Von Onkel Rosebud
Die Lieblingszahl meiner Freundin ist die Neun. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sie die britische Fernsehserie „Inside No. 9“ entdeckte. Von der gibt es 9 Staffeln mit insgesamt 55 Episoden im Stil einer schwarzen Komödie. Jede 30-minütige Folge ist eine in sich abgeschlossene Geschichte mit neuen Charakteren und neuen Schauplätzen. Die Geschichten sind nur durch einen Schauplatz verbunden, der in irgendeiner Weise mit der Zahl 9 zu tun hat, sei es ein Herrenhaus, eine Garderobe oder sogar ein Schuh der Größe 9 sowie durch die Messingstatue eines Hasen, die in allen Folgen versteckt ist.
Jede Folge ist praktisch ein kurzes Theaterstück. Die Themen und der Ton variieren, aber alle enthalten neben einer überraschenden Wendung in der Handlung auch Elemente der Komödie und des Horrors oder perversen Humors, wobei in einigen Fällen die Überraschung darin besteht, dass es keine Wendung gibt. Die Episoden beginnen in der Regel mit völlig banalen Szenen, die den Zuschauer auf die falsche Fährte führen, bevor die düsteren Elemente zum Vorschein kommen. Es entsteht eine sprunghafte Synthese aus morbider Komik, boshafter Sozialkritik und echtem Grusel. Das ist äußerst einfallsreich, durchweg fesselnd und spannend. Meine Freundin saß, von Mal zu Mal angezeckter, an der Couch-Kante und behühnerte die Sekundenbruchteile und Handlungsunmöglichkeiten.
Schöpfer der Serie und fast immer Hauptdarsteller in den Folgen sind Reece Shearsmith und Steve Pemberton, Mitglieder der sogenannten „League Of Gentlemen“, einer britischen Komödiantengruppe, die sich der Verbreitung von surrealem Humor verschrieben haben. Im Staffelfinale treffen die beiden als sie selbst zur Abschlussfeier von „Inside No. 9“ zufällig im Toilettenraum aufeinander – und feiern sich ab.
No smoke without fire, meint auch
Onkel Rosebud
