Deine Lakaien am 19.2.2015 im Löwensaal in Nürnberg

Von Henning Reuter (22.02.2015)

Auch wenn Deine Lakaien gerne nach Nürnberg kommen. Dieses Mal musste genauso wie im Jahr 2011 das Konzert verschoben werden. Der ursprüngliche Termin war der 29.11.14. Aber Deine-Lakaien-Fans sind ja geduldig. Somit hatten sich dann auch eine Stunde vor Einlass bereits 20 Fans vor dem Eingang vom Löwensaal eingefunden.

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Shake Up The Monsters!: Seducer, Hoax, TV Smith & UK Subs – Live im Gasthaus Zur Linde, Groß Oesingen, am 17. Februar 2015

Von Matthias Bosenick (18.02.2015)

Dieser Artikel ist auch erschienen auf Kult-Tour Braunschweig.

Heldentreffen in der Heide: Die Lokalhelden Hoax laden unter dem Motto „Shake Up The Monsters!“ die anderen Lokalhelden Seducer sowie die internationalen Punkhelden UK Subs und TV Smith ein. Kein Hoax: Wir sprechen von Groß Oesingen, einem Bauerndorf in der südlichen Lüneburger Heide, und mit dem Gasthaus Zur Linde von einem Veranstaltungsort, der ansonsten 70. Geburtstagen und Vereinsjahreshauptversammlungen als Kulisse dient. Wir sprechen außerdem von einem Dienstagabend und von Punkrock und Heavy Metal. Und wir haben die Hütte voll, mit Altpunks, Altmetalern, Althippies, Altindies sowie diversem Jungvolk, das seine Eltern und Onkels nach zehn Jahren Pause endlich mal selbst auf der Bühne erleben will (Hoax). Zusammen ergeben all diese Leute eine Melange, die in einem mindestens einstündigen Dauerpogo gipfelt. Ein denkwürdiger Abend nicht nur für die Landbevölkerung, sondern auch für die Bands, und zwar gerade deshalb, weil sie vor einer für sie wohl eher unkalkulierbaren Landbevölkerung spielen. Damit hatten sie nicht gerechnet. Wir auch nicht. Punx not dead, und er hat schon lange nicht mehr so lecker gerochen.

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Aphex Twin – Computer Controlled Acoustic Instruments pt 2 EP – Warp 2015

Von Matthias Bosenick (17.02.2015)

Der Typ ist echt mal irre. Erst lässt Richard D. James jahrzehntelang gar nichts von sich hören, dann kommt wie aus dem Nichts das Aphex-Twin-Album „Syro“, gefolgt von gut neun Stunden Gratis-Material im Internet. Und aus dem nächsten Nichts liegt nun eine kleine EP vor. Deren Titel gibt grob vor, was man zu hören bekommt: „Computer Controlled Acoustic Instruments“ nämlich, was aber deutlich weniger abstrakt ausfällt, als man bei den bekannten Parametern annehmen könnte, und vielmehr den Abwechslungsreichtum des Komponisten belegt. Die halbe Stunde (oder 20 Minuten, je nachdem, ob man das Vinyl auf 33 1/3 oder 45 Umdrehungen hört) klingt unerwartet warm und angenehm.

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Sauacker – Tobias Müller – D 2013

Von Matthias Bosenick (09.02.2015)

Dank Informationen aus zweiter Hand (die Cousine des Hauptdargestellten) ist vorab klar, worum es dem Dokumentarfilmer Tobias Müller geht: Er will in Zeiten sich wandelnder Agrarindustrie zeigen, wie sich der Generationenkonflikt auf einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb bei Sigmaringen zeigt, indem er den rund dreißigjährigen Philipp Kienle dabei begleitet, wie er seine neuen Ideen gegen die traditionellen Vorstellungen seines finanziell nur wenig erfolgreichen Vaters Konrad durchzusetzen versucht. Den Film trägt ein sympathischer und konstruktiver Philipp – doch fehlt es der Darstellung an Dramaturgie, Tiefe, Struktur und Detailreichtum.

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Wild Tales (Relatos salvajes) – Damián Szifron – RA/E 2014

Von Matthias Bosenick (09.02.2015)

Dieser argentinische Episodenfilm ist eine handfeste Überraschung. Die Geschichten ranken sich grob um das Thema Rache, aber nicht aus der typischen David-gegen-Goliath-Sicht, sondern eher Arschloch gegen Idiot, und eigentlich immer im Reichenmilieu. Man kann nicht wirklich zu jemandem halten, es gibt fast keine sympathischen Figuren, und doch sieht man den Menschen gerne und feixend beim Scheitern zu, denn alle haben dies vor lauter Borniertheit und Egozentrik genau so auch verdient. Damián Szifron gönnt sich den Spaß, die Geschichten in unvorhergesehene Richtungen weitab des Klischees und der Erwartungen driften zu lassen. Und er arbeitet mit vielen unorthodoxen Kameraeinstellungen. „Wild Tales“ ist filmisch und inhaltlich großes Kino.

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Birdman – Alejandro González Iñárritu – USA 2014

Von Matthias Bosenick (03.02.2015)

Es ist ziemlich eindeutig, warum ein Film wie „Birdman“ in den USA so hohe Wellen schlägt: Er rückt Hollywood- und angesagte Popkultur-Themen (Superhelden!) in den Fokus, inklusive pseudoselbstkritischem Humor. Sowas kann Hollywood ab, da feiert es sich selbst. Jedes Mal, und da beginnt die Problematik: Alejandro González Iñárritu bietet an Nähkästcheneinblicken nichts Neues. Vielmehr lenkt er damit vom eigentlichen Thema ab, für das der ganze Superheldenkram lediglich ein Vehikel ist: Die Hauptfigur Riggan Thomson (Michael Keaton) hat ein Egoproblem; er weigert sich, zu lernen, dass er seine persönlichen Probleme zu Lasten anderer lösen will. „Birdman“ bietet indes vorrangig formale Gründe, ihn sich anzusehen: Der Film suggeriert, in nahezu nur einer Kamerafahrt gedreht worden zu sein, und die Schauspielerriege ist tatsächlich grandios. Trotzdem langweilt man sich über lange Strecken.

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NFD – Waking The Dead – Jungle Records 2014

Von Matthias Bosenick (30.01.2015)

Ganz überraschend stellen die Gothicrocker NFD kurz vor Jahreswechsel das eigentlich bereits für 2012 angekündigte und danach fast schon vergessene neue Album „Waking The Dead“ in die Plattenläden. Und überraschen damit auch musikalisch: Bleiben sie zwar in Sachen Gitarre, Bass und dunkelrauher Stimme ganz klar der alten Fields-Schule treu, werden ihre Songs indes progressiver und reichern NFD ihre Musik auch mal mit opulenten Streichern und Chören an, das wiederum auch ganz so, wie es die Fields Of The Nephilim schon vormachten. Wischt man die extrem selten und nur zaghaft um die ein oder andere Ecke schielenden Klischees des Gruftrock beiseite, kann man das neue Album nur und in höchsten Tönen loben. Gut gemacht!

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1001 Gramm (1001 gram) – Bent Hamer – N 2014

Von Matthias Bosenick (29.01.2015)

Na gut, nach drei tollen Filmen darf man Bent Hamer auch mal eine Niete zugestehen. „1001 Gramm“ ist leider eine. Leider dann auch eine nahezu vollkommene. Wenn es die Absicht war, die Ödnis des Eichamtsjobs filmisch umzusetzen, ist dies auf eine Weise gelungen, in der sich der Zuschauer langweilt, anstatt sich der gelangweilten Figuren mitfühlend anzunehmen. Man wartet bis zum Schluss, dass es endlich mit der Handlung losgeht. Sobald dies der Fall zu sein scheint, kommt der Abspann. Und die Moral von der Geschicht? Bestenfalls: Fang endlich an zu leben. Der Kinogänger beherzigt dies wohl am besten, indem er diesen Film meidet.

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Mortdecai – David Koepp – USA 2015

Von Matthias Bosenick (24.01.2015)

Was für ein unfassbarer Scheiß. Man sieht die guten Ansätze, man erkennt, was der Film sein will, aber leider hat man da die falschen Leute machen lassen. Offensichtlich versuchte da jemand, eine Gaunerkomödie der 60er und 70er in die Jetztzeit zu verlegen (allen voran die „Pink Panther“-Filme von Blake Edwards), erreicht aber nicht einmal die Klasse der selbst meistens schon lediglich mittelmäßigen Vorlagen und verliert sich darüber hinaus noch in stressigen Albernheiten und kindischen Kotzwitzen. Dabei ist die Geschichte an sich sogar recht einfallsreich und spannend, aber der Film versaut das letzte Bisschen Qualität. Hauptdarsteller (und Filminitiator!) Johnny Depp ist im Gegensatz zu sonst dieses Mal nicht nur kein Grund, den Film zu sehen, sondern sogar der Grund, es genau nicht zu tun.

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Monty Python – Live (Mostly): One Down Five To Go – Eagle Vision 2014

Von Matthias Bosenick (11.01.2015)

Die englischen Comedy-Erneurer Monty Python nach langer Pause wieder auf der Bühne: Was vor über 40 Jahren subversiv, kreativ und provokant war, ist heute nur noch eine aufgeblasene musicalartige Nostalgie-Nummernrevue. An der Qualität der Sketche ändert das nichts, es sind bei diesem Live-Dokument der verbliebenen fünf Monty-Python-Mitglieder (und Carol Cleveland) schließlich so ziemlich dieselben wie zu aktiven Zeiten, und die endeten Anfang der 80er. Genau darin liegt eine Krux dieses Zusammenschnitts von zehn Auftritten in der Londoner O2-Arena: Er dokumentiert einen Stillstand, eine Gestrigkeit, gegen die die Pythons in den 60ern eigentlich angearbeitet hatten. Das ist nicht nur schade, sondern auch beschämend zu sehen. Die Revolution hat ihre Kinder nicht nur längst gefressen, sondern schon vor längerer Zeit halbverdaut wieder ausgeschieden.

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