The Dharma Chain – Some Kind Of Pure State – Spinda Records 2026

Von Matthias Bosenick (05.06.2026)

Unangepasst, keinen Trends folgend und nicht mal die eigenen Genreetiketten erfüllend: The Dharma Chain veröffentlichen mit ihrem zweiten Album „Some Kind Of Pure State“ ein Loblied auf den unkommerziellen Indie-Geist. Grundsätzlich machen die australischen Berliner eine Art Rockmusik, bewegen sich dabei dicht am Wave, erinnern nicht selten an die Cranes und sind auf eine zurückhaltende Art dynamisch. Wer mag, darf die von der Band genannten Genres gern zu ermitteln versuchen – aber Vorsicht, die Freude an dem Album lenkt davon ab.

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Tamikrest – Assikel – Glitterbeat 2026

Von Matthias Bosenick (04.06.2026)

Die Musik der Wüstenbluesrocker Tamikrest (ⵜⵎⴾⵔⵙⵜ), ehedem aus Mali, aus politischen Gründen seit über 15 Jahren in Europa beheimatet, ist schon lang kein reiner Wüstenbluesrock mehr. Das liegt sicherlich an der langen Zeit, die die Musiker Einflüssen ausgesetzt sind, die die Grenzen ihrer Tuareg-Traditionen weit überschreiten, sowie daran, dass die Band inzwischen auch Musizierende unterstützen, die aus anderen Gegenden dazustießen. „Assikel“, „Reise“, Studioalbum Nummer sechs, bündelt die diversen Erfahrungen zu einer Musik, die vertraut und exotisch, beruhigend und aufmunternd ist.

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Patrick Dorobisz – Narvik (Symphonic Interactions) – Atypeek Music 2026

Von Matthias Bosenick (04.06.2026)

Eine europäische Antifa-EP: Ein Franzose mit polnischen Wurzeln verarbeitet den ersten gemeinsamen Sieg der Alliierten gegen die Nazis im Frühjahr 1940 in der Schlacht bei Narvik in Norwegen mit seinen musikalischen Mitteln. Heißt: Patrick Dorobisz aus Lille komponiert minimal-neoklassische Elektronik über die Erlebnisse seines Vaters in „Narvik (Symphonic Interactions)“ und erstellt daraus zwei zehnminütige Instrumentalstücke. Künstlich, aber trotzdem da: Neoklassik-Antifa!

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The Boo Radleys – In Spite Of Everything – Boostr Recordings 2026

Von Matthias Bosenick (03.06.2026)

Da will man einfach nur mal so aus einer Laune heraus googeln, ob man wirklich alle Alben der seit 1999 getrennten psychedelischen Shoegaze-Britrock-Band The Boo Radleys hat, und stellt dann fest, dass mit „In Spite Of Everything“ nicht nur ein neues Werk angekündigt ist, sondern dies sogar bereits das dritte seit einer 2021 erfolgten Reunion sein würde. Aber: keiner vollständigen – der Hauptsongwriter fehlt, und das hört man diesem Album bedauerlicherweise auch an. Es klingt, als würden Fremde vergeblich versuchen, The Boo Radleys zu kopieren, aber fürs Achtziger-Radio.

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Guided By Voices – Crawlspace Of The Pantheon – Guided By Voices Inc. 2026

Von Guido Dörheide (02.06.2026)

Nach nur einem Studioalbum im Jahr 2024 („Strut Of Kings“) und nur zweien in 2025 („Universe Room“ und „Thick Rich And Delicious“) hatte ich schon gedacht, Robert Pollard hätte keine Lust mehr – aber weit gefehlt, mit dem 43. Studioalbum seit den frühen 80ern werden Guided By Voices sich bestimmt noch anschicken, Willie Nelson outputtechnisch das Wasser zu reichen.

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Bismut – Matsutake – Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (03.06.2026)

Chillig den Head bangen kann man zu „Matsutake“, dem vierten Album des Heavy-Psych-Trios Bismut aus Nijmegen, und hier passt die Genrezuschreibung wie der Fuß aufs Effektgerät. Sechs teils improvisierte Instrumentaltracks scheppern einem die drei um die Ohren, versetzt mit entspannten Ausflügen ins All, aber nur kurz. Das Gras hier hat ungefähr den Wachstumstrieb wie Bambus mit den Wurzeln eines Echten Kiefern-Ritterlings (松茸).

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New Model Army – Live im Schlosshof Gifhorn am 31. Mai 2026

Von Klaus Neffgen (02.06.2026)

Klassentreffen mit Soundtrack: New Model Army im Gifhorner Schloss

Manche Konzerte sind einfach Konzerte. Andere sind Zeitreisen. Der Auftritt von New Model Army am 31. Mai 2026 im Gifhorner Schlosspark gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie.

Schon lange bevor die ersten Töne erklangen, lag eine besondere Stimmung in der Luft. Wer sich auf dem Gelände umsah, konnte sich des Eindrucks kaum erwehren, dass hier nicht nur Fans einer Band zusammengekommen waren, sondern Menschen, die sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder auf denselben Konzerten, in denselben Kneipen und auf denselben Tanzflächen begegnet waren.

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The Citadel – Dawns On Mental Highways – Subsound Records 2026

Von Matthias Bosenick (02.06.2026)

Musikalisch sind The Citadel aus Erlangen tief in den Sechzigern anzusiedeln, im psychedelischen Rock, der ohne Riffs auskommt, dafür mit Gniedeln und verträumten Verspieltheiten, selbstredend inklusive Flöte und Orgel. „Dawns On Mental Highways“ ist das zweite Album der Band, die die Sixties-Pastiche überzeugend hinbekommt – indes am Gesang gern etwas arbeiten darf.

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