Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Ein Zeigefinger namens Koyaanisqatsi

Von Onkel Rosebud

Nach dem Kolumnisten-Gott Axel Hacke ist die Welt eingeteilt in Wegschmeißer und Behalter. Obwohl meine Freundin zu Letzteren gehört, besitzt sie kaum mehr DVDs. Im Laufe der Jahre wurden die altmodischen Polycarbonate Kisten mit der Aufschrift „Zum Mitnehmen“ zugeführt. Nur von drei Sammlungen kann sie sich nicht trennen: Monty Pythons gesammelte Werke, dem Drei-Farben-Triptychon von Krzysztof Kieślowski und die Qatsi-Triologie von Godfrey Reggio, die eigentlich eine Tetralogie ist, weil deren Kameramann, Ron Fricke, mit „Baraka“ (2008) noch einen draufgelegt hat.

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Primus – A Handful Of Nuggs – Prawnsong/ATO Records 2026

Von Matthias Bosenick (05.08.2026)

Was vom Thrash Metal übrig blieb: Primus aus der Bay Area bündeln zwei neue Sogs und die beiden Stücke der 7“ „Little Lord Fentanyl“ auf einer goldenen 12“ und nennen das treffend „A Handful Of Nuggs“. Der frickelig-zackige Funk Metal der Anfangstage ist längst wuchtiger und dunkler geworden, ohne an Spielfreude einzubüßen. Enthalten sind hier überdies: „Holy Diver“ und Maynard James Keenan.

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Converge – Hum Of Hurt – Epitaph 2026

Von Guido Dörheide (03.08.2026)

Oder auch: Was Guido sonst noch gehört hat… im Juni 2026 – Korrektur und Ergänzung

Kaum wieder da aus dem Urlaub und schon wieder durch den Wind: In meinem jüngsten Artikel über den Juni 2026 tauchte eigentlich noch Converge in der Unterüberschrift auf, nur war von denen dann im Artikel keine Rede mehr, weshalb der Herausgeber den Bandnamen auch aus der Unterüberschrift entfernt hat. Da ich nicht ich wäre, wenn ich mir diesen Lapsus selber durchgehen ließe, mache ich hiermit auf diesen aufmerksam und liefere die Rezension zu „Hum Of Hurt“, der zweiten Converge-Veröffentlichung in diesem Jahr, nach, ebenso wie einen selbstkritischen Beitrag zu meinen vorherigen Aussagen über die „Complete B Sides Remastered“ von den Pixies.

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Kari Erlhoff/Evelyn Boyd – Rocky Beach Crimes (6) Salto Mortale – Kosmos 2026

Von Matthias Bosenick (04.08.2026)

Einen „Salto Mortale“ im Wortsinne macht ein früherer Freund und Kollege von Titus Jonas, indes nicht wie jener ein Wertstoffhändler, sondern ein Zirkusartist aus Titus‘ früherem Leben. Da die drei jugendlichen Ermittler aus Rocky Beach zurzeit mit Titus‘ Gattin Mathilda auf Spuktour sind, muss Justus Jonas‘ Onkel daselbst die Ermittlungen aufnehmen. Die beiden bisherigen Autorinnen des „Die drei ???“-Spin-Offs „Rocky Beach Crimes“, Kari Erlhoff und Evelyn Boyd, tun sich für die sechste Ausgabe zusammen – und verfassen einen Mordfall, der sarkastisch beginnt und solide endet.

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Was Guido sonst noch gehört hat… im Juni 2026

Von Guido Dörheide (02.08.2026)

Evergrey – Nine Inch Nails – Joan As Police Woman – Klez.e – Olivia Rodrigo – Pixies

Ich bin wieder da. Aufgrund von Sommerurlaub mit der jüngeren Tochter und anschließender Erkundung zweier Europäischer Hauptstädte innert weniger Tage mit dem Kombinationskraftwagen aus volkseigener Produktion (der dabei sein Heimatland durchmaß und nach dem Wiedereintritt in die BRD kurz vor der niedersächsischen Grenze prompt geblitzt wurde) kam ich nicht zum Schreiben und nehme diese lästige über alles geliebte Gewohnheit jetzt wieder auf. Ein Wort des Dankes an Julius, Regina und Julian für den wunderbaren Aufenthalt in Wien, und ein Wort des Dankes an die Liebste für lecker böhmischen Schweinebratenessen am Wenzelsplatz und vor allem für die tolle Zeit.

Inzwischen sind natürlich auch mir am Herzen liegende Tonträger*innen erschienen, die ich hier dem KrautNick-Auditorium nicht vorenthalten möchte, oisdann, gemmas o:

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Bitteres Fest (Amarga Navidad) – Pedro Almodóvar – E 2026

Von Matthias Bosenick (03.08.2026)

Die deutschen Titel der Filme von Pedro Almodóvar klingen oft irgendwie spröde und ausdruckslos: „Bitteres Fest“, würde man sich das angucken? „Amarga Navidad“, der Originaltitel, hat ungleich mehr Kraft, außerdem verbinden spanischsprechende Menschen sogleich das gleichnamige Lied damit, hier in der Version von Chavela Vargas eingebaut. Das fehlt auf Deutsch natürlich. Wie dem Film ohnehin einiges von dem fehlt, was Almodóvars Filme ansonsten so grandios macht, aber trotz allem steckt immer noch hinreichend Gutes drin, die Farbgebung allem voran. Die – wie „Leid und Herrlichkeit“ – offensichtlich autofiktionale Film-im-Film-Geschichte entwickelt sich bedauerlicherweise etwas zäh, hat aber grandiose Momente.

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Mirabelle. – Losers – Mirabelle. 2026

Von Matthias Bosenick (31.07.2026)

Noch bevor die EP mit vier Tracks im September erscheint, schmeißen Mirabelle. aus Paris – nur echt mit Punkt hinter dem Namen ihres Lieblingsalkoholgetränks – schon mal die Hälfte davon vorab als Single heraus. Ganz postmodern mischen die vier Musizierenden lauter subkulturell und massenverträglich angesagte Trends zusammen und machen Radiopop mit Metal. Es fällt nicht allen Hörenden leicht, diese vier Songs durchgehend zu mögen.

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Soom – Все, що я намагався сховати – Soom/Kvlt ov Ї 2026

Von Matthias Bosenick (30.07.2026)

Nahezu unbemerkt sind Soom wieder da. 2018 erschien das zweite und letzte Album „Джєбарс“ der Band aus Charkiw in der Ukraine, also sowohl noch vor der Corona-Pandemie als auch vor dem russischen Angriffskrieg, ab 2019 war Ruhe, und über Nacht und Nebel liegt mit „Все, що я намагався сховати“ plötzlich eine neue Single vor. „Alles, was ich zu verbergen versuchte“ setzt den Doom-Weg fort, den die Band seit 2013 praktizierte. Wer zur Band gehört, bleibt offen: Schlagzeuger Mykola Sostin alias Amorth starb 2024 im Verteidigungskrieg gegen Russland. Möglicherweise, auch das ist ungesagt, ist dieser Track eine Reaktion auf diese unsagbar schlimmen Umstände.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: This is going to hurt – Die Blindgänger vom NHS

Von Onkel Rosebud

Auf der einen Seite wollen die Menschen aus nachvollziehbaren Gründen nichts mit dem Thema Krankheit zu tun haben. Gerade Krankenhäuser sind ein Graus, da will kaum jemand freiwillig hin. Und doch erfreuen sich Serien, die in Krankenhäusern spielen, großer Beliebtheit. Nach dem Text über die Sitcom „Scrubs“ von letzter Woche gibt meine Freundin noch eine Empfehlung für so eine Serie, aber eine der ganz anderen Art. Ihrer Meinung nach sollten vor allem Schwangere diese unbedingt gucken. Denn im Kreißsaal fließen Körperflüssigkeiten, allen voran Blut. Es gibt eine Frau, die ihre Plazenta essen will, blutverschmierte Gebärräume und Babyköpfe, die in Vaginen feststecken.

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Denevér – III. Hívogat a vér – Pest Records/Metal Ör Die Records 2026

Von Matthias Bosenick (29.07.2026)

Einen Blick über die Grenze ins Nachbarland wirft der Ungar Tibor Terebesi aus Ózd, und zwar nach Transsilvanien in Rumänien. Sein Solo-Black-Metal-Projekt nennt er Denevér, was auf Ungarisch Fledermaus heißt und schon grob ahnen lässt, worum es auf seinem dritten Album „III. Hívogat a vér“ geht: „Der Ruf des Blutes“ steht im Mittelpunkt, und zwar der, dem ein gewisser Vampir folgt. Terebesi setzt auf Old-School-Black-Metal, er knüppelt also lieber, als dass er Atmosphären schafft, und baut gelegentliche klassische Interludien und andere Fingerfertigkeiten ein.

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