Von Matthias Bosenick (26.02.2014)
Wer hätte das gedacht, dass der depressive Meister des Co-Traumatisierens nach dem verstörenden „Antichrist“ und dem langweiligen „Melancholia“ mit „Nymphomaniac“ als drittem Teil seiner Depressions-Trilogie nicht nur einen guten, sondern auch noch einen unterhaltsamen Film anfertigt – den er zudem zuvor irreführender- und sicherlich provozierenderweise als Porno vermarktete. Nein, der Film hat Handlung, Tiefgang, bietet Ausflüge in Psychologie, Philosophie, Wissenschaft, Kunstgeschichte, ist garniert mit Humor, Tiefgang und natürlich auch expliziten Sexszenen. Am Ende der ersten zwei Stunden der gekürzten Fassung (Teil zwei folgt im April) geht man beschwingt und gut unterhalten aus dem Kino. Das ist einem nach einem Lars-von-Trier-Film bislang ausschließlich nach „The Boss Of It All“ passiert.


