The Neurophonic Temple – Transgressive Sonic Stimuli – The Neurophonic Temple/Broken Music 2026

Von Matthias Bosenick (05.03.2026)

Was ein Brett: Mit ihrer zweiten Veröffentlichung „Transgressive Sonic Stimuli“ erfüllen die Osnabrücker The Neurophonic Temple die Kriterien für die von Szene-Kenner Davide Pansolin so genannte Kategorie Heavy Psych. Nur fünf Stücke, kaum eine halbe Stunde lang, aber bis auf den Abschluss gleichsam fett und noisy gebrüllt und entspannt tanzbar. Jener Abschluss ist dann ganz kontrastreich ein Ambient-Stück. Und wieder mal: Das sind nur drei Leute hinter diesem Lärm!

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Was meine Freundin gerne hört – die Hörspielkolumne: Das war morgen – Teil 1: Andreas Weber-Schäfer

Von Onkel Rosebud

Was haben Menschen, die Mudrich, Ebeling und Franke heißen, gemeinsam? Meine Freundin wusste es nicht, was keine Schande ist, da es sich um Nerd-im-Quadrat-Wissen handelt. Sie gelten als Wegbereiter des anspruchsvollen deutschen Science-Fiction-Hörspiels. Und das im Nebenberuf.

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My Pitbull Lucifer – Welcome To New Earth – No Profit Recordings 2026

Von Matthias Bosenick (04.03.206)

Über den Bandnamen mit dem abgeschmackten umgedrehten Kreuz im Logo lässt sich streiten, aber die Musik auf dem Debüt-Minialbum „Welcome To New Earth“ der Kroaten My Pitbull Lucifer ist herausragend: Eine Gemengelage aus Doom, Sludge und Stoner, verschachtelt und progressiv, auf die Zwölf und auch kontemplativ, Bisschen Siebziger-Hardrock, dennoch sehr zeitlos.

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KrimiWerkstatt Braunschweig – Tatorte am Ringgleis – Forum Industriekultur 2025

Von Matthias Bosenick (03.03.2026)

Ohne den im vergangenen Jahr verstorbenen Hardy Crueger hätte es dieses Buch gar nicht gegeben, weil ohne Hardy Crueger die ganze KrimiWerkstatt Braunschweig gar nicht existiert hätte, deren Teilnehmer sich nun „Tatorte am Ringgleis“ ausguckten, um die herum sie neun Kriminalfälle zwischen Mord und Raub erdachten. Da das Forum Industriekultur dieses quadratische Buch herausbringt, orientieren sich diese Tatorte an historischen Braunschweiger Gewerbeschauplätzen zwischen Rebenpark und Richmond, lose zusammengehalten von einer ermittlerischen Klammer, die wiederum Hardy Cruegers Freund und Kollege Marc Halupczok setzte. Eine lebendige Kombination aus Prosa und Enzyklopädie ist so entstanden.

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Skadin – Wallachian Emperor – Loud Rage Music 2026

Von Matthias Bosenick (03.03.2026)

Was sind denn so typische Bestandteile von zeitgenössischem allgemeinverträglichem Metal? Irgendwas mit Black, irgendwelche heroisch-hymnischen Melodien, dudelnde Gitarren, wiedererkennbare Akkorde? Nehmen wir, packen wir zusammen, schreiben „Wallachian Emperor“ drauf, nennen uns – oder mich, ist ein Ein-Mann-Projekt – Skadin und hauen dieses vielversprechende Debüt raus. Und bauen da kleine Merkwürdigkeiten ein, die wir aus Folklore, Kirche und Klassik borgen – was dem kurzen Album so seine Momente beschert. Man darf es ihm nicht verübeln: Der selbsternannte Count Kristian hinter dem rumänischen Projekt Skadin ist erst 16 Jahre alt, dafür macht er seine Sache ausgezeichnet.

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Wolfgang Schorlau – Der unaufhaltsame Aufstieg des Ministers Karsten Richter (gelesen von Bjarne Mädel) – Argon Hörbuch 2026

Von Guido Dörheide (02.03.2026)

Von Wolfgang Schorlau kenne ich bislang nur „Die schützende Hand“ (2015), eine fiktive Geschichte, in die der Autor umfangreiche Rechercheergebnisse über den „NSU“-Skandal (sorry, als Autofan kann ich „NSU“ in diesem Zusammenhang nicht ohne Gänsefüßchen schreiben) einfließen hat lassen und bei der ihm auch der Spagat gelingt, Fiktion, Fakten und eigene Theorien transparent in Einklang zu bringen. Das war damals eine Empfehlung meiner Lieblingskollegin, danke nochmal dafür!

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Peel, Palmer, Tausig & Gould – Synesthesia – Fruits De Mer Records 2026

Von Matthias Bosenick (02.03.2026)

Wäre das Schlagzeug weniger als halb so fett, käme man womöglich wahrhaftig auf die Idee, es bei „Synesthesia“ mit einem – wie die Info sagt – „verschollenen Album der Siebziger“ zu tun zu haben, „das 2025 aufgenommen wurde“. Das namenlose Quartett aus den Musikern Icarus Peel, Steve Palmer, Jay Tausig und Rob Gould, das ursprünglich eine Duo-Idee beim Abendessen war, space-prog-rockt sich durch die psychedelische Musikgeschichte und generiert dabei vier instrumentale Zehn-Minuten-Tracks, die es in den Siebzigern so mitnichten gegeben hätte, mal ehrlich. Sonst hätte man sich das Album eigentlich ja auch sparen können.

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Clarity Vision – Electric Cult – addicted/noname Label 2026

Von Matthias Bosenick (27.02.2026)

Die Schwere des Doom erleichtern Clarity Vision aus Moskau auf ihrem ersten Album „Electric Cult“ mit der Stimme ihrer Sängerin: Wie eine heruntergedimmte Doro Pesch hebt sie dennoch das dunkel Grollende des Genres an. Auch bei dem Trio aus Moskau erstaunt, dass es lediglich zu dritt einen so fetten Sound hinbekommt. Der zudem auch Freunde von riffigem Metal, Stoner und Heavy Psych erfreuen dürfte.

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Cult Of The Moon – Lunar Eclipse – Cult Of The Moon 2026

Von Matthias Bosenick (27.02.2026)

Dem alten Kumpel Black Metal kann man ja so einiges Neues angedeihen lassen, etwa Ambient, Post Rock, Screamo, und meistens kommt auch etwas Spannendes dabei heraus. Cult Of The Moon aus Washington D.C. verlegen sich auf ihrem Debütalbum „Lunar Eclipse“ darauf, ihren Black Metal fett zu spielen – und ihn mit Melodien anzureichern. Damit rückt er dem Gothic Metal näher, ohne gottlob dessen Kitsch zu übernehmen und ohne die Energie des Hardcore einzubüßen, die die Band ebenfalls einfließen lässt.

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Liegengeblieben! (9)

Von Chrisz Meier (25.02.2026)

Hallo. Ich bin Chrisz Meier und arbeite bei einem Bürgerradio in Südwest-Niedersachsen. Der Sender bekommt ständig Promo-CDs zugeschickt, die niemand verlangt hat und um die sich niemand kümmert. Diese CDs landen dann mitsamt ihrem Beipackzettel der Plattenfirma, auf der die jeweilige Band stets als die Neuerfinder der Musik gepriesen wird, in einer schmucklosen Ablage, beschriftet mit „Zum Mitnehmen“. Einige der bei dem Sender ehrenamtlich Tätigen, Betreiber ihrer eigenen Radioshows, bedienen sich daraus, vieles bleibt aber dennoch liegen. Diese Liegengebliebenen durchforste ich in unregelmäßigen Abständen, immer auf der Suche nach unentdeckten Perlen – nicht zuletzt deswegen, weil ich, selbst Teil einer Band, der keinerlei Beachtung entgegengebracht wird, es ungerecht finde, diese mit viel Herzblut und Zeit hergestellte Musik einfach zu ignorieren.

Also werde ich an dieser Stelle hin und wieder ein paar dieser Liegengebliebenen vorstellen. Und ja, dieser Text steht am Anfang jeden Teils dieser Reihe. Der letzte Beitrag ist nämlich schon drei Monate alt und niemand guckt nach „älteren Beiträgen“, oder?

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