Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: The Dark Side of John Peel

Von Onkel Rosebud

In meinem Text über Lutz Schramm, der im Dezember 2025 auf KrautNick erschienen ist, habe ich den Radio-DJ aus dem Land, dass es nicht mehr gibt, und der meinesgleichen auf den richtigen musikalischen Weg gebracht hat, als „John Peel des Ostens“ bezeichnet. Das möchte ich hiermit zurücknehmen und mich ausdrücklich bei Herrn Schramm entschuldigen. Lutz, Alter, aufgrund des großen Auflaufes am 9. August 2023 zu Ehren des 30 Jahrestages des Radioformates Schlagseite, wofür ich regelmäßig Beiträge abliefere, kannst Du Dich vermutlich nicht erinnern, mit mir den stammeligen Wortwechsel absolviert zu haben, wie sehr Deine Radiosendung „Parocktikum“ meine popkulturelle Menschwerdung beeinflusst hat. Ich knie vor Dir nieder und werde niemals wieder in Zusammenhang mit Dir die Bezeichnung, „Irgendwas des Ostens“ gewesen zu sein, verwenden und – vor allem, Dich mit dem Kinderficker John Peel in Verbindung bringen.

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Dirk Serries & PBK – Amplitude Split – Soundfume 2026

Von Matthias Bosenick (16.09.2026)

30 Jahre später gibt’s einen ganzen Stapel (also zwei) Updates: Die beiden Soundtüftler Dirk Serries aus Belgien bei Frankreich und Phillip B. Klingler aus dem Land zwischen Kanada und Mexiko tun sich für eine neue Veröffentlichung zusammen, ersterer anders als damals nicht unter seinem Alias Vidna Obmana, dafür zweiterer unter seinem Pseudonym PBK. „Amplitude Split“ heißt das neue gemeinsame Album, bestehend – kurz gefasst – aus dekonstruiertem Ambient. Für das Album reaktivierte Serries sein altes Label Soundfume und setzt mit von seiner Gattin Martina Verhoeven individuell gestalteten LP-Covern die Idee der früheren limitierten Tape-Releases fort.

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Ciolkowska – Made In Golyj Wood – addicted/noname label 2026

Von Matthias Bosenick (15.09.2026)

Mitkommen! Live in den Kosmos, Reiseleiter ist Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski, Ziel ist das Filmstudio Golyi Wood in St. Petersburg. Als Reisebegleitung empfehlen sich die lokalen psychedelischen Space-Rocker Ciolkowska, die dort ein Live-Album einspielten, „Made In Golyj Wood“, passend benannt. Langzeitliche Weggefährten der Band bekommen einen Querschnitt durch die Discographie der Kosmonauten unterbreitet, verfeinert mit analogen Synthies und diversen Neugestaltungen. Man feiert das Wiedererkennen und den Fortschritt, so geht das.

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Hubris. – White Shores – Hubris. 2026

Von Matthias Bosenick (14.09.2026)

Post Rock! In „White Shores“ ist alles drin, was man unter diesem Etikett erwartet: elegische Endlosigkeit, wehmütige Gitarren, Laut-Leise-Dynamik, sowas, und nicht drin, ebenfalls wie üblich, ist Gesang. „White Shores“ ist das fünfte Album der Band Hubris. aus Fribourg in der Schweiz, in Eigenschreibweise in Minuskeln und stets mit Punkt dahinter. Sachen zu entdecken gibt’s hier natürlich trotzdem, dafür sorgt die Band.

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Mine – Killer – Tier Musik/Karakter Management 2026

Von Guido Dörheide (11.09.2026)

Mines Album „BAUM“ war 2024 eins der Großereignisse für mich: Jasmin „Mine“ Stocker, die seit 2014 bis dahin sechs großartige Alben veröffentlicht hatte (davon war eins eine Koproduktion mit dem Rapper Fatoni und eins ein Livealbum mit Orchester), macht nicht nur verdammt gute Popmusik, gerne auch mit Orchester, die im deutschsprachigen Raum ihresgleichen sucht, sie singt auch extrem schön, hat ein zielsicheres Gespür, wie ein Text klingen muss, und eine über jeden Zweifel erhabene Themenauswahl.

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Miscreance – Reminiscence – Season Of Mist 2026

Von Matthias Bosenick (10.09.2026)

Ist das wirklich Miscerance, was man da auflegt? Die Venezianer sind bekannt für ihren Oldschool-Death-Metal, da startet das zweite Album „Reminiscence“ plötzlich mit klarer melodiöser Gitarre oder so etwas und Bongos, als wäre man bei … Sepultura? Keine Angst, man bekommt, was man erhofft, aber glücklicherweise noch einiges oben drauf. Eine schöne Entwicklung, man hört, dass das Quartett auf seinen Touren einiges weiterentwickelt hat.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Seid’s ihr deppert: Braunschlag

Von Onkel Rosebud

Im österreichischen Braunschlag, im Waldviertel an der Grenze zu Tschechien, herrscht eine Hitzewelle. Die Menschen sind aggressiv und die Gemeinde ist pleite. Durch eine fingierte Marienerscheinung wollen der Bürgermeister Gerhard Tschach (Robert Palfrader) und sein Freund, der zwielichtige Discobetreiber Richard Pfeisinger (Nicholas Ofczarek), den Ort wieder aufwerten. Das klappt so gut, dass die beiden bald nicht nur Wallfahrttouristen, sondern auch den Vatikan an den Hacken haben.

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Alarm!systemen – Alarm!systemen – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (09.09.2026)

Die Begriffe Cold Wave und Synthpop passen perfekt als Bezugspunkte für das Projekt Alarm!systemen – in Eigenschreibweise komplett klein – und dessen selbstbetiteltes Debütalbum. Hinter diesem merkwürdigen Namen steckt Jorne Leurs aus Bilzen-Hoeselt in Belgien, der bereits einige musikalische Meriten erwarb. Auf „alarm!systemen“ belegt er, dass das mittlerweile uralte Genre auch ohne Klischees am Leben erhaltbar ist.

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