Was meine Freundin gerne sieht – die Serienkolumne: Alphamännchen: Hypochonder mit Hodenkrebs

Von Onkel Rosebud

Meine Freundin hat mich genötigt, diesen Text über die Serie „Alphamännchen“ zu schreiben. Eigentlich hatte ich das nicht vor, weil der Verriss über eine deutsche Komödie, die sich mit dem Thema toxische Männlichkeit und Geschlechtergerechtigkeit auseinandersetzt, überflüssig ist. Doch wegen des Schauspielers Moritz Führmann, der einen zweifacher Vater, der in der Kluft zwischen Familienalltag und libidinösen Dauerbegeisterung seiner Frau Silke (auch toll Franziska Machens) nicht klarkommt, darbietet, mache ich eine Ausnahme.

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Breeding Chaos – Distant Planets – Breeding Chaos 2024/Great Dane Records 2026

Von Matthias Bosenick (01.07.2026)

Weil die nachgereichte Single „Legion Of The Dead“ von Breeding Chaos aus Marseille im vergangenen Jahr so viel Staub aufwirbelte, kommt das selbstveröffentlichte Debüt „Distant Planets“ aus dem Jahr 2024 jetzt nochmal via Label heraus. Nach all den Jahrtausenden, die es Musik gibt, erfinden die vier Franzosen ein neues Genre: Cosmic Death Metal. Heißt: Die Musik ist brutal und böse, dunkel und auf die Fresse, aber birgt progressive Anteile und behandelt gegrowlte Weltraumthemen. Für so viel gewitzten Einfallsreichtum nimmt man manche Holprigkeiten grinsend und matteschüttelnd in Kauf.

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Голуби и Безумные Кашевары – Сердце – addicted/noname label 2026

Von Matthias Bosenick (01.07.2026)

Auf seinem neuen Album „Сердце“, „Herz“, steigert sich das riesengroße Kollektiv Голуби и Безумные Кашевары, Tauben und verrückte Porridge-Köche, in Sachen Tempo und Energie im Verlauf der Spielzeit. Mit einer erheblichen Bläserfraktion und diversen Stimmen inklusive Chor generiert die Band aus St. Petersburg eine gottlob schwer sortierbare, in jedem Fall mitreißende Musik, psychedelisch grundiert und zur ausgelassenen Party neigend. Mag man gar nicht glauben, dass dies ein Livemitschnitt ist!

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Die Morde – A Pestilence – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (30.06.2026)

Sobald Onkel Titus seine Kreissäge anwirft, darf getanzt werden. Im Stakkato. Denn das belgische Electro-Duo Die Morde zerhackt alles, was man sich so als Musik imaginiert, dreht es durch zerfleischende Gerätschaften und generiert daraus doch wieder irgendwie nachvollziehbare Musik. Nur eben sehr, sehr extrem. „A Pestilence“ ist die Debüt-EP von Cédric Dambain und Yannick Franck als Die Morde, und man kann hier grob das Etikett Rhythm And Noise anbringen, da Industrial allein zu kurz greift. Lärm wäre auch okay.

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Colin Webster/Balázs Pándi/Matt Cargill – Chewed Up And Spat Out – Raw Tink Records 2026

Von Matthias Bosenick (30.06.2026)

„Uns ist aufgefallen, dass es zu wenig Sirenen in der Musik gibt“, sollen The Chemical Brothers vor 30 Jahren einmal gesagt haben, und diese Erkenntnis scheinen sich auch die drei Impro-Jazzer Colin Webster, Balázs Pándi und Matt Cargill zu Herzen genommen zu haben: Auf ihrem spontan miteinander eingespielten Album „Chewed Up And Spat Out“ fungiert das Saxophon als Sirene, die auf der komplett freien Kombination aus Schlagzeug und elektronischen Klangerzeugern dröhnt. Für Hörende, die annähernd nachvollziehbare Strukturen erwarten, haben die drei aber auch Passagen in petto.

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Truce – Live At Cruise To The Edge 2026 – Iapetus Media 2026

Von Matthias Bosenick (29.06.2026)

Eine Touch-Gitarre, ein bundloser Bass und ein Schlagzeug: Sobald Markus Reuter, Fabio Trentini und Asaf Sirkis miteinander Platten veröffentlichen, geben sie jenen den Grundtitel „Truce“, der sich im Grunde auch auf das Trio als Name anwenden lässt. Erst zweimal standen die drei Prog-Rock-Cracks live auf einer Bühne, und jenen zweiten Auftritt auf einem Kreuzfahrtschiff in Norwegen veröffentlichen sie nun als Mitschnitt „Live At Cruise To The Edge 2026“. Auch wenn sie bereits existierende Tracks darbieten, improvisieren sie wie bei deren Entstehung im Studio – das Experiment gelingt.

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Kalamata – Zenosyne – Copper Feast Records/Made Of Stone Recordings 2026

Von Matthias Bosenick (29.06.2026)

Lustig: Den Kehrwiederturm ihrer Heimatstadt Hildesheim aufs Cover packen, aber die fünf Ein-Wort-Tracktitel den Satz „There Is No Coming Back“ ergeben lassen. Gottlob gab es eine Wiederkehr für Kalamata, das nichtgriechische instrumentale Psychedelic-Stoner-Trio, wenn auch mit ausgetauschtem Bassisten. „Zenosyne“ ist das dritte Album, und es hält sich nicht an die selbstgesteckten Grenzen – hier ist ganz viel Post Rock enthalten, und nichts von allem folgt der reinen Lehre, bleibt also aufregend.

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Bruce Springsteen & The E Street Band – Live from Asbury Park 2024 – Capitol / Legacy / Sony Music 2026

Von Guido Dörheide (28.06.2026)

Bereits mit dem 5-LP-Mammutwerk „Live 1975-85“ hat Bruce Springsteen vor 41 Jahren deutlich gemacht, dass Live-Alben nicht nur Best-Ofs mit Geklatsche im Hintergrund sind, sondern auch dafür da sind, eine Stimmung zu transportieren, die auf dem jeweiligen Studioalbum noch nicht vorhanden war.

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