Solbrud – Live im Clubraum Plagwitz in Leipzig am 30. März 2015

Von Matthias Bosenick (31.03.2015)

Den Auftrittsort zu ermitteln, war schon ein großes Abenteuer, noch bevor das eigentliche Abenteuer am Rande des Konzertereignisses überhaupt starten konnte. Solbrud gehören in ihrer dänischen Heimat zu den aufstrebenden Sternen am Black-Metal-Himmel (bewusst gewählte Bezeichnung) und fungieren dort als umjubelte Headliner, in Leipzig spielten die vier jungen sympathischen Dänen inmitten einer kleinen Schar von wohlwollend mitnickenden Subkulturgourmets in einem Raum in einer gut versteckten ehemaligen Wohnung, deren Adresse wiederum niemand öffentlich preisgibt, als hätten sie lediglich ein paar Neugierige in ihren Proberaum geladen. Der Abend endete damit, dass die Band ein Foto mit dem Fan haben wollte, der extra für sie zwei Stunden Autofahrt auf sich genommen hatte. Da wird die Band zum Fan ihres Fans. Wann erlebt man schon mal so etwas! Verdrehte Welt. Angenehm verdrehte Welt.

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The The – Hyena – Lazarus 2015

Von Matthias Bosenick (27.03.2015)

Umtriebig ist er ja nach wie vor, der Matt Johnson. Er lässt nur sein Projekt The The in der Form als songorientierte Band etwas auf der Strecke bleiben. Seit 1999 gab es kein reguläres Album mehr, offenbar deshalb, weil er sich mit dem ausbleibenden Erfolg von „NakedSelf“ unzufrieden sieht. Stattdessen nutzt er den Projektnamen, um darunter experimentelle Soundtracks zu nicht minder experimentellen Filmen zu veröffentlichen. „Hyena“ ist bereits der dritte in dieser Reihe. Es dominieren stille und noisige Sequenzen – und erstmals auch technoide Dancetracks. Auf Johnsons Stimme muss man indes weiterhin verzichten, leider.

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Mark Brandis – 30: Planetaktion Z; Mark Brandis, Raumkadett – 5: Der Aladin-Schachzug – Folgenreich/Universal 2015

Von Matthias Bosenick (19.03.2015)

Mehr Hörspiele! Auf Spotify lässt es sich angenehm kostengünstig in diverse Serien hineinhören, aus denen man dann Spreu und Weizen voneinander scheiden kann. Wer mit Detektivgeschichten, Verschwörungstheorien, Thrillern und Horror durch ist, hat die Möglichkeit, sich dem Weltraum zuzuwenden. „Mark Brandis“ steht dafür parat, und weil die Hauptserie auf alten Büchern basiert und man doch die Hörerschaft binden will, gibt es zudem als Prequel Herrn Brandis als Teenager in „Mark Brandis, Raumkadett“. Wer nun nicht SciFi-affin ist, sieht sich auch hier mit den genreimmanenten Untiefen konfrontiert. Diese muss man beiseiteschieben können, um die Geschichten goutieren zu können, und dafür gibt es einigen Anlass.

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Feed The Partei: Lukat Aid – Live im Panic Room, Essen, am 13. März 2015

Von Matthias Bosenick (15.03.2015)

Was für ein unfassbares Wochenende. Eigentlich war ich nur deshalb in Essen, weil ich in Wuppertal keinen Schlafplatz fand, und dort wollte ich das Vollplaybacktheater sehen. Sah ich auch. Na, und wenn ich schon mal in Essen war, dann gerne auch was länger, schließlich liebe ich den Pott und hatte da noch ein paar Abraumhalden offen. Und dieser Aufenthalt fügte meiner Reihe an unglaublichen Erlebnissen mit der Plattform Airbnb eine weitere Position hinzu. Was als warmherzige Schlafgelegenheit schon positiv begann, mündete in ein Soli-Konzert für die Essener Oberbürgermeisterkandidatur von „Die Partei“-Politiker Jürgen Lukat in der Punk-Bar Panic Room mit vier Bands und den unfassbarsten Kontakten.

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Das Vollplaybacktheater: Pulp Fiction – Live im Festsaal der Rudolf-Steiner-Schule in Wuppertal am 12. März 2015

Von Matthias Bosenick (15.03.2015)

Zwei Sätze, die der Rezensent vom Wuppertaler Vollplaybacktheater nicht mehr zu hören gehofft hätte: „Wir machen auf jeden Fall weiter mit ’ner neuen Produktion“ – und „Wuppertal – Rock’n’Roll!“. Denn eigentlich hatte sich das dem Punkrock näher als der Hochkultur stehende Theaterensemble vor einiger Zeit in eine Pause auf unbestimmte Dauer verabschiedet. Die wiederum hatte zum auslaufenden Winter beendet sein sollen, doch als die Tour startete, erlebte das Vollplaybacktheater seinen unrühmlichen Rock’nRoll-Moment: Der Tourmanager verschwand mit der Kasse. Versuchte es das Team zunächst noch auf eigenen Beinen, musste es die Vergeblichkeit dieses Unterfanges einsehen und den Rest der Tour absagen. Zu Hause, das immerhin, funktionieren Auftritte ganz ohne Tourmanager. Kurzerhand nach Wuppertal gedüst, erlebte der Rezensent also den traditionellen Abschlussruf dieses Mal mit dem Namen der VPT-Heimatstadt – so einfach kann Glück sein.

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Andreas Reiffer (Hg.) – Die Wahrheit über Heavy Metal – Verlag Andreas Reiffer 2015

Von Matthias Bosenick (15.03.2015)

Am Ende dieses Buches wird – mindestens zwischen den Zeilen – klar: „Die Wahrheit über Heavy Metal“ ist, dass es sie nicht gibt. Es gibt unzählige Aspekte und Fassetten, und diese Vielschichtigkeit und Ambivalenz wird in den hier versammelten Texten über die Schwermetallmusik deutlich. Heißt: Die Jungs sind längst nicht so hart, wie sie gern aussehen wollen, und die Mädels sind nicht einfach nur optisches Beiwerk. Ansonsten ist im Heavy Metal vielleicht nicht alles, aber doch weit mehr möglich als in vielen anderen Subkulturen, und sei es nur die Selbstironie. Die Erfahrung belegt: Metaller sind zum Knuddeln nett. Sie geben sich nur gern so, als stimme dies nicht.

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Murder At The Registry – Notsorry – Murder At The Registry 2014

Von Matthias Bosenick (11.03.2015)

Wie aus dem Nichts ist es da: Das seit sieben, acht Jahren unveröffentlichte Album „Notsorry“ von Murder At The Registry, Braunschweigs berühmtester Gothic-Rock-Band. Zumindest als CDr macht Sänger und Bandchef Tom Stach alias Tomasz das Werk nun zugänglich, mit der Option auf eine offizielle Veröffentlichung. Ein Schicksalsschlag hatte die Bandaktivitäten 2007 torpediert und stillgelegt, doch seit einiger Zeit ist Tomasz wieder mit neuen Mitstreitern unter dem Banner Murder At The Registry unterwegs – in diesem Zuge will er auch „Notsorry“ nicht länger zurückhalten. Der Hörer soll nun wissen: Das ist auch gut so, denn Freunde klassischen Gruftrocks mit Schlagseite zum Post Punk werden hier klischeefrei mit zumindest für sie überwiegend neuem Material von hoher Qualität bedacht.

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Qntal am 7.3.2015 im Kon71 in Nürnberg

Von Hening Reuter (10.03.2015)

Es ist schon wirklich interessant, dass ein Qntal-Konzert in der Rockfabrik in Nürnberg im Februar wegen zu wenig verkaufter Karten abgesagt wird. Diese Tatsache ist dann einfach mal so. Noch interessanter ist es aber dann, dass das Qntal-Konzert im Kon71 in Nürnberg am 7.3. total ausverkauft war. Es lag ein ganzer Monat dazwischen. Liegt es an der Location? Ich muss gestehen, dass ich selbst auch eher in Nürnberg das Kon71 als die Rockfabrik vorziehen würde. Für alle, die Statistik führen, die Rockfabrik ist seit Ende Februar diesen Jahres geschlossen.

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The Team – ZDF – Kasper Gaardsøe, Kathrine Windfeld – DK/D/B/A/CH 2015

Von Matthias Bosenick (08.03.2015)

„The Team“ ist als TV-Serie in so ziemlich allen Punkten bemerkenswert, und wo nicht großartig, da zumindest gut. Da hat jemand in Sachen Globalisierung und EU endlich mal die Chancen und Vorzüge davon genutzt. Die Serie zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den beteiligten Ländern (das sind Dänemark, Belgien, Deutschland, Österreich und die Schweiz), allem voran die Unterschiede in den Sprachen. Das allerdings nur in der ZDF-Mediathek-Variante, nicht in der Ausstrahlung – und damit geht einer der attraktivsten Faktoren dieser Serie verloren. Man sollte die achtstündige Serie also unbedingt im Internet gucken oder zumindest darauf hoffen, dass die DVD (ab Ende März im Handel) die Originalspur untertitelt.

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