Von Matthias Bosenick (16.03.2026)
„Eine Flut von Schmerz im Bett der Kontemplation“ ist die Internet-Übersetzung des Titels „Áradó fájdalom a tűnődés medrében“. Diesen gab Árpád Szenti dem Debütalbum seines Soloprojektes Merculistarya, mit dem er seine in Jahtzehnten angehäuften persönlichen und emotionalen Visionen in Black Metal umsetzen wollte. Man hört, dass der Ungar da eine Menge Ideen einbringt, mit denen er das Genre erheblich erweitert. Heißt: Einiges ist dicht an etwas, das man bald als Klischee auffassen könnte, aber vieles durchbricht sämtliche Erwartungen.
The Mon – Songs Of Embrace – Supernatural Cat 2026
Von Matthias Bosenick (16.03.2026)
Leute von der italienischen Stoner-Sludge-Band Ufomammut können auch anders: Als The Mon macht Bassist und Sänger Urlo auf seinem neusten Album beatlose Synthiemusik, die kaum weniger schleppend und düster daherrollt als die seiner Hauptband. Bei der er überdies ebenfalls die Synthies bedient. Die „Songs Of Embrace“ sind dabei das vierte Album unter dem Alias The Mon in acht Jahren und der zweite Teil einer Doppel-Veröffentlichung, die mit „Songs Of Abandon“ im November begann und den übergeordneten Titel „Embrace The Abandon“ trägt. Keine Sorge: Bass und Bratz gibt’s hier auch. So düster diese instrumentalen Stücke auch sind: Irgendwie passt der Titel – auch wenn es noch ungemütlich wird.
Sturmfest in Clausthal-Zellerfeld – Mit Source Of Rage, Dark Lightning und Zappenduster (14.03.2026, Kellerclub CLZ)










Von Guido Dörheide (15.03.2026)
Ich stelle fest, dass ich mit fortschreitendem Alter immer mehr einen Arschtritt brauche, um mitzukriegen, welche großartigen Veranstaltungen quasi direkt vor meiner Haustür stattfinden. Diesmal kam er von Noam vom Kellerclub, vielen Dankeschön dafür! Er fuhr jüngst bei mir im Fahrzeug von GS nach CLZ mit, mein mp3-Gerät spielte das aktuelle Album von The Hirsch Effekt und wir kamen über Metal aus Niedersachsen ins Gespräch. Und Noam meinte, dass am Samstag im Kellerclub drei Metalbands aus der Region spielen und ich doch gerne vorbeischauen sollte.
WeiterlesenBernd Begemann – Live im Kufa-Haus Braunschweig am 13. März 2026





Von Matthias Bosenick (14.03.2026)
Was für ein Entertainer! Ganz allein mit zwei Gitarren und einem mp3-Player füllt Bernd Begemann die große Bühne des Braunschweiger Kufa-Hauses aus, ohne Leerstellen zu lassen. Auch nicht im Programm: Inklusive Pause fesselt der Gottvater der Hamburger Schule sein Publikum dreieinhalb Stunden lang vor seiner Kanzel und bindet es in seine Liturgie aus Humor und Sehnsucht ein, und man nimmt es gar nicht wahr, dass so viel Zeit vergeht. Und wie viele Hits der in Braunschweig geborene Ostwestfale in den zurückliegenden 40 Jahren in die Welt setzte!
The Messthetics And James Brandon Lewis – Deface The Currency – Impulse! 2026
Von Matthias Bosenick (13.03.2026)
Da denkt man noch, komisch, da hauen The Messthetics als Nachfolge-Projekt der Hardcore-Erneuerer Fugazi aus Washington D.C. in den Jahren 2018 und 2019 zwei Alben quasi am Stück raus und dann gar nix mehr, ist mit denen denn alles okay, dann kriegt man mit, dass sie mit dem Saxophonisten James Brandon Lewis das Album „Deface The Currency“ ankündigen – und dass man deren erste Zusammenarbeit 2024 komplett verpasst hat. Hier bekommen gleich zwei Genres einen Neuanstrich: Hardcore und Jazz, besser: Post Hardcore und Free Jazz. So geht das, wenn man sich weiterentwickelt. Und wer zweifelt, dass das dieselben Messthetics sind wie vor sieben Jahren, bekommt auf diesem Album einen alten eigenen Track von ihnen neu serviert.
Zahn – Purpur – Crazysane Records 2026
Von Matthias Bosenick (12.03.2026)
Sobald der Zahn erstmal die Farbe „Purpur“ annimmt, ist es vermutlich sogar für den Zahnarzt zu spät, so schön die Farbe an sich auch sein mag. Für das Berliner Trio Zahn indes ist „Purpur“ das dritte Album, auf dem es instrumentale psychedelische bratzende Gitarrenmusik mit Synthies und einer Beatbox konterkariert. Polyrhythmik erfährt hier ein neues Level, der Groove lässt sich davon nicht abschrecken. „Purpur“ ist eben eine schöne Farbe.
Was meine Freundin gerne hört – die Hörspielkolumne: Das war morgen – Teil 2: 100 Sci-Fi-Hörspiel-Perlen
Von Onkel Rosebud
Meine Freundin riss neulich die Halbes-Jahrhundert-Alterslatte. Das gab mir zu denken. Zuerst verbrachte ich einige melancholische Momente mit dem Gedanken, dass sie damit mehr als die Hälfte ihres Lebens mit mir verbracht hat. Dann entdeckte ich den Podcast „Das war morgen“. Da geht es darum, wie man sich vor fünfzig Jahren in westdeutschen Science-Fiction-Hörspielen die Zukunft im heute vorgestellt hat.
WeiterlesenHin- und weggesehen. Filme und Serien (17)
Von Chrisz Meier (11.03.2026)
Wenn ich etwas wirklich gerne tue, dann ist es das Beobachten von Filmen.
Meine Beobachtungsergebnisse möchte ich gerne weitergeben, sei es als Empfehlung, sei es als Warnung, denn Lebenszeit ist kostbar. Und Mannometer, es gibt so viele mittelmäßige Filme heutzutage!
WeiterlesenFather Mother Sister Brother – Jim Jarmusch – USA 2024
Von Matthias Bosenick (11.03.2026)
Puh, das ging gerade nochmal gut: Obwohl „Father Mother Sister Brother“ nicht der beste Film von Jim Jarmusch ist, macht er den unseligen „The Dead Don’t Die“ gottlob vergessen. Drei Episoden, in denen Jarmusch eine Handvoll Stars interfamiliäre Sprachlosigkeiten ausleben lässt: Zwar bleibt der Humor hier etwas bemüht, doch gehen die unausgesprochenen Spannungen sehr an Herz und Nerven. Und die Darstellenden sind einfach grandios.
CBGB: A New York City Soundtrack 1975-1986 – Cherry Red 2026
Von Matthias Bosenick (11.03.2026)
Hier ist alles drin, außer Country, Blue Grass, Blues oder Unfug, und auch fast alle Bands und Musizierenden, an die man beim Schlagwort CBGB sofort denkt: Patti Smith, Ramones, Blondie, Television, Talking Heads, Suicide, James Chance, Richard Hell & The Voidoids, dazu viele, mit denen man vielleicht nicht rechnete, wie Ritual Tension, Minor Threat, The Lounge Lizards, Bad Brains, The Cramps, Beastie Boys, Sonic Youth, Mink DeVille, und stapelweise Musik, die man vermutlich noch nie gehört hat – und das von unterschiedlicher Anmutung, aber mit enormem historischen Wert und irgendwo zwischen Punkrock, Psychedelic, Hardcore, Garage, No Wave, Pop, Noiserock, Vaudeville, Rock’n’Roll, Experiment und, naja: Blues eben auch. 101 Songs auf vier CDs, einige nie zuvor auf CD erhältlich, einige gänzlich unveröffentlicht. Eine Fund-, eine Goldgrube.






