Afsky – Sorg – Vendetta/Broken Silence 2018

Von Matthias Bosenick (29.05.2018)

Für die mondlosen Nächte muss ein Soloprojekt her: Deutlich persönlicher als mit seiner Hauptband Solbrud verarbeitet Sänger und Gitarrist Ole Luk aus Kopenhagen das, was ihn bewegt, mit Afsky. „Sorg“ stellt das erste volle Album dar, das zwar auf Black Metal basiert und damit die Nähe zu Solbrud belegt, indes eine andere musikalische Farbe und weit mehr Melancholie in sich trägt. Und Ausflüge abseits der Wege, in Richtung Doom und skandinavische Folklore etwa, letztere beigesteuert von der geistesverwandten Gastmusikerin Myrkur. So nahe liegen Freundschaften bisweilen.

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Dominic Razlaff – Gentle – Beluga 2017

Von Matthias Bosenick (03.09.2017)

Wie jemand im Grunde mit nur einem einzigen Sound derart viele verschiedene Stimmungen erzeugen kann: Das ist die große Kunst im Ambient. Dominic Razlaff alias DR aus Braunschweig kann das. „Gentle“ ist eines seiner jüngsten Produkte (das wie vielt jüngste, weiß man bei dem Vielveröffentlicher nie so genau), und es erscheint als Kassette mit nur einem fast 20 Minuten langen Track. Man könnte es als Einschlafmusik bezeichnen, das funktioniert bestimmt ganz gut, aber dann versäumt man einen schieren Atlas an akustischen Landschaften.

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Dominic Razlaff – September 2015 – Stuklabel 2016

Von Matthias Bosenick (27.11.2016) / Auch veröffentlicht auf Kult-Tour Der Stadtblog

Es bewahrheitet sich: Das Tape erfährt derzeit ein Revival, das, anders als das der LP, einfach mal nicht so erwartbar war. Was will man mit diesem Plastikgehäuse mit einem Magnetband drin, das beim Abspielen seine eigene Auflösung initiiert? Aber wofür gibt es denn Downloadcodes. Bevorzugt ist dieses Medium übrigens in den Genres Black Metal und Ambient zu finden. Der Braunschweiger Dominic Razlaff alias DR bestätigt dies mit seinem frisch auf dem japanischen Stuklabel erschienenen Album „September 2015“, das er mit einem beatlosen Ambient befüllt. Seine Spezialität sind bis zur Unkenntlichkeit verfremdete Field Recordings, die er in seine Synthiemodulationen einwebt. Er selbst spricht von Drone, aber der Begriff klingt viel dunkler als die Musik, die man tatsächlich zu hören bekommt.

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Harri Kauppinen – Helvetin laulut – Concorde Music Company/Inverse Records 2016

Von Matthias Bosenick (31.08.2016)

Ein einsamer Mann mit langen, dünnen schwarzen Haaren, die unter einer schwarzen Wollmütze hervorsprießen, sitzt im herbstwinterlich kahlen Wald und tippt murmelnd auf seiner Schreibmaschine herum. Zwischendurch holt er seine Klampfe heraus und intoniert dunkle, doomige, folkige Gothicrocksongs auf halblustigem Finnisch. „Höllenlieder“, wie der Albumtitel „Helvetin laulut“ übersetzt heißt. Harri Kauppinen war einst Sänger der Darkmetaler Beyond The Dream, von denen auch keiner je etwas gehört hat. Sein Debyyttialbumi indes überrascht: Besonders der harte finnische Zungenschlag, den man dank Eläkeläiset eher in Lustig kennt, kontrastiert den gar nicht so stark klischeebeladenen schleppenden Gruftrock sehr angenehm.

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Solbrud – Tape – Solbrud 2016

Von Matthias Bosenick (17.05.2016)

Die Jugend ist noch oldschool! Zumindest, was die Darreichungsform ihrer Musik betrifft, nicht ihre Musik: Als „Tape“ veröffentlichen die Jungzwanziger von Solbrud aus Kopenhagen ihren modernen Black Metal. Enthalten sind ein neuer und ein Live-Track, zusammen über 20 Minuten Musik – und komplett frei von Downloads und Streaming. Man braucht wirklich ein Kassettenabspielgerät. Und Tempo, denn von den 120 Exemplaren kommen nur 100 in den Vertrieb.

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