
Von Matthias Bosenick (11.09.2014)
Bevor es an die wie eh und je ausgesprochen gute Musik geht, stellt sich eine andere Frage, die in Bezug auf Boa leider ebenfalls mit dem Attribut „wie eh und je“ verknüpft ist: Welche Vorstellungen hat der Dortmunder vom Format Musikalbum? Wenn der Fan die Deluxe-Version des neuen Albums kauft, bekommt er eine Bonus-CD mit acht weiteren Stücken und eine Live-DVD dazu – das Haupt-Album hat aber drei Lieder weniger als die Digipak-Einzel-CD. Man kann natürlich wohlwollend feststellen, dass der Künstler recht freigiebig mit seinem Ideenreichtum umgeht, andererseits wirkt die Auswahl seiner Stücke auf den Alben dadurch beliebig. Unabhängig davon schreibt Boa einfach tolle Songs, zwischen Hymne und Rockbrett, was „Bleach House“ verlustfrei in die nicht abreißende Reihe der seit 2000 wieder guten Boa-Alben einfügt. Ein Wermutstropfen: Obwohl sie als Autorin im Booklet noch vereinzelt auftaucht, ist Pia Lund nicht mehr dabei.






