Sergei Khramtcevich, Ilya Kruchinin & Dušan Petrović – Baritone Conspiracy – Addicted/Noname Label 2026

Von Matthias Bosenick (24.09.2026)

Zwei Bariton-Saxophone und ein Schlagzeug, freie Improvisation und Musikentwicklung live in Echtzeit: Endlich liegt die „Baritone Conspiracy“ der drei Musiker Sergei Khramtcevich, Ilya Kruchinin und Dušan Petrović komplett als Album vor. Loops sind da ein Werkzeug, mit dem sich komponiert wirkende Tracks erstellen lassen, und die setzt das Trio gern ein, lässt sie aber bald unter der Ausgestaltung verschwinden. Das ist vieles, Jazz vorrangig, und ganz besonders ist es gut gelungen. Live mitgeschnitten in Belgrad.

Weiterlesen →
Veröffentlicht unter Album

Was meine Freundin gerne liest – die Literaturkolumne: When a Shagger falls in love, it’s game over: Das Trainspotting-Sequel „Men in Love“

Von Onkel Rosebud

Wer, wie meine Freundin, beim Aufruf der Namen der Protagonisten Mark „Rent Boy” Renton, Simon „Sick Boy“ Williamson, Francis „Franco“ Begbie und Daniel „Spud“ Murphy Bescheid weiß, steckt auch mehr als drei Jahrzehnte nach dem bahnbrechenden Debüt von Irvine Welsh in seinem Leben in „Trainspotting“-Momenten fest. Sein drahtiges, umgangssprachliches und schonungsloses Buch aus der Drogenszene von Leith, einem Stadtteil von Edinburgh, in den Neunzehnhundertachtzigern hat auch heute noch etwas unbestreitbar Nachhallendes und etwas merkwürdig Aktuelles an sich.

Weiterlesen →

The Spacelords – Uranus Omnibus Sanctus – Tonzonen Records 2026

Von Matthias Bosenick (23.09.2026)

Ein Loblied auf den geheiligten öffentlichen Nahverkehr auf einem unserer Nachbarplaneten ist „Uranus Omnibus Sanctus“ eher nicht, vermutlich. Der Himmelsgott ist uns allen heilig, behaupten The Spacelords auf ihrem neunten Album seit 2008 vielmehr, und – nein, sie singen nicht, das Reutlinger Trio spielt zu viert Instrumentaltracks ein, die dem psychedelisch grundierten Spacerock angehören. Vier Tracks, die aus dem Stand eine Sogwirkung entfalten.

Weiterlesen →
Veröffentlicht unter Album

De Staat – De Staat – V2 2026

Von Matthias Bosenick (22.09.2026)

20 Jahre De Staat! Das feiert die Band aus Nijmegen mit ihrem siebten Studioalbum, einem Konzeptalbum, das sie nach sich selbst benennt und das sowohl folglich als auch thematisch passend „De Staat“ heißt. In Zeiten globaler Katastrophen jeglicher Art fällt die ironische Betrachtung aller Umstände hier ernsthafter aus. Der von tiefen Synthies getriebene Indierock des Quintetts bekommt eine soulige Schlagseite und musikalisch sehr viele Fassetten. Damit sperren sich De Staat wie immer dagegen, einer Schublade zugeordnet zu werden, und das auf einem sogar stetig wachsenden Niveau.

Weiterlesen →

Exp – Exp – Reptilian Records 2026

Von Matthias Bosenick (21.09.2026)

Wenn man zu Betriebszeiten einer Band bereits eine Art Kultstatus innerhalb seiner Fangemeinde einnimmt, ist es vielleicht das Beste, einfach aufzuhören, neue Projekte zu gründen und damit potentiellen Enttäuschungen vorzugreifen. Bei Fugazi klappt das vorzüglich, bei Cop Shoot Cop ebenso, und so kann jeder Beteiligter in neuen Bands nach Belieben das machen, was den Ruf der vermeintlichen Kultband möglicherweise angekratzt hätte. Bei Exp (oder EXP) handelt es sich um ein weiteres dieser Projekte aus New York, an denen versierte Leute aus dem weiten Feld des Noise Rock beteiligt sind. Schwierig zu googlen, das Debüt heißt wie die Band – und die Musik ist definitiv ungewöhnlich, weil zunächst unerwartet gewöhnlich.

Weiterlesen →

The Cassandra Complex – Generating Station Complex – COP International 2026

Von Guido Dörheide (18.09.2026)

„Don’t look now, we’re flying over a little place that lies below, it’s nothing very special, it’s just a town called Moscow, Moscow, Idaho“

Moscow Idado, Moscow Idaho, Idaho, Idahooooooo! Das waren die ersten Zeilen von The Cassandra Complex, die ich damals, seinerzeit, also zu der Zeit 1987 oder 1988, hörte, und ich war mehr als begeistert.

Weiterlesen →
Veröffentlicht unter Album

Spezial: Singles und EPs (Teil 4)

Von Matthias Bosenick (18.09.2026)

Ein Rundblick auf neue Kleinformate – Ein-Song-Releases bis EPs. Darin: Space-Rock mit Ciolkowska, chillige Gitarrenmusik mit Andrea Galluccio, ein Alt-Rock-Electro-Remix mit Pærish, orgeliger Garagenrock mit Sacred Buzz, Deutschpop mit Florian And The Better Hand, schmissiger Gospelrock mit La Nouvelle Musique, trippiger Electro-Goth mit Meija, Neo-Ambient mit DNL.B, heavy Post-Punk mit J-L, Cold Wave mit The Ultimate Dreamers und Hypnosemusik mit Dead Can Dance.

Weiterlesen →

Fenris – Golaim/Amaterasu – Fenris 2021/2025/2026

Von Matthias Bosenick (17.09.2026)

Das ist auch mal schön in Zeiten, in denen alles überall verfügbar ist: Infos zu Fenris gibt’s nämlich auf den üblichen Plattformen nicht, also Discogs oder The Metal Archives, wo ja ansonsten wirklich jedes obskure Demo gelistet ist. Immerhin Bandcamp steht uns Hörenden zur Verfügung, um die Alben der Band aus Nantes zu konsumieren, zudem auch weitere Streaminganbieter, auf denen das Metal-Quintett sein vorletztes Album „Golaim“ frisch neu verfügbar macht, längst eingeholt im Herbst von einem Nachfolger, nämlich „Amaterasu“. Für ihren Sound bedienen sich die fünf bei so ziemlich allem, was irgendwie hart und verzerrt rockt, und zwar weltweit. Da stecken dann Guns ‘N Roses ebenso drin wie Iron Maiden – und ganz viel Eigenes, sonst wär’s ja langweilig.

Weiterlesen →

Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: The Dark Side of John Peel

Von Onkel Rosebud

In meinem Text über Lutz Schramm, der im Dezember 2025 auf KrautNick erschienen ist, habe ich den Radio-DJ aus dem Land, dass es nicht mehr gibt, und der meinesgleichen auf den richtigen musikalischen Weg gebracht hat, als „John Peel des Ostens“ bezeichnet. Das möchte ich hiermit zurücknehmen und mich ausdrücklich bei Herrn Schramm entschuldigen. Lutz, Alter, aufgrund des großen Auflaufes am 9. August 2023 zu Ehren des 30 Jahrestages des Radioformates Schlagseite, wofür ich regelmäßig Beiträge abliefere, kannst Du Dich vermutlich nicht erinnern, mit mir den stammeligen Wortwechsel absolviert zu haben, wie sehr Deine Radiosendung „Parocktikum“ meine popkulturelle Menschwerdung beeinflusst hat. Ich knie vor Dir nieder und werde niemals wieder in Zusammenhang mit Dir die Bezeichnung, „Irgendwas des Ostens“ gewesen zu sein, verwenden und – vor allem, Dich mit dem Kinderficker John Peel in Verbindung bringen.

Weiterlesen →