Clarity Vision – Electric Cult – addicted/noname Label 2026

Von Matthias Bosenick (27.02.2026)

Die Schwere des Doom erleichtern Clarity Vision aus Moskau auf ihrem ersten Album „Electric Cult“ mit der Stimme ihrer Sängerin: Wie eine heruntergedimmte Doro Pesch hebt sie dennoch das dunkel Grollende des Genres an. Auch bei dem Trio aus Moskau erstaunt, dass es lediglich zu dritt einen so fetten Sound hinbekommt. Der zudem auch Freunde von riffigem Metal, Stoner und Heavy Psych erfreuen dürfte.

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Cult Of The Moon – Lunar Eclipse – Cult Of The Moon 2026

Von Matthias Bosenick (27.02.2026)

Dem alten Kumpel Black Metal kann man ja so einiges Neues angedeihen lassen, etwa Ambient, Post Rock, Screamo, und meistens kommt auch etwas Spannendes dabei heraus. Cult Of The Moon aus Washington D.C. verlegen sich auf ihrem Debütalbum „Lunar Eclipse“ darauf, ihren Black Metal fett zu spielen – und ihn mit Melodien anzureichern. Damit rückt er dem Gothic Metal näher, ohne gottlob dessen Kitsch zu übernehmen und ohne die Energie des Hardcore einzubüßen, die die Band ebenfalls einfließen lässt.

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Liegengeblieben! (9)

Von Chrisz Meier (25.02.2026)

Hallo. Ich bin Chrisz Meier und arbeite bei einem Bürgerradio in Südwest-Niedersachsen. Der Sender bekommt ständig Promo-CDs zugeschickt, die niemand verlangt hat und um die sich niemand kümmert. Diese CDs landen dann mitsamt ihrem Beipackzettel der Plattenfirma, auf der die jeweilige Band stets als die Neuerfinder der Musik gepriesen wird, in einer schmucklosen Ablage, beschriftet mit „Zum Mitnehmen“. Einige der bei dem Sender ehrenamtlich Tätigen, Betreiber ihrer eigenen Radioshows, bedienen sich daraus, vieles bleibt aber dennoch liegen. Diese Liegengebliebenen durchforste ich in unregelmäßigen Abständen, immer auf der Suche nach unentdeckten Perlen – nicht zuletzt deswegen, weil ich, selbst Teil einer Band, der keinerlei Beachtung entgegengebracht wird, es ungerecht finde, diese mit viel Herzblut und Zeit hergestellte Musik einfach zu ignorieren.

Also werde ich an dieser Stelle hin und wieder ein paar dieser Liegengebliebenen vorstellen. Und ja, dieser Text steht am Anfang jeden Teils dieser Reihe. Der letzte Beitrag ist nämlich schon drei Monate alt und niemand guckt nach „älteren Beiträgen“, oder?

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Jomi – Den kærlighed – Glorious Records 2026

Von Matthias Bosenick (26.02.2026)

Was aus dem Noiserock alles so werden kann: Seit einigen Veröffentlichungen rückt die Kopenhagenerin Jomi, nunmehr ohne den Zusatz Massage, eigentlich Signe Høirup Wille-Jørgensen und ehedem Stimme von Speaker Bite Me, ihre Solo-Aktivitäten in Richtung Jazz. „Den kærlighed“, „Diese Liebe“, ist die dritte Veröffentlichung seit 2021, auf der sie fein ziselierte, wunderschöne, kontemplative bis kraftstrotzende Popmusik macht, die sehr starke Jazz-Anleihen hat. Man ist sofort gefangen von diesen 13 Stücken und Jomis Stimme.

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Glen – It Was A Bright Cold Day In April, … – Kapitän Platte 2026

Von Matthias Bosenick (26.02.2026)

Jetzt schlägt’s 13! Wo spielt Achim Färber denn eigentlich nicht mit? Hier bringt der Schlagzeuger nicht nur seinen Dub bei Glen ein, dem Berliner Projekt der beiden Gitarre Spielenden Eleni Ampelakiotou und Wilhelm Stegmeier plus Bassist Roland D. Feinäugle. Trippigen instrumentalen Impro-Gniedel-Noise-Jazz-Dubrock gibt’s auf dem vierten Album „It Was A Bright Cold Day In April, …“ zu hören, erweitert von einigen Gästen, die unter anderem auch Keyboards und Saxophone im Gepäck hatten.

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Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne (DDR-Spezial): Bonusfolge: Wir sagen ja zum roten Elvis: Dean Reed

Von Onkel Rosebud

Dean Reed wurde 1938 in Denver, Colorado, USA geboren und starb unter bis heute ungeklärten Umständen im Juni 1986 in Zeuthen, Kreis Königs Wusterhausen, DDR. Na, liebe Lesefröschlein, neugierig gemacht? Es grenzt an ein Wunder, dass sein Leben noch nicht von Netflix verwurstet wurde. Denn das würde alles in puncto Geschichte, Spannung, Dramatik, Spionage und Romantik bieten, meine Freundin für sechs Teile in die Sitzschnecke zu drücken. Die Serie würde „Aufstieg und Niedergang des Roten Elvis“ heißen und das Drehbuch schriebe sich quasi von selbst:

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Sula Bassana – Time Travel: Rare & Obscure Tracks From The Decades – Sulatron Records 2026

Von Matthias Bosenick (25.02.2026)

Um diese zehn instrumentalen Stücke wär’s echt schade gewesen: Dave Schmidt plündert die Archive seines seit rund 30 Jahren aktiven Space-Stoner-Rock-Projektes Sula Bassana und fügt die gefundenen Perlen als „Time Travel“ zusammen. Nicht alles ist zuvor unveröffentlicht, Schmidt nimmt auch Raritäten von vergriffenen Compilations in die Sammlung auf. Die die Vielseitigkeit des Genres allgemein und von Sula Bassana speziell unterstreicht: Auch Electro findet Einlass in den Sula-Bassana-Kosmos.

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MT Gemini – Hawk Deh Near – Vlek 2026

Von Matthias Bosenick (25.02.2026)

Die Dekonstruktion und Neuanordnung jamaikanischer Musik ist das Anliegen des Brüsseler Musikers Yannick Franck unter seinem Alias MT Gemini. Auf „Hawk Deh Near“, dessen Titel er einem jamaikanischen Sprichwort entnimmt, verfährt er dergestalt zum dritten Mal. Und in der Tat: Da noch die Quellen Dub, Ska, Dancehall, Rocksteady oder Reggae herauszuhören, ist auf weiten Strecken nahezu unmöglich. Vielmehr generiert er komplett eigene elektronische Soundlandschaften, die aus Wiederholung und Nachdruck bestehen und die sich nicht einmal im Industrial einsortieren lassen.

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Soft Hearted Scientists – The Phantom Of Canton – Fruits De Mer Records 2026

Von Matthias Bosenick (24.02.2026)

Zeitreise in die Sechziger, knietief und ohne Ironie oder Modernismen: Die Soft Hearted Scientists aus Cardiff in Wales kleiden sich in der klassischen britischen Folklore-Psychedelik und spielen seit fast 25 Jahren Album um Album ein. Das jüngste, „The Phantom Of Canton“, ein Konzeptalbum, hat zwar bereits einige Monde auf dem Buckel, bekommt aber via Fruits De Mer Records eine Neuveröffentlichung auf Dreifach-LP mit erweiterter Songauswahl. Das Modernste hier ist der Synthie, obschon er einen der Authentizität angemessenen Einsatz erfährt. Es fehlt: die Flöte.

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Teen Prime – No. 6 (Split with Disonancia Expansiva)/No. 11 – Teen Prime 2026

Von Matthias Bosenick (23.02.2026)

Nach „Let’s Just Werewolf Them“ fällt das Duo Teen Prime in seiner Veröffentlichungsbenennung endlich wieder in die eigene Tradition zurück und nummeriert durch, was so herauskommt: Mit „No. 11“ gibt’s eine neue LP – und mit „No. 6“ füllen Sebastian Fäth und Jörg A. Schneider endlich die klaffende Lücke in der Reihenfolge, und zwar, indem sie es als Split-Tape mit Disonancia Espansiva aus Benicarló in Spanien, auf halber Strecke zwischen Barcelona und Valencia gelegen, herausbringen. Auf beide Projekte lässt sich das Etikett Impro-Noise-Jazz anheften.

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