Von Matthias Bosenick (21.09.2026)
Wenn man zu Betriebszeiten einer Band bereits eine Art Kultstatus innerhalb seiner Fangemeinde einnimmt, ist es vielleicht das Beste, einfach aufzuhören, neue Projekte zu gründen und damit potentiellen Enttäuschungen vorzugreifen. Bei Fugazi klappt das vorzüglich, bei Cop Shoot Cop ebenso, und so kann jeder Beteiligter in neuen Bands nach Belieben das machen, was den Ruf der vermeintlichen Kultband möglicherweise angekratzt hätte. Bei Exp (oder EXP) handelt es sich um ein weiteres dieser Projekte aus New York, an denen versierte Leute aus dem weiten Feld des Noise Rock beteiligt sind. Schwierig zu googlen, das Debüt heißt wie die Band – und die Musik ist definitiv ungewöhnlich, weil zunächst unerwartet gewöhnlich.
The Cassandra Complex – Generating Station Complex – COP International 2026
Von Guido Dörheide (18.09.2026)
„Don’t look now, we’re flying over a little place that lies below, it’s nothing very special, it’s just a town called Moscow, Moscow, Idaho“
Moscow Idado, Moscow Idaho, Idaho, Idahooooooo! Das waren die ersten Zeilen von The Cassandra Complex, die ich damals, seinerzeit, also zu der Zeit 1987 oder 1988, hörte, und ich war mehr als begeistert.
WeiterlesenSpezial: Singles und EPs (Teil 4)
Von Matthias Bosenick (18.09.2026)
Ein Rundblick auf neue Kleinformate – Ein-Song-Releases bis EPs. Darin: Space-Rock mit Ciolkowska, chillige Gitarrenmusik mit Andrea Galluccio, ein Alt-Rock-Electro-Remix mit Pærish, orgeliger Garagenrock mit Sacred Buzz, Deutschpop mit Florian And The Better Hand, schmissiger Gospelrock mit La Nouvelle Musique, trippiger Electro-Goth mit Meija, Neo-Ambient mit DNL.B, heavy Post-Punk mit J-L, Cold Wave mit The Ultimate Dreamers und Hypnosemusik mit Dead Can Dance.
Hin- und weggesehen. Filme und Serien (23)
Von Chrisz Meier (17.09.2026)
Wenn ich etwas wirklich gerne tue, dann ist es das Beobachten von Filmen.
Ich denke mal, daß viele das gerne tun. Heute ist mal wieder Zeit, von meinen Forschungsergebnissen zu berichten.
WeiterlesenFenris – Golaim/Amaterasu – Fenris 2021/2025/2026
Von Matthias Bosenick (17.09.2026)
Das ist auch mal schön in Zeiten, in denen alles überall verfügbar ist: Infos zu Fenris gibt’s nämlich auf den üblichen Plattformen nicht, also Discogs oder The Metal Archives, wo ja ansonsten wirklich jedes obskure Demo gelistet ist. Immerhin Bandcamp steht uns Hörenden zur Verfügung, um die Alben der Band aus Nantes zu konsumieren, zudem auch weitere Streaminganbieter, auf denen das Metal-Quintett sein vorletztes Album „Golaim“ frisch neu verfügbar macht, längst eingeholt im Herbst von einem Nachfolger, nämlich „Amaterasu“. Für ihren Sound bedienen sich die fünf bei so ziemlich allem, was irgendwie hart und verzerrt rockt, und zwar weltweit. Da stecken dann Guns ‘N Roses ebenso drin wie Iron Maiden – und ganz viel Eigenes, sonst wär’s ja langweilig.
Was meine Freundin gerne hört – die Musikkolumne: The Dark Side of John Peel
Von Onkel Rosebud
In meinem Text über Lutz Schramm, der im Dezember 2025 auf KrautNick erschienen ist, habe ich den Radio-DJ aus dem Land, dass es nicht mehr gibt, und der meinesgleichen auf den richtigen musikalischen Weg gebracht hat, als „John Peel des Ostens“ bezeichnet. Das möchte ich hiermit zurücknehmen und mich ausdrücklich bei Herrn Schramm entschuldigen. Lutz, Alter, aufgrund des großen Auflaufes am 9. August 2023 zu Ehren des 30 Jahrestages des Radioformates Schlagseite, wofür ich regelmäßig Beiträge abliefere, kannst Du Dich vermutlich nicht erinnern, mit mir den stammeligen Wortwechsel absolviert zu haben, wie sehr Deine Radiosendung „Parocktikum“ meine popkulturelle Menschwerdung beeinflusst hat. Ich knie vor Dir nieder und werde niemals wieder in Zusammenhang mit Dir die Bezeichnung, „Irgendwas des Ostens“ gewesen zu sein, verwenden und – vor allem, Dich mit dem Kinderficker John Peel in Verbindung bringen.
WeiterlesenDirk Serries & PBK – Amplitude Split – Soundfume 2026
Von Matthias Bosenick (16.09.2026)
30 Jahre später gibt’s einen ganzen Stapel (also zwei) Updates: Die beiden Soundtüftler Dirk Serries aus Belgien bei Frankreich und Phillip B. Klingler aus dem Land zwischen Kanada und Mexiko tun sich für eine neue Veröffentlichung zusammen, ersterer anders als damals nicht unter seinem Alias Vidna Obmana, dafür zweiterer unter seinem Pseudonym PBK. „Amplitude Split“ heißt das neue gemeinsame Album, bestehend – kurz gefasst – aus dekonstruiertem Ambient. Für das Album reaktivierte Serries sein altes Label Soundfume und setzt mit von seiner Gattin Martina Verhoeven individuell gestalteten LP-Covern die Idee der früheren limitierten Tape-Releases fort.
Ciolkowska – Made In Golyj Wood – addicted/noname label 2026
Von Matthias Bosenick (15.09.2026)
Mitkommen! Live in den Kosmos, Reiseleiter ist Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski, Ziel ist das Filmstudio Golyi Wood in St. Petersburg. Als Reisebegleitung empfehlen sich die lokalen psychedelischen Space-Rocker Ciolkowska, die dort ein Live-Album einspielten, „Made In Golyj Wood“, passend benannt. Langzeitliche Weggefährten der Band bekommen einen Querschnitt durch die Discographie der Kosmonauten unterbreitet, verfeinert mit analogen Synthies und diversen Neugestaltungen. Man feiert das Wiedererkennen und den Fortschritt, so geht das.
Hubris. – White Shores – Hubris. 2026
Von Matthias Bosenick (14.09.2026)
Post Rock! In „White Shores“ ist alles drin, was man unter diesem Etikett erwartet: elegische Endlosigkeit, wehmütige Gitarren, Laut-Leise-Dynamik, sowas, und nicht drin, ebenfalls wie üblich, ist Gesang. „White Shores“ ist das fünfte Album der Band Hubris. aus Fribourg in der Schweiz, in Eigenschreibweise in Minuskeln und stets mit Punkt dahinter. Sachen zu entdecken gibt’s hier natürlich trotzdem, dafür sorgt die Band.
Gott kein Dank – 50 Jahre Punk
Von Axel Klingenberg (13.09.2026)
2026 wird 50 Jahre Punk gefeiert! Ein goldenes Jubiläum! Ein halbes Jahrhundert Renitenz! Ein halbes Jahrhundert Resistenz!
Das ist in vielerlei Hinsicht erstaunlich:
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