
Von Matthias Bosenick (06.11.2017)
Dieser Film wirkt in der Nachbetrachtung eindrucksvoller als in der Betrachtung. Fast zweieinhalb Stunden kaum Handlung, einige filmische Ästhetik und grandiose Spitzen gegen die westliche Gesellschaft fordern das Sitzfleisch heraus, belohnen aber mit Erkenntnissen, die man als kritischer Beobachter gern abnickt und die man in dem doch weitaus komplexeren Drehbuch ausmacht, das man erst rückblickend würdig erfasst. Anhand des zeitgenössischen Kunstbetriebs entblößt der Schwede Ruben Östlund hier das egozentrierte Individualverhalten des ursprünglich einmal sozialen Wesens Mensch. An vielen Stellen hätte man sich indes Straffungen gewünscht, der Wucht der Inhalte zum Vorteil.