The Marquis Is Dead – Darkage – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (19.03.2026)

Das hier will nicht gefallen. Das will nicht in Clubs zum Tanzen laufen, und wenn doch, wird’s interessant. Denn das hier ist die brutale Mischung von Elektronik und Metal, die auf Gewalt und Dunkelheit aus ist, darauf, das Gefühl von Verzweiflung und Aggression in Geräusch umzuwandeln. Das ist in der Sache nicht neu, das gibt’s seit den Neunzigern schon, aber Dillon Steele ist auf „Darkage“, seinem ersten ganzen Album unter dem Alias The Marquis Is Dead, besonders konsequent.

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Was meine Freundin gerne hört – die Hörspielkolumne: Das war morgen – Teil 3: Liebe im Zeitalter des Pangalaktische Donnergurglers

Von Onkel Rosebud

Mit meiner Freundin kann ich keine Hörspiele hören. Man könnte annehmen, dass in diesem Satz das Wörtchen „leider“ fehlt, aber nee. Seit meiner Kindheit bin ich zwar Hörspiel-Aficionado, doch, wenn man mit jemand zusammen ist, der die Gabe hat, immer und überall innerhalb von drei Minuten einschlafen zu können, dann beharrt man im schummrigen Abendrot und in horizontaler Lage nicht auf die gemeinsame audiophile Gustation der gesammelten Werke von Agatha Christie.

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Pet Shop Boys – Dreamworld: The Greatest Hits Live At The Royal Arena In Copenhagen – Parlophone 2026

Von Matthias Bosenick (18.03.2026)

Nach rechtlichen Querelen um den Song „Go West“ kommt nun die am 7. Juli 2023 in Kopenhagen mitgeschnittene Dokumentation der „Dreamworld“-Tour von den Pet Shop Boys doch noch heraus, als ein dreiviertel Stunden lange Doppel-CD mit BluRay und ohne den Stein des Anstoßes. Aber mit 24 Singles, die die Setlist bilden und die staunen lassen, wie viele Lieblingslieder das Synthiepopduo bereits in der ersten Dekade seiner Existenz in die Welt setzte. Leichte Modifizierungen erweitern die Freude an diesen Hits: Ein lebendiges Museum mit Spaß daran und darin.

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Izzy And The Black Trees – Kisses To Chaos – Antena Krzyku 2026

Von Matthias Bosenick (17.03.2026)

Izzy And The Black Trees geben sich alle Mühe, mit unbequemer Musik bestmöglich zu gefallen. Daher sammeln sich auf „Kisses To Chaos“, dem dritten Album der Band aus Polen, auch so viele eingängige Indierock-Lieder, die mit allerlei Zierrat von wunderschön, schmückend über schwermütig, wütend bis lärmend, aufregend versehen sind. Und es funktioniert: Durch die zeitlose Musik weht der DIY-Geist der frühen Achtziger, als alles möglich und jedes noch so unkonventionelle Experiment automatisch großer Pop war.

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Merculistarya – Áradó fájdalom a tűnődés medrében – Pest Records/Metal Ör Die Records 2026

Von Matthias Bosenick (16.03.2026)

„Eine Flut von Schmerz im Bett der Kontemplation“ ist die Internet-Übersetzung des Titels „Áradó fájdalom a tűnődés medrében“. Diesen gab Árpád Szenti dem Debütalbum seines Soloprojektes Merculistarya, mit dem er seine in Jahtzehnten angehäuften persönlichen und emotionalen Visionen in Black Metal umsetzen wollte. Man hört, dass der Ungar da eine Menge Ideen einbringt, mit denen er das Genre erheblich erweitert. Heißt: Einiges ist dicht an etwas, das man bald als Klischee auffassen könnte, aber vieles durchbricht sämtliche Erwartungen.

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The Mon – Songs Of Embrace – Supernatural Cat 2026

Von Matthias Bosenick (16.03.2026)

Leute von der italienischen Stoner-Sludge-Band Ufomammut können auch anders: Als The Mon macht Bassist und Sänger Urlo auf seinem neusten Album beatlose Synthiemusik, die kaum weniger schleppend und düster daherrollt als die seiner Hauptband. Bei der er überdies ebenfalls die Synthies bedient. Die „Songs Of Embrace“ sind dabei das vierte Album unter dem Alias The Mon in acht Jahren und der zweite Teil einer Doppel-Veröffentlichung, die mit „Songs Of Abandon“ im November begann und den übergeordneten Titel „Embrace The Abandon“ trägt. Keine Sorge: Bass und Bratz gibt’s hier auch. So düster diese instrumentalen Stücke auch sind: Irgendwie passt der Titel – auch wenn es noch ungemütlich wird.

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Sturmfest in Clausthal-Zellerfeld – Mit Source Of Rage, Dark Lightning und Zappenduster (14.03.2026, Kellerclub CLZ)

Von Guido Dörheide (15.03.2026)

Ich stelle fest, dass ich mit fortschreitendem Alter immer mehr einen Arschtritt brauche, um mitzukriegen, welche großartigen Veranstaltungen quasi direkt vor meiner Haustür stattfinden. Diesmal kam er von Noam vom Kellerclub, vielen Dankeschön dafür! Er fuhr jüngst bei mir im Fahrzeug von GS nach CLZ mit, mein mp3-Gerät spielte das aktuelle Album von The Hirsch Effekt und wir kamen über Metal aus Niedersachsen ins Gespräch. Und Noam meinte, dass am Samstag im Kellerclub drei Metalbands aus der Region spielen und ich doch gerne vorbeischauen sollte.

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Bernd Begemann – Live im Kufa-Haus Braunschweig am 13. März 2026

Von Matthias Bosenick (14.03.2026)

Was für ein Entertainer! Ganz allein mit zwei Gitarren und einem mp3-Player füllt Bernd Begemann die große Bühne des Braunschweiger Kufa-Hauses aus, ohne Leerstellen zu lassen. Auch nicht im Programm: Inklusive Pause fesselt der Gottvater der Hamburger Schule sein Publikum dreieinhalb Stunden lang vor seiner Kanzel und bindet es in seine Liturgie aus Humor und Sehnsucht ein, und man nimmt es gar nicht wahr, dass so viel Zeit vergeht. Und wie viele Hits der in Braunschweig geborene Ostwestfale in den zurückliegenden 40 Jahren in die Welt setzte!

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The Messthetics And James Brandon Lewis – Deface The Currency – Impulse! 2026

Von Matthias Bosenick (13.03.2026)

Da denkt man noch, komisch, da hauen The Messthetics als Nachfolge-Projekt der Hardcore-Erneuerer Fugazi aus Washington D.C. in den Jahren 2018 und 2019 zwei Alben quasi am Stück raus und dann gar nix mehr, ist mit denen denn alles okay, dann kriegt man mit, dass sie mit dem Saxophonisten James Brandon Lewis das Album „Deface The Currency“ ankündigen – und dass man deren erste Zusammenarbeit 2024 komplett verpasst hat. Hier bekommen gleich zwei Genres einen Neuanstrich: Hardcore und Jazz, besser: Post Hardcore und Free Jazz. So geht das, wenn man sich weiterentwickelt. Und wer zweifelt, dass das dieselben Messthetics sind wie vor sieben Jahren, bekommt auf diesem Album einen alten eigenen Track von ihnen neu serviert.

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Zahn – Purpur – Crazysane Records 2026

Von Matthias Bosenick (12.03.2026)

Sobald der Zahn erstmal die Farbe „Purpur“ annimmt, ist es vermutlich sogar für den Zahnarzt zu spät, so schön die Farbe an sich auch sein mag. Für das Berliner Trio Zahn indes ist „Purpur“ das dritte Album, auf dem es instrumentale psychedelische bratzende Gitarrenmusik mit Synthies und einer Beatbox konterkariert. Polyrhythmik erfährt hier ein neues Level, der Groove lässt sich davon nicht abschrecken. „Purpur“ ist eben eine schöne Farbe.

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