Von Onkel Rosebud
Im Frühling meiner Zeit als Schallplattenunterhalter, in den Neunzigern, ist es mir mehrmals passiert, dass männliche Mitmenschen mit charaktervoller Gesichtsbehaarung während des Warm-Ups an die DJ-Kanzel traten und, ohne ein liebevolles Wort der Begrüßung zu verlieren, fragten: Hast Du Chemical Brothers? Nein zu sagen, war keine Option, denn dann zogen die meinungsprägenden Ziegenbärte mit ihrer gutaussehenden, weiblichen Entourage sofort weiter in den nächsten Club. Dank Nick Hornby war ich vorbereitet. In der Verfilmung seines Romans „High Fidelity” gibt es die Szene in Sachen Chemical Brothers, wo Rob, der romantische Beziehungsversager und Plattenladen-Besitzer, sein Comeback als DJ mit dem Sprechgesang „the brothers gonna work it out, the brothers gonna work it out …“ eröffnet. Dann setzen die hypnotische Bassline und der ballernde Beat ein. Der Track heißt „Leave Home“ und ist auch im Herbst meiner DJ-Karriere immer ein Garant, das Tanzflächen-Eis zu brechen.
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