Von Matthias Bosenick (06.12.2026)
Ein erstes Solo-Album von Bill Leeb? War nicht „FLAvour Of The Weak“ von Front Line Assembly 1997 eigentlich bereits ein Solo-Album, nur unter seinem Namen? Schließlich ist er der Bandkopf, so sehr der vor 25 Jahren aus- und zwischenzeitig wieder eingestiegene Rhys Fulber als vollwertiges Mitglied gelten mag. Der trägt drei von fünf Remixen auf der Begleit-EP „Machine Vision“ bei und rückt diese 12“ dadurch wieder näher in Richtung dessen, was man von Front Line Assembly erwartet. Die anderen – wären teilweise nicht nötig gewesen. Es zeigt sich einmal mehr, dass der EBM-Electro-Erneuerer (von Industrial sprechen hier nur Nordamerikaner) aus Vancouver in jüngerer Zeit die Muse verlor.
Kwoon – Unplugged From The Moon – Kwoon 2025
Von Matthias Bosenick (05.12.2025)
Nach 20 Jahren Existenz darf man auch mal zurückblicken. Die Pariser Post-Rock-Band Kwoon unternimmt dies, indem sie ausgewählte Stücke ihrer Discographie in einer akustisch-reduzierten Version neu einspielt, kwasi: „Unplugged From The Moon“. Für die Hörenden, die die Originale nicht kennen, ist dies ein schöner Anlass, sich mal mit dem Oeuvre der Band zu befassen – oder einfach diese zehn melancholischen Chansons mit Akustikgitarre, Besenschlagzeug, Cello und entrückt-introvertiertem Gesang zur winterlichen Untermalung zu verwenden.
Stranger Things 5 – The Duffer Brothers – Netflix 2025/2026
Von Matthias Bosenick (02.01.2026)
Wer hätte das geahnt, dass es die Duffer Brothers hinbekommen, nach einer Dekade und Stunden an teils widersprüchlicher Handlung sowie einem qualitativen Wechselbad ein solch emotionales und dabei noch überzeugendes Finale hinzulegen. „Stranger Things“ hinterlässt ein aufgewühltes Publikum, so es denn dazu bereit ist, diese Serie als Märchen aufzufassen und die Ungereimtheiten einfach einzustecken. Mit diesem Finale machten die Duffers das Beste, das möglich war. Da kann man nur dankbar sein.
Daniel.B. – Mandala 3/Mandala 4 – db2fluctuation 2025
Von Matthias Bosenick (02.01.2026)
Chillig ins neue Jahr: Mit zwei neuen Kapiteln setzt Daniel Bressanutti seine „Mandala“-Serie fort, mit der er Ambient-Tracks in die Welt setzt. Mutmaßlich generiert der Brüsseler sie alle mit analogen Synthies, zumindest haftet ihnen diese wärmende Zeitlosigkeit an. Das wären die besseren Kandidaten für den „Tron“-Soundtrack gewesen – und mit der Zugehörigkeit zu den EBM-Erfindern Front 242 hätte man mit Daniel.B. auch recht gut in Promotion gehen können.
Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Gegner Ich – flüstern & SCHREIEN
Von Onkel Rosebud
„Flüstern und Schreien“ heißt ein Dokumentarfilm über die Rockszene der DDR, der 1988 in die Kinos des Landes kam – und für erstauntes Aufsehen sorgte. Denn er war ein Prostestfilm. „Wir woll‘n immer artig sein, denn nur so hat man uns gerne. Jeder lebt sein Leben ganz allein – und abends fallen die Sterne“, schreit Aljoscha Rompe, der Protagonist der nächsten Folge hier auf KrautnNick, darin verdutzten FDGB-Urlaubern am Ostseestrand entgegen. (FDGB war der Dachverband der Gewerkschaften.)
WeiterlesenBruecken – Years That Answer – Moment Of Collapse Records 2026
Von Matthias Bosenick (30.12.2025)
Ja, „Years That Answer“ trägt einige typische Aspekte von Post-Rock, die Eigen-Einteilung des Oldenburger Instrumental-Quintetts Bruecken trifft da grundsätzlich zu. Nur wissen auch Bruecken, dass dieses Genre allmählich so seine Abnutzungserscheinungen aufweist, und bringen es daher mit veränderter Rezeptur dar: mehr Metal, mehr Gravitation, mehr Bodenhaftung mithin, die der entrückten, emotionalen Schwerelosigkeit dieses Genres das nötige Gegengewicht verleiht. So hört man doch gern wieder hin.
The Imperial Mustard – Turn The Stone – SlagRec 2025
Von Matthias Bosenick (30.12.2025)
Wer braucht schon Kompositionen, wenn man ein schlüssiges Space-Kraut-Rock-Album wie „Turn The Stone“ auch schlichtweg im Studio vom Universum empfangen und direkt auf die Magnetspule bannen kann? Auf diese Weise verfährt die Rhein-Main-Band The Imperial Mustard seit 2011. So viel Erfahrung und Fachwissen aus allen möglichen Genres bringen die Musizierenden hier ein, dass man das Improvisierte nicht einmal ahnt.
Aeon Temple – Resurfaced – Broken Music/Aeon Temple 2026
Von Matthias Bosenick (29.12.2025)
„Resurfaced“ klingt nicht nach Debüt, weder vom Titel her noch musikalisch. Ersteres trifft sogar ein Bisschen zu, denn das Quartett Aeon Temple gibt es schon seit einem Dutzend Jahren, und zehn Jahre vor diesem Debüt-Album erschien mit „Æon Temple“ bereits eine EP. Nun treten die Essener mit „Resurfaced“ an die Oberfläche – und kombinieren darauf bluesbasierten Stoner, kontemplativen Post-Rock und wuchtigen Metal. Das Tüpfelchen auf der schmackhaften Melange ist der Gesang von Claudia Weber.
The Notwist – Magnificent Fall – Alien Transistor 2025
Von Matthias Bosenick (29.12.2025)
Nur wenige Wochen vor ihrem neuen Studioalbum „News From Planet Zombie“ kompilieren die wandlungsfähigen Weilheimer The Notwist einige seit 2002 erschienene B-Seiten, Remixe und Raritäten auf der dreiseitig bespielten chilligen Doppel-LP „Magnificent Fall“. IDM, Ambient, Shoegaze, Neoklassik, Hip Hop, Jazz: Sag es, es ist drauf, bis auf den alten Kumpel Hardcore, und immer eins besser als bei anderen. Vollständig natürlich auch nicht, aber es erfreut die Sammelnden.
Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Love By Geyer – die coolste Musik der DDR
Von Onkel Rosebud
Die Berliner New-Romantic-Band „Die Vision“, die wegen Klang und Rhythmus englisch sang, ist meine Zweit-Lieblingsband aus dem Land, was es nicht mehr gibt. Weil am nahesten dran an Joy Division, obwohl ich den Ian-Curtis-Kosmos erst nach Songs wie „Love By Wire“ oder „After The Sunset“ kennengelernt habe.
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