Nightmarer – Hell Interface – Total Dissonance Worship/Wax Vessel 2026

Von Matthias Bosenick (10.02.2026)

Da knüppeln sich aber vier Männer durchs Leben: Mit „Hell Interface“ liefert das Quartett Nightmarer aus Portland eine EP mit nur vier Tracks, die schwerer wiegen als manch ganzes Album. Von den extremen Extrem-Spielarten beherrschen Nightmarer ohrenkundig alle und bringen sie auch alle in diesen gut 20 Minuten unter: Technical Death Metal, Djent, Doom, irgendwas zwischen Hardcore und Black Metal sowie das weite Feld um Avantgarde und Prog. Und schaffen es trotzdem, dass man sich diese EP anhören kann und den Eindruck schlüssiger Tracks bekommt. Und einen malträtierten Nacken.

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The Wedding Present – Maxi – Clue Records 2025

Von Matthias Bosenick (20.01.2026)

Nach „Mini“ kommt „Maxi“, was hier doppelt zutrifft: The Wedding Present veröffentlichen ihre neuesten sechs Songs als 10“. Nach dem Mammutwerk „24 Songs“ sei es den englischen Indierock-Veteranen gegönnt, sich zu reduzieren – eine tolle Platte ist es ja trotzdem geworden. Quasi das Geschenk zum 40. Geburtstag der Band, aus deren Gründungszeit längst nur noch George Best, äh: Sänger und Gitarrist David Gedge übrig ist. Den Spirit, der The Wedding Present ausmacht, bleibt aber in jeder Besetzung erhalten.

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Ciolkowska – Bomba Nastoyashchego – Look At That 2026

Von Matthias Bosenick (19.01.2026)

Nur zwei Songs, aber eine Viertelstunde Spielzeit, das muss irgendwas mit Progressive, Psychedelic und Space Rock zu tun haben, oder? Ja, aber nicht nur! Die zwei Songs von „Bomba Nastoyashchego“ sind der Vorbote auf ein neues Album von Ciolkowska aus St. Petersburg, und wie sehr man sich darauf freuen darf!

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Trash Pillow – Raw – Trash Pillow 2026

Von Matthias Bosenick (09.01.2026)

Wenn im noisigen Fuzzrock noch genug Platz für eine Akustikgitarre ist, läuft etwas ganz gut. So auf „Raw“, der Antikriegs-EP der Berliner Politaktivisten Trash Pillow. Vier knappe Songs aus der Garage, versetzt mit einer amtlichen Ration Pop-Appeal und trotzdem so „Raw“, wie es der Titel verspricht. Und mit Botschaften gegen Krieg, auf Englisch ganz zufällig „Raw“ rückwärts.

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Arbre-Dieu – Nuit noire – Bitume Prods. 2025

Von Matthias Bosenick (23.12.2025)

Da ist er ja wieder: Adz nennt sich Julien J. Neuville für sein neues Projekt Arbre-Dieu, mit dem er – im Grunde wie mit Thy Apocalypse – Black Metal mit elektronischen Elementen überkreuzt, nur dass er auf der Debüt-EP „Nuit noire“ den Industrial-Anteil mehr hinter dem analogen Instrumentarium verschwinden lässt. Dunkelheit ist hier physisch greifbar. Und Gewalt ist Intention bei der Verarbeitung eines missratenen Drogen-Trips.

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The Ultimate Dreamers – Kids Alone EP – The Ultimate Dreamers 2025

Von Matthias Bosenick (18.11.2025)

Wer jahrzehntelang schweigt und dann seine Sprache wiederfindet, kann wohl mit dem Aussenden nicht aufhören: Mit der „Kids Alone EP“ schreiben The Ultimate Dreamers, die ewig verschollene Post-Punk-New-Wave-Band aus Brüssel, ihre Geschichte fort, hier mit Neubearbeitungen aus eigener und fremder Hand. Damit verorten sie ihre naturgemäß retrogewandte Musik zeitgleich in der Gegenwart.

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That’s All Folks! – Opus Postumum – TAF! 2025

Von Matthias Bosenick (25.11.2025)

Der Titel „Opus Postumum“, obschon bei Immanuel Kant geklaut, passt wie die Faust aufs Butterbrot: Die Heavy-Psych-Band (die Genrebezeichnung legt hier ihr Unterstützer Davide Pansolin von Label, Magazin und Ex-Plattenladen Vincebus Eruptum fest) That’s All Folks! aus Bari verlor ihren Kopf Claudio Colaianni vor wenigen Monaten an den Krebs. Eigentlich existierte diese Band ja seit fast 25 Jahren nicht mehr, doch reformierte sie sich im vergangenen Jahr – und bringt nun als posthumes Opus zwei neue Songs heraus. Da diese so etwas in der Art wie instrumental gehalten sind, lässt sich annehmen, dass der Rest der Band diese Stücke als Requiem einspielte – Infos gibt es dazu nämlich keine. Kurios ist dabei außerdem, dass auf dem Cover als Bandname Colt38 steht, das war vor über 20 Jahren ein One-Off-Projekt von Colaianni zwischen That’s All Folk! und Anuseye.

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HvK – Die Vorstufe – Bauchpfannen Aufnahmen 2025

Von Matthias Bosenick (11.11.12025)

Die Entstehungsgeschichte dieser „Die Vorstufe“-EP trägt viel zum Genuss derselben bei, denn es ist mehr als nur ein Solo-Projekt des Kaltmiete-Sängers: Heinrich, hier abgekürzt als HvK, nahm sich die Schlagzeugspuren von vier Songs, die eigentlich für eine andere Band gedacht waren (und dort bereits existieren), und gestaltete auf ihnen eigene Songs. So kommen vier Lieder heraus, die zwar die Gene von Kaltmiete tragen, sie aber um andere Aspekte aus Indierock und Post-Hardcore erweitern. „Die Vorstufe“ hat allen Anlass, eigenständig zu sein.

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Berenice – Œuvre/Mama (Attrappe) – Jonas Kolb 2025

Von Matthias Bosenick (11.11.2025)

Keine leichte Kost, und das, obwohl man es von Jonas Kolb aus Schöningen gewohnt ist, keine leichte Kost vorgesetzt zu bekommen. Sein aktuelles Alias – neben seinem Klarnamen – ist Berenice, nicht zum ersten Mal, nebenbei. Auf einem Tape sammelt er die beiden EPs „Œvre“ und „Mama (Attrappe)“, gestaltet sie wie eine Black-Metal-Veröffentlichung, bietet aber Dark Ambient, Industrial-Noise und Spoken Word und verunsichert seine Hörerschaft nur umso mehr. Zumal die A- und B-Seite jeweils den zweiten und dritten Teil der „Trilogie des Todes“ beinhalten, man sich den ersten also noch separat zulegen muss. Harter Stoff!

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Spezial: Neue Singles

Von Matthias Bosenick (04.11.2025)

Einige neue Singles und EPs erreichten das Emailpostfach: Oldschool-Rock’n’Roll von Faz Waltz, Goth-Balladen von Dramatika, Goth Rock von Sorry We Weren’t Here Before, Psychedelic-Rock-Pop von Messiness, Post Punk von Factheory, EBM von Mi6, Schamanen-Rock von Transnadežnost‘, Cabaret-Musik von Absent Sunday feat. The Bluestocking, Smooth Jazz von Georgeanne Kalweit, Folk von The Owl Service und Psychedelic Rock vom Behind The Sun Collective.

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