Von Matthias Bosenick (13.05.2026)
Als Best Of The Blues könnte man „Open Road“ zunächst auffassen, das Debütalbum der Nürnberger Band Crimson Roots. Die fünf Musizierenden können so gut wie alle Bluesstile und wenden sie auch an. Wunderbar instrumentiert und gespielt bis hin zur gelegentlich eingebrachten Orgel, lassen sich damit die Herzen klassischer Bluesfans erobern. Einzig der Gesang lässt Wünsche offen – und beim zweiten Wurf dürfte zudem gern etwas mehr Experimentierfreude eingebracht werden, analog zur zweiten, progressiver strukturierten Albumhälfte.
Archiv der Kategorie: Album
Was Guido sonst noch gehört hat… im April 2026 – Teil 2
Von Guido Dörheide (12.05.2026)
Keimzeit – Michael Schenker Group – Pink Floyd – At The Gates – Ringo Starr – Six Feet Under
Teil 2 ist eine Mogelpackung, denn von MSG und Pink Floyd gibt es kein neues Material, sondern nur jeweils ein neues Album mit altem Material. Da es bei beiden Bands nicht verkehrt ist, sich mit Livematerial für die einsame Insel zu bevorraten, habe ich beide hier mit reingenommen. Aber ich will vorne anfangen, nämlich mit…
WeiterlesenLight Of Eternity – 100 Club Live – Live Here Now 2025/2026
Von Matthias Bosenick (12.05.2026)
Aktuell ist niemand sonst da, der die Lücke auch nur ansatzweise schließen kann, die der Tod von Kevin „Geordie“ Walker vor drei Jahren ins Bandgefüge der englischen Indie-Helden Killing Joke riss, als die Band Light Of Eternity, bei der mit Schlagzeuger „Big“ Paul Ferguson einer seiner einstigen Mitstreiter mitspielt. „100 Club Live“ klingt in weiten Strecken nach Killing Joke – bis auf den Gesang. Wehmut kommt auf, insbesondere, weil die Gitarre einen beinahe unheimlichen Nachhall von Geordie mit sich trägt. LOE tragen Post Punk in die Moderne, ganz wie ihre Vorbilder.
Was Guido sonst noch gehört hat… im April 2026 – Teil 1
Von Guido Dörheide (10.05.2026)
Bon Iver – Sunn O))) – Lord of the Lost – Metal Church – Crimson Glory – Crippled Black Phoenix
O haue ha – entweder ist im April so viel neue Musik erschienen, die mich interessierte, oder ich lag auf der faulen Haut herum und habe kaum was darüber aufgeschrieben. Wie dem auch sei – ich habe die April-Nachschreibung aus Gründen der Steigerung des Lesevergnügens in zwei Teile zerlegt und starte chronologisch mit Teil 1:
WeiterlesenBurn – Chopped And Shattered – Bezdech Rec. 2026
Von Matthias Bosenick (11.05.2026)
Atmosphärisch gesampeltes Vinyl-Knistern sollte man bei dieser Veröffentlichung eher nicht erwarten: Zwar sortiert Burn, das neu zusammengefundene polnische Duo aus zwei etablierten Musizierenden, sein Debüt „Chopped And Shattered“ selbst im Trip Hop ein, schert sich aber nix um dessen Regeln. Für Downbeat ist hier nämlich eine Menge elektronischer Trubel drin. Ewa Baran alias Holy Høly! singt in einer angenehm dunklen Stimmlage, Bartek Brzeziński alias DXCV3R verleiht seinen synthetischen Sounds einen ordentlichen Druck. Was dereinst zur introvertierten Kontemplation gedacht war, schlägt einem hier amtlich ins Gesicht.
Draken – Here Be Draken – Dark Essence Records 2026
Von Matthias Bosenick (07.05.2026)
„Irgendwo zwischen Heavy Rock und Metal“ ordnet sich das norwegische Trio Draken selbst ein. Was erstmal unschöne Vorstellungen von drittklassigen Altstadtfestkapellen evoziert, entpuppt sich auf dem dritten Album „Here Be Draken“ als in die Fresse knallende Wundertüte an allen möglichen unbequemen Substilen im Bereich der genannten Genres. Mit solcher Musik hätte man wieder Bock auf Altstadtfeste. Merkwürdig überdies, dass hier in der Info der Trondheimer das Wort „progressiv“ fehlt.
Der Finger – Telepathie – Der Finger 2026
Von Matthias Bosenick (06.05.2026)
Wenn der Krieg die Menschen zur Trennung zwingt und beispielsweise den Fortbestand eines gemeinsamen musikalischen Projektes unmöglich macht, kann man heutzutage dankbar sein, dass mindestens letzteres via Technik überwunden werden kann. Das Impro-Experimental-Duo Der Finger, eigentlich aus Russland, wurde getrennt – und entwickelte ein eigenwilliges Konzept, um über technische „Telepathie“ trotzdem ein gemeinsames Album erstellen zu können, gleichzeitig in Ghent und in Moskau. Die auf diese Weise entstandene Musik ist so herausfordernd wie die Umstände – und dient zudem als Grundlage für wissenschaftliche Betrachtungen.
Atsuko Chiba – Atsuko Chiba – Mothland 2026
Von Matthias Bosenick (06.05.2026)
Wenn Atsuko Chiba aus Montréal ihr viertes Album „Atsuko Chiba“ nennen, heißt es dann wie die Band oder wie die Figur aus dem Anime „Paprika“, nach der die Band benannt ist? In gut einer halben Stunde breitet das Quintett eine Musik aus, die mit Indie-Rock irreführend bezeichnet wäre, da sie zwar mit Rock-Instrumenten erstellt ist, aber nicht so klingt. Das hier ist kunstvoll, unkonventionell, experimentell, aber immer schmeichelnd, eingängig, schön.
The Prestige – Isthmos – Banshies 2026
Von Matthias Bosenick (05.05.2026)
Das tut gut: Sobald The Prestige aus Paris ihr Gebrüll in wuchtige Gitarrengerölllandschaften betten, möchte man einstimmen und fühlt sich verstanden, gehört, vermittelt. Vermetalt beinahe, doch ist das eher dem Hardcore nahe, was die Franzosen auf ihrem dritten Album „Isthmos“ darbieten. Und zwar dem modernen Post-Hardcore, der sich nicht scheut, auf Scheuklappen zu verzichten, experimentelle Spielereien einzubauen und das Tempo zu drosseln. Neurosis, Converge, Post-Rock, das könnten so Eckpfeiler sein, und alles wäre noch besser, verzichtete das Quartett auf den gelegentlich hervorgebrachten klaren Metalcore-Gesang.
Repetita Iuvant – 3+2 – Argonauta Records 2026
Von Matthias Bosenick (04.05.2026)
Wer Stress sucht, ist hier falsch, auch wenn das Instrumental-Trio Repetita Iuvant aus La Spezia im südlichen Ende Liguriens durchaus in der Lage ist, Lärm zu veranstalten. Komplett langsam ist das zweite Album „3+2“ und liegt musikalisch zwischen Bohren & der Club Of Gore, Psychedelik und My Bloody Valentine. Könnte man glatt als Post Rock auffassen, wenn es nicht wesentlich besser wäre als jener. Als Konzept für die Musik gilt: Wiederholung tot Not!









