Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Verdammt nochmal ein Milzriss: Scrubs

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin schaut gern Serien, die man nebenbei laufen und zu jeder Stimmung schauen kann, einfach weil sie wohlfühlig und meistens erheiternd sind. Die Sitcom „Scrubs“ ist so ein Fall. Die Krankenhausserie aus dem Jahr 2001 zeigt die Ängste und Probleme junger Ärztinnen und Ärzte, die keine Helden in weißen Kitteln sind. Auch dramatische OP-Szenen kommen nicht vor und vor allem auch keine anstrengenden Lachkonserven. Deshalb ist das eine gute Serie, auch für Nicht-Sitcom-Schauer wie mich. Die (fast) durchgängig liebenswerten Charaktere bis zur letzten Nebenfigur erfüllen zwar gewisse Stereotype, nerven aber kaum. Komplexe Zusammenhänge werden auf verdauliche Weise dargeboten. Im Prinzip geht es vor allem um Freundschaft und das ist ein Wert, den wir bei KrautNick hochhalten.

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Prophets Of Thwaites – Vulnerant Omnes Ultima Necat – Pest Records 2026

Von Matthias Bosenick (22.07.2026)

Doom mit weiblicher Stimme dürfte selten sein, aber das ist nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal des Groninger Trios Prophets Of Thwaites: Blues, Post Rock, Heavy Psych und mehr finden Einlass in die erste EP „Vulnerant Omnes Ultima Necat“. Diese halbe Stunde Doom teilt sich auf in zwei Studio- und zwei Live-im Studio-Tracks, darunter in beiden Hälften der Titelsong, der auch jedes Mal eine andere Basis bekommt. Vergänglichkeit ist hier das Thema, aber was Wunder, wir hören ja schließlich Doom.

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Dirk Serries – 252608 – Dirk Serries‘ Stream Of Consciousness 2026

Von Matthias Bosenick (21.07.2026)

Immer wieder begeistert es, wie Dirk Serries es schafft, seine Gitarre so klingen zu lassen, als wäre sie alles andere als eine Gitarre. „252608“ ist der neueste Teil seiner unüberblickbar reichhaltigen Reihe „Stream Of Consciousness“, in der er die Tiefen seiner eigenen musikalischen Biografie auslotet, indem er allein auf seinem Instrument mit einem Stapel Effektgeräte Ambient generiert. Mehr muss man auch gar nicht wissen, sondern einfach nur abtauchen.

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Virgin Prozak – Sinecure – Virgin Prozak 2025/2026

Von Matthias Bosenick (20.07.2026)

Was in den Neunzigern, meistens, weil es noch neu war, noch parallel laufen musste, lässt sich heute, mit dem Blick in den Rückspiegel, während man sich nach vorn bewegt, kombinieren – etwa Grunge mit Hardcore, Alternative Rock mit Classic und Prog Rock, so in der Art, und das machen Virgin Prozak. „Sinecure“ ist das erste Album des Trios aus Namur in Belgien, nach diversen EPs, und mit der Musik kann man sich prima auf eine Zeitreise zurück in die Zukunft begeben. Ein Termin bei der Physiotherapie ist angeraten.

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Spezial: Singles und EPs (3)

Von Matthias Bosenick (16.07.2026)

Ein weiteres Spezial mit Singles oder Ein-Song-Veröffentlichungen, diese Ausgabe mit: Transnadežnost‘, Der Mord, Absent Sunday, Traum, Резина & Евгения Корсетова, The Morning Stars, Sergei Khramtcevich, Ilya Kruchinin & Dušan Petrović, Sacred Buzz, Pressor, Ciolkowska feat. Reya Rising und Lethernal Utopia.

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Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Pernilla und der zu Tode gekochte Frosch

Von Onkel Rosebud

Ein Mythos ist, dass wenn man einen Frosch in kochendes Wasser wirft, springt er sofort heraus. Setzt man ihn hingegen in einen Topf mit kaltem Wasser, das man langsam zum Kochen bringt, versucht er nicht, zu flüchten, weil er die Temperaturveränderung kaum spürt. Bis es zu spät und der Frosch totgekocht ist. Gerne wird der „dumme Frosch“ als Beispiel für die Trägheit menschlicher Gesellschaften verwendet, die schleichende Veränderungen – auch zum Negativen – durchmachen, ohne es zu bemerken.

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Dead Kiwis – Extreme Metal – Vollmer Industries 2026

Von Matthias Bosenick (15.07.2026)

Hätten die Dead Kiwis ihr neues Album mit „Christian Gothic Country“ oder so etwas betitelt, käme das sicherlich lustiger, denn der tatsächliche Titel „Extreme Metal“ trifft einfach nur zu. Geht aber mit dem in Neonfarben gehaltenen Covern mit futuristischen Rittern oder Dinosauriern eine durchgescheuerte Liaison ein, man denkt an vergleichbare Vertreter wie Electric Callboy. Nur dass die Dead Kiwis aus Lyon (und nicht aus Neuseeland) kompromisslos im extremen Metal verbleiben, den sie auf Punk und Hardcore errichten und mathematisch präzisieren.

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Colonel Claypool’s Fearless Flying Frog Brigade – Return Of The Live Frogs: Volume 1 – ATO Records/Prawn Song 2026

Von Matthias Bosenick (14.07.2026)

Les Claypool schafft es, auch den Progrock-Verächtern den Progrock nahezubringen – indem er ihn auf seine Weise spielt und sämtliche Grenzen ignoriert. Seine Weise beinhaltet sehr viel Bass, selbstverständlich, so kennen wir es von seiner Hauptband Primus, und neben den genrespezifischen Ausuferungen auch solche mit Charaktereigenschaften, die der gewöhnliche Progrock nicht hat, wie Funk, Reggae, Walzer, Krautrock. 25 Jahre nach den ersten beiden Live-Würfen kehrt er nun mit Colonel Claypool’s Fearless Flying Frog Brigade zurück, sagt auch der Titel: „Return Of The Live Frogs: Volume 1“, und der lässt zudem auf eine Fortsetzung hoffen.

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Über neue Musik

Von Axel Klingenberg (13.07.2026) / Foto von DoDo

Ich liebe Musik. Musik ist mein Leben.
Na gut, es ist zumindest ein Teil meines Lebens. Ein großer.
Und ein wichtiger und schöner.
Musik kann alles sein.
Musik kann fröhlich sein und traurig, laut und leise, hart und zart, melodiös und rhythmisch.
Musik geht in die Beine und in jede Körperzelle, versetzt dich in Schwingungen, lässt dich zucken, treibt dich an, zwingt dich zum Tanzen.

Musik ist alles.

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Liyo – Ich will ganz laut schreien – Bluelion Records/The Orchard 2026

Von Matthias Bosenick (13.07.2026)

Eine Zwanzigjährige verarbeitet ihren Liebeskummer: Diese Prämisse verleitet in die Jahre gekommene Hörende außerhalb der Gen Z vermutlich eher nicht dazu, sich „Ich will ganz laut schreien“ anzuhören, die Debüt-EP der in Köln lebenden Berlinerin Liyo. Doch hört man über diese juvenile Nabelschau hinweg, bekommt man ganz ordentlichen Poprock mit Kopfnickern in Richtung New Wave, Electrogebratze, Power-Metal, Pop-Punk und – nun – schlageresker Ballade. Wenn sie künftig ihren Blickwinkel auch für andere Menschen öffnet, hört man ihr bestimmt noch lieber zu.

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