.2014)

Es gibt nicht viele Bands, die ihre Spektakularität nicht halten können, aber trotzdem interessant bleiben. Die Manic Street Preachers machen seit dem Jahrtausendwechsel Musik, die niemanden mehr so recht interessiert, die auch niemanden mehr so recht aufrüttelt, die aber diejenigen zufriedenstellt, die der Band trotzdem folgen. „Futurology“, das Schwesteralbum zu „Rewind The Film“ aus dem Vorjahr, ist rockiger als jenes ausgelegt, und es ist sicherlich auch so aufgestellt, knallt aber lange nicht so wie etwa die von jugendlicher Kraft getriebenen „Gold Against The Soul“ oder „The Holy Bible“ aus den frühen 90ern. Und dennoch, man freut sich, wie sehr die neuen Songs ins Ohr gehen und wie gerne sie sich ins Gedächtnis einnisten. Gut gemacht.

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Tatati Tahiti – Mi-Lom mianoho – Tatati Tahiti 2014

Von Matthias Bosenick (28.07.2014)

Ein irres Zeug! Comlan Edoh veröffentlicht unter seinem Alias Tatati Tahiti ein neues Album und fordert damit jeden westlich (eigentlich: nördlich) orientierten World-Music-Hörer heraus, der auf modernen Afro-Beat steht. Denn was Edoh macht, ist fast nur noch Beat, Melodie kommt fast ausschließlich über die Stimme. Das Album klingt wie ein Fieberwahn und versucht erst gar nicht, europäisches Musikverständnis gewinnbringend zu bedienen. Wer sich darauf einlassen kann, bekommt mindestens gute Laune.

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The Wirepushers – Electric Puppetry – United Producers Records 2014

Von Matthias Bosenick (21.07.2014)

Rock’n’Roll! Weil Metal allein nicht glücklich macht, ist Deutschlands gefragtester Metal-Produzent und -Studiogitarrist Sascha Paeth nebenbei seit ein paar Jahren mit The Wirepushers aktiv. Jetzt liegt das Debütalbum vor, und das ist rauh, unzeitgemäß und mit dem nötigen Pfund Humor ausgestattet, und überall da, wo der durchblitzt, ist das Album auch am besten. Ein schöner Auftakt.

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Numb – The Valence Of Noise – Minimal Maximal 2014

Von Matthias Bosenick (04.07.2014)

Dirk Ivens bemüht sich redlich, den Fans vergriffene Besonderheiten aus dem internationalen EBM-Geschehen auf seinem Label Minmal Maximal auf Vinyl zugänglich zu machen. Nicht nur eigene Arbeiten mit Absolute Body Control, sondern auch Werke von Kollegen wie A Split-Second, Parade Ground, Front 242 oder The Neon Judgement bringt er so unter die Leute. Jüngste Veröffentlichung ist „The Valence Of Noise“, eine Raritätensammlung von Numb. Die acht Stücke decken den Zeitraum von 1991 bis 2000 ab und spiegeln damit auch die atmosphärische und musikalische Bandbreite der leider aufgelösten kanadischen EBM-Krawallos um Don Gordon wider.

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Gus Gus – Mexico – Kompakt 2014

Von Matthias Bosenick (01.07.2014)

Sind die gut! In Sachen Elektro, Techno, Ambient, Downbeat, Deep House oder was auch immer gibt es kaum bessere Acts als Gus Gus (oder auch GusGus, gesprochen „güsgüs“). „Mexico“ ist das vierte überragend gute Album in Folge (also in sieben Jahren). Die Songs sind welche, also nicht einfach nur Tracks, und machen auch zu Hause viel Spaß, nicht nur im Club. Gute Laune mit Anspruch, Niveau, Lebensfreude und ganz viel Raum.

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Eno • Hyde – Someday World – Warp/Rough Trade 2014

Von Matthias Bosenick (21.06.2014)

Dieses Album hätte vermutlich weit weniger Aufmerksamkeit erhalten, stünden nicht drei Buchstaben in einer bestimmten Kombination auf dem Cover: E, N und O. Von Bryan Eno erwartet man Qualitätsmusik, egal, in welchem Genre. Also scheut man sich auch, ein Eno-Werk schlecht zu finden, oder auch nur egal. Dabei wäre einem „Someday World“ dies eigentlich, wäre da nicht die andere Buchstabenkette: Underworld-Stimme Karl Hyde singt nämlich. Das zwar in gewohnt einnehmender Art, aber zu teilweise erschreckend banaler Popmusik mit cheesigen Sounds.

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Casualties Of Cool – Casualties Of Cool – HDR 2014

Von Matthias Bosenick (11.06.2014)

Was ist das, Ambient-Country? Es ist schon erstaunlich, was Devin Townsend den Metalheads alles unterjubelt. Und was sie alles durchgehen lassen, wenn nur Devin draufsteht. In diesem Falle ist es eine Kooperation mit Ché Aimee Dorval, der Sängerin, die auch schon auf „Ki“ zu hören war. „Casualties Of Cool“ stellt nun auch so etwas wie den Link zwischen „Ki“ und „Ghost“ dar, mit Anflügen von beiden Richtungen: Country und Western. Das Ergebnis klingt erstaunlich zwingend nach einer logischen Fortsetzung von dem, was man von Devin kennt, und somit vertrauter als befürchtet. Die limitierte Auflage hat eine Bonus-CD mit Stücken, die auf dem verworfenen „Ghost 2“ hätten landen sollen.

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Collapse Under The Empire – Sacrifice & Isolation – Finaltune Records 2014

Von Matthias Bosenick (01.06.2014)

Umtriebig sind die beiden Hamburger Martin Grimm und Chris Burda, gefühlt ständig kommt etwas Neues heraus. „Sacrifice & Isolation“ stellt die Fortsetzung des Albums „Shoulders & Giants“ von vor drei Jahren dar (dazwischen gab es ein anderes Album und eine EP), was ein hübsches Konzept sein mag, aber nicht ernsthaft ins Gewicht fällt, arbeitet das Duo bei seinem Elektro-Postrock doch komplett ohne Texte; lediglich am Cover erkennt konkret man die Analogie. Heraus kommt ein trippig-rockiges Album, das nach Soundtrack klingt und insgesamt angenehme Stimmungen erzeugt, auf Distanz aber bisweilen zu stark am Pathos schabt. Nichts desto trotz sind Collapse Under The Empire eine in ihrer Einfachheit vergleichbar innovative Band.

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