Lucy – Luc Besson – F 2014

Von Matthias Bosenick (16.08.2014)

Was für ein Blödsinn, und das von Luc Besson. Die Story ist hanebüchen, durchsetzt von den typischen Logiklöchern, die in Hollywood mittlerweile Voraussetzung sind, die Hauptfigur lässt den Betrachter kalt, die Elemente sind Versatzstücke aus anderen Filmen, die Action ist flach, der Inhalt nicht minder. Wenn man es recht bedenkt, hat Besson in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr bestätigt, wofür man ihn bis dahin zum Meisterregisseur heiligsprach. Schade!

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Deine Lakaien – Crystal Palace – Chrom Records/Soulfood 2014

Von Matthias Bosenick (11.08.2014)

Och, nö! Da lassen sich Ernst Horn und Alexander Veljanov satte vier Jahre Zeit für ihr zehntes Album als Deine Lakaien, und dann langweilen sie damit doch nur. Wieder, wie man inzwischen meint. Oder ist es nur der Hörer, der musikalisch weitergewandert ist und den larmoyanten Mollton einfach mal satt hat? Es erstaunt auch, dass das musikalische Produkt zweier dergestalt Versierter so banal erscheint. Nach all der Kollegenschelte sollte das Duo jedenfalls keine Steine in seinen Crystal Palace mitnehmen.

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Manic Street Preachers – Futurology – Smi Col/Sony 2014

Von Matthias Bosenick (10.08.2014)

Es gibt nicht viele Bands, die ihre Spektakularität nicht halten können, aber trotzdem interessant bleiben. Die Manic Street Preachers machen seit dem Jahrtausendwechsel Musik, die niemanden mehr so recht interessiert, die auch niemanden mehr so recht aufrüttelt, die aber diejenigen zufriedenstellt, die der Band trotzdem folgen. „Futurology“, das Schwesteralbum zu „Rewind The Film“ aus dem Vorjahr, ist rockiger als jenes ausgelegt, und es ist sicherlich auch so aufgestellt, knallt aber lange nicht so wie etwa die von jugendlicher Kraft getriebenen „Gold Against The Soul“ oder „The Holy Bible“ aus den frühen 90ern. Und dennoch, man freut sich, wie sehr die neuen Songs ins Ohr gehen und wie gerne sie sich ins Gedächtnis einnisten. Gut gemacht.

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Tatati Tahiti – Mi-Lom mianoho – Tatati Tahiti 2014

Von Matthias Bosenick (28.07.2014)

Ein irres Zeug! Comlan Edoh veröffentlicht unter seinem Alias Tatati Tahiti ein neues Album und fordert damit jeden westlich (eigentlich: nördlich) orientierten World-Music-Hörer heraus, der auf modernen Afro-Beat steht. Denn was Edoh macht, ist fast nur noch Beat, Melodie kommt fast ausschließlich über die Stimme. Das Album klingt wie ein Fieberwahn und versucht erst gar nicht, europäisches Musikverständnis gewinnbringend zu bedienen. Wer sich darauf einlassen kann, bekommt mindestens gute Laune.

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The Wirepushers – Electric Puppetry – United Producers Records 2014

Von Matthias Bosenick (21.07.2014)

Rock’n’Roll! Weil Metal allein nicht glücklich macht, ist Deutschlands gefragtester Metal-Produzent und -Studiogitarrist Sascha Paeth nebenbei seit ein paar Jahren mit The Wirepushers aktiv. Jetzt liegt das Debütalbum vor, und das ist rauh, unzeitgemäß und mit dem nötigen Pfund Humor ausgestattet, und überall da, wo der durchblitzt, ist das Album auch am besten. Ein schöner Auftakt.

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Die Karte meiner Träume (The Young And Prodigious T.S. Spivet) – Jean-Pierre Jeunet – F/CDN 2013

Von Matthias Bosenick (17.07.2014)

Jean-Pierre Jeunet macht also einen Kinderfilm in 3D. Vielleicht liegt es genau an diesen beiden Faktoren, aber so richtig mitreißend ist „Die Karte meiner Träume“ nicht geworden. Der Film trägt die visuell überbordende Handschrift Jeunets und birgt so manche fantastische Idee, aber reichen die Charaktere nicht, um sich ausreichend mit ihnen zu identifizieren. Zudem erfährt die reichlich vor sich hin pläzschernde Geschichte in ihrer Mitte einen wenig plausiblen Bruch. Das Ansehen lohnt sich aber, denn die Bilder sind schön.

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Micha-El Goehre – Monster, Monster – Verlag Andreas Reiffer 2014

Von Matthias Bosenick (14.07.2014)

Fast wäre „Monster, Monster“ das Goehre’sche „Chinese Democracy“ geworden: Diverse Male verschob sich der Veröffentlichungstermin, aber bei weitem nicht so lang und oft wie bei W. Axl Rose – und mit positivem Ausgang. Das kleine Büchlein fügt sich als Lexikon gnadenlos in die Reihe „Edition Wissenswertes“ des Verlags Andreas Reiffer ein, denn Goehre schafft einen handlichen Überblick über gängige Monsterfiguren aus Literatur, Mythen, Film und Comic und garniert seine Darlegungen mit der ihm üblichen Respektlosigkeit der Sache an sich und dem Rest der Dinge gegenüber. So ist dies zwar einerseits ein Nachschlagewerk, wenn auch lückenhaft (vermutlich aus purer Lebensfreude) und eher subjektiv, als dass es ein verlässliches Kompendium darstellt, aber andererseits ein Schlag in alle auch nur halbwegs in der Nähe stehenden Gesichter, der dergestalt schallt, dass das Lachen des Lesers dem in nichts nachsteht.

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Numb – The Valence Of Noise – Minimal Maximal 2014

Von Matthias Bosenick (04.07.2014)

Dirk Ivens bemüht sich redlich, den Fans vergriffene Besonderheiten aus dem internationalen EBM-Geschehen auf seinem Label Minmal Maximal auf Vinyl zugänglich zu machen. Nicht nur eigene Arbeiten mit Absolute Body Control, sondern auch Werke von Kollegen wie A Split-Second, Parade Ground, Front 242 oder The Neon Judgement bringt er so unter die Leute. Jüngste Veröffentlichung ist „The Valence Of Noise“, eine Raritätensammlung von Numb. Die acht Stücke decken den Zeitraum von 1991 bis 2000 ab und spiegeln damit auch die atmosphärische und musikalische Bandbreite der leider aufgelösten kanadischen EBM-Krawallos um Don Gordon wider.

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Gus Gus – Mexico – Kompakt 2014

Von Matthias Bosenick (01.07.2014)

Sind die gut! In Sachen Elektro, Techno, Ambient, Downbeat, Deep House oder was auch immer gibt es kaum bessere Acts als Gus Gus (oder auch GusGus, gesprochen „güsgüs“). „Mexico“ ist das vierte überragend gute Album in Folge (also in sieben Jahren). Die Songs sind welche, also nicht einfach nur Tracks, und machen auch zu Hause viel Spaß, nicht nur im Club. Gute Laune mit Anspruch, Niveau, Lebensfreude und ganz viel Raum.

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Frank Schäfer – Blam! Blam! Blam!: Ein Comic(ver)führer – Verlag Andreas Reiffer 2014

Von Matthias Bosenick (01.07.2014)

Dieser Mann kann einfach mal keine Freizeit haben. Frank Schäfer befasst sich nicht nur intensivst mit zeitfressenden Kulturphänomenen, er verfasst auch noch Abhandlungen darüber, und das in einer Schlagzahl, die andere nicht mal beim Nachlesen erreichen. Neu im Regal steht sein „Comic(ver)führer“, der keine lexikalische Aufreihung ist, auch kein reiner historischer Abriss, sondern diese beiden Elemente um Ansichten, Einsichten und Gespräche ergänzt. Damit ist das Buch ausgesprochen abwechslungsreich und macht – nicht zuletzt wegen Schäfers einzigartigen Sprachstils – kaum weniger viel Spaß zu lesen als ein Comic.

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