An einem Sonntag in Drispenstedt – Guidos Eindrücke vom M’Era Luna 2026

Von Guido Dörheide (10.08.2026)

Sotiria – Stahlmann – Skynd – The 69 Eyes – L’Âme Immortelle – Neuroticfish – Floor Jansen – Lacrimosa – OMD

Nachdem mich das Line-up des M’Era Luna 2025 nicht so ganz für mich einnahm, war ich, als Freund und Kollege Carsten vor Monaten mit der 2026er Variante in mein Büro geplatzt kam, sehr angetan. Mit KMFDM und OMD waren zwei meiner liebsten Buchstabenansammlungen vertreten, beide zudem am Sonntag, so dass ich dachte, mit einer Tageskarte gut bedient zu sein. Also gesägt und tun getan, Tageskarte gekauft, und dann kam vor einigen Wochen die Hiobsbotschaft: KMFDM sagen aus Krankheitsgründen ab. Ersatz: Die Krupps. Als dann die Zeittafel der beiden M’Era-Luna-Bühnen veröffentlicht wurde, sah ich, dass sich Die Krupps und OMD auf den beiden Bühnen überschnitten, was wohl auch KMFDM und OMD getan hätten. Also allet jut, ich höre mir OMD auf der Main Stage an und ansonsten schau’n mer mal, dann seng mer scho. Gegen 12 betrat ich das Flugplatzgelände HI-Drispenstedt und war pünktlich zum Auftakt des Sets von Sotiria an der Mainstage, der zweite Act des zweiten Festivaltages. Lesen Sie hier, liebe Lesenden, wie ich den Festivalsonntag verbracht und welche Bands ich gehört und gesehen habe:

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Wolf Kadaver & Die Betrüger – Pseudologia Phantastica/Dislike – Tanzende Kadaver 2026

Von Matthias Bosenick (12.08.2026)

Ein fa-fa-fa-fantastisches neues Album allein reicht Wolf Kadaver & Die Betrüger nicht aus, falscher Genitiv im Bandnamen begründet: Die Single „Dislike“ mit zwei exklusiven Tracks gibt’s gleichzeitig zu „Pseudologia Phantastica“ dazu. Ganz nach Art der Hauptband des Braunschweiger Sängers und Bandkopfes, Tanzende Kadaver, dominiert hier der oldschoolige Uptempo-Punk, indes in allen Fassetten plus vielen anderen Sounds, von Offbeat bis zum Synthiepop. Textlich breitet sich die Band zwischen Fun, Soziologie, Horror und blutigem Ernst aus – inklusive eines feinen Popsongs gegen den Rechtsruck. Ungelogen!

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Paul Weller – Weller At The BBC Vol. 2 – Parlophone 2026

Von Matthias Bosenick (11.08.2026)

Ganz ohne Streamingangebot, also ausschließlich physisch erhältlich, wirft Rockmusiker Paul Weller aus England mal eben den zweiten Teil seiner „Weller At The BBC“-Reihe auf den Markt, mit drei CDs voller Aufnahmen, die nach dem ersten Teil im Jahre 2008 für den Britischen Radiosender entstanden. Von Akustikgitarrenballade bis Orchester ist alles drin, quer durch ein buntes Potpourri an Genres, sogar inklusive Songs seiner früheren Bands The Jam und The Style Council. Und was für tolle Songs der alte Mann im Oeuvre hat! Bei ihm gibt’s alles – außer, gottlob!, Britpop.

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Deadspawned/Mogila Deathcult – Afterlives: Revenants/Vile Turture – Pest Records/Metal Ör Die Records 2026

Von Matthias Bosenick (10.08.2026)

Einen Blick in den Death-Metal-Untergrund in Serbien wirft die Split-CD „Afterlives: Revenants/Vile Turture“ der beiden Bands Deadspawned und Mogila Deathcult. Erstere kehren dafür ihre gesamten bisherigen Veröffentlichungen zusammen, zweitere ergänzen ihre jüngste EP immerhin um zwei exklusive Livetracks. Tatsächlich decken beide Bands voneinander unterscheidbare Seiten von Death Metal ab; die zweiten sind ungeschliffener, die ersten düsterer.

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Clash & Behaviour 2 – Arsionist Records 2026

Von Matthias Bosenick (06.08.2026)

Der Brasilianische EBM-, Electro-, Industrial- und Synthie-Untergrund versammelte sich im Juni auf der sechsten Ausgabe des Electronic Body Fest im Kulturzentrum Projeto Cultural Independente in Santo André, São Paulo. Dort im Electric Café Studio spielen 14 Teilnehmer unter Anleitung von Projektleiter José Alves exklusiv 23 Tracks ein, die nun auf der zweiten Ausgabe der Compilation „Clash & Behaviour“ erscheint – exakt 30 Jahre nach dem ersten Teil, den Alves seinerzeit noch mit Marcello Delgado kuratierte. Mit dabei war jedes Mal der mittlerweile nach Wolfsburg umgesiedelte Alan Draht, damals mit seiner Hauptband Hades, dieses Mal mit seinem Projekt U-CZN, üblicherweise [u-czn], kurz für Urban Citizen.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Ein Zeigefinger namens Koyaanisqatsi

Von Onkel Rosebud

Nach dem Kolumnisten-Gott Axel Hacke ist die Welt eingeteilt in Wegschmeißer und Behalter. Obwohl meine Freundin zu Letzteren gehört, besitzt sie kaum mehr DVDs. Im Laufe der Jahre wurden die altmodischen Polycarbonate Kisten mit der Aufschrift „Zum Mitnehmen“ zugeführt. Nur von drei Sammlungen kann sie sich nicht trennen: Monty Pythons gesammelte Werke, dem Drei-Farben-Triptychon von Krzysztof Kieślowski und die Qatsi-Triologie von Godfrey Reggio, die eigentlich eine Tetralogie ist, weil deren Kameramann, Ron Fricke, mit „Baraka“ (2008) noch einen draufgelegt hat.

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Primus – A Handful Of Nuggs – Prawnsong/ATO Records 2026

Von Matthias Bosenick (05.08.2026)

Was vom Thrash Metal übrig blieb: Primus aus der Bay Area bündeln zwei neue Sogs und die beiden Stücke der 7“ „Little Lord Fentanyl“ auf einer goldenen 12“ und nennen das treffend „A Handful Of Nuggs“. Der frickelig-zackige Funk Metal der Anfangstage ist längst wuchtiger und dunkler geworden, ohne an Spielfreude einzubüßen. Enthalten sind hier überdies: „Holy Diver“ und Maynard James Keenan.

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Converge – Hum Of Hurt – Epitaph 2026

Von Guido Dörheide (03.08.2026)

Oder auch: Was Guido sonst noch gehört hat… im Juni 2026 – Korrektur und Ergänzung

Kaum wieder da aus dem Urlaub und schon wieder durch den Wind: In meinem jüngsten Artikel über den Juni 2026 tauchte eigentlich noch Converge in der Unterüberschrift auf, nur war von denen dann im Artikel keine Rede mehr, weshalb der Herausgeber den Bandnamen auch aus der Unterüberschrift entfernt hat. Da ich nicht ich wäre, wenn ich mir diesen Lapsus selber durchgehen ließe, mache ich hiermit auf diesen aufmerksam und liefere die Rezension zu „Hum Of Hurt“, der zweiten Converge-Veröffentlichung in diesem Jahr, nach, ebenso wie einen selbstkritischen Beitrag zu meinen vorherigen Aussagen über die „Complete B Sides Remastered“ von den Pixies.

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Kari Erlhoff/Evelyn Boyd – Rocky Beach Crimes (6) Salto Mortale – Kosmos 2026

Von Matthias Bosenick (04.08.2026)

Einen „Salto Mortale“ im Wortsinne macht ein früherer Freund und Kollege von Titus Jonas, indes nicht wie jener ein Wertstoffhändler, sondern ein Zirkusartist aus Titus‘ früherem Leben. Da die drei jugendlichen Ermittler aus Rocky Beach zurzeit mit Titus‘ Gattin Mathilda auf Spuktour sind, muss Justus Jonas‘ Onkel daselbst die Ermittlungen aufnehmen. Die beiden bisherigen Autorinnen des „Die drei ???“-Spin-Offs „Rocky Beach Crimes“, Kari Erlhoff und Evelyn Boyd, tun sich für die sechste Ausgabe zusammen – und verfassen einen Mordfall, der sarkastisch beginnt und solide endet.

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