Von Matthias Bosenick (28.07.2026)
Zwei Leute teilen sich dieses Split-Album je zur Hälfte: Die „Unholy Alliance“ gehen nämlich die beiden Ein-Personen-Projekte Ephemerality und Malignant Providence aus Rumänien ein. Beide machen Death Metal, beide mit einem anderen Ansatz: Während Ephemerality das Progressive in den Vordergrund rückt und bei aller Brutalität eine Klarheit zeigt, wühlt Malignant Providence brutal groovend im herrlichen Dreck. Beide bringen je einen Coversong mit, von Entombed und Asphyx.
Die ersten vier von acht Songs kommen von Ephemerality, und das ist Ștefan Negoiță aus Galați. Sein Death Metal ist definitiv progressiv, der bolzt nicht einfach nur, da passiert etwas, und nicht nur das Piano-Outro am Ende von „Pleasure Lies In Peril (The Resurrection)“. Das Tempo ist immens hoch, aber nicht durchgehend, Negoiță bricht damit gelegentlich, „Necrophilicon“ etwa hat diverse Hadbanger-Breaks zwischen den treibenden Riffs. Die bisweilen sogar eine Wärme ausstrahlen, die Gitarre setzt er nicht ausschließlich unterkühlt ein. Dazu kommt seine variable Stimme: Zwar brüllt er seine dunklen Growls zumeist, doch erhebt er seine Stimme auch mal in mittlere oder höhere Lagen. Zuletzt nimmt er sich das Titellied von „Left Hand Palm“ vor, dem Debüt der Schweden Entombed, und man muss feststellen, dass der Sound hier wesentlich besser ist als 1990. Zudem tauscht er das Ambient-Keyboard gegen ein solideres E-Piano aus und lässt seine Version richtig schön erfrischend ausufern.
Die zweiten vier Tracks gehören Malignant Providence, und dahinter steckt Andrei Crișan aus Timișoara. Sein Opener „Thy Curse Of Immortal Flesh“ beginnt eher wie ein melancholischer Alternative Rock, in den sich ein Growlen von hinten durch die Brust ins Ohr mogelt, daraufhin ein dreckiges Riff und ein Solo – und erst dann bricht es los, galoppiert regelrecht. Dieser Death Metal ist rauher, dreckiger, mostender, hat scharfe Kanten in dreckigen Riffs und in „Honor Your Guilt“ sogar eine Kombination aus Wärme und Lärm mit einem Solo wie von Gojira. Das abschließende „The Rack“ vom gleichnamigen Debütalbum der Niederländer Asphyx aus dem Jahre 1991 ist hier angenehmer zu hören, da nicht so unterkühlt und mit einer Stimme, die besser passt – die trägt als Gast Filip Gârlonța (u.a. Vorus, Putred) bei. Hier lässt sich der Doom am deutlichsten blicken, bevor das Stück wieder losbrettert. Zu hören war es bereits auf der EP „… From The Palms Of Divine Existence“, der bisher einzigen Veröffentlichung von Crișan.
