Fee – Rezeptfrei/SchizoFEEnie – Sireena 2020 (Risiko 1982/1983)

Von Matthias Bosenick (25.01.2020)

Von Braunschweig aus über Fee zu schreiben, das birgt natürlich den Hauch von Eulen und Athen. In ihrer Heimatstadt sind Fee – oder auch in Eigenschreibweise: FEE – nach wie vor aktiv und populär, dank eines internen Generationenwechsels nicht nur bei denen, die seinerzeit mit „Mach dich lieber anders tot“ und „Schweine im Weltraum“ aufgewachsen sind. So sehr wiederentdecken muss man das zweite und dritte Album „Rezeptfrei“ und „SchizoFEEnie“ in Form dieser Rereleases der einstmals holden Fee daheim also nicht, wenngleich es durchaus geraten ist, den der NDW zugeordneten Platten allerorts neue Ohren zu schenken.

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New Model Army – Carnival (Redux) – Attack Attack 2020

Von Matthias Bosenick (28.12.2020)

Eines der geilsten der an geilen Alben ausgesprochen reichen Indiefolkrockhelden New Model Army erfährt 15 Jahre nach der Erstveröffentlichung eine Politur und eine Erweiterung: „Carnival“ kommt als so bezeichneter Remix mit anderer Reihenfolge und vier zusätzlichen Tracks unter dem Hashtag „Redux“ neu heraus. Wirklich hörbar sind solche Remasterversionen recht selten, auch hier sind die Feinheiten wohl nur geschulten Ohren zugänglich, aber hey, vier neue Songs sind es wert, diese vor Integrität nur so strotzende Band für ihr vierzigjähriges Durchhalten zu feiern.

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Mr. Bungle – The Raging Wrath Of The Easter Bunny Demo – Ipecac 2020

Von Matthias Bosenick (01.12.2020)

Vom Trash zum Thrash: Schreihals Mike Patton schart einige Ex-Kumpels von Mr. Bungle sowie zwei prominente Genregäste um sich, um das Debüt-Tape seiner Highschoolkapelle Mr. Bungle unter Coronabedingungen neu einzuprügeln. Wer die Band wegen des zappaesken offiziellen Debüts lieben lernte, wird hiervon vielleicht erstmal enttäuscht sein, weil es, und das ist wiederum das Schöne daran, ein lupenreines, kraftvolles, groovendes, melodiöses und humorvolles Thrash-Metal-Album geworden ist. Die echten Wurzeln eben. So geht Erwachsenwerden, Boomer!

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Carnival Crash – It Is A Happy Man – Obelisk Records 2020

Von Matthias Bosenick (08.10.2020)

Tief in die Historie des New Yorker Untergrunds der frühen Achtziger geht es mit „It Is A Happy Man“: Diese CD bündelt die weitgehend unveröffentlichten Aufnahmen der Band Carnival Crash, die im vom Punk und Post Punk ausgelösten kreativen Prozess entstanden und ahnen lassen, wohin die Reise für die vier hernach prominenten Musiker gehen sollte – Swans, Ritual Tension, Chavez und Live Skull, unter anderem. Die sieben Stücke sind klar im Stil der Zeit und des Ortes entstanden und trotzdem überraschend zeitlos. Und großartig!

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Roman Bunka Band – Dein Kopf ist ein schlafendes Auto – Edition Goldader/Sireena 1980/2020

Von Matthias Bosenick (04.08.2020)

Soso: „Dein Kopf ist ein schlafendes Auto“, behauptete Roman Bunka 1980 auf seinem Solo-Debüt. Mag man gar nicht glauben, dass es dieses Album vor 40 Jahren wirklich gegeben hat und dass dies kein Fake vom Label Sireena ist, das sich mit Musikfreunden einen Prank erlaubt. Dafür ist diese Wundertüte viel zu speziell: Nicht richtig Art- oder Progrock, aber enorm kunstvoll, dann orientalisch und dann wieder experimentell jazzig. Man hört an er Schwelle zum Synthiejahrzehnt die Siebziger noch eindeutig heraus, und das ist auch gut so. Eindrucksvolle (Wieder-)Entdeckung!

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Scope – Scope/Scope II – Sireena 2020

Von Matthias Bosenick (01.07.2020)

Jazzrock steht auf dem Etikett der beiden Alben der niederländischen Band Scope, die die Goldgräber von Sireena nach 45 Jahren erstmals auf CD veröffentlichen dürfen. Interessanterweise macht die Musik von I zu II einen Bruch: Aus dem virilen, freien, fröhlichen Gemucke wird ein hektisches Formatgedudel. Sicherlich ist die II massentauglicher, aber die I ist aufregender. Auf beiden Alben gleich geil ist der Schlagzeuger: Was der wegmostet, braucht anderswo mindestens zwei Drummer.

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The The – See Withount Being Seen – Cinéola 2020

Von Matthias Bosenick (29.05.2020)

How not to be seen: Es ist reichlich uneinfach, dieses Album zu reflektieren. Matt Johnson, einziges konstantes Mitglied des Projektes The The, nahm „See Without Being Seen” 1979 als Teenager im Kinderzimmer seines Elternhauses auf und veröffentlichte es als Tape. Mehr als 40 Jahre später restaurierte Johnson nun dieses Tape und ergänzte es um einige Bonustracks für die erste CD-Veröffentlichung dieses Albums. Das besteht aus rhythmischen Loops mit Stimme und Effekten, die musikalisch aus heutiger Sicht womöglich kaum wertvoll sind, dafür aber für die Historie von The The. Die CD richtet sich also an den Fan und Komplettisten, der bei Johnson ohnehin so seine liebe Not hat.

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DJ Cramér – Wildblumenblues No. 1 & 2 – pkmuzik/Head Perfume Records 2014/2016

Von Matthias Bosenick (06.05.2020)

Die Samplerreihe zur Partyreihe, mit autobiografischen Kriterien zusammengestellt von DJ Cramér alias René Seim aus Dresden: Der „Wildblumenblues“ bietet auf zwei CDs oder LPs genau das, nämlich eine wild blühende Variante des Blues, der von der Garage über Country, Rock’n’Roll, No Wave, Psychedelic Rock, Stoner und Experiment bis zum Surpfunk reicht. Und weil Seim so gern Freunde unterstützt, legte er auch die Covergestaltung in ihm vertraute Hände. Seine eigene Band Todi versteckt er außerdem in dieser Sammlung. Macht mächtig Laune – und Neugier auf die dazugehörige Party in Dresden.

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Die Ärzte – They’ve Given Me Schrott (Die Outtakes) – And More Bears/Vertigo/Capitol 2019

Von Matthias Bosenick (27.05.2019)

Es erfordert einiges an Zeit (und Kapital), die „Seitenhirsch“-Box der Ärzte durchzuhören: Darin enthalten sind auf 33 CDs annähernd sämtliche Songs, die das wechselnd besetzte Trio in den vergangenen 35 Jahren aufnahm. Inklusive einiger unveröffentlichter Stücke, die nun als geldbeutelschonende Dreifach-CD separat vorliegen. Auch die hätte man sicherlich noch eindampfen oder um andere Nuggets ergänzen können, aber dieses Werk mit all seinen Demos und Raritäten verdeutlicht den kreativen Zündstoff der Band sowie dessen Abfall seit dem Jahrtausendwechsel nur zu deutlich. Und enthält einige Preziosen, die es bislang nur als Bootleg gab. Lohnenswert für Fans, dabei aber partiell verzichtbar.

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The Perc – The Best Of Carola (Electric Kindergarten Vol. 7) – Tribal Stomp 2019

Von Matthias Bosenick (08.05.2019)

Diese Compilation klingt nicht wie eine, sondern wie ein Konzeptalbum: Der Sound seiner „Carola“, wie er seine Casiotone MT 400V nennt, steht im Mittelpunkt der Zusammenstellung von Tom „The Perc“ Redecker. Der einheitliche Sound kann indes auch zum Nachteil werden, wenn er die Nerven strapaziert: Es klingt halt doch alles sehr ähnlich und der Dudelfaktor ist hoch. Gottlob hatte Redecker schon auf diesen Aufnahmen aus Ende der Achtziger bis Anfang der Neunziger eher dunkle Wolken über dem Kopf, was die Songs wie einen psychedelischen Mix aus Alleinunterhalter und The Sisters Of Mercy wirken lässt. Auch drauf, zweimal sogar: der kleine Radiohit „Rock The Widow“.

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