Von Matthias Bosenick (06.07.2026)
Vorsicht: Sammler sämtlicher Alben von Pigface haben diese Musik bereits, nämlich auf der zweiten CD des vierten Albums „A New High In Low“. Nicht indes haben sie sie auf Vinyl, schon gar nicht im launigen Splatter. Ansonsten lässt sich zu „Howler: An English Breakfast“ feststellen, dass eine Impro-Session mit dem bekloppten Genesis P-Orridge immerhin chilligen Dub ergibt, über den ein Kasper quasselt. Freunde von Mick Harris (Napalm Death, Scorn) dürfen sich über dessen Beteiligung an der Session freuen.
Kategoriearchiv: Album
BalashToth – Equation II: The Antithesis Of Life And Free Will – Pest Records/Metal Ör Die Records/ Not Even Music 2026
Von Matthias Bosenick (06.07.2026)
Nicht schlecht: Mit dem zweiten Teil der „Equation“-Reihe veröffentlicht die irische Ein-Personen-Band BalashToth ihr Debütalbum, sieben Jahre nach der Gründung. Darauf zu hören gibt es Melodic Death Metal Göteborger Art, darauf zu lesen gibt es, analog zu einem anderen Musiker aus Irland, mathematische Zeichen in den Titeln, aber anders als bei jenem anderen Musiker aus Irland kann man sich „Equation II: The Antithesis Of Life And Free Will“ schadlos anhören.
Breeding Chaos – Distant Planets – Breeding Chaos 2024/Great Dane Records 2026
Von Matthias Bosenick (01.07.2026)
Weil die nachgereichte Single „Legion Of The Dead“ von Breeding Chaos aus Marseille im vergangenen Jahr so viel Staub aufwirbelte, kommt das selbstveröffentlichte Debüt „Distant Planets“ aus dem Jahr 2024 jetzt nochmal via Label heraus. Nach all den Jahrtausenden, die es Musik gibt, erfinden die vier Franzosen ein neues Genre: Cosmic Death Metal. Heißt: Die Musik ist brutal und böse, dunkel und auf die Fresse, aber birgt progressive Anteile und behandelt gegrowlte Weltraumthemen. Für so viel gewitzten Einfallsreichtum nimmt man manche Holprigkeiten grinsend und matteschüttelnd in Kauf.
Голуби и Безумные Кашевары – Сердце – addicted/noname label 2026
Von Matthias Bosenick (01.07.2026)
Auf seinem neuen Album „Сердце“, „Herz“, steigert sich das riesengroße Kollektiv Голуби и Безумные Кашевары, Tauben und verrückte Porridge-Köche, in Sachen Tempo und Energie im Verlauf der Spielzeit. Mit einer erheblichen Bläserfraktion und diversen Stimmen inklusive Chor generiert die Band aus St. Petersburg eine gottlob schwer sortierbare, in jedem Fall mitreißende Musik, psychedelisch grundiert und zur ausgelassenen Party neigend. Mag man gar nicht glauben, dass dies ein Livemitschnitt ist!
Was Guido sonst noch gehört hat… im Mai 2026 – Teil 2
Von Guido Dörheide (30.06.2026)
Social Distortion – The Haunted Youth – Peter Frampton – Dua Lipa – Willie Nelson – Kurt Vile
WeiterlesenColin Webster/Balázs Pándi/Matt Cargill – Chewed Up And Spat Out – Raw Tink Records 2026
Von Matthias Bosenick (30.06.2026)
„Uns ist aufgefallen, dass es zu wenig Sirenen in der Musik gibt“, sollen The Chemical Brothers vor 30 Jahren einmal gesagt haben, und diese Erkenntnis scheinen sich auch die drei Impro-Jazzer Colin Webster, Balázs Pándi und Matt Cargill zu Herzen genommen zu haben: Auf ihrem spontan miteinander eingespielten Album „Chewed Up And Spat Out“ fungiert das Saxophon als Sirene, die auf der komplett freien Kombination aus Schlagzeug und elektronischen Klangerzeugern dröhnt. Für Hörende, die annähernd nachvollziehbare Strukturen erwarten, haben die drei aber auch Passagen in petto.
Was Guido sonst noch gehört hat… im Mai 2026 – Teil 1
Von Guido Dörheide (29.06.2026)
American Football – Taj Mahal & Phantom Blues – The Black Keys – Venom – The Claypool Lennon Delirium – Aldous Harding – Darkthrone
WeiterlesenTruce – Live At Cruise To The Edge 2026 – Iapetus Media 2026
Von Matthias Bosenick (29.06.2026)
Eine Touch-Gitarre, ein bundloser Bass und ein Schlagzeug: Sobald Markus Reuter, Fabio Trentini und Asaf Sirkis miteinander Platten veröffentlichen, geben sie jenen den Grundtitel „Truce“, der sich im Grunde auch auf das Trio als Name anwenden lässt. Erst zweimal standen die drei Prog-Rock-Cracks live auf einer Bühne, und jenen zweiten Auftritt auf einem Kreuzfahrtschiff in Norwegen veröffentlichen sie nun als Mitschnitt „Live At Cruise To The Edge 2026“. Auch wenn sie bereits existierende Tracks darbieten, improvisieren sie wie bei deren Entstehung im Studio – das Experiment gelingt.
Kalamata – Zenosyne – Copper Feast Records/Made Of Stone Recordings 2026
Von Matthias Bosenick (29.06.2026)
Lustig: Den Kehrwiederturm ihrer Heimatstadt Hildesheim aufs Cover packen, aber die fünf Ein-Wort-Tracktitel den Satz „There Is No Coming Back“ ergeben lassen. Gottlob gab es eine Wiederkehr für Kalamata, das nichtgriechische instrumentale Psychedelic-Stoner-Trio, wenn auch mit ausgetauschtem Bassisten. „Zenosyne“ ist das dritte Album, und es hält sich nicht an die selbstgesteckten Grenzen – hier ist ganz viel Post Rock enthalten, und nichts von allem folgt der reinen Lehre, bleibt also aufregend.
Bruce Springsteen & The E Street Band – Live from Asbury Park 2024 – Capitol / Legacy / Sony Music 2026
Von Guido Dörheide (28.06.2026)
Bereits mit dem 5-LP-Mammutwerk „Live 1975-85“ hat Bruce Springsteen vor 41 Jahren deutlich gemacht, dass Live-Alben nicht nur Best-Ofs mit Geklatsche im Hintergrund sind, sondern auch dafür da sind, eine Stimmung zu transportieren, die auf dem jeweiligen Studioalbum noch nicht vorhanden war.
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