Sum Of R – Spectral – WV Sorcerer Productions 2026

Von Matthias Bosenick (16.02.2026)

Spooky hypnotischer Doom, versetzt mit Experimenten, Growls, Jazz, Noise und Ambient: Auf „Spectral“ tobt sich das schweizerisch-finnische Projekt Sum Of R auf eine Weise aus, die der Dunkelheit und dem Abgrund noch schwärzere Dimensionen entgegensetzen. Dabei zeigt das Trio, dass es auch Humor hat; anders wäre diese Welt ja auch nicht zu ertragen, und „Spectral“ klingt wie eine Reflexion jener Zustände.

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Stargo – Violet Skies – Broken Music 2026

Von Matthias Bosenick (13.02.2026)

Das ist eine kuriose Mischung: Stargo aus Dortmund kombinieren Stoner und Heavy Metal. Liest sich erstmal nicht so befremdlich, zuckt man mit den Schultern, doch das Trio meint das genau so: Stoner-Fuzz und klarer NWoBHM lösen einander ab, gehen ineinander über, teilen sich die Spielzeit. Und dazu auf dem vierten Album „Violet Skies“ noch so einige Genres mehr. Als sänge Ozzy Osbourne im Studio von Saxon bei Monster Magnet, die auf Instrumenten von Big Country spielen. Stets haben Stargo eine Überraschung parat, kein Song endet, wie er beginnt.

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Daniele Brusaschetto – Dichotomous – WormHoleDeath 2026

Von Matthias Bosenick (12.02.2026)

Auf sein neues, sein irgendetwas zwischen 13. und 18. Solo-Album „Dichotomous“ klebt der italienische Gitarrist Daniele Brusaschetto die Etiketten Metal und Industrial. Ja, leicht weht der Geist von Rob Zombie durch das Album, aber vornehmlich hat man es mit gehärtetem, räudigem Rock zu tun, eingespielt als Power-Trio. Das sich nichts zu beweisen hat und seine Kunstfertigkeit dennoch einbringt. Power hat dieses Turiner Trio definitiv! Und weit mehr als nur zwei Teile im Repertoire.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Geständnisse eines SPUs

Von Onkel Rosebud

Auflegen durfte offiziell nicht jeder. Um in der DDR als DJ arbeiten zu dürfen, benötigte man eine sogenannte „Staatliche Spielerlaubnis für Schallplattenunterhalter“, die umgangssprachlich „Pappe“ genannt wurde. „Schallplattenunterhalter“ (oder kurz SPU) war der Ersatz für den Begriff „Diskjockey“. Denn um sich vom Westen abzuheben, legte die DDR statt Anglizismen auf eigene Wortkreationen Wert. Angehende SPUs mussten Lehrgänge wie Musikgeschichte, Stilrichtungen und Sprecherziehung durchlaufen, um überhaupt zur Eignungsprüfung zugelassen zu werden, die vor einer Kommission der Konzert- und Gastspieldirektion (KGD) des jeweiligen Bezirks abzulegen war.

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The Future Sound Of Koyaanis Naqoy – Ancient Impulses Of A Paranoid Idol – Koyaanis Naqoy 2026

Von Matthias Bosenick (10.02.2026)

An dieser Veröffentlichung ist vermutlich so ziemlich alles verrückt: Zwei Männer unterschiedlicher Generationen aus Cilento in Kampanien kombinieren Elektronik und Schlagzeug zu schräger progressiver Chill -und Tanzmusik, nennen sich The Future Sound Of Koyaanis Naqoy, geben ihrem Debüt den Titel „Ancient Impulses Of A Paranoid Idol“ und setzen die Idee dieser Bandwurmtitel auch bei den fünf Albumtracks fort. Gewöhnliche Strukturen sollte man nicht erwarten, einen Hörgenuss indes sehr wohl.

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Nightmarer – Hell Interface – Total Dissonance Worship/Wax Vessel 2026

Von Matthias Bosenick (10.02.2026)

Da knüppeln sich aber vier Männer durchs Leben: Mit „Hell Interface“ liefert das Quartett Nightmarer aus Portland eine EP mit nur vier Tracks, die schwerer wiegen als manch ganzes Album. Von den extremen Extrem-Spielarten beherrschen Nightmarer ohrenkundig alle und bringen sie auch alle in diesen gut 20 Minuten unter: Technical Death Metal, Djent, Doom, irgendwas zwischen Hardcore und Black Metal sowie das weite Feld um Avantgarde und Prog. Und schaffen es trotzdem, dass man sich diese EP anhören kann und den Eindruck schlüssiger Tracks bekommt. Und einen malträtierten Nacken.

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Monovoth – To Live In The Breath Of Worship – Monovoth 2026

Von Matthias Bosenick (09.02.2026)

Den Atem der Ehrerbietung richtet Lucas Wyssbrod aus Buenos Aires mit seinem Alias Monovoth auf seinem jüngsten Album „To Live In The Breath Of Worship“ in zwei Richtungen: einmal nach oben, in Richtung seiner eigenen musikalischen Helden, und einmal nach unten, in den Untergrund, an den Nachwuchs, den er in die Entstehung dieses instrumentalen Gothic-Doom-Black-Death-Metal-Albums integriert. Auch ohne Texte sind hier Götter das Thema, die in der unendlichen Einsamkeit einer Zuwendung harren.

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The Hirsch Effekt – Der Brauch – Long Branch Records 2026

Von Guido Dörheide (06.02.2026)

Ich weiß immer noch nicht, a) was ein Hirscheffekt ist und b) ob mir Nils Wittrocks Klargesang etwas taugen soll, von daher bin ich keinen Schritt weiter als Anfang 2024 in meiner Kurzrezension zum 2023 erschienenen „Urian“. Fun Fact am Rande: Wenn man beim 2023 sowie beim aktuellen Hirscheffektalbum jeweils einen Buchstaben weglässt, erhält man (wie zumindest mein neunjähriges Ich aus den 1980er Jahren findet) die viel originelleren Albentitel „Urin“ und „Der Bauch“. Aber, Pech für mein neunjähriges Ich aus den 1980er Jahren: Damals gab es den Hirsch Effekt aus Hannover noch gar nicht und damit auch keine Alben mit merkwürdigen Titeln wie „Urian“ und „Der Brauch“ und gruseligen Coverartworks. Auf dem aktuellen sieht es aus, als schäle man eine Schaufensterpuppe aus dem frühen Sido heraus, naja, immerhin der dreifarbige Schriftzug ist schick geraten.

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Thistle Sifter – Forever The Optimist – Freia Music 2026

Von Matthias Bosenick (06.02.2026)

Pete Barnes aus England lebt jetzt in Utrecht und nimmt dort unter dem eindeutig googelbaren Alias Thistle Sifter instrumentale streicherreiche Post-Rock-Alben auf, das zweite, „Forever The Optimist“, erschien soeben und entspricht sehr der Beschreibung. Pete Barnes, war da nicht was? Ja, aber dieser Pete Barnes ist ein anderer, nicht zu verwechseln mit Pete Bardens. Dieser hier ist dem Albumtitel entsprechend positiv unterwegs, die Musik schrammt dabei ganz knapp den Kitsch – und irgendwie tut das in so unsicheren Zeiten auch ganz gut, solch herzerwärmende Musik zu sich zu nehmen.

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The Morning Stars – A Hymn Without A Sound – The Morning Stars 2026

Von Matthias Bosenick (05.02.2026)

The Morning Stars ist ein lustiger Name für eine zufällig zusammengetrommelte Band, deren wohl berühmtestes unter berühmten Mitgliedern Barbara Morgenstern heißt. Die anderen drei heißen Sebastian Vogel, Alex Paulick und Felix Müller-Wrobel, da werden Fans von Kreidler, Kante und Britta hellhörig. „A Hymn Without A Sound“, das Debüt der Berliner, versetzt Krautrock mit Wärme, Melodiosität und Synthieflächen.

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