Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: Wir haben Ingrid Laubrock, was habt ihr? Oder, warum das Saxofon eines der größten Missverständnisse der Musikgeschichte ist.

Von Onkel Rosebud

Gibt es gute Saxofon-Witze? Meine Freundin hat nur den auf Lager: Was haben der Blinddarm und ein Saxofonist gemeinsam? Sie können beide große Schmerzen verursachen. Man vermisst sie nicht, wenn man sie los ist. Und bei beiden kann niemand sagen, wozu sie eigentlich gut sind.

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Les Longs Adieux – Arousal – Les Longs Adieux 2026

Von Matthias Bosenick (25.03.2026)

Da schlagen die Herzen der Achtziger-Wave-Fans höher: Für ihr neues Album „Arousal“ bedienen sich Les Longs Adieux aus Rom bei den Charakteristika jener Zeit und jenes Genres, um sie zu neuen Songs zusammenzusetzen, die mit Dunkelheit, Schwermut und dennoch umfangender Hymnenhaftigkeit zu einer Zeitreise einladen. Mit dem Gesang versetzt das Duo seine Musik zudem in einen anderen Arm der Achtziger: Hier dringt der Italo-Pop deutlich durch und reichert das Bild an.

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Georgeanne Kalweit – Tiny Space – NOS Records 2026

Von Matthias Bosenick (25.03.2026)

Das Album zur gleich betitelten Single: Mit „Tiny Pace“ erhebt sich Georgeanne Kalweit wie Phoenix aus der Asche, denn es handelt sich um ein Trennungsalbum, das zudem seine Ursprünge in der Isolation der Pandemiezeit hat, aus der sie nun heraustritt. Zu hören gibt es von der in Mailand lebenden US-Amerikanerin eine gottlob schwer zu klassifizierende Musik, die auf elektronischer Basis mit klassischen Instrumenten eine Art melancholischen Indie-Pop mit ausdrucksstarkem Nico-Gesang beinhaltet. So gut, wie sich das liest, klingt es auch.

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Dirk Serries – Live Oude Klooster Chapel 2025 – Dirk Serries 2026

Von Matthias Bosenick (24.03.2026)‘

Dieses Album markiert einen besonderen biografischen Punkt im Leben des vielsaitigen Gitarristen Dirk Serries: „Live Oude Klooster Chapel 2025“ war am 16. Oktober das letzte Konzert des Antwerpeners, bevor er ins Nachbarland Frankreich umsiedelte. Ausgestattet mit seiner E-Gitarre und Effektgeräten, machte er sich den ihm bereits mehrfach vertrauten Hallraum der Klosterkapelle in Brecht zunutze und ließ die Töne eine Stunde lang frei schweben. Man darf gespannt sein: Wie setzt er seinen künstlerischen Weg in der meeresfernen Fremde fort?

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Waterboarding School – Steer Clear – Blackvalley Records 2026

Von Matthias Bosenick (24.03.2026)

So’n Bisschen gute Laune darf dieser trüben Tage auch mal wieder sein, und Waterboarding School aus Göteborg machen Gute-Laune-Musik, und zwar mit den Mitteln des fuzzy Garage Rock. „Steer Clear“ heißt die neue EP, und mal abgesehen davon, dass sie einen Bewegungszwang auslöst, versprüht sie eine charmante Heiterkeit. Mit zweistimmigem Gesang, Orgel und Twang obendrauf.

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Sherlock Holmes – die neuen Fälle (60): Nervus Rerum – Maritim/Romantruhe Audio 2026

Von Matthias Bosenick (23.03.2026)

Wer nur hört und nicht liest, wundert sich erstmal, bis es das Lesen nachholt: Christian Rode als Sherlock Holmes und Peter Groeger als Dr. Watson verstarben 2018 kurz nacheinander. Die Produktionsfirma hinter der Serie „Sherlock Holmes – die neuen Fälle“, All Score Media, hatte das Gespann zuvor noch stapelweise Episoden einsprechen lassen und veröffentlichte diese nach und nach. Bis man sich als Hörender fragt, wie viele dieser Hörspiele es denn noch geben könne, und bei der Recherche auf den Hinweis stößt, dass das Label Romantruhe Audio die neuen „neuen Fälle“ seit einiger Zeit mit Hilfe von KI erstellt. Was man dem 60. Fall „Nervus Rerum“ mehr als deutlich anhört und was erklärt, was einem bei den drei Vorgängern auch schon so merkwürdig vorkam.

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Misty Route – Ethos – Bitume Prods 2026

Von Matthias Bosenick (23.03.2026)

Was haben wir: Gojira, Tool, Opeth, City Of Fire und Spuren von allerlei anderen vertrauten Sounds aus Metal bis Alternative Rock von den Neunzigern bis heute, die sich düster progressiv groovend mit dem Knüppel bearbeiten lassen. Misty Route aus Athen nennen ihr zweites Album „Ethos“, also eigentlich „Ήθος“, und machen darauf einen abwechslungsreichen technischen Groove Metal, der unter den Wiedererkennungsmomenten so manche eigene Handschrift verbirgt. Zu dritt nur, übrigens!

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The Marquis Is Dead – Darkage – Antibody Label 2026

Von Matthias Bosenick (19.03.2026)

Das hier will nicht gefallen. Das will nicht in Clubs zum Tanzen laufen, und wenn doch, wird’s interessant. Denn das hier ist die brutale Mischung von Elektronik und Metal, die auf Gewalt und Dunkelheit aus ist, darauf, das Gefühl von Verzweiflung und Aggression in Geräusch umzuwandeln. Das ist in der Sache nicht neu, das gibt’s seit den Neunzigern schon, aber Dillon Steele ist auf „Darkage“, seinem ersten ganzen Album unter dem Alias The Marquis Is Dead, besonders konsequent.

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Was meine Freundin gerne hört – die Hörspielkolumne: Das war morgen – Teil 3: Liebe im Zeitalter des Pangalaktische Donnergurglers

Von Onkel Rosebud

Mit meiner Freundin kann ich keine Hörspiele hören. Man könnte annehmen, dass in diesem Satz das Wörtchen „leider“ fehlt, aber nee. Seit meiner Kindheit bin ich zwar Hörspiel-Aficionado, doch, wenn man mit jemand zusammen ist, der die Gabe hat, immer und überall innerhalb von drei Minuten einschlafen zu können, dann beharrt man im schummrigen Abendrot und in horizontaler Lage nicht auf die gemeinsame audiophile Gustation der gesammelten Werke von Agatha Christie.

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Pet Shop Boys – Dreamworld: The Greatest Hits Live At The Royal Arena In Copenhagen – Parlophone 2026

Von Matthias Bosenick (18.03.2026)

Nach rechtlichen Querelen um den Song „Go West“ kommt nun die am 7. Juli 2023 in Kopenhagen mitgeschnittene Dokumentation der „Dreamworld“-Tour von den Pet Shop Boys doch noch heraus, als ein dreiviertel Stunden lange Doppel-CD mit BluRay und ohne den Stein des Anstoßes. Aber mit 24 Singles, die die Setlist bilden und die staunen lassen, wie viele Lieblingslieder das Synthiepopduo bereits in der ersten Dekade seiner Existenz in die Welt setzte. Leichte Modifizierungen erweitern die Freude an diesen Hits: Ein lebendiges Museum mit Spaß daran und darin.

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