The Melvins with Napalm Death – Savage Imperial Death March – Ipecac Recordings 2026

Von Guido Dörheide (17.04.2026)

Jahaa, hihi, noch vor wenigen Minuten hätte ich die Frage im Internet nach Bands, denen fälschlicherweise ein „The“ angedichtet wurde, obwohl da keins war, mit sagen wir mal „Monks, Counting Crows, Cream, Melvins“ beantwortet. Und dann erscheint jüngst das Album „Savage Imperial Death March“ (fürwahr ein Monolith von einem Albumtitel) von „The Melvins with Napalm Death“. Üff. Aber scheiß auf das „The“, wichtiger ist das „with“. „Savage Imperial Death March“ (fürwahr ein Monolith von einem Albumtitel) ist KEIN Split-Album von Melvins und Napalm Death, auf dem die beiden Bands ihre Songs abwechselnd oder nacheinander spielen, sondern eine Kollaboration, auf der die beiden Bands gemeinsam ausgedachte Songs gemeinsam spielen. Dabei fallen der Melvins-Bassist und der Napalm-Death-Schlagzeuger ein wenig hinten rüber, aber das ist angesichts des Legendenstatusses, den Dale Crover (Melvins, Drums) und Shane Embury (Napalm Death, Bass) für sich verzeichnen können, mehr als selbstverständlich. Neben den beiden Vorgenannten brillieren auf „Savage Imperial Death March“ natürlich Buzz Osborne (Sänger, Gitarrist und Robert-Smith-Haircut-Lookalike-Award-Winner der Melvins), Barney Greenway (Sänger von Napalm Death) und John Cooke (Gitarrist von Napalm Death).

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Attwenger – Wos – Trikont 2026

Von Guido Dörheide (17.04.2026)

A neiche Attwenger-Plottn ist allweil ane leiwande Sochn (lieber Julius, wenn Du das liest und mir der Dialekt einigermaßen gelungen ist, erzähle es bitte Freunden & Familie, falls ich es verkackt habe, erzähle es mir), was zu einem großen Teil daran liegt, dass das Hitrezept von Markus Binder und Hans-Peter Falkner aus Linz denkbar einfach ist und auch im Jahr 37 des attwengerschen Schaffens noch mitreißt wie schon immer seit „Di Kia“ (was nichts mit Kia oder Nokia zu tun hat – die von Attwenger besungenen Kia gengan auf der Oim und nirgendwo sonst) Anno 1990:

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Tears For Fears – Scheiße angezogen, ernst gucken

Von Onkel Rosebud

Wie vermutlich viele Menschen, die sich für populäre Musik interessieren, hat meine Freundin eine Liste mit Bands, die sie unbedingt noch live sehen will. Unsere Schnittmenge für Formationen, die noch oder schon wieder am Start sind, ergab unter anderem Tears For Fears. Für sie wegen „Shout“, dem hornhautfräsenden Song, der sich der Hitformel von Abba und den Beatles bedient: nicht mit der Strophe, sondern gleich mit dem Refrain loszulegen. Für mich wegen dem Album „The Seeds Of Love“ (Fontana Records, 1989), mit dem die Band dem Synthie-Pop entwuchs und das ich für das beste Alben der 80er halte. Und glaubt mir, diese Kategorie habe ich mit summa cum laude absolviert, wenn man Joy Division aus der Wertung nimmt.

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Inside Machine: A Tribute To Gruntruck – Bitume Prods 2026

Von Matthias Bosenick (15.04.2026)

Wer sind all diese? Satte 18 unbekannte Bands finden sich zusammen, um auf der Compilation „Inside Machine“ der neunzehnten unbekannten Band Gruntruck Tribut zu zollen. Die war Anfang der Neunziger Teil der Grunge-Szene in Seattle und veröffentlichte bei dem Metal-Label Roadrunner zwei Alben, bevor es zum Split und zur obligatorischen Reanimierung kam. Da kann man Bitume Records nur für diese nötige Horizonterweiterung danken, die zudem auch noch weitere musikalische Perlen zwischen Metal und Synthiepop enthält. Und Grunge, na klar!

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Tracy Bryant – The Well – Taxi Gauche Records 2026

Von Matthias Bosenick (14.04.2026)

Mit seinem neuen Album „The Well“ fordert der Kalifornier Tracy Bryant die Genresucher heraus: Musikalisch und stilistisch lässt es sich nicht einordnen, so reduziert, wie es in Triobesetzung eingespielt wurde, und so wenig opulent die schwer zu identifizierenden Instrumente zum Einsatz kommen. Und trotzdem bleibt man dran, weil jeder Song etwas Neues, Eigenes bietet, was den Grundton nicht beeinträchtigt, sondern erweitert, und der liegt irgendwo im krautigen Postpunk-Indiefolk.

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Design – Faithless – Overdub Recordings 2026

Von Matthias Bosenick (13.04.2026)

Da steckt Feuer drin, und zwar ein Feuer aus mindestens zwei Welten: Electro und Rock kombiniert das Quartett Design aus Ancona auf „Faithless“, seinem dritten Album nach zehn Jahren Pause, zu einer Melange, die man in den USA möglicherweise als Industrial Rock bezeichnen würde. Starke Wave-Anteile und der Hang zur großen Geste machen aus diesem schwer googlebaren Album einen Kandidaten für Festivalbühnen und für die Rotation in abgedunkelten Clubs.

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La Grazia – Paolo Sorrentino – I 2025

Von Matthias Bosenick (12.04.2026)

„La Grazia“ ist ein Film von Paolo Sorrentino, wie man ihn sich wünscht: Wunderbare Bilder, knappe, pointierte Dialoge, wundervolle Charaktere, ein knallender Einsatz von Musik und eine Geschichte auf dem höchsten politischen Parkett. Sorrentinos Stammschauspieler Toni Servillo spielt hier einen aus dem Amt scheidenden Staatspräsidenten, der diverse Krisen dadurch bewältigte, dass er – nun – Ruhe bewahrte, und sich nun doch noch einigen politischen wie privaten Herausforderungen zu stellen hat. Ernste Themen, scharfer Humor.

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Urluk – Memories In Fade – Pest Records 2026

Von Matthias Bosenick (12.04.2026)

Nett, dieser Doom! Auf diese Weise zubereitet, ist diese eigentlich brutal düstere Stromgitarren-Musikrichtung wohl recht exklusiv: Urluk ist ein eher so halbanonymes Duo aus Mailand, das den schleppenden Doom glättet und ihn mit in dieser Darbietung unerwarteten Zutaten würzt. „Memories In Fade“ ist bereits das zweite Album der beiden Eulen – was Urluk im mailänder Dialekt heißt.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: I try to discover a little something to make me sweeter…

Von Onkel Rosebud

Im Mai 2024 habe ich im Rahmen der Besprechung der Serie mit dem völlig bescheuerten Titel „Sam – Ein Sachse“ durchblicken lassen, dass ich meine beste Zeit als DJ im damals angesagtesten LGBTQ+Klub meiner Stadt hatte. Allabendlich war der Höhepunkt für das zügellose Partyvolk ein Song, den Erasure 1988 der Welt schenkte. Diese Hymne der späten 80er Jahre wurde zu einem zeitlosen Symbol für Einheit, Liebe und Verletzlichkeit, „A Little Respect“ war nicht nur ein Synthpop-Hit, sondern auch ein herzlicher Appell an das Mitgefühl, und funktioniert bis heute auf Tanzflächen, in Wohnzimmern und in den Herzen weltweit.

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