Monday Music Club – Descend/Shine On – Monday Music Club/Minga Records 2019

Von Matthias Bosenick (09.04.2020)

Von Braunschweig nach München, von der NDW-Band mit dem diskutablen Namen Clit zum Indie-Rock mit dem Monday Music Club: Als Vinyl-Single veröffentlicht das klassisch besetzte Quintett um Ulrich Lißner zwei frische Songs. Mit reichlicher Dringlichkeit untermalt der Club seine Anliegen: gegen Rechts und gegen Drogen, verkürzt benannt. Die Songs sind catchy, zielen aber nicht vordergründig auf Partytauglichkeit. Straight, schnörkellos, punktgenau gespielt – man hört, dass da Leute mit Erfahrung am Werk sind.

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Myrkur – Juniper – Relapse 2018

Von Matthias Bosenick (23.05.2019)

Es ist nicht mehr so einfach, sämtliche Songs von Myrkur physisch in die Finger zu bekommen. Die letzten beiden erschienen kürzlich als 7“, und das nach einer raren Flexi-Single sowie einem Album, das es in limitierter Fassung mit einer Bonus-EP gab. Seitdem ist es um Amalie Bruun allerdings auch reichlich ruhig geworden. So ruhig wie die beiden Songs auf diesem Stück Vinyl: Black Metal dient hier lediglich der Gefolgschaft als Orientierungshilfe, zu hören gibt es im weitesten Sinne Folklore. Damit überrascht die Dänin ihre Verehrer mitnichten, die Puristen indes gewiss.

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The Eden House – Songs For The Broken Ones – Jungle Records 2017

Von Matthias Bosenick (31.08.2017)

Trip Goth! Allein dafür, dass es gelingt, auch im neuen Jahrtausend noch neue schlüssige Genrebezeichnungen zu finden und mit nachvollziehbar abtrennbarem Inhalt zu füllen, gebührt The Eden House aller Respekt. Und dann ist deren Trip Goth auch noch gut, auch auf dem dritten Album in fast zehn Jahren. Sowohl das Trippige als auch das Gothige kommt vom selben Instrument, nämlich vom Bass, und den Rest strickt die Band mit 50 Mitgliedern passend drumherum, nämlich wavige Melodien und Tempi, hymnisch-pathetische Harmonien und ausschließlich weibliche Stimmen. Als Referenz seien hier die Fields Of The Nephilim genannt, und das nicht ohne Grund, spielen die bei The Eden House doch wesentlich mit.

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Under Viewer – Wonders & Monsters, Daniel B. Prothèse – Überlastung – Alfa Matrix 2016/2017

Von Matthias Bosenick (22.03.2017)

Dieser Jean-Luc de Meyer hat aber auch eine geile Stimme. Der veredelt alles, woran er beteiligt ist. Hier nun mit Patrick Codenys an Under Viewer, einem von zwei Projekten, aus denen 1981 Front 242 hervorgingen. Das andere war Prothèse von Daniel Bressanutti. Von beiden gab es keine offiziellen Veröffentlichungen, sieht man von den Demos ab, die das Label Alfa Matrix 2004 zum Rerelease des Front-242-Debüts „Geography“ auf die limitierte Bonus-CD packte. Beide Projekte überarbeiteten ihre Demos und schufen neue Songs, die sie jetzt unter die EBM-Fans bringen – und diese sicherlich eher verstören: Under Viewer ist wunderschöner dunkler minimaler Pop, Prothèse zirpendes Experiment mit Ambient-Schlag, beides also in einem völlig anderen Sinne „Kampfbereit“.

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Kackschlacht – Kackschlacht 2015 – Kackschlacht 2015

Von Matthias Bosenick (10.05.2015) / Auch auf Kult-Tour – Der Stadtblog

Wie auch immer sich die Welt entwickelt, in Sachen Technik, Politikverdrossenheit, Rechtsruck, Internet, Mainstreamisierung und weiß der Geier was – eines wird es gottlob immer geben: die kleine schranzige linke Punkband aus dem Keller nebenan. Kackschlacht ist eine dieser kleinen Bands, vielmehr: Es ist ein Duo aus Braunschweig, das die Welt wie selbstverständlich aus einer in ihrem Genre relativ allgemeingültigen Punk-Attitüde betrachtet, die mittlerweile älter ist als die beiden Brüder selbst. Als Kackschlacht orientieren sie sich musikalisch am schnellen Wenige-Akkorde-Schrammel-Punk, den man eher selten für seine Virtuosität goutiert. Da geht es vielmehr um Slogans, Energie, Antihaltung; all das allerdings mit einiger Ironie. Schick: Die knapp neun Minuten Musik kommen auf einer Sieben-Zoll-Vinylsingle – in Gelb.

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The Mission – Different Colours – Oblivion/SPV 2014

Von Matthias Bosenick (30.06.2014)

Das ist ein interessantes Projekt: Als zweite Veröffentlichung in der zweiten Reunion bringen The Mission eine Doppel-Single heraus, auf der jedes Mitglied der aktuellen Besetzung je einen selbstkomponierten und -gesungenen Song präsentiert. Musikalisch ergibt das eine Bandbreite, die tatsächlich breiter ist als die des jüngsten Albums „The Brightest Light“. Ein Manko ist, dass die Single-Versionen überwiegend kürzer sind als die in der Download-Version der EP, dass der fünfte Song des Download-Bundles fehlt – und dass der Single kein Download-Code für die fünf Tracks beiliegt. Dafür sind die mehr als 15 Euro für eine Doppel-Single einfach viel zu viel.

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