Von Matthias Bosenick (12.10.2026)
Ach ja, der instrumentale Post Rock. Schnell verliert er sich in Stereotypen. Besonders der gern als „cinematic“ apostrophierte himmelstürmende Emo-Anteil wiederholt sich bei fast allen Bands quer über den Planeten, und so ganz sind auch die Helden Toundra aus Madrid davor nicht gefeit. Mehr Experiment wäre hier schön gewesen, „Siete“, das – nun – neunte Album mit dem Titel „Sieben“ (aus Gründen!), geht an zu wenigen Stellen echte Wagnisse ein. Solche wie, dieses Genre mit mehr Heaviness, mehr Brüchen und mehr Abseitigkeiten zu versehen. Die gibt es hier zwar auch, doch bedient „Siete“ noch zu sehr die Genrepuristen. Immerhin als Bessere unter vielen.
Sacred Buzz – Sacred Buzz – Sound Effect Records 2026
Von Matthias Bosenick (12.10.2026)
Nun ist auch das Album da! Sacred Buzz aus Berlin lieferten bereits einige Singles und eine EP, nun gibt’s den retroseligen fuzzy Orgel-Rock des Quartetts auch mal in Langzeit. Und das funktioniert! „Sacred Buzz“, das Album, das so heißt wie die Band, lässt sich nicht in nur eine Kategorie sortieren. Psychedelisch, garagig, tanzbar, gruftig, „Sacred Buzz“ ist eine abenteuerliche Entdeckungsreise durch die Musikgeschichte.
Shaun, das Schaf (3) Spuk im Kürbisfeld (Shaun The Sheep: The Beast Of Mossy Bottom) – Steve Cox/Matthew Walter – GB 2026
Von Matthias Bosenick (11.10.2026)
Wie viele Gags kann man pro Filmframe unterbringen? Aardman: Hold my beer. Man kommt gar nicht hinterher, jede Anspielung, Assoziation oder Absurdität im dritten Kinofilm von Shaun, dem Schaf, zu erfassen. „Spuk im Kürbisfeld“ als deutscher Titel trifft in beiden Fällen nicht wirklich zu, da es vielmehr darum geht, dass sich alle kurz vor Halloween auf die Jagd nach Bigfoot begeben, und wie dies geschieht, hält im Gag Count der sprachlosen Reihe „Shaun, das Schaf“ mühelos mit. Ein grandioser Knet-Spaß! Bestimmt auch für Kinder.
WeiterlesenVelcro Dog – Fjord Noir – Westergaard Records 2026
Von Matthias Bosenick (08.10.2026)
Ein trunkenes Liebeslied auf Trondheim gelang Tony Gonzalez mit „Fjord Noir“, seinem zweiten Album als Velcro Dog: Mit den Mitteln juvenil orientierter Alt.-Country-Musik aus dem amerikanischen Nordkontinent setzt er sich mit den dunklen Seiten des Lebens auseinander, um etwas Licht in alles hineinzubringen. Auf Schlagzeug verzichtet er, die Akustikgitarre und einige zusätzliche Instrumente wie Cello oder Percussion reichen ihm aus. Nett geklimpert, spricht vermutlich jüngere Hörende eher an.
Was meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: Geständnisse eines Küchenchefs
Von Onkel Rosebud
Geständnisse hin oder her, die wichtigsten Erkenntnisse meiner Freundin vorab, weil hier kriegt man was gelernt: Damit es zu Hause so gut schmeckt wie im Restaurant, doppelt so viel Butter verwenden, wie man denkt. Das Brutzelteil muss einen schweren Boden haben. Und montags keine Meeresfrüchte kaufen!
WeiterlesenElest – The Cruelty Of Wisdom – Elest 2026
Von Matthias Bosenick (07.10.2026)
Mit übelst hartem Geknüppel führen Elest aus Montpellier ihre Hörerschaft auf falsche Fährten: Was beginnt wie irgendwas mit -core überkreuzt mit extremen Spielarten des Metal, wird zu rifforientiertem Bluesrock. Und zu Doom. Unter anderem. Und damit nicht schlechter. „The Cruelty Of Wisdom“ ist nach 20 Jahren und nur wenigen Veröffentlichungen überhaupt das erst zweite Album des Trios.
Asaf Sirkis – Letters – StonedBird Productions 2026
Von Matthias Bosenick (06.10.2026)
Was erwartet man, wenn sich ein Schlagzeuger ans Klavier setzt? Rhythmisches Hämmern, perkussive Experimente, die Einbindung der Elemente, die gar nicht für die Tonerzeugung vorgesehen sind? Bekommt man auf „Letters“ alles genau nicht. Vielmehr setzt sich der Londoner Asaf Sirkis – bekannt von Soft Machine – entspannt hin und bringt nun seine originär gar nicht für die Veröffentlichung vorgesehenen kompositorischen Miniaturen zu Gehör. Entspannt ist wichtig, zu dieser abgedunkelten verlangsamten Klaviermusik kann man bestens gechillt in die melancholische Nacht driften.
Spezial: Addicted/Noname Label aus Moskau, Teil 21
Von Matthias Bosenick (05.10.2026)
Neues und Altes vom Moskauer Label noname/addicted! Diese Ausgabe beinhaltet: Sludge mit Remote, Rock’n’Roll-Stoner mit The Damn Ol‘ Bones, Jazz mit Slava Lobanov & Peter Shalamov, progressiven Post Metal mit N. Tesla und Ambient-Doom-Drones mit The Universe Is An Ocean.
Phoebe Bridgers – Lost Weekend – Dead Oceans 2026
Von Guido Dörheide (04.101.2026)
Im Vorfeld des eigenen Hörens dieses Albums las ich immer, dass Phoebe Bridgers auf „Lost Weekend“ ausgiebig von Autotune Gebrauch mache. Also stellte ich mich auf ein Hörerlebnis im Sinne von Cher (Do you believe in Love after Love after Lohoove?) ein. Und bekam stattdessen gleich im ersten Song eher so „Trans“ von Neil Young. Liebe junge Leute im Internet, kennt Ihr den Unterschied zwischen Autotune und einem Vocoder?
WeiterlesenDer Nino aus Wien – Neubau alone – Medienmanufaktur Wien 2026
Von Guido Dörheide (04.10.2026)
In Deutschland gibt es auch eine Toskana (in der Pfalz!), und sowohl Gifhorn als auch Holstein als auch Sachsen verfügen je über eine eigene, separate Schweiz. Gar nicht zu reden von Wildemann, dem Klein-Tirol im Oberharz! Da ist es nur gerecht, dass Österreich, wenn ihm schon von Tirol nurmehr ein Drittel bleibt, wenigstens über einen eigenen Bob Dylan verfügt, namentlich den „Der Nino aus Wien“. Ich glaube, es war der Falter aus Wien, der Nino Mandl aus Wien irgendwann in den 2010er Jahren den Namen „Der Bob Dylan vom Praterstern“ gab.
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