Von Matthias Bosenick (18.08.2026)
Was kommt dabei heraus, wenn man eine instrumentale Rockband und ein Blasorchester kreuzt? „GamGumSupon“, das neue Album von Kuhn Fu, verrät es – Rock’nRoll mit Big-Band-Sound, Hardrock mit Jazz und noch eine Menge mehr, das einem selbst gar nicht einfallen würde. Das achte Album, international besetzt eingespielt passenderweise zu acht, verzückt mit verrückten Haken, die die Musik fortwährend schlägt. Fett!
Kategoriearchiv: Album
Drazek Fuscaldo – Mirage – Drazek Fuscaldo 2026
Von Matthias Bosenick (14.08.2026)
Der vollständige Projektname zu dieser Veröffentlichung aus Chicago lautet Drazek Fuscaldo feat. Jörg A. Schneider, Tatsu Aoki & Thymme Jones, denn dieses jüngste Album „Mirage“ entstand so etwas in der Art wie zu fünft. Zu hören gibt es die hypnotischste, entspannteste freie Jazzmusik, die man sich vorstellen kann. Nichts für das angesagte Kaffeehaus, sondern für den entspannten Genuss zu Hause. Mit unter anderem Trompeten, Piano, Gesang und einem gelösten Schlagzeug – und alles davon ganz anders, als man glaubt, wenn man das so liest. Zum Schluss gibt’s nämlich sogar Grooves!
Sly & The Family Drone – With Love – Sly & The Family Drone 2026
Von Matthias Bosenick (13.08.2026)
Bandnamen, die sich aus der Verdrehung bereits etablierter Namen einen Scherz machen, sind eher schwierig, da funktionieren eigentlich ausschließlich Dub Spencer & Trance Hill. Die Nordlondoner Sly & The Family Drone machen’s dennoch, und immerhin der veränderte Zusatz ist hier mehr als berechtigt: Auf dem vermutlich achten Album „With Love“ gibt’s irgendwie einen freien Jazz, aber generiert nicht nur mit dem Tenor-Saxophon, sondern auch mit elektronischem Lärm. Der umso besser reinhaut, wenn er wie hier neben kontemplativen Stücken steht. Letztlich belegt der Name vielmehr eine in der Musik eher versteckte Komponente, die für das Quintett dennoch essentiell ist: Humor.
Pinhdar – Comfort In The Silence – Fruits De Mer Records 2026
Von Matthias Bosenick (13.08.2026)
Das neue Logo von Pinhdar mit dem auf Abstand vertikal gespiegelten P deutet schon sehr auf Portishead hin, und ja, das Duo aus Mailand erfüllt diverse Charakteristika des Trip Hop, aber nicht ausschließlich, denn die zweite Säule errichten die beiden Musizierenden und Singenden auf Wave aus den Achtzigern und verbinden alles mit modernen Mitteln. „Comfort In The Silence“ ist das vierte Album von Cecilia Miradoli und Max Tarenzi, das in unruhigen Zeiten der Seele guttut.
Wolf Kadaver & Die Betrüger – Pseudologia Phantastica/Dislike – Tanzende Kadaver 2026
Von Matthias Bosenick (12.08.2026)
Ein fa-fa-fa-fantastisches neues Album allein reicht Wolf Kadaver & Die Betrüger nicht aus, falscher Genitiv im Bandnamen begründet: Die Single „Dislike“ mit zwei exklusiven Tracks gibt’s gleichzeitig zu „Pseudologia Phantastica“ dazu. Ganz nach Art der Hauptband des Braunschweiger Sängers und Bandkopfes, Tanzende Kadaver, dominiert hier der oldschoolige Uptempo-Punk, indes in allen Fassetten plus vielen anderen Sounds, von Offbeat bis zum Synthiepop. Textlich breitet sich die Band zwischen Fun, Soziologie, Horror und blutigem Ernst aus – inklusive eines feinen Popsongs gegen den Rechtsruck. Ungelogen!
Converge – Hum Of Hurt – Epitaph 2026
Von Guido Dörheide (03.08.2026)
Oder auch: Was Guido sonst noch gehört hat… im Juni 2026 – Korrektur und Ergänzung
Kaum wieder da aus dem Urlaub und schon wieder durch den Wind: In meinem jüngsten Artikel über den Juni 2026 tauchte eigentlich noch Converge in der Unterüberschrift auf, nur war von denen dann im Artikel keine Rede mehr, weshalb der Herausgeber den Bandnamen auch aus der Unterüberschrift entfernt hat. Da ich nicht ich wäre, wenn ich mir diesen Lapsus selber durchgehen ließe, mache ich hiermit auf diesen aufmerksam und liefere die Rezension zu „Hum Of Hurt“, der zweiten Converge-Veröffentlichung in diesem Jahr, nach, ebenso wie einen selbstkritischen Beitrag zu meinen vorherigen Aussagen über die „Complete B Sides Remastered“ von den Pixies.
WeiterlesenWas Guido sonst noch gehört hat… im Juni 2026
Von Guido Dörheide (02.08.2026)
Evergrey – Nine Inch Nails – Joan As Police Woman – Klez.e – Olivia Rodrigo – Pixies
Ich bin wieder da. Aufgrund von Sommerurlaub mit der jüngeren Tochter und anschließender Erkundung zweier Europäischer Hauptstädte innert weniger Tage mit dem Kombinationskraftwagen aus volkseigener Produktion (der dabei sein Heimatland durchmaß und nach dem Wiedereintritt in die BRD kurz vor der niedersächsischen Grenze prompt geblitzt wurde) kam ich nicht zum Schreiben und nehme diese lästige über alles geliebte Gewohnheit jetzt wieder auf. Ein Wort des Dankes an Julius, Regina und Julian für den wunderbaren Aufenthalt in Wien, und ein Wort des Dankes an die Liebste für lecker böhmischen Schweinebratenessen am Wenzelsplatz und vor allem für die tolle Zeit.
Inzwischen sind natürlich auch mir am Herzen liegende Tonträger*innen erschienen, die ich hier dem KrautNick-Auditorium nicht vorenthalten möchte, oisdann, gemmas o:
WeiterlesenDenevér – III. Hívogat a vér – Pest Records/Metal Ör Die Records 2026
Von Matthias Bosenick (29.07.2026)
Einen Blick über die Grenze ins Nachbarland wirft der Ungar Tibor Terebesi aus Ózd, und zwar nach Transsilvanien in Rumänien. Sein Solo-Black-Metal-Projekt nennt er Denevér, was auf Ungarisch Fledermaus heißt und schon grob ahnen lässt, worum es auf seinem dritten Album „III. Hívogat a vér“ geht: „Der Ruf des Blutes“ steht im Mittelpunkt, und zwar der, dem ein gewisser Vampir folgt. Terebesi setzt auf Old-School-Black-Metal, er knüppelt also lieber, als dass er Atmosphären schafft, und baut gelegentliche klassische Interludien und andere Fingerfertigkeiten ein.
Ephemerality/Malignant Providence – Unholy Alliance – Loud Rage Music 2026
Von Matthias Bosenick (28.07.2026)
Zwei Leute teilen sich dieses Split-Album je zur Hälfte: Die „Unholy Alliance“ gehen nämlich die beiden Ein-Personen-Projekte Ephemerality und Malignant Providence aus Rumänien ein. Beide machen Death Metal, beide mit einem anderen Ansatz: Während Ephemerality das Progressive in den Vordergrund rückt und bei aller Brutalität eine Klarheit zeigt, wühlt Malignant Providence brutal groovend im herrlichen Dreck. Beide bringen je einen Coversong mit, von Entombed und Asphyx.
Steamgenerator – Hopeless Romantic + Black As Coal – Metalloscope-Music 2026
Von Matthias Bosenick (27.07.2026)
Wie die Zeit rennt: Das Album „Hopeless Romantic“ – im Geiste ist das „-ly“ mitgedacht – ist bereits drei Jahre alt, die EP „Black As Coal“ sogar sieben. Jetzt bringt die Wolfsburger Band Steamgenerator ihr komplettes Oeuvre, also sämtliche zwölf Songs, neu heraus, gebündelt auf einer CD und gehüllt in ein formschönes Digipak, zudem im Klang verbessert. Das Arbeitstempo passt zur Musik: Langsamer Doom ist der Hauptbestandteil hier. Auch mit dem Abstand der Zeit gefällt das, was das Quintett zusammenträgt, denn das ist gottlob mehr als nur Doom und auch nicht durchgehend langsam.










