Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Mankeeping

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin und ich sind auch ein bisschen wie Homer und Marge Simpson, denn was er ohne sie wäre, vermag man sich gar nicht vorzustellen. Allerdings würde ich nicht wie Homer in einer Episode offen zugeben, dass er Marge nichts zu bieten hätte, außer seiner totalen Abhängigkeit. Für Marge ist das Gefühl, gebraucht zu werden, Grund genug, mit ihm zusammenzubleiben.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Tierhorror – „Bloody Milk“ vs. „Orca, der Killerwal“

Von Onkel Rosebud

Warum hat man mehr Mitleid, wenn im Film ein Tier stirbt, als ein Mensch? Meine Freundin meint, das sei Unsinn, ich würde mir das nur einreden. Auch das Wort Misanthropiefiel. Dann schauten wir „Bloody Milk“ und heulten zusammen bei der Abschluss-Szene Rotz und Wasser.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Über die inflationäre Verwendung des Begriffes „Nazi“

Von Onkel Rosebud

Neulich luden meine Freundin und ich zum Dinner und der Besuch verstieß gegen Regel-Nummer-Eins: Tisch und Küche wird von dem gesäubert, dem sie gehört. Als sich die Freundin eines Freundes daran machte, die Spülmaschine einzuräumen, bemerkte sie, wie fein geordnet die Essgeräte einsortiert waren. Daraufhin erklärte meine Freundin ihr etwas neurotisches Verständnis von Ordnung im Spüli-Besteckfach und erntete die Bezeichnung „Spülmaschinen-Nazi“. Anfangs lachte ich mit, aber es war eher die Sorte, die im Halse stecken bleibt, weil es meiner Freundin sichtlich nahe ging. Sie schaute wie ein Hamster in Panik. Ich fragte mich, ist irgendwas mit „Nazi“ genannt zu werden eine Beleidigung?

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Can’t Take My Eyes Off You

Von Onkel Rosebud

Ich habe noch nicht rausgefunden, warum meine Freundin gern Hitster spielt. Das ist ein Party-Kartenspiel, bei dem es darum geht, angehörte Musiktitel in eine richtige chronologische Reihenfolge zu bringen. Zusatzpunkte gibt es, wenn man weiß, wie der Titel heißt und von wem er stammt. Dieses Ratespiel ist wie für mich gemacht. Nicht nur deshalb, weil man nichts kneten, malen oder sonst wie künstlerisch improvisieren muss. Mich kann man nachts mit dem Geräusch der zugeschlagenen Autotür wecken, „Kraftwerk, Autobahn, 1974“ würde ich sagen und mich ächzend umdrehen. Da ich immer dabei bin, wenn sie Hitster spielt, hatte sie leider noch kein Erfolgserlebnis.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Beastie Boys – Ewigkeit oder Bedeutungslosigkeit

Von Onkel Rosebud

Unter den vielen Dingen, die für meine Freundin das Leben verändern können, sind Basslinien sicher nicht die häufigsten, aber wenn sie den Lauf der Dinge mal bestimmen, hat das doch eine ganz eigene Schönheit. Beispiel gefällig? „Sabotage“ von den Beastie Boys. Das mächtig losprustende Bass-Riff dauert nur drei Minuten, die sich wie eineinhalb anfühlen, auch weil der Song ziemlich genau in der Mitte kurz endet. Und, wenn dann der Euphorieschub durch Adam Yauchs hysterischen Pogo-Befehl einsetzt… ach, herrlich, und seit über 30 Jahren enorm wohltuend.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: David Bowie – Das Genie popkultureller Aneignung

Von OnkelRosebud

„Ich weiß nicht, ob ich einen Text mit dieser Überschrift lesen würde“, meinte meine Freundin und fügte an, „mit Verlaub, Du bist nicht Greil Marcus. Außerdem ist Bowie tot. Starb übrigens im gleichen Jahr, als die Printausgabe deiner Lieblingszeitschrift eingestellt wurde. Think about it.“ Da stand ich sofort unter Rechtfertigungsdruck: „Spex hat zwei Jahre länger durchgehalten als der wandelbarste und wahrscheinlich einflussreichste Musiker der Rock- und Popgeschichte. Und wir bei KrautNick bohren auch die wirklich dicken Bretter.“ „Aber es nützt doch niemand, zu wissen, wo er sich überall bedient hat. Das Ergebnis zählt. Und das sind einige wirklich tolle Songs und Alben“, erwiderte sie und ergänzte, dass diese ganze Aneignungssache in der Popkultur stets und ständig passiert und deshalb uninteressant sei.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: What’s in your hee-aaad, in your hee-ee-ee-aaad – Dolores O’Riordan

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin hat ein besonderes Lied, welches sie über die ein oder andere Hügelkurve des Unglücks bringt. Es ist von der Band The Cranberries; es ist nicht die Hitsingle „Zombie“, sondern „Dreams“ von der Debüt-LP „Everybody Else Is Doing It, So Why Can’t We?“ (Island Records, 1993). Der Song handelt davon, sich zum ersten Mal wirklich verliebt zu fühlen, und ist eine klein bisschen schnulzige Pop-Perle. Geschrieben und stimmlich vorgetragen wird er von Dolores O’Riordan (1971-2018), die mal Irlands Vorzeige-Musikerin war und deren Umstände ihres plötzlichen Ablebens ziemlich merkwürdig sind.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Üppiger Minimalismus – His Billness

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin hat festgestellt, dass, obwohl ich schon über 200 Texte für KrautNick geschrieben habe, keiner über meinen Lieblingskünstler dabei gewesen ist: Smog aka [Smog] aka Bill Callahan. Tatsächlich halte ich den Vorreiter des Lo-Fi für den größten, noch lebenden Künstler auf Erden, sogar noch vor Nick Cave und Beth Gibbons. Deshalb wird es Zeit für die ultimative Gutfind-Kolumne über einen sehr charismatischen Typen, der für meine Generation, sozialisierte Lutz-Schramm- und John-Peel-Afficionados, einen Stellenwert hat, wie His Bobness für die sogenannten 68er.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Beat Dis Express

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin vermisst die Wunschsendungen im Radio. Früher gab es die gefühlt täglich. Man schrieb eine Postkarte an einen Sender, später schickte man eine Mail mit einem Musikwunsch zu einer Uhrzeit und wer mit welchen Worten damit gegrüßt werden soll. Vor einem reichlichen Vierteljahrhundert habe ich das zum letzten Mal für sie gemacht. Der Track war „Beat Dis“ von Bomb The Bass und ging raus an den Kosenamen meiner Freundin, der von der Moderatorin mit „klingt auch irgendwie cool“ goutiert wurde.

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