Vi sidder bare her – Ingen regning til mig – Target Records 2014

Von Matthias Bosenick (29.05.2014)

Das ist wirklich mal weitgehend außergewöhnlich: Regisseur Jørgen Leth erzählt vor sich hin, dazu machen Mikael Simpson und Frithjof Toksvig Musik, zumeist elektronisch, stets reduziert. Das ist kein Rap, das ist kein Ambient, das ist auch kein Hörbuch. Es klingt vielmehr wie eine experimentelle Reportage. Wenn man nur Dänisch verstünde.

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Nine Inch Nails – Live im Forum, Kopenhagen, am 13. Mai 2014

Von Pernille Sørensen (14.05.2014)

God made the world, but I made the sound

Man hat es schon so oft gemacht. Zu einem Konzert gehen, da stehen. Die Warm-up-Band geht auf die Bühne. Man wartet, bis sie endlich fertig sind, man hofft darauf. So ist es auch heute. Cold Cave sind Warm-up zu NIN. Ich höre die tanzbaren Momente und Riffs. Gute Hook-Lines. Aber da endet es auch.

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Muppets Most Wanted – James Bobin – USA 2014

Von Matthias Bosenick (02.05.2014)

Der zweite Teil, der die siebte Fortsetzung ist, wie es die Muppets selbst feststellten, während sie über zweite Teile an sich lästern, ist grundsolide, charmant, humorvoll, zitatreich, spannend, kommt ohne große Überraschungen aus und enttäuscht nicht. Hey! Das war beim besten Willen nicht zu erwarten. Doch die Macher hielten sich auch unter der Disney-Knute an die alten Regeln, die die Serie in den 70ern und 80ern so erfolgreich machte. Zwar ist der Stoff kindgerecht dargeboten, richtet sich in seinen Details aber eindeutig an die Ex-Kinder, die die Muppets schon vor 30 Jahren liebten. Dieser Kompromiss ringt dem Ergebnis zwar einige Abstriche ab, mindert aber die Qualität nicht grundsätzlich. Also: gut gemacht!

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Monno – Cheval Ouvert – Idiosyncratics 2014

Von Matthias Bosenick (01.05.2014)

Sicher, Musik wie diese gibt es einige, aber selten gebündelt bei einer Band oder gar auf einer Platte wie dieser. Monno aus Lausanne sind mit den Melvins, den Swans, John Zorn, Bohren & der Club Of Gore, Neurosis und deren Epigonen wie Isis, Boris, SunnO))), Zu sowie Black, Doom, Sludge und sonstigen schleppenden Metal-Arten bestens vertraut. Vorliegendes Album enthält vier Stücke, die allesamt klingen wie Intros, die einen anderen Weg als den erwarteten einschlagen, und die dann zehn bis 15 Minuten dauern und davon nicht eine Sekunde lang langweilen. Und wer hat’s aufgenommen? Roli Mosimann, nicht das einzige Kaufargument, aber eine schöne Referenz. Und ein Zirkelschluss.

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Transcendence – Wally Pfister – USA 2014

Von Matthias Bosenick (01.05.2014)

Wally Pfister: ein Name, wie gemacht für eine Weltkarriere. „Transcendence“: ein Film, wie gemacht für die Goldene Himbeere. In zwei Stunden erzählt der als Regisseur debütierende Kameramann von Christopher Nolan, wie ein ins Internet eingespeister verstorbener Nerd die Weltherrschaft an sich reißt, um eigentlich doch nur Gutes zu tun, dabei verkannt wird und sich auch noch in den Absichten seiner Witwe irrt, für die er das alles tut. Ohne große Momente plätschert der Film so vor sich hin, Vorteil: Er stört nicht beim Chillen.

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Axel Klingenberg – Schmorwurst am Brocken: Das Harz-Buch – Verlag Andreas Reiffer 2014

Von Matthias Bosenick (30.04.2014)

Nachdem Axel Klingenberg seinen Wahlheimatsort Braunschweig mehrfach literarisch beackerte, wirft er uns nun den nächsten Brocken vor: naheliegenderweise den Harz. In der ihm eigenen Art zwischen Ironie, Beiläufigkeit und Akribie trug er literarische Vorlagen, eigene Erfahrungen und allerlei Wissenswertes wie -unwertes, aber Interessantes zusammen. Gelegentlich warnt er den Leser indirekt davor, die von ihm beschriebene Orte selbst abzuklappern; meistens aber weckt er Neugier auf beispielsweise Tropfsteinhöhlen im Ostharz oder die Lektüre der von ihm zitierten Reiseberichte. Schade nur, dass er im letzten Kapitel diverse spannende Geschichten nur anreißt, anstatt sie auszuerzählen – sie hätten dem Abwechslungsreichtum des Buches gutgetan.

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No Hay Banda – Deadly Songs – Pigslide Records 2014

Von Matthias Bosenick (21.04.2014)

Die beiden Kopenhagener von No Hay Banda fügen dem klassischen Konstrukt Synthie-Duo im Jahre 2014 tatsächlich eine neue Ebene hinzu. Als erstes haut einen die Stimme von Louise Tækker um: dunkel, kraftvoll, geradlinig, fordernd – und erfreulich frei von chartskompatiblem Tralala. Die Musik von Jonas Linnet bedient sich zwar bei den 80ern, kopiert sie aber nicht; weder ist der Synthie dominierend – Gitarre und andere Instrumente unterfüttern die Atmosphäre –, noch ist die Produktion dergestalt auf komprimierte Fettheit angelegt, dass es einem die Ohren zudrückt. Vielmehr weiß das Duo filigran zu arrangieren und die Musik nicht zu überfrachten: reduziert, aber nicht leer, und es gibt immer etwas zu entdecken. Das vorliegende zweite Album „Deadly Songs“ nun ist zudem deutlich weniger tanzorientiert als noch das Debüt „Wow & Flutter“ von 2011. Adé CD: Erhältlich ist das halbstündige Werk als LP, Download – und Kassette.

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Ronald R. Klein – Sandow: 30 Jahre zwischen Harmonie und Zerstörung – Verlag Andreas Reiffer 2014

Von Matthias Bosenick (21.04.2014)

Die Relevanz einer Band wie Sandow – oder besser: gleich konkret der Band Sandow – geht über ihr musikalisches Wirken weit hinaus. Bis auf den Hit „Born In The GDR“ kennt man von diesem Wirken selbst in informierten Kreisen wenig, Sandow sind und waren nie Konsensband, auch nicht in Ostrockkreisen. Dafür waren sie immer viel zu subversiv, inhaltlich wie formal. Das dokumentiert dieses Buch – aber eben noch viel mehr als das: auch den Kulturbetrieb der DDR sowie den Status einer nicht einmal im Osten breitenwirksam akzeptierten Band nach der so genannten Wende im vermeintlich wiedervereinigten Deutschland. Somit ist diese Biografie ein breit gefächertes Zeitdokument.

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Gojira – Les enfants sauvages – Roadrunner 2014

Von Matthias Bosenick (09.04.2014)

Roadrunner, das Label der besonders limitierten Sondereditionen, veröffentlicht das dritte Live-Dokument von Gojira. Kann man verstehen, denn die Franzosen brachten in 20 Jahren erst fünf Studioalben heraus, da hat man es als Label schon schwer, die Kuh zu melken, insbesondere, wenn sie bei der Zielgruppe so einen guten Ruf hat. Den hat sie berechtigt: Gojira machen abwechslungsreichen und (man muss das Industriewort hier verwenden) innovativen Death-Black-Metal mit Groove, Tapping, Melodien und Umweltschutzthemen. „Les enfants sauvages“ belegt das in aufwändiger Verpackung.

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Nymph()maniac 2 – Lars von Trier – DK, B, F, D, GB 2013

Von Matthias Bosenick (08.04.2014)

Wie zu erwarten zeigt die zweite Hälfte des gesplitteten Mammutpornos mit Handlung alles das, was in der ersten Hälfte fehlte: Homoerotik, Sado-Masochismus, Gewalt, Vergewaltigung. Die Stimmung ist dabei zunehmend weniger humorvoll. Die sich für ihre Nymphomanie selbst kasteiende Joe und ihr rational-asexueller Retter Seligman nähern sich seelisch aber immer weiter an. Mit überraschendem Ende: Lars von Trier erlaubt einen Twist, über den es sich trefflich lang diskutieren lässt.

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