Anthrax – Anthems – Nuclear Blast 2013

Von Matthias Bosenick (26.03.2013)

Die Cover-Könige des Thrash Metal veröffentlichen nun also als zweites neues Werk mit dem früheren Sänger Joey Belladonna eine EP mit, nun, Coverversionen. Die Auswahl ist recht traditionell, das Ergebnis ebenso. Man möchte fast sagen: Eigentlich hätte es diese EP gar nicht gebraucht. Was die Altgewordenen ansonsten noch hinbekommen in Sachen Groove und Dynamik, zeigt der hinzugefügte Track „Crawl“ vom Vorgängeralbum „Worship Music“. Dabei ist der Erwerb ebenjenen Albums eigentlich moralisch schon nicht vertretbar.

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Atoms For Peace – Amok – XL Recordings 2013

Von Matthias Bosenick (05.03.2013)

Mal ehrlich: Weit weg von Radiohead ist „Amok“ nicht. Thom Yorke singsangt einnehmend, Elektronik klickert, blubbert, schachtelt, und bei aller Kunst kommen – für aufgeschlossene Hörer – feine Popsongs dabei heraus. Wer Radiohead auch seit „Kid A“ noch liebt, wird bestens bedient, wer sich von der Teilnahme des Red-Hot-Chili-Peppers-Bassisten Flea zum Kauf verleiten lässt, wird vermutlich eher enttäuscht.

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Son Of Rogues Gallery – Anti- 2013

Von Matthias Bosenick (05.03.2013)

Ein zweiter Teil, wie schön, dabei hat selbst vom ersten Teil kaum jemand etwas mitbekommen, was mal ernsthaft verwundert, bei dem Zusammenhang, in dem der entstand, und bei dem Promiaufkommen, das daran beteiligt war. „Rogues Gallery“ und sein Kind beinhalten Aberdutzende von Piratenliedern sowie Gesängen, die mittelbar mit Nautik zu tun haben, vorgetragen von der Crême de la Crême des gepflegten Rumpelrock. Auslöser war seinerzeit der erste „Fluch der Karibik“-Film, auch Johny Depp alias Jack Shit schüttelt im Rund der Versierten seine Jack-Sparrow-Mähne. Teil zwei nun ist zwar auch gut, guckt aber an mancher Stelle musikalisch zu weit über den Tellerrand hinaus.

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Nick Cave And The Bad Seeds – Push The Sky Away – Bad Seed Ltd/Rough Trade 2013

Von Matthias Bosenick (28.02.2013)

Alles neu: Grinderman zu den Akten gelegt, Gründungsmitglied Mick Harvey verabschiedet (das letzte außer Nick Cave selbst), Soundtrack-Mitkomponist Warren Ellis an die Seite gesetzt, das Gerumpel entrümpelt. Heraus kommt „Push The Sky Away“, ein Album, das so entspannt ist, dass man – ohne es böse zu meinen – prima dazu schlafen kann. Das Gute daran: Wer konzentriert zuhört, hat auch etwas davon.

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Yo La Tengo – Fade – Matador 2013

Von Matthias Bosenick (28.01.2013)

Ach, wie schön, das Indierock-Trio aus der Krachmacherstraße hat wieder ein superbes Album gemacht. Gerade Krachmacher wissen ja umso besser, wie man so richtig schöne Musik macht, die dann oft trotzdem mit einem Anflug von Krach durchzogen ist, und auf „Fade“ packen Yo La Tengo den Pop raus, aber sowas von. Das Tempo bleibt gemäßigt, der Einfallsreichtum nicht. Was noch vor 20 Jahren die Orgel war, als Neuerung im Sound, sind heute – wenn auch nur einmal – Bläser und Streicher. Wie schon auf dem Vorgänger „Popular Songs“ aus dem Jahr 2009 klingt „Fade“ fast wie ein Sampler, so heterogen und doch durchweg typisch für die Band. Ein fantastischer Jahresauftakt.

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Frankenweenie – Tim Burton – USA 2012

Von Matthias Bosenick (28.01.2013)

Nach einem Hollywoodfilm („Charlie And The Chocolate Factory“), einem Roman („Alice im Wunderland“), einem Musical („Sweeney Todd“) und einer Fernsehserie („Dark Shadows“) recyclet Tim Burton nun sich selbst. „Frankenweenie“ basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm, den Burton 1984 drehte, noch vor seiner eigentlichen Karriere. Burtons Filme sind zwar in der Regel immer sehenswert, aber solche wie „Sweenie Todd“ und „Dark Shadows“ nur einmal; „Frankenweenie“ in der Neuauflage indes weckt den Wunsch nach Wiederholung. Er hat ein vernünftiges Erzähltempo, geek-erfreuende Filmanspielungen und Hintergrundgags, hanebüchene phantastische Übertreibungen, gewohnt skurrile Charaktere, trotzdem eine plausible Geschichte – und ist, obgleich in Plastilin und 3D, komplett in Schwarzweiß gedreht. Burton scheint all seine Eigenschaften endlich wieder in ein stimmiges Gesamtbild gerüttelt zu haben.

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Simple Minds – 5X5 Live – Virgin 2012

Von Matthias Bosenick (20.01.2012)

Alles in allem ist dieses Doppel-Live-Album eine echte Überraschung, eine positive gar. Zum einen bringt die Band die noch in den 90ern verhassten Songs der verleugneten ersten fünf (eigentlich vier und zwei halbe) Alben auf die Bühne, zum anderen zeigt das nachgeschobene Live-Dokument, wie ausgesprochen gut es den Schotten gelang, sich in die alten geilen monoton-elektronischen Songs hineinzufühlen – mit mehr Gitarre. Und: Das vorherige Live-Album „Live 2011“ hatte nicht die Hälfte der hier nachspürbaren Intensität, die Band hat wieder Bock.

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Django Unchained – Quentin Tarantino – USA 2012

Von Matthias Bosenick (17.01.2013)

Alles rund bei Quentin Tarantino, alte und neue Liebhaber seines skurrilen Humors, seines film- und musikhistorischen Wissens, seiner visuellen Ausdruckskraft, seines Geschichtenerzählens und seiner Dialoge bedient der Regisseur auch in seinem neuesten Genre-Crossover bestens. Dieses Mal mixt der blutrünstige Berserker das 70er-Jahre-Blaxploitation-Kino mit dem Western. Wie schon „Inglorious Basterds“ ist auch „Django Unchained“ erwachsener als die Werke davor; beide Filme eint zudem, dass Tarantino in ihnen historisch und politisch inkorrekt mit menschenverachtenden Systemen aufräumt. Und erneut strickt Tarantino seinen Blutreigen um den wortgewandten Christoph Waltz – allein die Eröffnungssequenz lohnt den Gang ins Kino.

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Anne Clark & Murat Parlak – Enough – Anne Clark 2012

Von Matthias Bosenick (29.12.2012)

Es gibt die Lieder von Anne Clark in den unterschiedlichsten Bearbeitungen, bei den vorrangig elektronischen Studioaufnahmen angefangen bis hin zu Live-Alben in Electro- („R.S.V.P.“), reduzierter Folk- („Psychometry“), wuchtig tanzrockender („Live“-DVD) und reiner akustischer („From The Heart“) Fassung bis hin zu Clubmixen („Wordprocessing“) oder ganz ohne Musik („Notes Taken, Traces Left“). Und nun auch mit zumeist reiner Klavierbegleitung, live mitgeschnitten bei einer Tanzperformance in Zürich. Man könnte also fast meinen, dass dem Werk der Anne Clark eigentlich nichts mehr abzuringen sein kann, doch weit gefehlt: Zum einen besteht die Trackliste nicht nur aus den altbekannten Hits, zum anderen verleihen die Musiker ebenjenen mit neuer Interpretation neue Seelen.

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Nitzer Ebb – Live At The Markthalle – Major Records 2012

Von Matthias Bosenick (29.12.2012)

Mal ehrlich, Douglas McCarthy ist eine der coolsten Säue unter der Sonne. Mit seiner Pornosonnebrille und im schwarzen Anzug tobt der 46-Jährige über die Bühne – eigentlich abstoßend, diese Vorstellung, insbesondere, wenn man weiß, dass er sich dabei zwischendurch auch mal sinnlich mit der Hand über den Schritt fährt, aber hey: Der darf das, dem steht das, der ist cool. Die Musik auch, wenngleich die, trotz zweier Bühnenmusiker (Bon Harris, Jason Payne), die auch an der letzten CD beteiligt waren, schließlich sind sie Bandmitglieder, so klingt, als käme sie aus der Konserve. Macht nix, die DVD feuert zur Party an, wie es das Konzert selbst offensichtlich auch tat.

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