Von Onkel Rosebud
Eine der schillerndsten Figuren der musikalischen Subkultur der DDR war quasi ein Wessi namens Aljoscha Rompe (* 1947). 1980 beantragte und erhielt er einen Schweizer Pass, da sein leiblicher Vater Schweizer und auch seine Mutter durch Heirat Schweizer Staatsbürgerin geworden war. Mit 14 hatte er zwar den Personalausweis der DDR bekommen und wurde als sogenannter Doppelstaatler bei den Behörden geführt. Er war aber nie offiziell DDR-Staatsbürger. Die Reisefreiheit nutzte Aljoscha später immer wieder, um Instrumente und Ausrüstung aus West-Berlin in die DDR einzuführen. Sein Stiefvater Robert Rompe war als hochrangiger Wissenschafts-Funktionär und angesehener Professor für Physik Mitglied im Zentralkomitee der SED. Auch Aljoscha war vor seiner Musikkarriere als Physiker tätig, verbüßte aber schon 1978 eine dreimonatige Haftstrafe wegen der Mitarbeit an einer oppositionellen Publikation, die ihm den Startschuss für eine lange Beziehung mit der Stasi einbrockte, wobei er selbst nie zum IM wurde.
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