Tobi Morare – Scientist – Separated Beats 2026

Von Matthias Bosenick (26.06.2026)

Laut Info ist „Scientist“ die bereits elfte EP, die Tobi Morare auf dem Label Separated Beats veröffentlicht. Dieses Mal greift der Berliner nach Drum And Bass, Disco und Jazz, um fünf neue Electro-Tracks zwischen Dancefloor und Strand zu kreieren. Man hört, dass es ihm riesigen Spaß macht, die Schubladen zu plündern und seine Fundstücke zu eigenen Kreationen zusammenzufügen. Und dieser Spaß steckt jedes Mal an.

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Cowards – Can You Hear Me? – Bloody Sound 2026

Von Matthias Bosenick (26.06.2026)

Die Cowards selbst lassen wissen, ihr Noiserock sei rückwärtsgerichtet, da an den Neunzigern orientiert. Das mag ja sein, aber da man dem Noiserock schwerlich unter Einhaltung der Genrespezifikationen Modernismen verabreichen kann, lässt sich Musik aus dieser Schublade eben grundsätzlich schlecht zeitlich verorten. „Can You Hear Me?“, das zweite Album des italienischen Trios, ordnet eben die Parameter individuell an: das Laut-Leise-Schema, die Drones, die Feedbacks, die unkonventionellen Strukturen, und lässt damit einen hinreichend jetzigen Noiserock entstehen.

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Taihr – Allicanto – Cargo Records 2026

Von Matthias Bosenick (25.06.2026)

Der Bandname ist gut: Taihr lässt sich mit eindeutigen Ergebnissen googeln, da dieses Wort sonst gar nicht verwendet wird. Was natürlich Fragen nach dessen Bedeutung aufwirft. Die beantwortet das in Köln ansässige international besetzte Septett indes nicht, was nicht schlimm ist: Lässt man halt das zweite Album „Allicanto“ auf sich prasseln. Darauf vermengen Taihr Sounds aus aller Welt, die irgendwie auf Indierock basieren und sich vor lateinamerikanischen Rhythmen nicht fürchten. Eine gehörige Schippe Pop lässt die Sonne aufgehen. Heiß!

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Dualisis – Us – Dualisis 2026

Von Matthias Bosenick (25.06.2026)

Der Gesang aus dem Post Punk, die Musik dazu ist Metal, nach Aussage der Band progressiver Art: Auf seiner Debüt-EP „Us“ geht das französische Quintett Dualisis eine unerwartete, aber gut funktionierende Kombination ein. Mit dem Etikett „progressiv“ ist man ja heutzutage schnell bei der Hand, hier ist der Metal in weiten Strecken sogar eher thrashig. Da helfen auch Keyboards und Geigen nix gegen, das kommt gut.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Mankeeping

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin und ich sind auch ein bisschen wie Homer und Marge Simpson, denn was er ohne sie wäre, vermag man sich gar nicht vorzustellen. Allerdings würde ich nicht wie Homer in einer Episode offen zugeben, dass er Marge nichts zu bieten hätte, außer seiner totalen Abhängigkeit. Für Marge ist das Gefühl, gebraucht zu werden, Grund genug, mit ihm zusammenzubleiben.

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Smokemaster – In The Temple – Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (24.06.2026)

Alles drin, was die psychedelische Musik gegen Ende der Sechziger braucht: Orgel, entrückten Harmoniegesang, schöne Melodien, ein Anflug von Rock. Mit „In The Temple“ unternehmen Smokemaster aus Köln zum dritten Mal eine Zeitreise um 60 Jahre zurück. Was sie mitbringen, erweitert das Bewusstsein, indes weniger den Horizont: Sie bleiben der Tradition treu und ignorieren die Moderne. Das Alte indes ordnet das Quintett attraktiv an.

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Bambi OFS – Minke – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (24.06.2026)

Denkt man zunächst noch sehr direkt an Aphex Twin und an Scorn, erweitert Cédric Dambrain sein Soundportfolio schon bald. Sicherlich ist „Minke“, die dritte Veröffentlichung seines Projektes Bambi OFS, grob in Richtung IDM angesiedelt, im Verlaufe aber wesentlich dunkler und beklemmender als die Sachen von Richard D. James, etwas näher an denen von Mick Harris. Auf eine komplexe Weise sind die an analogen Synthesizern entstandenen Tracks des Brüsselers sogar tanzbar, wenn man mehr möchte als einfach nur erstaunt zuhören.

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Liegengeblieben! (10)

Von Chrisz Meier (23.06.2026)

Hallo. Ich bin Chrisz Meier und arbeite bei einem Bürgerradio in Südwest-Niedersachsen. Der Sender bekommt ständig Promo-CDs zugeschickt, die niemand verlangt hat und um die sich niemand kümmert. Diese CDs landen dann mitsamt ihrem Beipackzettel der Plattenfirma, auf der die jeweilige Band stets als die Neuerfinder der Musik gepriesen wird, in einer schmucklosen Ablage, beschriftet mit „Zum Mitnehmen“. Einige der bei dem Sender ehrenamtlich Tätigen, Betreiber ihrer eigenen Radioshows, bedienen sich daraus, vieles bleibt aber dennoch liegen. Diese Liegengebliebenen durchforste ich in unregelmäßigen Abständen, immer auf der Suche nach unentdeckten Perlen – nicht zuletzt deswegen, weil ich, selbst Teil einer Band, der keinerlei Beachtung entgegengebracht wird, es ungerecht finde, diese mit viel Herzblut und Zeit hergestellte Musik einfach zu ignorieren.

Also werde ich an dieser Stelle hin und wieder ein paar dieser Liegengebliebenen vorstellen. Und ja, dieser Text steht am Anfang jeden Teils dieser Reihe. Der letzte Beitrag ist nämlich schon vier Monate alt und niemand guckt nach „älteren Beiträgen“, oder?

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Through The Fractures – Beyond The Scars – Through The Fractures 2026

Von Matthias Bosenick (23.06.2026)

Den für den Metalcore üblichen klaren Gesang bringen Through The Fracturss erst im dritgen Track ihres Debütalbums „Beyond The Scars“ ein, ansonsten kombiniert die Band aus Frankreich das Gebrüll vom Hardcore mit dem Sound diverser Metal-Subgenres, wie Post Black, Djent oder Death. Auf weiten Strecken hört man also dichten Lärm, durchsetzt mit heruntergebrochenen Passagen. Gut, dass sie den Metalcore weit nach hinten stellen, der hätte diesem Album nur geschadet.

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Petrolio – Club Atletico Voces Y Gritos – Petrolio 2026

Von Matthias Bosenick (23.06.2026)

Fünf lange Tracks mit fünf Gästen sammelt Enrico Cerrato aus Asti unter seinem Alias Petrolio auf dem neuen Album „Club Atletico Voces Y Grita“ zusammen. Vier der fünf Stimmbeitragenden sind Frauen. Kombiniert mit den düsteren synthetischen Soundscapes und den wenigen, dann langsamen Beats ergibt dies eine dem Industrial nahe Ritualmusik, einen zerbrochenen Dreampop, verdunkelte Sakralgesänge.

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