Mirabelle. – Losers – Mirabelle. 2026

Von Matthias Bosenick (31.07.2026)

Noch bevor die EP mit vier Tracks im September erscheint, schmeißen Mirabelle. aus Paris – nur echt mit Punkt hinter dem Namen ihres Lieblingsalkoholgetränks – schon mal die Hälfte davon vorab als Single heraus. Ganz postmodern mischen die vier Musizierenden lauter subkulturell und massenverträglich angesagte Trends zusammen und machen Radiopop mit Metal. Es fällt nicht allen Hörenden leicht, diese vier Songs durchgehend zu mögen.

Für Leute aus er Generation X, mindestens jedenfalls für den Rezensenten, sind Bands wie Blink 182, Sum 41 oder die ganzen Weichkekse des NuMetal eher Musik für junge Leute, und bei den Sounds jener Vertreter bedienen sich auch Mirabelle.. Poppige Melodien, mal klarer, mal geschriener viel zu hoher Gesang, angepasst geglättete Produktion, passt schon so. Dazu gibt’s brutale Metalcore-Momente, die ja auch längst im Pop angekommen sind. Oder auch mal Breaks mit Versatzstücken aus dem Hip Hop oder dem Neunziger-Dance-Pop. Ist ja ein netter Mix, aber so sehr auf Funktion aus, dass es keine Freude macht. Wer sich für diese Art Party zu alt fühlt, wird von „Losers“ nicht zum Mithüpfen und Headbangen infiziert.

Mirabelle. selbst sprechen von „all new heavy indie pop-punk with breakdowns“, das trifft es schon sehr gut, sagt aber nix darüber aus, wie gelungen diese Vermengung ausfällt. Bei Bands wie Electric Callboy ist ein großer Anteil Ironie und Spaß wahrnehmbar, der fehlt hier vollständig, die meinen das in der Art ernst, dass es etwas zu bedienen hat, möglicherweise einfach nur die Erwartungen der ihrerseits ins Verklärend-Retrospektive erwachsene Generation nach X.

Gegründet 2021, veröffentlichten Mirabelle. 2023 mit „Permanent Damage“ nach einigen Singles die erste EP. 2024 folgte des Debüt-Album „Welcome To My Funeral“, das die Band im Folgejahr als „Cremation Edition“ nachreichte. Die Single „Untitled“ aus dem April ist auf der EP übrigens nicht enthalten. So richtig Informationen über die Besetzung finden sich kurioserweise nicht, bekannt sind nur die Pseudonyme: Dory-Loup mit Gesang und Bass, Matt und Pierre an den Gitarren und Alexandre am Schlagzeug. Vielleicht. Ganz sicher tragen sie neonpinke Mützen, Death-Metal-Shirts und rot-gelb-grüne Baggy Pants.